Out of Control
Out of Control (Außer Kontrolle) beschreibt ein Demonstrationskonzept, bei dem Demonstrationsteilnehmer versuchen sich mehrfach zu zerstreuen, an anderer Stelle erneut zu sammeln und, anders als beispielsweise in dem geschlossenen Auftreten des schwarzen Blocks, die Grenzen zwischen Demonstrationszug und Umgebung aufzulösen.[1] Das Konzept Out of Control basiert auf einer dezentralen Organisationsstruktur und unkontrollierten Bewegungen sowie dem Umfließen von Polizeikesseln und dem plötzlichen Auftreten einer Menge, ähnlich einem Flashmob.
Ziel ist es Polizeieinsätze und Taktiken wie beispielsweise Wanderkessel oder die präventive Überwachung von Versammlungen systematisch zu erschweren.
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[Bearbeiten] Geschichte
Es handelt sich um ein relativ junges Konzept, das sich unter anderem aus den Erfahrungen der Demonstrationen gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm 2007 ableitete, bei dem massive polizeiliche Sicherheitsvorkehrungen umgangen werden konnten, sowie der sogenannten Fünf-Finger-Taktik zum Umfließen von Polizeiabsperrungen.[2] Früh wurde die Aktionsform im großen Rahmen bei einer bundesweiten Demonstration am 15. Dezember 2007 in Hamburg angewandt.[3] Zwar stieß die Demonstration mit über 3.000 Teilnehmern auf großes Interesse, jedoch befolgten zu wenige Teilnehmer die im Vorhinein aufgestellten „out of control“-Regeln, sodass es zu keiner nennenswerten Beeinflussung des Demonstrationsverlaufs kam. Von den gewöhnlichen Aufzügen war die Out of control-Demonstration daher „im Ergebnis nicht zu unterscheiden.“ Trotzdem verwarfen die Initiatoren das Konzept nicht.[4]
[Bearbeiten] Beweggründe
Vertreter der Out-of-Control-Taktik beklagen eine zunehmende Einschränkung des Versammlungsrechtes. Da geschlossene Demonstrationszüge relativ einfach von der Polizei kontrolliert und geleitet sowie Auflagen wie das (gesetzliche) Vermummungsverbot schnell durchgesetzt werden können, entwickelte sich daher das Konzept Out of Control, um sowohl Prognosen als auch Taktiken der Polizei zu erschweren. Ziel ist den Einfluss der Polizei auf den Verlauf von Demonstrationen zu reduzieren und jenen der Teilnehmer zu erhöhen.[5]
[Bearbeiten] Jump and Run
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Eine Weiterentwicklung des Konzepts basierend auf Ideen der Schwarmtheorie wurde im November 2010 in Deutschland bei den Protesten gegen die Innenministerkonferenz angewandt.[6]
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Weblinks
[Bearbeiten] Quellen
- ↑ Konzepterläuterung von Out of Control bei Indymedia
- ↑ Noch nicht alles unter Kontrolle Tagesspiegel vom 28. Januar 2008
- ↑ Hamburger Abendblatt: „Motto des Aufzugs am Sonnabend vor dem dritten Advent: Gegen Repression und staatliche Kontrolle“ – Artikel vom 12. Dezember 2007
- ↑ Karsten Dustin Hoffmann: Rote Flora. Ziele, Mittel und Wirkungen eines linksautonomen Zentrums in Hamburg, Baden-Baden 2011, S. 226-241.
- ↑ Karsten Dustin Hoffmann: Rote Flora. Ziele, Mittel und Wirkungen eines linksautonomen Zentrums in Hamburg, Baden-Baden 2011, S. 226-241.
- ↑ Theorie und Praxis des Schwärmens!, ak urban swarming, 8. November 2010 (abgerufen am 21. Dezember 2010)