Outlaw Gentlemen & Shady Ladies

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Outlaw Gentlemen & Shady Ladies
Studioalbum von Volbeat
Veröffentlichung 5. April 2013
Label Vertigo Records
Genre Metal
Anzahl der Titel 14
Laufzeit 58 min 36 s

Besetzung

Produktion Rob Caggiano & Volbeat
Studio Puk Studios, Randers
Chronologie
Beyond Hell / Above Heaven
(2010)
Outlaw Gentlemen & Shady Ladies

Outlaw Gentlemen & Shady Ladies (engl. ‚Gesetzlose Ehrenmänner & anrüchige Damen‘) ist das fünfte Studioalbum der dänischen Metal-Band Volbeat. Es erschien am 5. April 2013 über Vertigo Records und erreichte in sechs Ländern Platz eins der jeweiligen Albumcharts. In Dänemark, Deutschland und Österreich wurde das Album jeweils mit Platin ausgezeichnet. Das Lied „Room 24“ wurde bei den Grammy Awards 2014 in der Kategorie Best Metal Performance nominiert. Die Band gewann 2014 den Echo in der Kategorie Rock/Alternative International.

Entstehung[Bearbeiten]

Songwriting[Bearbeiten]

Die Musik für das Album entstand während verschiedener Tourneen durch Europa und Nordamerika. Sänger und Gitarrist Michael Schøn Poulsen sammelte dabei Ideen auf seinem Mobiltelefon. Nachdem die Band nach Dänemark zurückkehrte, arbeitete Schøn Poulsen innerhalb von sechs Monaten aus dem Material die neuen Lieder aus.[1] Nachdem die ersten drei Lieder fertig waren stellte er fest, dass die Lieder ein Western-Gefühl transportieren.[2]

Nebenbei suchte die Band nach einem Nachfolger für den Gitarristen Thomas Bredahl. Michael Schøn Poulsen erklärte in einem Interview, dass Volbeat zunächst einen dänischen Gitarristen testeten. Dieser erwies sich bei gemeinsamen Proben laut Schøn Poulsen als „sehr guter Gitarrist“, jedoch funktionierte das zwischenmenschliche nicht.[3] Schlagzeuger Jon Larsen fügte hinzu, dass der namentlich nicht bekannte Kandidat es sich nicht vorstellen konnte, lange mit der Band auf Tournee zu gehen.[4] Als Konsequenz verständigten sich Michael Schøn Poulsen, Jon Larsen und Bassist Anders Kjølholm darauf, als Trio ins Studio zu gehen.

Aufnahmen[Bearbeiten]

Die Aufnahmen zum Album begannen im Januar 2013. Im Gegensatz zu den ersten vier Studioalben brach die Band mit einigen Gewohnheiten. So wurde dieses Mal ein neues Studio gebucht und neben dem bisherigen Produzenten Jacob Hansen wurde der ehemalige Anthrax-Gitarrist Rob Caggiano verpflichtet.[5] Michael Schøn Poulsen erklärte in einem Interview, dass ihm Caggianos Arbeit für The Damned Things und dem Anthrax-Album Worship Music sehr gefiel.[3] Die Aufnahmen fanden in dem PUK Studios in Randers statt. Die Zusammenarbeit mit Caggiano erwies sich laut Sänger Michael Schøn Poulsen als inspirierend, so dass Caggiano Anfang Februar 2013 als offizielles Bandmitglied vorgestellt wurde.[6]

„Und dann bat ich Rob [Caggiano], einige Soli für die Platte einzuspielen, die uns allesamt extrem gefielen. Ich gab Rob drei meiner Songs, bei denen ich jeweils ein paar Lücken gelassen hatte. Ich war sehr gespannt, wie er diese Lücken füllen würde. Seine Vorschläge waren so gut, dass wir sie allesamt verwendet haben.“

Michael Schøn Poulsen[3]

Wie schon beim vorherigen Album treten mehrere Gastmusiker auf. So ist King Diamond bei dem Lied Room 24 zu hören. Bei The Lonesome Rider singt die Kanadierin Sarah Blackwood von der Band Walk off the Earth. Weitere Gastmusiker sind Paul Lamb (Mundharmonika), Rod Sinclair (Banjo), Anders Pedersen (Slide-Gitarre) und Jakob Øelund (Kontrabass)[1]

Veröffentlichung[Bearbeiten]

Neben der regulären Version erschien das Album in einer limitierten Auflage mit einer Bonus-CD. Diese Bonus-CD enthält das Lied Ecotone, das Lied Lola Montez in einer Mundharmonika-Version, die beim Wacken Open Air 2012 mitgeschnittenen Liveversionen der Lieder 7 Shots und Evelyn sowie eine Demoversion von Evelyn. Für die Lieder Cape of Our Hero und Lonesome Rider wurden Musikvideos gedreht. Für Anfang November 2013 erscheint eine Tour Edition des Albums, welche als Bonus eine einstündige Live-DVD mit Impressionen von Auftritten der Band bei diversen Festivals enthält.

Hintergrund[Bearbeiten]

Titelliste
  1. Let’s Shake Some Dust – 1:28
  2. Pearl Hart – 3:26
  3. The Nameless One – 3:52
  4. Dead But Rising – 3:34
  5. Cape of Our Hero – 3:49
  6. Room 24 – 5:07
  7. The Hangman’s Body Count – 5:15
  8. My Body – 3:41
  9. Lola Montez – 4:27
  10. Black Bart – 4:48
  11. The Lonesome Rider – 4:04
  12. The Sinner Is You – 4:15
  13. Doc Holliday – 5:45
  14. Our Loved Ones – 4:50

Laut Sänger Michael Schøn Poulsen behandelt etwa die Hälfte der Lieder Geschichten über Revolverhelden aus dem Wilden Westen des 19. Jahrhunderts. Einige Charaktere sind Legenden aus dieser Ära wie zum Beispiel Doc Holliday oder Lola Montez, einige andere fiktive Persönlichkeiten. Der Albumtitel ist von den so genannten Spaghettiwestern inspiriert.[6] Obwohl nur die Hälfte der Lieder mit der Thematik zusammenhängen, bezeichnete Michael Schøn Poulsen Outlaw Gentleman & Shady Ladies als Konzeptalbum.

Die erste Singleauskoppelung Cape of Our Hero thematisiert einen Jungen, der inspiriert durch Comics in seinem Vater einen Superhelden sieht. Nach dem Tod seines Vaters träumt der Junge davon, von einem Engel mit in die Luft genommen zu werden. Der Junge erhält einen Umhang und sucht nach seinem Vater.[7] Der Text für das Lied Room 24 wurde durch ein unheimliches Ereignis in einem Hotelzimmer in den USA inspiriert, als Schøn Poulsen eine Schlafstarre erlebte.

„Ich bin noch vor dem Sonnenaufgang wach geworden, konnte aber weder Arme noch Beine bewegen. Sprechen konnte ich auch nicht. Um mich herum wurde alles dunkel, ich hatte das Gefühl, jemand oder etwas drückt mir auf den Brustkorb, ich dachte, ich hätte einen Herzinfarkt oder müsste ersticken. Ich fragte mich: Fühlt sich so sterben an?“

Michael Schøn Poulsen[8]

Dead But Rising wurde von einem Ausflug inspiriert, den Schøn Poulsen nach Tupelo, der Geburtsstadt von Elvis Presley machte. Auf dem Weg dorthin fiel sein Navigationssystem aus und er folgte den Straßenschildern und bemerkte, dass über ihm ein Adler flog. Dieser Adler erinnerte ihn an eine Adler-Tätowierung, die sein verstorbener Vater einst trug. The Sinner Is You beschäftigt sich mit der Frage, warum sich der Tod immer die guten Menschen aussucht und nicht die, die es verdient hätten zu sterben.[8]

Rezeption[Bearbeiten]

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben
Outlaw Gentlemen & Shady Ladies
  DK 1 19.04.2013 [9]
  DE 1 22.04.2013 [10]
  AT 1 19.04.2013 [11]
  CH 1 21.04.2013 [12]
  US 9 19.04.2013 [13]
  UK 78 19.04.2013 [14]
Singles
Cape of Our Hero
  DK 6 22.03.2013 (9 Wo.) [9]
  AT 34 29.03.2013 (4 Wo.) [11]
  DE 68 01.04.2013 (13 Wo.) [15]
Lonesome Rider
  DK 36 29.11.2013 (1 Wo.) [9]
[9]

[11] [10] [15] [12] [13]

[14]

Rezensionen[Bearbeiten]

Frank Albrecht vom deutschen Magazin Rock Hard schrieb in seiner Rezension, dass das Album „ganz sicher nicht die beste Scheibe der Dänen“ wäre, aber dennoch „reichlich Klasse besitzt“. Einige Lieder sein zwar „auf den Mainstream-Markt zugeschnitten“, besitzen allerdings „griffige Melodien und eingängige Refrains“. Einziger Kritikpunkt sei die „recht zahme Produktion“, weil Volbeat „mehr Ecken und Kanten haben, als teilweise zu hören ist“. Er vergab acht von zehn Punkten.[16] Für Peter Kubaschk vom Onlinemagazin Powermetal.de dürfte Outlaw Gentlemen & Shady Ladies „die Erwartungen der meisten Fans sicher erfüllen“, wenngleich ihm „die Spritzigkeit und Explosivität, die die Frühwerke der Band noch auszeichnete, fehlt“. Kubaschk bewertete das Album mit acht von zehn Punkten.[17] Kritischer zeigte sich Heiko Eschenbach vom Onlinemagazin Metal.de. Seiner Meinung nach gibt es auf dem Album „viel nett zu hörendes Mittelmaß, aber keinen einzigen herausragenden Hit, den man sich immer und immer wieder reinpfeiffen will“. Eschenbach bewertete Outlaw Gentlemen & Shady Ladies mit sieben von zehn Punkten.[18]

Chartplatzierungen[Bearbeiten]

Die vorab ausgekoppelte Single Cape of Our Hero erreichte Platz sechs der dänischen Singlecharts ein. In den österreichischen Singlecharts erreichte das Lied Platz 34 und in den deutschen Singlecharts Platz 68. Das Album stieg in Dänemark, Deutschland, Österreich, der Schweiz, Norwegen und Kanada direkt auf Platz eins der jeweiligen Albumcharts ein. In den US-amerikanischen Albumcharts erreichte Outlaw Gentlemen & Shady Ladies Platz neun und wurde in der ersten Woche nach der Veröffentlichung dort 39.000 Mal verkauft.[19] Die zweite Singleauskopplung Lonesome Rider erreichte Platz 36 der dänischen Singlecharts. Bis Oktober 2014 wurde das Album in den USA etwa 252.000 Mal verkauf.[20]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Outlaw Gentlemen & Shady Ladies wurde in Dänemark, Deutschland und Österreich jeweils mit Platin ausgezeichnet.[21][22][23] Bei den Danish Music Awards wurde Outlaw Gentlemen & Shady Ladies als bestes dänisches Rockalbum ausgezeichnet. Darüber hinaus gewann die Band noch den Preis in der Kategorie Dänische Band des Jahres.[24] Das Lied „Room 24“ wurde bei den Metal Hammer Awards in der Kategorie Metal Anthem nominiert. Der Preis ging jedoch an die Band Callejon für das Lied „Porn from Spain“.[25] Bei den Grammy Awards 2014 wurde das gleiche Lied in der Kategorie Best Metal Performance nominiert. Der Preis ging allerdings an Black Sabbath.[26] Bei der deutschen Echoverleihung 2014 wurden Volbeat in der Kategorie Rock/Alternative International ausgezeichnet.[27]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b KING DIAMOND Featured On New VOLBEAT Album. Blabbermouth.net, abgerufen am 7. März 2013 (englisch).
  2. Rick Florino: Volbeat Talks "Outlaw Gentlemen & Shady Ladies". Artist Direct, abgerufen am 25. März 2013 (englisch).
  3. a b c Frank Albrecht: Amerika ist wunderbar. In: Rock Hard, April 2013, Seite 22
  4. Frank Albrecht: Über den Wolken. In: Rock Hard, April 2013, Seite 21
  5. Volbeat kündigen „Outlaw Gentlemen & Shady Ladies“-Album an. Rock Hard, abgerufen am 18. Januar 2013.
  6. a b Former ANTHRAX Guitarist ROB CAGGIANO Joins VOLBEAT. Blabbermouth.net, abgerufen am 5. Februar 2013 (englisch).
  7. Robyn Vagnozzi: One Word: Volbeat. Screamer Magazine, abgerufen am 4. April 2013 (englisch).
  8. a b Flo Hayler: Der Adler ist gelandet. In: Visions, April 2013, Seite 24
  9. a b c d Volbeat in den dänischen Charts. danishcharts.com, abgerufen am 19. April 2013.
  10. a b Volbeat Album-Chartverfolgung. Musicline.de, abgerufen am 19. April 2013.
  11. a b c Volbeat in den österreichischen Charts. austriancharts.at, abgerufen am 19. April 2013.
  12. a b Volbeat in den schweizer Charts. hitparade.ch, abgerufen am 19. April 2013.
  13. a b Volbeat - Chart history. Billboard, abgerufen am 19. April 2013 (englisch).
  14. a b Volbeat in den britischen Charts. officialcharts.com, abgerufen am 20. April 2013 (englisch).
  15. a b Volbeat Single-Chartverfolgung. Musicline.de, abgerufen am 5. April 2013.
  16. Frank Albrecht: Volbeat - Outlaw Gentlement & Shady Ladies. In: Rock Hard, Mai 2013, Seite 92
  17. Peter Kubaschk: Volbeat - Outlaw Gentlemen & Shady Ladies. Powermetal.de, abgerufen am 4. April 2013.
  18. Holger Eschenbach: Volbeat - Outlaw Gentlemen And Shady Ladies. Metal.de, abgerufen am 5. April 2013.
  19. VOLBEAT's 'Outlaw Gentlemen & Shady Ladies' Cracks U.S. Top 10. Blabbermouth.net, abgerufen am 19. April 2013 (englisch).
  20. VOLBEAT To Take Six Months Off Before Starting Work On Next Album. Blabbermouth.net, abgerufen am 23. Oktober 2013 (englisch).
  21. Volbeat "Outlaw Gentlemen & Shady Ladies". IFPI Danmark, abgerufen am 15. November 2013 (dänisch).
  22. Gold-/Platin-Datenbank. Bundesverband Musikindustrie, abgerufen am 1. Dezember 2013.
  23. Gold & Platin. IFPI Austria, abgerufen am 15. November 2013.
  24. Vinderne ved Danish Music Awards 2013. IFPI Danmark, abgerufen am 15. November 2013 (dänisch).
  25. Enrico Ahlig: 666 Pro Mille. In: Metal Hammer, November 2013, Seite 116
  26. BLACK SABBATH Wins 'Best Hard Rock/Metal Performance' GRAMMY Award. Blabbermouth.net, abgerufen am 27. Januar 2014 (englisch).
  27. Sebastian Kessler: Echo + Platin für Volbeat. Metal Hammer, abgerufen am 28. März 2014.

Weblinks[Bearbeiten]