Overachiever

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Überleister Richard Feynman

Der Overachiever (englisch: Overachiever von to achieve, zu deutsch: „etwas zustandebringen, ein Ziel erreichen“, gelegentlich auch eingedeutscht „Überleister“) bezeichnet Personen, die Leistungen oberhalb ihres Potenzials erreichen – sprich: die mehr Erfolg haben, als man es nach Leistungstests wie dem SAT oder einem Intelligenztest vermuten würde. Der Begriff „Overachiever“ wird im Regelfall im schulischen Umfeld verwendet. Dabei gilt es, besonders zu beachten, dass Overachiever bisweilen viktimisiert werden. Dazu kommt es insbesondere durch Leistungsneid von Mitschülern, die die besseren Leistungen nicht auf Talent, sondern überzogene Strebsamkeit zurückführen. Oft werden Überleister fälschlicherweise als hochbegabt eingeschätzt. Tatsächlich erreichen sie ihre Erfolge allerdings nicht durch einen besonders hohen Intelligenzquotienten, sondern z. B. durch besondere Kreativität, praktische Intelligenz oder emotionale Intelligenz oder durch besonderen Fleiß.[1] Mögliche Folgen der Viktimisierung kann die Isolation des Überleisters innerhalb seines sozialen Umfeldes sein, da bessere Schulleistung in ein Konkurrenzverhältnis zu sozialer Kompetenz gerückt wird und somit als prestigeunträchtig aufgefasst wird.

Ein Overachiever ist damit das Gegenteil eines Minderleisters (Underachiever).

Berühmte Overachiever[Bearbeiten]

Die Terman-Studie war eine der größten Langzeitstudien in der Geschichte der Psychologie, die sich der Erforschung der Hochbegabung widmete. Terman wandte sich an kalifornische Lehrer mit der Bitte, ihm jeweils das begabteste und das zweitbegabteste Kind einer Klasse zu nennen. Ihm wurden zwei Jungen namens Luis Walter Alvarez und William Bradford Shockley vorgeschlagen.[2] Beide durften an der Studie nicht teilnehmen, weil sie nicht als hochbegabt eingestuft wurden. Shockley wurde 1956, Alvarez 1968 mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet.

Als Overachiever gilt auch der Physik-Nobelpreisträger Richard Feynman. Auf der High School erreichte er bei einem IQ-Test 125 Punkte, ein gutes, aber kein außergewöhnliches Ergebnis, wie Feynman selbst feststellte, als er anlässlich der Nobelpreisverleihung seine Schulzeugnisse überprüft hatte.[3]Allerdings wurden damals neben mathematischen auch verbale Fähigkeiten getestet. Eine Einladung, Mitglied der Hochbegabtenvereinigung Mensa zu werden, die er nach dem Gewinn des Nobelpreises erhalten hatte, lehnte er ab, da er den Mindest-IQ von 130 verfehlt hatte.

Weitere Begriffsverwendung[Bearbeiten]

Analog zur Personen, die Leistungen oberhalb ihres (vermuteten) Potenzials erreichen, werden auch ganze Länder, Unternehmensbranchen, Unternehmen oder Aktien in Bezug auf ihre ökonomische Entwicklung als Overachiever bezeichnet.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. www.questia.com (englisch)
  2. Mitchell Leslie. "Lewis Terman". Stanford Magazine: Feature Story: July/August 2000.
  3. James Gleick: Genius. The Life and Science of Richard Feynman. Knopf Doubleday Publishing Group, New York 1992. Seite 30