Ovomaltine

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Tasse mit Aufschrift
Ovobüchse, um 1904
Ovomaltine-Milchgetränk

Ovomaltine ist ein Instant-Pulver zur Herstellung eines Malzgetränks, das von der Wander AG (einem Tochterunternehmen der Associated British Foods) in Neuenegg (Kanton Bern) in der Schweiz hergestellt wird. Dort verkauft sie sich sehr gut, wobei sich insbesondere in den 1980er Jahren der Werbespruch „Hesch Dini Ovo hüt scho gha?“[1] („Hast du deine Ovo[maltine] heute schon gehabt [=getrunken]?“) als stehende Redewendung und Schibboleth etabliert hat.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Albert Wander, der Sohn des aus Osthofen in Rheinhessen stammenden Georg Wander, der in Bern das Unternehmen Wander AG gegründet hatte, entwickelte zusammen mit W. Lanwer einen löslichen Malzextrakt, was 1904 zur Entwicklung von Ovomaltine führte. Es wurde damals als nährendes Getränk für „geistig und körperlich Erschöpfte“ bezeichnet.

Zusammensetzung[Bearbeiten]

Ovomaltine enthält die Zutaten Gerstenmalz, Milchpulver, fettarmen/entölten Kakao, Molkepulver, Glukosesirup, Ei (ausschliesslich in der Schweiz), Hefe und Honig. Aus den Namen der Zutaten setzt sich auch der Name Ovomaltine zusammen: ovum (lateinisch Ei) und malt (englisch Malz). Der hohe Anteil Malz gibt der Ovomaltine ihren typischen Geschmack. Wie das Pulver von Instant-Kakaogetränken ist Ovomaltine nach dem Einrühren in kalte oder warme Milch trinkfertig.

Das Getränkepulver ist ausser in der Schweiz in fast 100 weiteren Ländern erhältlich, allerdings mit veränderter Rezeptur. Die international erhältliche Ovomaltine enthält neben Gerstenmalz auch Kristallzucker, was unter anderem einen süsseren Geschmack zur Folge hat. In Grossbritannien, Amerika, Afrika, Südamerika und Asien ist Ovomaltine ebenfalls mit veränderter Rezeptur unter dem Namen Ovaltine erhältlich.

Ovomaltine enthält 1549 kJ/365 kcal je 100 Gramm Pulver, pro Portion etwa 279 kJ/66 kcal. Das Getränk wurde ursprünglich für geschwächte Personen entwickelt, obwohl die Werbung bald geändert und auf Gesunde zugeschnitten wurde („Getränk für die ganze Familie“).

Der Hersteller bietet auch verschiedene ovomaltinehaltige Riegel und andere Snacks („ovo sport“, „choc ovo“ etc.), Müsli und Schokolade sowie trinkfertige Ovomaltine (ovo drink) unter anderem auch als selbstauflösende Presstabletten, sogenannte „Ovolino“, an. Mittlerweile ist auch ein Ovomaltine-Brotaufstrich und eine Ovomaltine-Eiscreme erhältlich, genannt Ovomaltine Crunchy Cream resp. Ovomaltine Crunchy Ice.

Kritik[Bearbeiten]

Ernährungsexperten bewerteten die internationale Rezeptur des Getränkepulvers auf Grund des hohen Zuckergehaltes kritisch. In einer Stellungnahme der deutschen Verbraucherzentralen heisst es:

„Ovomaltine enthält vor allem Kohlenhydrate und dies in geballter Form von Zucker, Glucosesirup und Honig. Daraus erklärt sich auch der hohe Energiegehalt. Ovomaltine ist daher kein vitales Getränk und auch nicht als Durstlöscher geeignet. [3]

Literatur[Bearbeiten]

  • Pascal Schwendener: Kraftpulver für Bleichsüchtige, Luzern, 2004.
  • Walter Thut: Georg Wander (1841-1897), Albert Wander (1867-1950), Georg Wander (1898-1969): Vom Zwei-Mann-Labor zum Weltkonzern, Verein für wirtschaftshistorische Studien, Zürich, 2005, ISBN 978-3-909059-29-4.
  • Myriam Berger: Vivat Helvetia, vivat Ovomaltine: vom Heilmittel zum Nationalgetränk, Lizenziatsarbeit an der Universität Zürich 1998.
  • Nada Zaborsky: Die wahre Närhstoffempfehlung. Damals, dann und heute, Seminararbeit am Institut für Gesellschaftswissenschaften der Universität Basel, 2009.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. „Hesch dini Ovo hüt scho gha“, Serie von Ovomaltine TV-Spots von 1988 (teilweise auf YouTube verfügbar)
  2. Sprachproben Hochalemannisch der Universität Marburg
  3. Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände (Hg): Gesundheitskost - gesunde Kost?, 5. Aufl., Düsseldorf 1996

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ovomaltine – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien