Oware

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Owarebrett aus Osese-Holz (Holarrhena floribunda) mit Samen der Molukkenbohne Caesalpinia bonduc

Oware ist ein abstraktes Strategiespiel, das in Westafrika und auf manchen karibischen Inseln gespielt wird. Oware ist das Nationalspiel in Ghana. Nah verwandte Spiele, die fast dieselben Regeln haben, sind Ayo (Yoruba, Nigeria), Awalé (Elfenbeinküste), Awélé (Ga, Ghana); Baule (Elfenbeinküste), Adji (Ewe, Togo), Ti (Mende, Sierra Leone), Ouri (Kapverdische Inseln), Awari (Küstenregion Guayanas und Surinams) und Warri (Karibik).

Zu weiteren Varianten und zur Spielstruktur siehe unter Mancala, dem wissenschaftlichen Oberbegriff für diese Spiele.

Spielregeln[Bearbeiten]

Ausgang[Bearbeiten]

Das Spielbrett besteht aus zwei mal sechs Mulden, zwei Gewinnmulden sind optional. In jeder Mulde liegen am Anfang des Spiels jeweils vier Spielsteine. Jedem Spieler gehört eine Reihe von sechs Mulden.

Säen[Bearbeiten]

Der Spieler, der am Zug ist, nimmt den gesamten Inhalt aus einer seiner sechs Mulden und gibt in jede Mulde einen Stein, beginnend mit der Mulde rechts von der Mulde, aus der er den Inhalt entnimmt; Am rechten Ende der eigenen Reihe angekommen, geht es von rechts nach links auf der Reihe des Gegners weiter, dann wieder links auf der eigenen Reihe beginnend.

Werden mehr als 11 Steine gesät, so wird die Mulde, aus der die Steine entnommen wurden, übersprungen und rechts davon weitergesät.

Gewinnmulden werden nicht beachtet.

Der aktive Spieler darf die Steine in seinen Mulden zählen, dazu darf er sie auch in die Hand nehmen. Er braucht dies dem Gegner nicht zu zeigen.

Fangen[Bearbeiten]

Wenn in einem Zug zum Abschluss des Aussäens der Spielsteine in der letzten gegnerische Mulde einschließlich des letzten gesäten Steins zwei oder drei Steine liegen, dann werden diese Steine gefangen und kommen in die Gewinnmulde.

Wurden beim Säen in den Mulden davor (in einer ununterbrochenen Kette) ebenfalls Pärchen oder Drillinge gebildet, werden diese ebenfalls gefangen. Eine Mulde mit weniger als 2 oder mehr als 3 Steinen unterbricht diese Kette, und davorliegende Steine werden nicht gefangen, auch wenn es Zwillinge oder Drillinge sind. Dabei werden immer nur Steine auf der Seite des Gegners gefangen.

Werden bei einem solchen Zug alle Steine des Gegners eingesammelt, nennt man das "Grand Slam". Dieser Zug ist bei der Abapa-Variante (den Standardturnierregeln) erlaubt, es wird dann aber nichts gefangen.

Füttern[Bearbeiten]

Wenn der Gegner in allen seinen Mulden keine Steine mehr hat, muss man so spielen, dass er welche bekommt. Ist dies nicht möglich, gewinnt der aktive Spieler alle Steine auf seiner Seite, und das Spiel endet sofort.

Ende[Bearbeiten]

Wenn kein Zug mehr möglich ist, oder beide Spieler sich einig sind, dass ein Endloszyklus entsteht, endet das Spiel. Jeder Spieler bekommt dann die Steine auf seiner Seite. Das Spiel endet auch, wenn ein Spieler 25 oder mehr Steine gefangen hat oder beide 24 Steine haben. Gewonnen hat der Spieler mit den meisten Steinen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Regelwerke[Bearbeiten]

Programme[Bearbeiten]

Organisationen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]