Oxford

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Oxford (Begriffsklärung) aufgeführt.
City of Oxford
Oxford
Koordinaten 51° 45′ N, 1° 15′ W51.752-1.2578Koordinaten: 51° 45′ N, 1° 15′ W
City of Oxford (Vereinigtes Königreich)
City of Oxford
City of Oxford
Bevölkerung 152.527 (Stand: 2012) [1]
Fläche 45,59 km² (17,6)
Bevölkerungs­dichte 3346
Verwaltung
Post town Oxford
Postleitzahlen­abschnitt OX1 – OX4
Shire county Oxfordshire
Zeremonielle Grafschaft Oxfordshire
Website: www.oxford.gov.uk

Oxford [ˈɒksfəd] ist die Hauptstadt der Grafschaft Oxfordshire in England, Großbritannien. Die Stadt liegt an Themse und Cherwell 90 km nordwestlich von London, hat über 152.000 Einwohner und ist Sitz der alten und berühmten Universität Oxford und der Oxford Brookes University.

Oxford ist bekannt als „city of dreaming spires“, ein Begriff, den Matthew Arnold aufgrund der harmonischen Architektur der Universitätsgebäude prägte. Anders als der große Rivale Cambridge ist Oxford zugleich eine Industriestadt.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Wappen von Oxford, einen eine Furt überquerenden Ochsen zeigend, in der Eingangshalle der Town Hall.

Oxford tauchte zum ersten Mal zur Zeit der Sachsen unter dem Namen Oxanforda auf. Es geht auf die Gründungen des Klosters einer sächsischen Prinzessin und Nonne namens Frideswide im 8. Jahrhundert zurück und wurde in der Angelsächsischen Chronik von 912 erstmals urkundlich erwähnt. Im 10. Jahrhundert wurde Oxford eine militärisch äußerst bedeutende Stadt im Kampf zwischen den Königreichen Mercia und Wessex.

Die University of Oxford ist erstmals in Aufzeichnungen aus dem 12. Jahrhundert zu finden. Die ersten Colleges der Universität waren das University College (1249), Balliol College (1263) und Merton College (1264).

Die Town Hall
Church of St Mary the Virgin (University Church)
Punting auf der Themse
Klimadiagramm von Oxford

Die Christ Church Cathedral ist eine Collegekapelle und eine Kathedrale. Ursprünglich die Hauptkirche von St. Frideswide, wurde das Gebäude erweitert und als Kapelle in die Struktur des Christ Church College eingegliedert. Seine doppelte Funktion sowohl als Kapelle für das College als auch als Kathedrale für die Diocese of Oxford hat es seit 1546. Diese Partnerschaft war des Öfteren sehr schwierig und viele Studenten wurden am St Scholastica Day Riot von 1355 getötet.

Während des English Civil War 1642 war Oxford, nachdem der König aus London vertrieben worden war, Regierungssitz des Königs Charles I., obwohl es in der Stadt eine breite Unterstützung für die Parlamentarier gab. Die Stadt stritt unter General Fairfax 1646 für die Sache der Parlamentarier.

Seit 1790 verbindet der Oxford Canal die Stadt mit Coventry und dem Industriegebiet um Birmingham. Für eine kurze Zeit zählte der Oxford Canal zu den wichtigsten und profitabelsten Verkehrsstrecken in England, über die die Oxford Canal Company den Großteil des Handels zwischen London und den Midlands abwickelte. Transportiert wurden mit sog. Narrowboats vor allem Kohle, Stein und landwirtschaftliche Produkte. Mit der Inbetriebnahme des Kanals sank der Kohlepreis in Oxford innerhalb kürzester Zeit auf ein Achtel.

In den 1840er Jahren stellten die Great Western Railway und die London and North Western Railway eine Eisenbahn-Verbindung nach London her.

Im 19. Jahrhundert rückte der Streit um die Oxford-Bewegung in der Anglikanischen Kirche die Stadt in das Blickfeld der Bevölkerung. Das Rathaus von Oxford wurde von Queen Victoria errichtet. Obwohl Oxford schon seit 1542 den Status einer City hat, wird das Rathaus weiterhin Town Hall genannt.

In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts erlebte Oxford einen großen Aufschwung, nachdem sich vor allem Druckereien und Verlagshäuser dort niedergelassen hatten. Infolgedessen stieg auch die Zahl der Einwohner erheblich. Etwa zur gleichen Zeit gründete William Morris die Morris Motor Company in Cowley, einem Vorort von Oxford. Wegen dieser Industrialisierung gewann Oxford 40.000 mehr Bewohner. Das von ihm begründete Werk produziert heute noch Autos und gehört mittlerweile als Produktionsstätte des Mini zum BMW-Konzern.

Die Automobilproduktion brachte zahlreiche Gastarbeiter nach Oxford. Zusammen mit den Einwanderern aus Südostasien und den vielen Studenten geben sie der Stadt einen kosmopolitischen Charakter. Das gilt besonders für den Stadtteil Headington und die Cowley Road mit ihren vielen Kneipen, Cafés, Restaurants, Clubs, Asia Shops und Fast-Food-Restaurants.

Neben der Oxford University beherbergt die Stadt auch eine weitere Universität, die Oxford Brookes University, deren Entstehung bis ins Jahr 1865 zurückzuverfolgen ist. Den Titel „University“ trägt sie seit 1992 mit Hauptsitz in Headington.[2]

Stadtteile, Vor- und Nachbarorte[Bearbeiten]

Barton, Binsey, Blackbird Leys, Botley, Cowley, Cowley Marsh, Cutteslowe, East Oxford, Godstow, Grandpont, Greater Leys, Headington, Headington Quarry, Iffley, Jericho, Littlemore, Marston, New Headington, New Hinksey, New Marston, Norham Manor, North Hinksey, North Oxford, Osney, Risinghurst, Rose Hill, Sandhills, South Hinksey, Summertown, Temple Cowley, Walton Manor, Wolvercote, Wood Farm.

Verkehr[Bearbeiten]

Oxford liegt ca. 90 km nordwestlich von London und ist über den Motorway M40 im Süden mit der Hauptstadt und nach Norden hin mit Birmingham verbunden. Es bestehen Eisenbahnverbindungen u. a. nach London Paddington, Birmingham, Worcester und Bicester. Des Weiteren besteht eine direkte Expressbus-Verbindung zwischen Oxford und London Victoria Coach Station, die von zwei Busgesellschaften mit mehreren Abfahrten in der Stunde betrieben wird.

Der Oxford Canal verbindet Oxford mit der Stadt Coventry. Er hat seine wirtschaftliche Bedeutung als Verkehrsweg verloren und dient heute nur noch den Freizeitkapitänen auf ihren zu schwimmenden Ferienwohnungen umgebauten Narrowboats.

In Kidlington (etwa 7 km nördlich des Stadtzentrums) liegt der Flughafen Oxford, der für Privat- und Geschäftsflugzeuge genutzt wird.

Sport[Bearbeiten]

Wohl am bekanntesten dürfte die Rudermannschaft sein, die jedes Jahr gegen die Mannschaft von Cambridge in einem Rennen (Boat Race) auf der Themse antritt. Das Kassam Stadium in Blackbird Leys ist die Heimspielstätte des Fußballvereines Oxford United, der trotz hoher Investitionen nur in den unteren Ligen Englands spielt.

Am 13. März 1909 verlor die Deutsche Fußballnationalmannschaft in Oxford mit 0:9 gegen die Engländer. Dies blieb bis heute die höchste Niederlage der deutschen Auswahl.

Neben dem Rudern ist das sogenannte Punting in Oxford (wie auch in Cambridge) äußerst beliebt, welches dem Tübinger Stocherkahn ähnelt.

Im Motorradsport gehört das Oxforder Speedway-Elite-League Profi-Team der Oxford Cheetahs zu den bekanntesten auf der britischen Insel.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Christ Church Cathedral links und der Tom Tower rechts

Oxford hat viele große Touristenattraktionen, einige davon im Zusammenhang mit der Universität, wie z. B. das Ashmolean Museum, das Pitt Rivers Museum und die Bodleian Library. Im Stadtzentrum befindet sich der Carfax Tower aus dem 11. Jahrhundert. Im Sommer sind Bootsfahrten auf der Themse und dem Cherwell beliebt. Weitere Sehenswürdigkeiten sind

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Partnerstädte von Oxford sind

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Hauptartikel: Liste von Persönlichkeiten der Stadt Oxford

Literatur in Oxford[Bearbeiten]

Die Kriminalromane um „Inspektor Morse“ von Colin Dexter spielen in Oxford und wurden auch hier geschrieben. Weitere Autoren, die mit Oxford in Verbindung standen:

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Oxford – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Oxford – Reiseführer

Belege[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung von England und Wales am 30. Juni 2012 (ZIP; 832 kB)
  2. Oxford Brookes University: [1]. Abgerufen am 19. August 2011.