Oxford-Gruppe

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Dieser Artikel erläutert die von Dr. Frank Buchman begründete Moral Re-Armament Bewegung; diese hat keinen Bezug zur Oxford-Bewegung der anglikanischen Kirche oder zur englischen Unternehmensberatung The Oxford Group.

Die Oxford-Gruppe oder Oxfordgruppenbewegung war eine von zahlreichen überkonfessionellenurchristlichenErweckungsbewegungen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sie hatte ihren Schwerpunkt in den USA und England und erreichten ihren Höhepunkt in den 1920er und 1930er Jahren. Ihre wesentliche Zielgruppe waren Studenten.

Ihr geistiger Führer war der US-amerikanische Prediger Frank N. D. Buchman.

Lehre[Bearbeiten]

Die Lehre der Oxford-Gruppe gründete sich auf sechs wesentliche Annahmen:

  • Der Mensch ist ein Sünder
  • Der Mensch kann verändert werden
  • Das Sündenbekenntnis ist die Voraussetzung für Vergebung und Veränderung
  • Der Mensch kann durch Gebet und Stille Zeit Gottes Willen erfahren
  • Gott wirkt auch heute noch Wunder
  • Der veränderte Mensch hat die Aufgabe, andere zur Veränderung anzuleiten

Charakteristisch für die Treffen der Oxford-Gruppe (Hauskreise, engl. house parties) waren:

  • gemeinsame Sitzungen, bei denen die Teilnehmer göttliche Führung durch die „innere Stimme“ („Gott spricht durch das menschliche Bewusstsein“) suchten, diese aufschrieben und sich gegenseitig vorlasen („Gott spricht durch andere“),
  • große Treffen mit Tausenden von teils auch prominenten Teilnehmern.

Kritik[Bearbeiten]

Die Bewegung wurde mitunter von Vertretern der etablierten Kirchen heftig kritisiert. Von anderer Seite wurden Buchman undurchsichtige Finanzierung und sexuelle Übergriffe auf männliche Studenten vorgeworfen. Auf heftige Kritik stieß 1936 auch seine Lobrede auf Hitler: „Ich danke dem Himmel für einen Mann wie Adolf Hitler, der eine Verteidigungslinie gegen den Antichrist des Kommunismus gebaut hat.“[1]

Nachfolgeorganisationen[Bearbeiten]

Aus der Oxford-Gruppe ist die Bewegung Moral Re-Armament (MRA bzw Moralische Aufrüstung) hervorgegangen, die sich heute Initiatives of Change nennt und verschiedene Nachfolgeorganisationen inspirierte, z.B. die Gruppenbewegung (in Deutschland). Treffpunkt in Europa ist seit 1946 das von Schweizern geschenkte Versöhnungs- und Konferenzzentrum Mountain House in Caux, Kanton Waadt, Schweiz.

Eine von mehreren Nachfolgeorganisationen im deutschsprachigen Raum ist der Marburger Kreis, eine missionarisch und seelsorgerlich ausgerichtete Arbeitsgemeinschaft im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Die Gründer der Anonymen Alkoholiker waren Mitglieder und haben einige Methoden übernommen, z.B. Meetings zu halten, wo Erfahrungen mitgeteilt werden. Hier kann jedoch nicht von einer Nachfolgeorganisation gesprochen werden.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. „I thank heaven, (...) for a man like Adolf Hitler, who built a front-line of defense against the anti-Christ of Communism.“ zitiert in: God-Controlled Dictatorship. Time Magazine, 7. Sep. 1936 (online)