University of Oxford
| University of Oxford | |
|---|---|
| Motto | Dominus Illuminatio Mea dt. Der Herr ist mein Licht (Psalm 27, 1) |
| Gründung | Unbekannt, Aufzeichnungen besagen, dass bereits 1097 unterrichtet wurde |
| Trägerschaft | staatlich |
| Ort | Oxford, Vereinigtes Königreich |
| Kanzler | Chris Patten, Andrew D. Hamilton (Vizekanzler) |
| Studenten | 20.014 (7.580 Postgraduierte) (Stand 1. Dezember 2007)[1] |
| Website | www.ox.ac.uk |
Die University of Oxford in Oxford (England) ist eine der ältesten und renommiertesten Universitäten der Welt.
Zusammen mit der University of Cambridge führt sie regelmäßig die britischen Unirankings an und belegte 2012 im The Times Good University Guide[2] den ersten Platz in Großbritannien, während sie in den drei wichtigsten anderen nationalen Rankings (The Independent, The Guardian, The Sunday Times)[3][4][5] hinter Cambridge bzw. der London School of Economics auf Platz zwei oder drei landete[6]. Gemeinsam mit den Universitäten Cambridge, Imperial College London, LSE und UCL bildet die University of Oxford die sogenannte Super-Elite-Gruppe der G-5-Universitäten in England[7]. Auch international zählt Oxford mit Platz 6 im THES – QS World University Ranking[8] zu den führenden akademischen Institutionen.
Sie existiert nachweislich seit dem 12. Jahrhundert und unterteilt sich in 38 Colleges und sechs Permanent Private Halls.[9] Sie ist Mitglied der britischen Russell-Gruppe forschender Universitäten und neben den Universitäten Bristol, Cambridge und Edinburgh eine der vier britischen Universitäten der Coimbra-Gruppe, einem Netzwerk führender europäischer Universitäten.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte[Bearbeiten]
Mit der im 13. Jahrhundert entstandenen Universität von Oxford (englisch: „University of Oxford“; lat.: Universitas Oxoniensis) besitzt Oxford nicht nur die älteste britische Universität, sondern auch die drittälteste Universität ganz Europas.
Hervorgegangen ist die Universität aus den bereits im 12. Jahrhundert nachgewiesenen Klosterschulen. Der älteste Nachweis wird mit 1096 datiert. Die Universität wuchs schnell, nachdem König Heinrich II. 1167 den Engländern verboten hatte, die Universität von Paris zu besuchen. Die erste Charta der Universitas Oxoniensis stammt aus dem Jahr 1214. Mit den Universitäten von Paris und Bologna gehört Oxford damit zum Gründungstrio der europäischen Universitäten.[10]
Nach einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen Angehörigen der Universität und den Bewohnern Oxfords im Jahre 1209 flohen zahlreiche Studenten und Professoren in die nord-östlich gelegene Stadt Cambridge. Dieser Zwischenfall führte zur Gründung der Universität Cambridge. 1214 kam die Universität aber wieder zurück nach Oxford. Der Universitätsstatus wurde 1571 im Act for the Incorporation of Both Universities formell bestätigt.
Seit der Entstehung der Universität Cambridge prägen diese beiden Universitäten, zusammenfassend auch Oxbridge genannt, das geistige Leben Großbritanniens. Die Rivalität zwischen ihnen lässt sich wohl am besten an dem berühmten Boat Race erkennen, einem auf der Themse seit 1829 jährlich ausgetragenen Achterrennen der beiden Universitätsmannschaften.
Seit 2006 gehört die Universität Oxford dem Hochschulverbund International Alliance of Research Universities an.
Frauen und Oxford[Bearbeiten]
Bis 1878 war es Frauen verboten, an den Colleges von Oxford zu studieren. 1878 wurde das erste reine Frauencollege gegründet, Lady Margaret Hall, gefolgt von Somerville College 1879, zehn Jahre nachdem in Cambridge erste Colleges für Damen gegründet wurden. Ende des 19. Jahrhunderts folgten St.Hugh's, St.Anne's und St.Hilda's. 1908 wurden Frauen zur Oxford Union Society zugelassen. Erst 1920 durften Frauen auch dieselben akademischen Grade wie ihre männlichen Kommilitonen erwerben. Erste Präsidentin der Oxford Union wurde 1977 Benazir Bhutto, Studentin in Lady Margaret Hall. Brasenose, Hertford, Jesus, St.Catherine's und Wadham College waren die ersten Männer-Colleges die auch Frauen zuließen. Als letztes College allein für Frauen akzeptiert St.Hilda's seit 2008 nun auch männliche Bewerber.[11]
Die Zahl der Studentinnen in Oxford beträgt heute 40 %. Der Frauenanteil unter den Professoren beträgt 19 %.[12]
Mehrere Colleges wurden von Frauen begründet oder mitgestaltet, so Balliol College und Wadham College.[13]
Zulassung[Bearbeiten]
Zugelassen wurden Studenten in Oxford, im Gegensatz zu den kontinentalen Universitäten, von Anfang an von den individuellen Colleges, nicht von der Universität selbst. Nach diesem speziellen System bewerben sich daher Studenten direkt bei den Colleges. Erst vor wenigen Jahren änderte sich dieses für die postgraduates, die nun von den departments zugelassen werden. Die Universität selbst hat nur administrative Aufgaben.
Die Colleges und Private Halls[Bearbeiten]
Die Universität ist in Colleges und Permanent Private Halls unterteilt. Die Colleges üben wichtige Funktionen aus, so wie Tutoring der Studenten vor dem Bachelor-Abschluss oder stellen auch Unterkunft zur Verfügung.
Die Universität hat 38 Colleges und 6 Private Halls. Nachstehende Liste führt sie (mit Gründungsjahr) auf:
-
Wappen College Gründung 
University College 1249 
Balliol College 1263 
Merton College 1264 
St Edmund Hall 1278 (ca.) 
Exeter College 1314 
Oriel College 1326 
The Queen's College 1341 
New College 1379 
Lincoln College 1427 
All Souls College 1438 
Magdalen College 1458 
Brasenose College 1509 
Corpus Christi College 1517 
Christ Church 1546 
Trinity College 1554 
St John’s College 1555 
Jesus College 1571 
Wadham College 1610 
Pembroke College 1624 
Worcester College 1714 
Hertford College 1740 
Keble College 1870 
Lady Margaret Hall 1878 
Somerville College 1879 
Mansfield College 1886 
St Hugh's College 1886 
Harris Manchester College 1889 
St Hilda's College 1893 
St Antony's College 1950 
St Anne's College 1953 
Nuffield College 1958 
St Peter's College 1961 
Linacre College 1962 
St Catherine's College 1963 
St Cross College 1965 
Wolfson College 1966 
Kellogg College 1990 
Green Templeton College 2008[14]
Die Permanent Private Halls sind:
- Blackfriars (1221)
- Campion Hall (1896)
- Regent's Park College (1810 in London gegründet, 1927 nach Oxford umgezogen)
- St Benet's Hall (1897)
- St Stephen's House (1876)
- Wycliffe Hall (1877)
Bibliotheken[Bearbeiten]
Der Oxford University Library Service (OULS) besteht aus mehr als 30 Bibliotheken. Die älteste und bekannteste ist die Bodleian Library, die vor mehr als 400 Jahren als erste öffentliche Bibliothek Englands gegründet wurde. Sie enthält über 11 Millionen Bücher und ist nach der Londoner British Library die zweitgrößte Bibliothek Großbritanniens. Die Bodleian Library (intern „the Bod“ genannt) geht auf das Jahr 1602 zurück und ist eine der ältesten Bibliotheken des Landes.
Bekannte Oxforder[Bearbeiten]
Die Universität hat eine stattliche Anzahl von Berühmtheiten hervorgebracht. Insgesamt haben sechs Könige, fünf Staatspräsidenten und Premiers, 46 Nobelpreisträger und 25 Britische Premierminister an der Universität studiert. Außerdem kann die Universität sechs Heilige (drei werden nur von der Katholischen, nicht aber von der Anglikanischen Kirche anerkannt), 86 Erzbischöfe und 18 Kardinäle unter ihren Absolventen aufweisen.
Schriftsteller & Dichter[Bearbeiten]
Oscar Wilde, J. R. R. Tolkien, T. S. Eliot, Robert Graves, Aldous Huxley, Hilaire Belloc, John Galsworthy, Kingsley Amis, Martin Amis, Zlata Filipović, Harper Lee, Seamus Heaney, Joseph Heller, John Donne, Percy Bysshe Shelley, C. S. Lewis, Evelyn Waugh, John Betjeman, W. H. Auden, Algernon Swinburne, Graham Greene, Christopher Hitchens, Lord Byron, Salman Rushdie, Philip Pullman, Dorothy L. Sayers, Lewis Carroll
Naturwissenschaftler[Bearbeiten]
Stephen Hawking, Richard Dawkins, Tim Berners-Lee.
Philosophen[Bearbeiten]
William von Ockham, Adam Smith, John Locke, John L. Austin, Richard Robinson, Richard Mervyn Hare, John Searle, Gilbert Ryle, Alfred Ayer
Theologen[Bearbeiten]
John Wyclif, Edmund Campion, Cuthbert Mayne, Jean de Menasce, Hieronymus von Prag, John Wesley, John Henry Newman, John Thiessen
Historiker[Bearbeiten]
Politiker[Bearbeiten]
Aung San Suu Kyi, Zulfikar Ali Bhutto, Benazir Bhutto, Bilawal Zardari Bhutto, Herbert Henry Asquith, William Ewart Gladstone, Thomas More, Tony Blair, Bill Clinton, Richard von Weizsäcker, König Abdullah von Jordanien, Clement Attlee, Margaret Thatcher, William Penn, Álvaro Uribe Vélez, David Cameron, James Purnell, Norbert Lammert, König Jigme Khesar Namgyel Wangchuck, Viktor Orbán
Andere[Bearbeiten]
- Kate Beckinsale – britische Schauspielerin
- Emma Watson – Schauspielerin und Model
- Thomas Edward Lawrence – Entdecker, Schriftsteller
- Rupert Murdoch – Unternehmer
- Walter Raleigh – Entdecker
- Christopher Wren – Architekt
- Rowan Atkinson – britischer Komiker (Mr. Bean)
- Hans Bernd von Haeften, Adam von Trott zu Solz – Deutsche Widerstandskämpfer im Dritten Reich
- Sir Peter Torry, ehemaliger britischer Botschafter in Berlin
- Mirza Nasir Ahmad – Der 3. Khalif der Ahmadiyya
- Rosamund Pike – Schauspielerin
- Konstantinos A. Doxiadis (1913–1975), Architekt. Bekannt als Städteplaner der pakistanischen Hauptstadt Islamabad und der Stadt Rawalpindi.
- Peter Ramsbotham, 3. Viscount Soulbury, britischer Botschafter
- Hugh Dancy – britischer Filmschauspieler und Fotomodell
- Howard Marks – ehemaliger Drogendealer, heute Autor, Cannabisaktivist, Erzähler
Sonstiges[Bearbeiten]
- Oxfords Schutzpatronin ist die heilige Frideswida.
- Die Fußballmannschaft von Oxford stand drei mal im Finale des FA-Cup. 1874 gelang als einziger „echter“ Universitätsmannschaft mit einem 2:0 gegen die Royal Engineers der Pokalsieg in diesem prestigeträchtigen Wettbewerb.
- Die Universität von Oxford wird als „Hogwarts“ für die Harry-Potter-Reihe genutzt, allerdings meist für den inneren Teil von „Hogwarts“, da sich das fiktive Schloss aus vielen Schlössern in ganz Großbritannien zusammensetzt. Hauptbestandteil ist dennoch die Universität von Oxford.
- 2005 fand die Gedächtnisweltmeisterschaft in der Universität von Oxford statt.
- Das ehemalige Eishockeyteam der University of Oxford gewann 4-mal den Spengler Cup in der Schweiz.
Siehe auch[Bearbeiten]
Literatur[Bearbeiten]
- Peter Sager: Oxford und Cambridge. Eine Kulturgeschichte. Schöffling, Frankfurt am Main 2004, ISBN 978-3895616716.
- Peter Sager: Oxford. Eine Kulturgeschichte. Insel, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3458350347 (Insel-Taschenbuch 3334).
- Fabian Pregel: Oxford. Goldfinch, Hamburg 2007, ISBN 978-3940258045.
- Carl von Siemens: Kleine Herren. Ein Deutscher in Oxford. Scherz, Frankfurt am Main 2010, ISBN 978-3-502-15159-3.
- F. E. Robinson's 'College Histories Series' Im Internet Archive
- Hastings Rashdall and Robert Sangster Rait: New college. Publisher F. E. Robinson & Co., London 1901
- THE UNIVERSITY OF OXFORD in: H. E. Salter and Mary D. Lobel (editors): A History of the County of Oxford: Volume 3: The University of Oxford (1954), pp. 1-38.
- CHANCELLORS OF THE UNIVERSITY OF OXFORD in: H. E. Salter and Mary D. Lobel (editors): A History of the County of Oxford: Volume 3: The University of Oxford (1954) pp. 38-39.
Weblinks[Bearbeiten]
- University of Oxford – Offizielle Webseite (englisch)
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Oxford University Gazette Supplement 2008 (PDF; 183 kB)
- ↑ Good University Guide (englisch) – Portalseite bei Times Online
- ↑ http://www.guardian.co.uk/education/universityguide
- ↑ http://www.thecompleteuniversityguide.co.uk/league-tables/rankings
- ↑ http://www.thetimes.co.uk/tto/public/gug/
- ↑ http://www.thecompleteuniversityguide.co.uk/league-tables/rankings
- ↑ http://www.timeshighereducation.co.uk/story.asp?storyCode=186508§ioncode=26
- ↑ The top 200 World Universities (englisch) – bei Times Higher Education
- ↑ Colleges and Halls A-Z (englisch) – Liste bei der Universität von Oxford, vom 14. April 2009
- ↑ Sager, 2008:49
- ↑ Sager, 2008: 24-6
- ↑ Sager, 2008: 24-6
- ↑ Sager, 2008: 24-6
- ↑ Merger to create new Oxford graduate college (englisch) – Artikel bei der Universität von Oxford, vom 3. Juli 2007
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