Oybin

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Oybin. Zum gleichnamigen Berg siehe Oybin (Berg).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Oybin
Oybin
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Oybin hervorgehoben
50.84222222222214.742777777778389Koordinaten: 50° 51′ N, 14° 45′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Görlitz
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Olbersdorf
Höhe: 389 m ü. NHN
Fläche: 18,25 km²
Einwohner: 1453 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 80 Einwohner je km²
Postleitzahl: 02797
Vorwahl: 035844
Kfz-Kennzeichen: GR, LÖB, NOL, NY, WSW, ZI
Gemeindeschlüssel: 14 6 26 430
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Freiligrathstraße 8
02797 Kurort Oybin
Webpräsenz: www.oybin.com
Bürgermeister: Hans-Jürgen Goth (Die Linke)
Lage der Gemeinde Oybin im Landkreis Görlitz
Bärwalder See Berzdorfer See Talsperre Quitzdorf Talsperre Quitzdorf Polen Tschechien Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Bad Muskau Beiersdorf Bernstadt a. d. Eigen Herrnhut Bertsdorf-Hörnitz Boxberg/O.L. Boxberg/O.L. Dürrhennersdorf Ebersbach-Neugersdorf Kottmar (Gemeinde) Gablenz (Oberlausitz) Görlitz Görlitz Groß Düben Groß Düben Großschönau (Sachsen) Großschweidnitz Hähnichen Hainewalde Herrnhut Hohendubrau Horka Jonsdorf Kodersdorf Königshain Krauschwitz (Sachsen) Kreba-Neudorf Lawalde Leutersdorf (Sachsen) Löbau Markersdorf (Sachsen) Markersdorf (Sachsen) Mittelherwigsdorf Mücka Mücka Neißeaue Neusalza-Spremberg Kottmar (Gemeinde) Niesky Kottmar (Gemeinde) Oderwitz Olbersdorf Oppach Ostritz Oybin Quitzdorf am See Reichenbach/O.L. Rietschen Rosenbach Rothenburg/Oberlausitz Schleife (Sachsen) Schönau-Berzdorf auf dem Eigen Schönbach (Sachsen) Schöpstal Seifhennersdorf Reichenbach/O.L. Trebendorf Trebendorf Vierkirchen (Oberlausitz) Waldhufen Weißkeißel Weißwasser/Oberlausitz Zittau Zittau Landkreis Bautzen BrandenburgKarte
Über dieses Bild
Karte von Oberreit mit Oybin um 1845
Blick auf Oybin und den Hochwald 2010

Oybin ist eine Gemeinde im Landkreis Görlitz, die im Südosten Sachsens an der Grenze zur Tschechischen Republik liegt.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Der Ort ist Endstation der dampfbetriebenen Zittauer Schmalspurbahn und liegt am Fuße des Berges Oybin in einem Talkessel des Zittauer Gebirges. Der Ortsteil Lückendorf liegt als einziger deutscher Ort auf der Südseite des Gebirges. Umliegende Berge sind der Hochwald (mit 749 m ü. NN höchster Berg im Gemeindegebiet und zweithöchster Berg im Zittauer Gebirge), der Töpfer, der Ameisenberg, die Brandhöhe und der Scharfenstein.

Geologie[Bearbeiten]

Der Talkessel wird dominiert durch den Sandsteinmonolithen des Berges Oybin. Überhaupt ist der Sandstein vorherrschendes Gestein im Gemeindegebiet. Die Festigkeit des Gesteines hängt stark von dem Gebiet ab. Während er im Talkessel im Gebiet der Rosensteine und Bienenhaidstein sehr weich ist, nimmt die Festigkeit nach Norden und Osten meist zu. Am festesten ist der Sandstein entlang der Lausitzer Verwerfung, wo er im Tertiär durch aufsteigendes Magma thermisch gehärtet wurde, beispielsweise an der Nordostecke des Töpfers, wo der Sandstein stellenweise sogar verglaste. Im Ortsteil Hain gibt es mit dem Johannisstein (tschech: Jánské kameny) einen Basaltdurchbruch, während der obere Teil des Hochwaldes (als erloschener Vulkan) aus Phonolith besteht.

Interessant ist der Umstand, dass es geschichtlich belegt und nachgewiesen im Gebiet Oybin und besonders im Ortsteil Hölle zu zahlreichen Erdbeben gekommen ist. Am 6. März 1872 war ein solches Beben dermaßen stark, dass „Häuser heftig bewegt und Bewohner einzelner Häuser erschreckt ins Freie eilten“. Das letzte starke Beben ereignete sich am 10. Januar 1901.

Ortsgliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Oybin gliedert sich in die Ortsteile Kurort Oybin, Hain und Luftkurort Lückendorf.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Geschichte des Ortes ist eng mit der Burg auf dem Berg Oybin verknüpft. Im Jahr 1290 wurde die Burg als Moybin erstmals urkundlich erwähnt. Schon vorher war der Berg besiedelt und auch befestigt. Im Jahr 1291 wurde die auf dem Berg befindliche Burganlage von der Stadt Zittau eingenommen und zerstört. Bereits wenige Jahre später wurde die Burg von Heinrich von Leipa wieder auf- und ausgebaut.

Oybin um 1900

1369 baute Karl IV. die Burg weiter aus und stiftete 1366 hier ein Cölestinerkloster. Dieses wurde im Zuge der Reformation aufgelöst und das Kloster und die Burg verfielen. Der Ort selber wurde schon im Jahre 1873 in den Verband sächsischer Sommerfrischen aufgenommen. 1890 erfolgte die Eröffnung der Schmalspurbahn. Seit 1930 trug Oybin den Titel Kurort, zählt jedoch nicht zu den staatlich anerkannten Kurorten im Freistaat Sachsen.[2]

In der DDR-Zeit zu Beginn der 1970er Jahre wurde im Ort ein Kinder-Ferienlager eingerichtet.[3]

Ortsnamenformen[Bearbeiten]

1290: Ztenco de Moibin, 1316: Oywin, 1320: Owin, 1346: Moywyn, 1369: Oybin, 1370 (um 1370): Moyben, Owben, Oyben, 1428: uff dem Moyben, Oywyn, Oybin, 1474: uffn Oywin, 1494: monasterium montis paracliti, 1530: Vbin, 1875 : Oybin, 1939: Oybin, Kurort

Verwaltungszugehörigkeit[Bearbeiten]

1777: Görlitzer Kreis, 1843: Landgerichtsbezirk Löbau, 1856: Gerichtsamt Zittau, 1875: Amtshauptmannschaft Zittau, 1952: Landkreis Zittau, 1994: Landkreis Löbau-Zittau, 2008: Landkreis Görlitz

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1777 1834 1871 1890 1910 1925 1939 1946 1950 1964 1990 2000 2007 2009
Einwohner[4] 24 Gärtner, 91 Häusler, 6 Wüstungen 700 735 679 784 1157 1067 1600 1693 1570 1204 1667 1546 1524

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • die 1734 errichtete barocke Bergkirche am Aufgang zum Berg Oybin
  • Kloster- und Burgruine mit Museum sowie Camera Obscura auf dem Berg Oybin
  • Züge der Cölestinermönche an der Burgruine (gestützt durch den Verein „Historische Mönchszüge – Berg Oybin e.V.“)
  • Umgebindehäuser
  • Bahnhof Oybin mit kleinem Museum zur Geschichte der Zittauer Schmalspurbahn
  • Teufelsmühle

Wanderziele und Naturdenkmale[Bearbeiten]

Gedenkstätten[Bearbeiten]

Sport[Bearbeiten]

Oybin verfügt über eine marode hölzerne Ski-Sprungschanze unter der die Straße von Oybin zum Ortsteil Hain hindurchführt und eine ebenfalls nicht mehr benutzbare Natur-Rodelbahn. Durch die zahlreichen Sandsteinfelsen ist auch das Klettern sehr beliebt.

Seit 2000 findet jeweils im August das Lückendorfer Bergrennen statt, eine Gleichmäßigkeitsfahrt über eine Strecke von 4 km zwischen Zittau-Eichgraben und Oybin-Lückendorf.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Mit Oybin verbunden sind:

  • Alfred Moschkau (1848-1912), Publizist, Lyriker, Regionalforscher, Vertrauensmann der Sächsischen Denkmalkommission, wissenschaftlicher Philatelist, Gründer des Oybin-Museums
  • Hans Kühn (1908–2009), Oberlausitzer Komponist und Heimatsänger
  • Kurt David (1924-1994), deutscher Schriftsteller
  • Renate Blume (* 1944), Schauspielerin, arbeitete nach 1992 in Oybin.
  • Heinz Eggert (* 1946), CDU-Politiker, sächsischer Innenminister, war Gemeindepfarrer in Oybin
  • Matthias Buse (* 1959), Weltklasse-Skispringer, Weltmeister von der Normalschanze 1978, Zweiter der Vierschanzentournee 1977/78

Literatur[Bearbeiten]

  • Die südöstliche Oberlausitz mit Zittau und dem Zittauer Gebirge (= Werte der deutschen Heimat. Band 16). 2. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1971.
  • Cornelius Gurlitt: Oybin (Dorf). In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 29. Heft: Amtshauptmannschaft Zittau (Land). C. C. Meinhold, Dresden 1906, S. 199.
  • Alfred Moschkau: Der Oybin in vorhistorischer Zeit. Ein Beitrag zur Geschichte des Oybin und des Zittauer Gebirges. Oybin 1882 (Digitalisat)
  • Alfred Moschkau: Oybin-Chronik. urkundliche Geschichte von Burg, Cölestinerkloster und Dorf Oybin bei Zittau. Künstner, Leipa 1884 (Digitalisat)
  • Alfred Moschkau (Hg.): Archiv für Topographie und Geschichte des Oybin und seiner Umgebung. mehrere Bände, Oybin 1881ff. (Digitalisat)
  • Alfred Moschkau: Das Kirchlein am Oybin. Menzel, Zittau 1884 (Digitalisat)
  • Thorsten Pietschmann: Die evangelisch-lutherischen Kirchen zu Lückendorf und Oybin. Graphische Werkstätten Zittau, Zittau 2009. ISBN 978-3-929744-44-6
  • Peter Rölke (Hrsg.): Wander- und Naturführer Zittauer Gebirge, Berg- und Naturverlag Rölke, Dresden 2006

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Oybin – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Oybin – Reiseführer
 Wikisource: Oybin – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2012 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Bekanntmachung des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr über die Änderung der Liste der Kur- und Erholungsorte im Freistaat Sachsen gemäß § 3 Abs. 5 SächsKurG vom 20. Januar 2014
  3. Facebook-Eintrag
  4. Oybin im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen