Pál Prónay

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Pál Prónay

Pál Prónay von Tóth-Próna und Blatnicza (* 2. November 1874 in Romhány, Nordungarn; † zwischen Dezember 1944 und Februar 1945) war ein ungarischer Offizier und selbst ernannter Präsident des 1921 von ihm ausgerufenen Separatstaates Lajtabánság („Leitha-Banat“) auf dem Territorium des nach dem Ersten Weltkrieg errichteten österreichischen Bundeslandes Burgenland.

Leben[Bearbeiten]

Einer Familie des nordungarischen Kleinadels entstammend, beendete Prónay den verlorenen Weltkrieg im Rang eines Majors. Während der unmittelbaren Nachkriegswirren gründete er den rechtskonservativ-chauvinistischen und betont antisemitisch ausgerichteten Nationalen Verteidigungsverband (ungar.: Magyar Országos Véderő Egylet; MOVE) im Kampf gegen die bolschewistische Räterepublik und wurde zu einem der führenden Köpfe des weißen Terrors[1]. Prónay schloss sich dem zum Kronregenten (Reichsverweser) aufgerückten Admiral Miklos Horthy an, nachdem er zunächst mit dem fehlgeschlagenen Restaurationsversuch des entthronten Königs Karl IV. (als österreichischer Kaiser Karl I.) sympathisiert haben soll. Seinen Freischärlergruppen wurden schwere Verbrechen an der nicht kooperationswilligen Zivilbevölkerung in Deutsch-Westungarn und an Juden angekreidet, worauf die ungarische Regierung des Ministerpräsidenten Graf István Bethlen sich unter Druck der Siegermächte schließlich gezwungen sah, Lajtabánság nach wenigen Wochen fallen zu lassen. Der von Kritikern als völlig skrupellos geschilderte Prónay war auch Gründungsmitglied der "Union der erwachenden Magyaren" und des Verbands der "Rassenschützer".

1932 wurde Prónay als alezredes aus der ungarischen Armee ausgestoßen. Vermutlich noch im Dezember 1944 verloren sich seine Spuren in der Schlacht um Budapest. Nach einigen Quellen soll er im März 1945 in Budapest erschlagen worden sein.

Dienstausweis

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. siehe englische Wikipedia en:White Terror (Hungary)