Pátzcuaro

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Basisdaten
Pátzcuaro (Mexiko)
Pátzcuaro
Pátzcuaro
Staat: Mexiko
Bundesstaat: Michoacán
Gemeinde: Pátzcuaro
Fläche: 435,96 km²
Einwohner: 47.993 (Zensus 2000)
Anteil indigener Bevölkerung: 9,9 %
Adresse der
Stadtverwaltung:
Portal Hidalgo #1
Centro
Offizielle Website: www.patzcuaro.gob.mx
Politik
Bürgermeister: Mercedes Calderón
Abendstimmung in Pátzcuaro

Pátzcuaro ist eine Kleinstadt am Pátzcuaro-See im mexikanischen Bundesstaat Michoacán. In der Sprache der Purépecha bedeutet der Name „Ort der Steine“. Der Ort ist ein Pueblo Mágico.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Pátzcuaro befindet sich 19° 31′ N, 101° 37′ W19.515833333333-101.60944444444Koordinaten: 19° 31′ N, 101° 37′ W und liegt in den Bergen des mexikanischen Bundesstaates Michoacán inzwischen mehrerer Pinienwälder. Zum Norden hin liegt der See von Pátzcuaro, einer der höchsten Seen Mexikos. Die dortigen Schmetterlingsfischer sind zu einem Wahrzeichen Mexikos geworden und auch auf den 50-Peso-Banknoten abgebildet. Pátzcuaro liegt zwischen den Städten Morelia und Uruapan und ist von den beiden Städten etwa jeweils eine Autostunde entfernt.

Klima[Bearbeiten]

Durch die Höhe ist das Klima in Pátzcuaro für Mexiko verhältnismäßig mild.

Schmetterlingsfischer in Pátzcuaro

Geschichte[Bearbeiten]

Pátzcuaro wurde offiziell 1540 gegründet. Die Stadt entwickelte sich schnell zu einem religiöses Zentrum und die frühen Einwohner Pátzcuaros glaubten, dass die Stadt die Eingangspforte zum Himmel sei, wo die Götter ein- und ausgehen. Der eigentliche Grund für die religiöse Entwicklung des Ortes liegt jedoch in seiner vorkolonialen Geschichte: Das Purépecha-Volk siedelte an dieser Stelle schon unter ihrem König Curateme im Jahre 1324. 1362 wurde es von Fanacun komplett erneuert. Der ursprüngliche Name war Tzacapu-ansucutin-patzcuaro: Tor zum Himmel oder auch Ort wo man die Schwärze macht. Der heutige verkürzte Name Pátzcuaro dagegen heißt Ort der Steine oder auch Ort der Freude. Als die spanischen Eroberer unter Nuño Beltrán de Guzmán diese Gegend auf der Suche nach Gold ausplünderten und der damalige Purépecha-König die Goldverstecke nicht verraten wolle oder konnte, wurde er lebendig verbrannt. Diese Gewalttaten gegen die indigenen Ureinwohner führten dazu, dass er durch den Priester und Rechtsgelehrten Don Vasco de Quiroga ersetzt wurde. Don Vasco de Quiroga half den Purépechas mit der Errichtung von Schulen und Krankenhäusern. Er wird bis heute von den Einheimischen in Pátzcuaro verehrt und liebevoll Tata Vasco genannt.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeisterin ist seit 2005 die Harvard-Absolventin Mercedes Calderón.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Pátzcuaros Haupteinnahmequellen sind der Tourismus und der Fischfang im See von Pátzcuaro. Eine Besonderheit sind die Fischerboote, die Netze wie Schmetterlingsflügel haben, doch heutzutage nur noch von Touristen bewundert werden.

Märkte und Einkaufsmöglichkeiten[Bearbeiten]

Pátzcuaro hat sehr viel Märkte. Am Freitag findet der große Markt in der Stadt statt, an dem die Indios aus den umliegenden Dörfern kommen, um ihre Waren zu verkaufen. In Pátzcuaro gibt zudem es noch einen der wenigen Märkte in Mexiko, auf denen wie ursprünglich Tauschhandel akzeptiert wird.

Die Kirche auf der Plaza de San Agustín

Tourismus[Bearbeiten]

Pátzcuaro wurde zum Pueblo Mágico, also zum magischen Ort erklärt - nicht zuletzt deshalb ist Pátzcuaro einer der großen touristischen Ziele im mexikanischen Inland. Das Stadtbild im Zentrum wurde vereinheitlicht: weiße Fassaden, rote Ziegeldächer und die gleichen Schrifttypen und -farben für Hinweisschilder.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Plaza Vasco de Quiroga ist mit der Plaza de Armas in Nazca (Perú) der einzige Hauptplatz Lateinamerikas, an den kein religiöses Gebäude anschließt. Hier findet man ein Haus mit vermauertem Fenster, das auf die tragische Geschichte zwischen einem unstandesgemäßen Liebespaar zurückgeht.

Im Osten der Stadt findet man die Basílica de Nuestra Señora de la Salud, die zwischen 1546 und 1554 errichtet wurde. Diese Kirche wird nach wie vor sehr von den Indios verehrt, denn hier liegt Don Vasco de Quiroga begraben.

Eine weitere wichtige Sehenswürdigkeit ist die Callejuela de los Once Patios, ein altes Kloster mit verwinkelten Gassen und elf Höfen. Hier kann man heute das Kunsthandwerk Pátzcuaros bestaunen und erwerben. Michoacán ist bekannt für die Vielfalt und Kunsthandwerk von lackiertem bemaltem Holz, feingewebten Schals bis zu den weltweit bekannten Gitarren aus Paracho.

Gastronomie[Bearbeiten]

In Pátzcuaro isst man viel Fisch aus dem nahen See. Der blanco de Pátzcuaro, für den der See bekannt ist, ist vom Aussterben bedroht. Nationale Berühmtheit hat aber auch das Eis erlangt, das auf der Plaza Vasco de Quiroga in allen Geschmacksrichtungen verkauft wird.

Kultur[Bearbeiten]

Der Baile de los viejitos (Tanz der alten Menschen), einer der bekanntesten Tänze der Indios in Mexiko, wird mittwochs und samstags um 21 Uhr in der Best Western Posada von Don Vasco aufgeführt. Die Tänzer tragen hölzerne Masken die lächelnde, ältere Menschen darstellen, um zu zeigen, dass zumindest in Mexiko das Alter kein Grund zur Verzweiflung, sondern ein Anlass zur Ausgelassenheit ist.

Weblinks[Bearbeiten]