Pärnu
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
| Pärnu | |||
|
|||
| Staat: | |||
| Kreis: | |||
| Koordinaten: | 58° 23′ N, 24° 31′ O58.38333333333324.51666666666710Koordinaten: 58° 23′ N, 24° 31′ O | ||
| Höhe: | 10 m | ||
| Fläche: | 32,22 km² | ||
| Einwohner: | 43 528 (2005) | ||
| Bevölkerungsdichte: | 1351 Einwohner je km² | ||
| Zeitzone: | EET (UTC+2) | ||
| Telefonvorwahl: | (+372) 044 | ||
| Bürgermeister: | Mart Viisitamm | ||
| Postanschrift: | Uus 4 80098 Pärnu |
||
| Webpräsenz: | |||
Pärnu (deutsch Pernau) ist eine Hafenstadt in Estland mit etwa 45.000 Einwohnern (2004).
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Allgemeines
Pärnu gilt als wichtiges Seebad an der estnischen Küste. An der Mündung des gleichnamigen Flusses gelegen, direkt an der Verbindung zwischen Riga und Tallinn, hat die Stadt einen etwa drei Kilometer langen Sandstrand am nördlichen Ausläufer des Rigaischen Meerbusen.
Die Lage, das Klima und der Strand machten Pärnu spätestens seit Eröffnung der ersten Badeanstalt im Jahr 1838 zu einem beliebten Kur- und Badeort, auch heute wird die Stadt gelegentlich als estnische Sommerhauptstadt bezeichnet. Der Bürgermeister von Tallin übergibt zum Beginn der Sommersaison symbolisch die Hauptstadtrechte an den Bürgermeister von Pärnu. Die meisten Touristen sind Esten, Finnen, Deutsche und - wie auch schon vor dem Zweiten Weltkrieg - Schweden. Sehenswert sind in der Altstadt die Elisabethkirche, die Katharinenkirche, der Rote Turm, die Villa Ammende und das Tallinner (Revaler) Tor.
Die Stadt besitzt einen großen Yachthafen und einen Flughafen.
Im neuen Konzerthaus der Stadt mit sehr guter Akustik findet jeden Sommer das internationale David-Oistrach-Festival statt. Ferner findet jährlich im Juli das Pärnu International Documentary Film Festival [1] statt.
Im Juni 2010 wird die Bevölkerung von Pärnu die Ehre haben, so heißt es auf der Home-Page der Stadtverwaltung von Pärnu, als Mitglied der modernen Hanse Gastgeber der derzeitigen Hansestädte bei den Hansetagen zu sein.
[Bearbeiten] Geschichte
Die Stadt wurde 1251 vom Deutschen Orden gegründet, die Ordensburg um 1265 erstmals erwähnt. Pernau wurde Mitglied der Hanse (als eisfreier Hafen sehr wichtig in Livland). Seit dem Livländischen Krieg in schwedischem Besitz, kam nach dem Großen Nordischen Krieg im Frieden von Nystad zum Zarenreich. Schon unter schwedischer Herrschaft war begonnen worden, die Stadt zur Festungsstadt auszubauen, was unter russischer Herrschaft fortgesetzt wurde. Im Jahr 1835 wurde der Status als Festungsstadt wieder aufgehoben. 1838 öffnete in Pärnu die erste Badeanstalt ihre Türen und auf dem Gelände des ehemaligen Festungsrings entstand nach und nach in den folgenden Jahrzehnten ein Grüngürtel mit zahlreichen Parkanlagen. Nach und nach entwickelte sich die Stadt zum Badekurort. Der Aufschwung des Kurbetriebs setzte sich zur Zeit der Estnischen Republik in den 1920er und 1930er Jahren fort und viele Badekurgäste reisten auch aus dem Ausland an (insbesondere Schweden, Deutschland und Lettland). Auch zur Zeit der Sowjetunion lief der Kurbetrieb weiter. Einer der berühmtesten Kurgäste war der Geiger David Oistrach, der in den Sommern 1954-1971 in Pärnu Urlaub machte. Nach Wiedererlangung der Unabhängigkeit Estlands wurde Pärnu im Juni 1996 wieder zur "offiziellen Sommerhauptstadt" Estlands ernannt.
Die Universität Dorpat hatte hier 1699-1710 zeitweise ihren Sitz und unterhält hier heute ein Kolleg (ca. 1.000 Studenten im Studienjahr 2004/2005).
[Bearbeiten] Estonia-Gedenkstätte
Die Gedenkstätte für die beim Untergang des Fährschiffes Estonia Gestorbenen mit einer zwölf Meter hohen Skulptur wurde im Jahr 1997 von Mati Karmin und Tiit Trummal errichtet. Ein langes mit Granit eingefasstes Kiesbeet führt zu einer erhöhten quadratischen Plattform; darauf steht ein schwarzer Gedenkstein, über den sich ein filigraner schwarzer „Baldachin“ erhebt, der aus zwei ineinander verschränkten „Toren“ aus Stahl gebildet wird. In dem Baldachin schwebt ein schrägliegendes versilbertes Stahlkreuz.
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt
- Carl Gustav Jochmann, deutsch-estnischer Publizist
- Ivar Grünthal, estnischer Dichter
- Rein Helme, estnischer Historiker
- Georg Wilhelm Richmann, deutscher Physiker
- Elisabeth Kaerrick, Dostojewski-Übersetzerin ins Deutsche
- Friedrich Fromhold Martens, estnisch-russischer Völkerrechtler
- Olev Siinmaa, estnischer Architekt
- Indrek Zelinski, estnischer Fußballspieler
[Bearbeiten] Städtepartnerschaften
Pärnu unterhält seit 1994 eine Städtepartnerschaft zum russischen Sotschi.
[Bearbeiten] Einzelnachweise
[Bearbeiten] Weblinks
- Besucherinformation
- Satellitenphoto vom Mai 2004
- Bilder aus Pärnu estlandia.de
- Pärnu Tourismus www.parnu.info
- Bilder aus Pärnu
- E-Mail: kantselei@lv.parnu.ee
Städte: Pärnu | Sindi
Gemeinden: Are | Audru | Halinga | Häädemeeste | Kaisma | Kihnu | Koonga | Lavassaare | Paikuse | Saarde | Sauga | Surju | Tahkuranna | Tootsi | Tori | Tõstamaa | Varbla | Vändra (Gemeinde) | Vändra (Landgemeinde)

