Péter Bácsi

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Péter Bácsi (* 15. Mai 1983 in Budapest) ist ein ungarischer Ringer. Er wurde 2008 und 2014 Europameister im griechisch-römischen Stil im Weltergewicht bzw. in der Gewichtsklasse bis 80 kg Körpergewicht

Werdegang[Bearbeiten]

Péter Bácsi begann als Jugendlicher im Jahre 1991 mit dem Ringen. Er konzentrierte sich dabei auf den griechisch-römischen Stil. Er ist Mitglied des Sportclubs Ferencváros TC Budapest und wird von dem ehemaligen Olympiasieger Andras Sike trainiert. Er ist Student, bestreitet aber seinen Lebensunterhalt z.Zt. mit dem Ringen. Er ist auch in deutschen Ringerkreisen sehr gut bekannt, weil er schon seit mehreren Jahren für deutsche Vereine, nämlich dem SV Wacker Burghausen und der RWG Mömbris-Königshofen, in der Ringer-Bundesliga an den Start ging bzw. geht.

Sein erstes großes internationales Turnier bestritt er 2001 in Taschkent. Er kam dabei bei der Junioren-Weltmeisterschaft im Leichtgewicht auf den 12. Platz. Bei der Junioren-Europameisterschaft 2002 in Subotica belegte er den 9. Rang. 2005 startete er bei den Universitäts-Weltmeisterschaften erstmals bei den Senioren. Bácsi schloss das Turnier als Fünfter ab. 2007 wurde Péter Bácsi im Weltergewicht erstmals ungarischer Meister. Bei der Weltmeisterschaften 2007 in Baku erkämpfte er sich im Weltergewicht den 7. Platz. Er besiegte dort zunächst Sixto Barrera Ochoa aus Peru, Daulet Kadirow aus Turkmenistan und Tsukasa Tsurumaki aus Japan und scheiterte dann mit 5:8 an Julian Kwit aus Polen.

Bei der Europameisterschaft 2008 im finnischen Tampere überraschte er die gesamte internationale Ringer-Fachwelt, denn er erkämpfte sich dort mit Siegen über Edgar Babajan aus Armenien, Valtteri Moisio aus Finnland, Christophe Guénot aus Frankreich und im Finale über Seref Tüfenk aus der Türkei erstmals den Europameistertitel bei den Senioren. Mit diesem Sieg hatte er sich gleichzeitig auch für die Olympischen Spiele dieses Jahres in Peking qualifiziert. In Peking begann er sehr stark und besiegte im Weltergewicht Thomas Curtius Dantzler aus den Vereinigten Staaten, Arsen Julfalakjan aus Armenien und den Olympiasieger von 2000 Warteres Samurgaschew aus Russland. Im Halbfinale verlor er gegen Manuchar Kwirkwelia aus Georgien und unterlag im Kampf um eine Bronzemedaille auch gegen Christophe Guénot, wobei diese Niederlage mit 1:2 Runden bei 7:7 Punkten äußerst knapp war.

2009 war er weniger erfolgreich. Er kam bei der Europameisterschaft in Vilnius nach einer Niederlage in seinem zweiten Kampf gegen Elwin Mursalijew aus Aserbaidschan auf den 12. Platz und belegte bei der Weltmeisterschaft in Herning/Dänemark nach einem Sieg über Kanatbek Begalijew aus Kirgisistan und einer Niederlage gegen Farshad Alizadeh Kalecheschi aus dem Iran gar nur den 19. Platz.

In den Jahren 2010 und 2011 gewann Péter Bácsi aber bei den Europameisterschaften in Baku bzw. Dortmund im Weltergewicht wieder Medaillen. In Baku besiegte er u.a. den starken Türken Seref Tüfenk, verlor aber im Halbfinale wieder gegen Elwin Mursaliejew und sicherte sich schließlich mit einem Sieg über Tomas Sobecky aus Tschechien eine Bronzemedaille. In Dortmund wurde er nach einem Sieg im Halbfinale über Roman Wlassow aus Russland und einer Niederlage im Finale gegen Rafik Huseinow aus Aserbaidschan Vize-Europameister. Bei den Weltmeisterschaften dieser Jahre war er weniger erfolgreich. In Moaskau 2010 unterlag er bereits in seinem ersten Kampf gegen Roman Meljoschin aus Kasachstan und landete auf dem 20. Platz und in Istanbul 2011 verlor er nach drei gewonnenen Kämpfen gegen Aschkat Dilmuchamedow aus Kasachstan und erreichte den 8. Platz.

2012 gelang es Péter Bácsi, sich bei einem Turnier in Taiyuan/China mit einem 3. Platz hinter Emin Achmadow, Aserbaidschan und Alexander Kikinow, Weißrussland, erneut für die Olympischen Spiele zu qualifizieren. In London verlor er aber im Weltergewicht gleich seinen ersten Kampf gegen Alexander Kazakewitsch aus Litauen. Da dieser das Finale nicht erreichte, schied er aus und kam nur auf den 14. Platz.

Um dem starken Kräfteverschleiß, das das ständige Abtrainieren mit sich brachte, zu entgehen, wechselte er 2013 in das Mittelgewicht. Er wurde in dieser Gewichtsklasse vom ungarischen Ringerverband im März 2013 bei der Europameisterschaft in Tiflis eingesetzt. Er kam dort aber nur zu einem Sieg über Michael Wagner aus Österreich und verlor in seinem zweiten Kampf gegen Artur Schahinjan aus Armenien. Er kam damit auf den 10. Platz. Bei der Weltmeisterschaft 2013 im heimischen Budapest kam nicht er, sondern Viktor Lőrincz für Ungarn zum Einsatz.

Als ein Glücksfall erwies sich für Péter Bácsi die Neueinteilung der Gewichtsklassen durch den Ringer-Weltverband FILA zum 1. Januar 2014, denn für die neue Gewichtsklasse bis 80 kg Körpergewicht scheint er mit seinen körperlichen Voraussetzungen geradezu prädistiniert zu sein. Dies bewies er bei der Europameisterschaft dieses Jahres in Vantaa/Finnland, denn er gewann dort in dieser Gewichtsklasse mit Siegen über Peter Balo, Serbien, Artur Omarow, Tschechien, Zakarias Berg, Schweden, Giorgi Zirekidse, Georgien und Selcuk Cebi, Türkei, zum zweitenmal in seiner Laufbahn den Europameistertitel.

Internationale Erfolge[Bearbeiten]

Jahr Platz Wettbewerb Gewichtsklasse Ergebnisse
2001 12. Junioren-WM in Taschkent Leicht Sieger: Andrei Demankin, Russland, vor Armen Wardanjan, Ukraine und Selcuk Cebi, Türkei
2002 9. Junioren-EM in Subotica Leicht Sieger: Selcuk Cebi, vor Oleg Popenine, Russland
2003 17. Junioren-WM in Istanbul Leicht Sieger: Seref Tüfenk, Türkei, vor Valdemars Venckaitis, Litauen
2005 5. Universitäten-WM in Izmir Welter Sieger: Seref Tüfenk Türkei vor Radoslaw Truszkowski, Polen
2007 7. WM in Baku Weölter nach Siegen über Sixto Barrera Ochoa, Peru, Daulet Kadirow, Turkmenistan und Tsukasa Tsuurumaki, Japan und einer Niederlage gegen Julian Kwit, Polen
2008 2. Welt-Cup in Szombathely Welter hinter Park Jin-sung, Südkorea, vor Babajanzadeh Mojtaba, Iran und Schmagi Guliaschwili, Georgien
2008 1. EM in Tampere Welter nach Siegen über Edgar Babajan, Armenien, Valtteri Moisio, Finnland, Christophe Guénot, Frankreich und Seref Tüfenk
2008 5. OS in Peking Welter nach Siegen über Thomas Curtius Dantzler, USA, Arsen Julfalakjan, Armenien und Warteres Samurgaschew, Russland und Niederlagen gegen Manuchar Kwirkwelia, Georgien und Christophe Guénot
2009 8. Welt-Cup in Clermont-Ferrand Welter Sieger: Alain Hassli, Frankreich, vor Rafik Huseinow, Aserbaidschan
2009 12. EM in Vilnius Welter nach einem Sieg über Wladyslaw Bolocan, Moldawien und einer Niederlage gegen Elwin Mursalijew, Aserbaidschan
2009 10. Golden-Grand-Prix in Baku Welter Sieger: Rafik Huseinow vor Jachangir Muminow, Usbekistan
2009 19. WM Welter nach einem Sieg über Kanatbek Begalijew, Kirgisistan und einer Niederlage gegen Farshad Alizadeh Kalecheschi, Iran
2010 3. EM in Baku Welter nach Siegen über Ilja Schafram, Israel, Robert Rosengren, Schweden und Seref Tüfenk, einer Niederlage gegen Elwin Mursalijew und einem Sieg über Tomas Sobecky, Tschechien
2010 18. Großer Preis von Deutschland in Dortmund Mittel Sieger: Jan Fischer, Deutschland vor Zoltan Fodor, Ungarn
2010 1. Golden-Grand-Prix in Baku Welter vor Giorgi Zirekidse, Georgien, Samurai Mustafajew, Aserbaidschan und Alexander Kikinow, Weißrussland
2010 20. WM in Moskau Welter nach einer Niederlage gegen Roman Meljoschin, Kasachstan
2011 3. "Vehbi-Emre"-Memorial in Istanbul Welter hinter Rafik Huseinow und Alexander Kikinow
2011 3. Golden-Grand-Prix in Szombathely Welter hinter Ewgeni Salejew, Russland und Alexander Daragan, Ukraine
2011 2. EM in Dortmund Welter nach Siegen über Miroslaw Dikun, Großbritannien, Arsen Julfalakjan, Henri Esko Välimäki, Finnland und Roman Wlassow, Russland und einer Niederlage gegen Rafik Huseinow
2011 2. Präsidenten-Cap von Kasachstan in Astana Welter hinter Alexander Kikinow, vor Asset Adilow und Aschkat Dilmuchamedow, beide Kasachstan
2011 12. Golden-Grand-Prix in Baku Mittel Sieger: Habibollah Jomeh Achlaghi, Iran vor Saman Tahmasebi, Aserbaidschan
2011 1. "Ion-Corneanu"-Memorial in Targoviste/Rumänien Mittel vor Asamat Bikbajew, Russland, Amer Hrustanovic, Österreich und Charles Betts, USA
2011 8. WM in Istanbul Welter nach Siegen über Kim Jin-hyeok, Südkorea, Takehiro Kanakubo, Japan und Ionel Puscasu, Rumänien und einer Niederlage gegen Aschkat Dilmuchamedow
2011 1. Golden-Grand-Prix in Szombathely Mittel vor Selcuk Cebi, Viktor Lőrincz, Ungarn und Ara Abrahamian, Schweden
2012 3. Olympia-Qualif.-Turnier in Sofia Welter hinter Surabi Datunaschwili, Georgien und Mark Overgaard Madsen, Dänemark
2012 3. Olympia-Qualif.-Turnier in Taiyuan/China Welter hinter Emin Achmadow, Aserbaidschan und Alexander Kikinow
2012 14. OS in London Welter nach einer Niederlage gegen Alexander Kazakewitsch, Litauen
2013 1. Golden-Grand-Prix in Szombathely Mittel vor Rewasi Nadareischwili, Georgien und Viktor Lörincz, Ungarn
2013 10. EM in Tiflis Mittel nach einem Sieg über Michael Wagner, Österreich und einer Niederlage gegen Artur Schahinjan, Armenien
2013 5. "Wladyslaw-Pytlasinski"-Memorial in Warschau Mittel Sieger: Viktor Lörincz vor Damian Janikowski, Polen
2014 1. Yadegar-Imam-Cup in Teheran bis 80 kg vor Mehdi Khodaei, Mehdi Mohammadi und Yousef Ghaderian, alle Iran
2014 3. Golden-Grand-Prix in Szombathely bis 80 kg hinter Habibollaj Jomeh Achlaghi und Yousef Ghaderian
2014 1. EM in Vantaa/Finnland bis 80 kg nach Siegen über Petar Balo, Serbien, Artur Omarow, Tschechien, Zakarias Berg, Schweden, Giorgi Zirekidse und Selcuk Cebi

Ungarische Meisterschaften[Bearbeiten]

Péter Bácsi wurde 2007 im Weltergewicht, 2011 im Mittelgewicht und 2014 in der Gewichtsklasse bis 80 kg ungarischer Meister. 2004 und 2006 wurde er jeweils ungarischer Vizemeister im Weltergewicht. 2005 im Weltergewicht und 2010 im Mittelgewicht belegte er bei dieser Meisterschaft jeweils den 3. Platz

Erläuterungen
  • alle Wettkämpfe im griechisch-römischen Stil
  • OS = Olympische Spiele, WM = Weltmeisterschaft, EM = Europameisterschaft
  • Weltergewicht, Gewichtsklasse bis 74 kg, Mittelgewicht, bis 84 kg Körpergewicht (bis 31. Dezember 2013); seit 1. Januar 2014 gilt eine neue Gewichtsklasseneinteilung durch den Ringer-Weltverband FILA

Literatur[Bearbeiten]

  • Fachzeitschrift Der Ringer

Weblinks[Bearbeiten]