Péter Lékó

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Péter Lékó, 2006
Lékó, 2006
Schreibweisen Peter Leko (FIDE)
Land UngarnUngarn Ungarn
Geboren 8. September 1979
Subotica, Jugoslawien
Titel Internationaler Meister (1992)
Großmeister (1994)
Aktuelle Elo-Zahl 2730 (April 2014)
Beste Elo-Zahl 2763 (April 2005)
Karteikarte bei der FIDE (englisch)

Péter Lékó [ˈpeːtɛr ˈleːkoː], FIDE-Bezeichnung: Peter Leko, (* 8. September 1979 in Subotica in der Vojvodina, Serbien) ist ein ungarischer Schachspieler.

Biografie[Bearbeiten]

Péter Lékó
Duisburg 1992

Als Péter zwei Jahre alt war, haben sich seine Eltern getrennt. Seine Mutter ist mit zwei Söhnen nach Szeged gezogen.[1] Er lernte die Schachregeln im Alter von sieben Jahren von seinem Vater und galt bald als Wunderkind. Ab 1989 arbeitete er mit Tibor Károlyi und trainierte täglich sechs Stunden. 1991 gewann er in Mamaia die Weltmeisterschaft der Altersklasse U12, 1992 wurde er Europameister U14 und erhielt den Titel eines Internationalen Meisters. Ab 1993 arbeitete er mit András Adorján zusammen, der ihm neue Eröffnungskenntnisse vermittelte, insbesondere in der von Lékó bis heute oft gespielten Sweschnikow-Variante. 1994 erreichte er den Titel eines Großmeisters.[2] Mit seinen 14 Jahren war er damals der bisher jüngste Großmeister. Im gleichen Jahr wurde er in Szeged Weltmeister der U16-Jährigen. Er bekam daraufhin Einladungen zu Turnieren der Super-Großmeister, bei denen er zunächst keine herausragenden Erfolge feiern, aber wertvolle Erfahrungen sammeln konnte. Bei der FIDE-Weltmeisterschaft 1997 in Groningen musste er einen Rückschlag einstecken, als er bereits in der ersten Runde an Roman Slobodjan scheiterte.

1999 erhielt er einen Sponsoringvertrag mit RWE und gewann erstmals die Dortmunder Schachtage.[3] Vom Jahr 2000 bis 2010 zählte er fast durchgehend zu den zehn besten Spielern der Welt, galt allerdings lange Zeit als zu friedfertig, um Weltmeister zu werden. Bei der FIDE-Weltmeisterschaft 1999 in Las Vegas scheiterte er in der zweiten Runde an Sergej Movsesjan. Im Januar 2000 zeigte er jedoch durch einen Wettkampfsieg mit 4,5:1,5 gegen den frischgebackenen FIDE-Weltmeister Alexander Chalifman seine Klasse. Chalifman revanchierte sich bei der FIDE-Weltmeisterschaft in Neu-Delhi im Dezember 2000, als er Lékó mit 4,5:3,5 besiegte. Auch bei der FIDE-Weltmeisterschaft 2001 in Moskau scheiterte Lékó in der zweiten Runde, diesmal an Aschot Anastassjan.

Titelverteidiger Peter Leko, Dortmund 2009, Bürgermeisterin Birgit Jörder macht den ersten Zug in der Partie Leko - Wladimir Kramnik.

2002 war Lékó in der Weltauswahl beim Wettkampf Russland gegen den Rest der Welt und erzielte 5,5 Punkte aus 10 Partien (2 Siege, 1 Niederlage, 7 Remis). Nach seinem Sieg im Braingames-Kandidatenturnier in Dortmund 2002 [4], bei dem er im Halbfinale gegen Alexei Schirow und im Finale gegen Wesselin Topalow gewinnen konnte, trat er im Oktober 2004 zum WM-Kampf gegen Wladimir Kramnik in Brissago/Schweiz an. Dort scheiterte er erst durch eine Niederlage in der 14. und letzten Partie, durch welche sein Kontrahent zum 7:7 (2 Siege, 2 Niederlagen und 10 Unentschieden) ausgleichen und den Titel verteidigen konnte.

2005 gewann er das Corus-Turnier in Wijk aan Zee. Damit war er zu diesem Zeitpunkt neben Garri Kasparow, Viswanathan Anand und Wladimir Kramnik der Einzige, der in jedem der drei damaligen Superturniere (Wijk aan Zee, Linares, Dortmund) mindestens einmal einen Sieg davontragen konnte. Nachdem er dadurch in einer Reihe mit den drei oben genannten Spielern als absolute Weltspitze angesehen wurde, konnte er in Folge dieses Niveau nicht mehr halten. Beim Turnier um die FIDE-Weltmeisterschaft in San Luis kam nur er auf den fünften Platz. 2006 besiegte er Exweltmeister Anatoli Karpow bei einem Schnellschach-Wettkampf in Miskolc mit 4,5:3,5 (1 Sieg, 7 Remis). 2007 unterlag er an gleicher Stelle aber Wladimir Kramnik mit 3,5:4,5 (1 Sieg, 2 Niederlagen). Beim Weltmeisterschaftsturnier 2007 in Mexiko-Stadt belegte Lékó unter acht Teilnehmern den vierten Platz (2 Siege, 2 Niederlagen, 10 Remis).

2008 trug er sich nach 1999 und 2002 zum dritten Mal in die Siegerliste der Dortmunder Schachtage ein.[5] Seit 1994 spielt Lékó bei Schacholympiaden für Ungarn, zuletzt bei der Schacholympiade 2008.[6] Es waren dies die Schacholympiaden 1994, 1996, 2000, 2002 (Silbermedaille für Ungarn) und 2008 in Dresden, wo er Gold gewann.

Bei der Schachweltmeisterschaft 2013 unterstützt er Viswanathan Anand als Sekundant.

Lékó gilt als Verteidigungskünstler und spielt auch sehr stark Chess960.

Privat[Bearbeiten]

Lékó ist seit September 2000 verheiratet mit Sofia, der Tochter des armenischen Schachgroßmeisters Arschak Petrosjan, der zugleich als Lékós Sekundant tätig ist. Er ist Vegetarier. Als Ausgleichsport betreibt er Fußball, Tennis und Yoga.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Visszavágó (ungarisch)
  2. Willy Iclicki: FIDE Golden book 1924-2002. Euroadria, Slovenia, 2002, S. 82
  3. Sparkassen - Chess - Meeting '99
  4. Dortmunder Chess Meeting 2002
  5. Sparkassen Chess Meeting 2008
  6. MEN'S CHESS OLYMPIADS - Léko, Péter (Hungary) auf OlimpBase (englisch)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Péter Lékó – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien