Përmet

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Përmet
Përmeti
Përmet (Albanien)
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40.23361111111120.351666666667245Koordinaten: 40° 14′ N, 20° 21′ O

Basisdaten
Qark: Gjirokastra
Kreis: Përmet
Gemeinde: Përmet
Höhe: 245 m ü. A.
Einwohner: 5945 (2011)
Telefonvorwahl: (+355) 0813
Postleitzahl: 6401
Kfz-Kennzeichen: PR
Struktur und Verwaltung (Stand: 2011)
Gemeindeart: Bashkia
Bürgermeister: Gilberto Jaçe (PS)
Postanschrift: Shëtitorja Mentor Xhemali
6401 Përmet

Përmet (albanisch auch Përmeti; griechisch Premetí̱ Πρεμετή) ist eine Kleinstadt in Südalbanien. Die Stadt hat nicht ganz 6000 Einwohner (2011).[1] Als Hauptort des gleichnamigen Kreises ist Përmet auch das lokale Zentrum im südlichen Vjosatal.

Geographie[Bearbeiten]

Blick auf die Stadt von Süden

Përmet liegt an der Vjosa. Hinter der Stadt erhebt sich der Mali i Dhëmbelit (2.050 m), Teil des Trebeshina-Dhëmbel-Nemërçka-Gebirgszuges. Von der Straße am östlichen Ufer der Vjosa ist das Stadtzentrum nur über eine einzige Brücke zu erreichen. Der Hauptplatz liegt gleich jenseits der Brücke. Direkt am Flussufer, etwas unterhalb der Brücke, erhebt sich ein riesiger, freistehender, würfelförmiger Felsen. Auf dem Gur i Qytetit (Stadt-Stein) finden sich noch einige Mauerreste aus osmanischer Zeit.

Stadtzentrum von der gegenüberliegenden Flussseite

Geschichte[Bearbeiten]

Älteste Erwähnungen des Orts stammen aus dem 15. Jahrhundert. Von der Altstadt Përmetis ist nur noch wenig erhalten. Die orthodoxe Nikolaus-Kirche (Shën Nikolle) überstand alle Brände und kommunistischen Atheismus-Kampagnen. Weitere bedeutende Kirchen sind in den Nachbardörfern Leusa und Kosina zu finden.

Denkmal im Zentrum der Stadt

Eine Statue im Stadtzentrum erinnert an Sami Frashëri und die Rilindja-Bewegung, die in den südalbanischen Bergen eines ihrer Zentren hatte und insbesondere von den Bektaschi getragen wurde.

Nach dem gescheiterten Angriff der Italiener auf Griechenland im Oktober 1940 wurde Përmet im Dezember von griechischen Truppen eingenommen und erst als Reaktion auf die deutsche Balkanoffensive (April 1941) wieder geräumt. Im weiteren Verlauf des Zweiten Weltkriegs war die Region um Përmet ein Zentrum des antifaschistischen Widerstands. Italienische Armee und Wehrmacht haben die Stadt mehrfach niedergebrannt. Ab dem Sommer 1943 gelang es den kommunistischen Partisanen, in den südalbanischen Bergen die Oberhand zu gewinnen. Sie zählten zu den ersten Gebieten des Landes ohne fremde Besatzung.

Vom 24. bis zum 28. Mai 1944 fand in Përmet der 1. antifaschistische Kongress der nationalen Befreiung statt. Dieser Kongress von Përmet, zusammengesetzt aus 186 Delegierten aus dem ganzen Land, wählte den aus 118 Personen bestehenden Antifaschistischen Rat der nationalen Befreiung (Këshilli antifashist nacional-çlirimtar), ein Übergangsparlament. Es wählte das 13-köpfige Antifaschistische nationale Befreiungskomitee unter der Leitung von Enver Hoxha, dem die Befugnisse einer Übergangsregierung zukam und das im Oktober in Berat in demokratische Regierung Albaniens umbenannt wurde. Da die Kommunisten im Antifaschistischen nationalen Befreiungskomitee die Macht übernehmen konnten, fand Përmet in der kommunistischen Geschichtsschreibung große Beachtung.[2][3]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Përmet und die Region sind stark von der Landwirtschaft geprägt. Përmet – auch die Stadt der Rosen genannt – ist berühmt für seine Weinkellereien. Der tragische Tod sieben junger Männer während des Lotterieaufstands ist Zeuge der wirtschaftlichen Depression nach dem Zusammenbruch des Kommunismus. Allmählich fängt sich die Region. Heute gibt es in Përmet neben einem Krankenhaus und einem Gymnasium zwei private, lokale Fernsehsender.

In der Landwirtschaft gibt es Betriebe in den Bereichen Geflügelproduktion, Imkerei, Käseherstellung und Produktion von Einlegegemüse sowie Brotaufstrichen. Auch eine Stickerei ist in Përmet ansässig.[4]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Përmet – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Ines Nurja, INSTAT (Hrsg.): Censusi i popullsisë dhe banesave / Population and Housing Census – Gjirokastër 2011. Rezultatet Kryesore/Main Results. Pjesa/Part 1, Adel Print, Tirana 2013 (Dokument als PDF).
  2.  Peter Bartl: Albanien. Vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 1995, ISBN 3-7917-1451-1, S. 239.
  3.  Owen Pearson: Albania in Occupation and War – From Fascism to Communism 1940–1945. In: The Centre for Albanian Studies (Hrsg.): Albania in the Twentieth Century: A History. Volume 2, I. B. Tauris, London 2005, ISBN 1-84511-014-5, S. 348 ff.
  4. Producers of Pro Përmet. In: Pro Përmet. Abgerufen am 19. August 2012 (englisch).