Pöllau (Steiermark)

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Pöllau
Wappen von Pöllau
Pöllau (Steiermark) (Österreich)
Pöllau (Steiermark)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Hartberg-Fürstenfeld
Kfz-Kennzeichen: HF (ab 1.7.2013; alt: HB)
Fläche: 4,66 km²
Koordinaten: 47° 18′ N, 15° 50′ O47.30166666666715.833611111111425Koordinaten: 47° 18′ 6″ N, 15° 50′ 1″ O
Höhe: 425 m ü. A.
Einwohner: 2.041 (1. Jän. 2014)
Postleitzahl: 8225
Vorwahl: 03335
Gemeindekennziffer: 6 22 34
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptplatz 3
8225 Pöllau bei Hartberg
Website: www.marktgemeinde-poellau.at
Politik
Bürgermeister: Johann Schirnhofer (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(15 Mitglieder)
8 ÖVP, 7 SPÖ
Lage der Marktgemeinde Pöllau im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld
SteiermarkLage der Gemeinde Pöllau (Steiermark) im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Das altehrwürdige Rathaus von Pöllau
Der Schlosspark in Pöllau, im Hintergrund St. Veit
Pöllauer Blumenuhr
Die prunkvolle Mariensäule am Hauptplatz

Die Marktgemeinde Pöllau mit 2041 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) befindet sich im Gerichtsbezirk Fürstenfeld und im politischen Bezirk Hartberg-Fürstenfeld in der Steiermark (Österreich). Sie ist der Hauptort des Naturparks Pöllauer Tal. Im Rahmen der steiermärkischen Gemeindestrukturreform ist die Gemeinde ab 2015 mit den Gemeinden Rabenwald, Saifen-Boden, Schönegg bei Pöllau und Sonnhofen zusammengeschlossen,[1] die neue Gemeinde wird den Namen Marktgemeinde Pöllau weiterführen. Grundlage dafür ist das Steiermärkische Gemeindestrukturreformgesetz - StGsrG.[2]

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Pöllau liegt im Joglland rund elf Kilometer westlich der Bezirkshauptstadt Hartberg und rund 55 km nordöstlich der Landeshauptstadt Graz. Durch die Gemeinde fließt die nach ihr benannte Pöllauer Safen, der im Gemeindegebiet die Dürre Saifen und den Prätisbach aufnimmt. Pöllau ist der Mittelpunkt des Pöllauer Tals, einem Naturpark beiderseits des Oberlaufs der Pöllauer Safen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Aufgrund seiner geringen Fläche besteht Pöllau lediglich aus einer gleichnamigen Katastralgemeinde und Ortschaft.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Saifen-Boden, Sonnhofen Saifen-Boden, Pöllauberg Pöllauberg
Rabenwald Nachbargemeinden Pöllauberg
Rabenwald Schönegg bei Pöllau Schönegg bei Pöllau

Geschichte[Bearbeiten]

Pöllau wird erstmals im Jahr 1163[3] urkundlich erwähnt. Der Ortsname bedeutet „Feld, breite Talmulde“. Durch die günstige Lage an der Kreuzung zweier Handelswege entwickelte sich Pöllau zum Handwerks- und Handelsort. Im 13. Jahrhundert wurde das Dorf planmäßig erweitert, wodurch der Hauptplatz mit seiner Regelmäßigkeit entstand. Gegen Norden wurde der Hauptplatz nicht verbaut, sondern an die Burg und das spätere Chorherrenstift angeschlossen.

Hans von Neuberg, der damalige Besitzer der Burg und des Marktes Pöllau, verfügte im Jahr 1482 in seinem Testament, die Burg nach seinem Tod in ein Augustiner-Chorherrenstift umzuwidmen. 1504 gründete schließlich sein Schwager Christoph von St. Georgen-Pösing das Stift Pöllau. Im selben Jahr zogen acht Chorherren unter Propst Ulrich von Vorau nach Pöllau um.

Im Jahr 1677 wurde mit dem Um- und Neubau des Stiftes unter Propst Michael Josef Maister begonnen – zunächst mit dem Bau eines Getreidespeichers und des Meierhauses. 1681 entstand die Mariensäule auf dem Hauptplatz. Nach dem Tod Maisters führte Propst Ortenhofen den Umbau fort, der im Jahr 1779 mit der Errichtung des Hochaltars in der neuen Kirche abgeschlossen wurde. Allerdings wurde das Stift Pöllau bereits sechs Jahre später aufgehoben und an den Staat übergeben.

Die Marktgemeinde Pöllau hatte sich währenddessen zu einem stattlichen Markt entwickelt, in dem Handwerk und Handel zu wesentlichen Säulen der Wirtschaft wurden.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung der Marktgemeinde Pöllau
Daten laut Statistik Austria [3] (PDF; 35 kB), [4] (PDF; 8 kB)

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die letzten Gemeinderatswahlen brachten die folgenden Ergebnisse:[4]

Partei 2010 2005 2000 1995 1990
Stimmen  % Mandate St.  % M. St.  % M. St.  % M. St.  % M.
ÖVP 749 51 8 465 33 5 380 28 4 660 46 7 594 43 6
SPÖ 670 46 7 936 67 10 982 72 11 771 54 8 545 39 6
Grüne 46 3 0
Für unser Pöllau 257 18 3
Wahlbeteiligung 83 % 81 % 84 % 86 % 90 %


Wappen[Bearbeiten]

AUT Pöllau COA.jpg

Blasonierung (Wappenbeschreibung): „In blauem Schild stehend silbern der Hl. Veit, in knöchellangem gegürteten Gewand und in der Rechten eine brennende Lampe, in der Linken einen Palmzweig haltend.“
Seit 1. März 2010 führt Pöllau ein Wappen.[5]

Regionalpolitik[Bearbeiten]

Pöllau ist Mitglied im Gemeindeverband Naturpark Pöllauer Tal, und mit diesem in der LEADER-Region Oststeirisches Kernland. 7. Dez. 2010 wurde Naturpark Pöllauer Tal auch als Regionext-Kleinregion konstituiert. Anlässlich der Gemeindestrukturreform 2010–2015 wird Pöllau vermutlich mit allen 4 anderen Gemeinden der Kleinregion fusionieren.[6][7][8]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Pöllau ist Sitz der Sparkasse Pöllau.

Verkehr[Bearbeiten]

Pöllau liegt abseits der großen Hauptverkehrsstraßen an der Landesstraße durch das Pöllauer Tal. Die Süd Autobahn A 2 von Wien nach Graz ist ca. 17 km entfernt und über die Anschlussstelle Hartberg (115) zu erreichen. Die Entfernung zur Wechsel Straße B 54 von Hartberg nach Gleisdorf beträgt ca. 11 km.

Pöllau ist nicht an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Anfang des 20. Jahrhunderts gab es Pläne, Pöllau durch eine Zweigstrecke der Feistritztalbahn zu erschließen. Dies wurde jedoch durch die beiden Weltkriege verhindert. Aus diesem Grund befindet sich Umkreis von zehn Kilometern um Pöllau kein Bahnhof.

Der Flughafen Graz ist etwa 60 km entfernt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Pöllau (Steiermark)

Das ehemalige Stift Pöllau wird auch als Schloss Pöllau bezeichnet. Es geht auf eine Wasserburg aus dem 12. Jahrhundert zurück. Der Freskensaal bietet den passenden Rahmen für festliche Anlässe. Am Rosenmontag findet der traditionelle Schlossball statt.

Die Stifts- und Pfarrkirche St. Veit dort ist nicht nur der größte barocke Kirchenbau der Steiermark, sondern auch der Schlüsselbau für den oststeirischen Spätbarock. Sie wurde von 1701 bis 1709 von Joachim Carlone erbaut und durch Mathias von Görz mit Fresken ausgestaltet. Die Kirche ist dem Hl. Veit geweiht. Da der Grundriss der Kirche dem Petersdom in Rom nachempfunden ist und auch ihre Kuppel an der Petersdom erinnert, wird die Kirche als „Steirischer Petersdom“ bezeichnet. Seit 1990 ist sie Tochterkirche der Lateranbasilika.

Museen[Bearbeiten]

  • Die in Pöllau ansässige Victor-Franz-Hess Gesellschaft führt im Schloss Pöllau das Museum Echophysics, mit der Ausstellung „Strahlung-der ausgesetzte Mensch“. Victor Franz Hess war der einzige steirische Nobelpreisträger und bekam den Nobelpreis für seine Verdienste um die Erforschung der kosmischen Strahlung. Peter Maria Schuster, der Präsident der Victor-Franz-Hess Gesellschaft, ist der Initiator der Ausstellung und kann einzigartige Ausstellungsstücke aus dem Nachlass von Victor-Franz Hess präsentieren.
  • „Puppen- und Spielzeug-Privatmuseum Peitl“ (PPP): Gezeigt werden Puppen, Teddys und Spielzeug sowie eine Kinderbuchbibliothek mit Exponaten aus aller Welt aus den Jahren 1750/80 bis heute.
  • Galerie mit lokalen, regionalen und internationalen Sonderausstellungen
  • Kulturhaus
  • Das „Ferrari Museum Pöllau“ zeigt Ferraris aus der Schaffenszeit von Enzo Ferrari. Außerdem sind Autos von Lamborghini und Maserati zu sehen.

Musik[Bearbeiten]

Die nach Ottokar Kernstock benannte Kernstock-Kapelle-Pöllau durfte im Jahr 2002 die Steiermark beim Österreichischen Blasmusikwettbewerb in Feldkirchen in Kärnten vertreten und wurde in diesem Jahr österreichischer Bundessieger.

Parks und Naturschutzgebiete[Bearbeiten]

Im Schlosspark Pöllau bzw. Karl-Brunner-Park finden jährlich im Juni die „Pöllauer Blumen- und Gartentage“ statt. Eine weitere Anlage ist der Aupark rund um den Auteich.

Der Naturpark Pöllauer Tal wird mit fünf anderen Gemeinden betrieben.


Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt:

  • Joachim Carlone (1650?–1714?), österreichischer Baumeister, Erbauer der Stifts- und Pfarrkirche St. Veit
  • Gerhard Hörting (* 1972), römisch-katholischer Geistlicher, Rektor ad interim des Päpstlichen Instituts Collegio Teutonico di Santa Maria dell’Anima, aufgewachsen in Pöllau
  • Raimund Ochabauer, (1935–2009), österreichischer Geistlicher, geboren in Fischbach, wirkte als Priester in Pöllau
  • Michael Petrovic (* 1957), österreichischer Fußballtrainer, begann seine Trainerkarriere beim TSV Pöllau
  • Georg Petz (* 1977), österreichischer Schriftsteller, aufgewachsen in Pöllau
  • Marcus Pöttler (* 1977), österreichischer Schriftsteller, aufgewachsen in Pöllau
  • Stefan Rossegger (* 1980), österreichischer Teilchenphysiker am CERN, aufgewachsen in Pöllau
  • Ursula Prutsch (* 1965), Historikerin, Dozentin an der Universität München
  • Klaus Zeyringer (* 1953), Germanist, Literaturkritiker (Der Standard), Professor an der Université Catholique de l'Ouest, Angers, Frankreich

Panoramabild[Bearbeiten]

Panoramabild des Hauptplatzes der Marktgemeinde Pöllau

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pöllau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Steiermärkische Gemeindestrukturreform.
  2. § 3 Abs. 4 Z 7 des Gesetzes vom 17. Dezember 2013 über die Neugliederung der Gemeinden des Landes Steiermark (Steiermärkisches Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG). Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 2. April 2014. Nr. 31, Jahrgang 2014. ZDB-ID 705127-x. S. 3.
  3. Geschichte der Pfarrkirche. Abgerufen am 26. Juni 2013.
  4. [1] Land Steiermark: allgemeine Gemeinderatswahl 2010
  5. [2] Steiermärkisches Landesgesetzblatt Nr. 14 vom 8. Februar 2010
  6. Die neue Gemeindestruktur der Steiermark. Liste Endversion A01, 2012 (pdf, gemeindestrukturreform.steiermark.at; 97 kB).
  7. Karte in Präsentation der Ergebnisse der Gemeindestrukturreform. kleinezeitung.at, 21. Jänner 2013. Stand der Karte 13. Jänner 2013
  8. Karte Grafik, Teil 2, Nr. 82 in Die neue Steiermark. kleinezeitung.at, 21. Jänner 2013. Stand der Karten 22. Jänner 2013