Pöllauberg

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Pöllauberg
Wappen von Pöllauberg
Pöllauberg (Österreich)
Pöllauberg
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Hartberg-Fürstenfeld
Kfz-Kennzeichen: HF (ab 1.7.2013; alt HB)
Hauptort: Oberneuberg
Fläche: 33,95 km²
Koordinaten: 47° 19′ N, 15° 51′ O47.31611111111115.858055555556753Koordinaten: 47° 18′ 58″ N, 15° 51′ 29″ O
Höhe: 753 m ü. A.
Einwohner: 2.127 (1. Jän. 2014)
Postleitzahl: 8225
Vorwahl: 03335
Gemeindekennziffer: 6 22 35
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Oberneuberg 180
8225 Pöllauberg
Website: www.poellauberg.at
Politik
Bürgermeister: Johann Weiglhofer (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(15 Mitglieder)
13 ÖVP, 2 SPÖ
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Pöllauberg mit 2127 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) ist eine Gemeinde im Gerichtsbezirk Fürstenfeld bzw. Bezirk Hartberg-Fürstenfeld (Steiermark, Österreich).

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Pöllauberg liegt im Joglland etwa zehn Kilometer westlich der Bezirkshauptstadt Hartberg und etwa 38 km nordöstlich der Landeshauptstadt Graz. Die Gemeinde gehört zum Naturpark Pöllauer Tal und liegt oberhalb von Pöllau am linken Ufer des Pöllauer Safens. Die Gemeinde wird von zahlreichen Zuflüssen des Pöllauer Safens – vornehmlich vom Rauschbach – entwässert. Der höchste Punkt im Gemeindegebiet ist der im äußersten Norden gelegene Masenberg mit einer Höhe von 1261 m.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Die heutige Gemeinde Pöllauberg entstand am 1. Februar 1968 durch die Zusammenlegung der selbständigen Gemeinden Oberneuberg, Unterneuberg und Zeil-Pöllau.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Sonnhofen Schachen bei Vorau Stambach
Saifen-Boden Nachbargemeinden Greinbach
Pöllau Schönegg bei Pöllau Hartberg Umgebung

Geschichte[Bearbeiten]

Markgraf Leopold schenkte um 1125 bis 1128 das Ministerialengut an den Ahnherrn der Stubenberger, Wulfing. Darin enthalten war das Gebiet der heutigen Gemeinde Pöllauberg. Wulfing von Stubenberg begann, die Berghänge oberhalb von Pöllau zu besiedeln. Im Jahre 1685 gründete Propst Maister vom Stift Pöllau die erste Schule in Pöllauberg, sein Nachfolger Ortenhofen erhob Pöllauberg zur Pfarre. Pöllauberg kam zu Oberneuberg und wurde damit 1818 eine Gemeinde im neuen Bezirk Pöllau.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungs-
entwicklung
Datum Einwohner
1869 2.242
1880 2.061
1890 2.015
1900 1.972
1910 2.039
1923 1.968
1934 2.085
1939 1.995
1951 1.977
1961 2.016
1971 2.232
1981 2.325
1991 2.235
2001 2.223

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die letzten Gemeinderatswahlen brachten die folgenden Ergebnisse:

Partei 2005 2000 1995 1990
Stimmen  % Mandate Stimmen  % Mandate Stimmen  % Mandate Stimmen  % Mandate
ÖVP 1.211 77 12 1.251 83 13 992 69 11 1.117 76 12
SPÖ 362 23 3 264 17 2 442 31 4 353 24 3
Wahlbeteiligung 90 % 90 % 88 % 91 %

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister ist seit 1995 Johann Weiglhofer (ÖVP), Vizebürgermeister ist Hubert Lang (ÖVP). Die früheren Bürgermeister von Pöllauberg waren:

Bürgermeister der Gemeinde Oberneuberg

  • 1856–1858: Georg Berghofer
  • 1860–1866: Franz Kratzer
  • 1879–1883: Patritz Polzhofer
  • 1892–1897: Anton Gruber
  • 1906–1908: Anton Stoppacher
  • 1909–1913: Josef Gruber
  • 1913–1925: Franz Gruber
  • 1925–1932: Anton Kornberger
  • 1932–1838: Johann Kopper
  • 1938–1942: Alexander Retter
  • 1942–1945: Anton Stoppacher d. J
  • 1945–1955: Michael Reiterer
  • 1955–1968: Johann Schuster

Bürgermeister der Gemeinde Pöllauberg nach der Zusammenlegung mit Oberneuberg, Unterneuberg und Zeil-Pöllau:

  • 1968–1992: Johann Handler (ÖVP)
  • 1993–1995: Alois Gruber (ÖVP)

Wappen[Bearbeiten]

AUT Pöllauberg COA.jpg

Blasonierung: „Im blauen Schild zwei wachsende goldene durchbrochene Fialen, zwischen deren Spitzen eine silberne Lilie schwebt.“
Am 15. September 1975 wurde der Gemeinde Pöllauberg von der steiermärkischen Landesregierung des Recht verliehen, ein eigenes Wappen zu führen.

Regionalpolitik[Bearbeiten]

Pöllauberg ist Mitglied im Gemeindeverband Naturpark Pöllauer Tal, und mit diesem in der LEADER-Region Oststeirisches Kernland. 7. Dez. 2010 wurde Naturpark Pöllauer Tal auch als Regionext-Kleinregion konstituiert. Anlässlich der Gemeindestrukturreform 2010–2015 wird Pöllauberg vermutlich mit allen vier anderen Gemeinden der Kleinregion fusionieren.[1][2][3]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Pöllauberg liegt abseits der großen Hauptverkehrsstraßen. Die Gemeinde ist in erster Linie über Nebenstraßen der im Tal des Pöllauer Safens verlaufenden Landesstraße erreichbar. Die Süd Autobahn A 2 von Wien nach Graz ist etwa 17 km entfernt und über die Anschlussstelle Hartberg (115) erreichbar. Die Entfernung zur Wechsel Straße B 54 von Wiener Neustadt über Hartberg nach Gleisdorf beträgt etwa 14 km.

Pöllauberg ist nicht an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Ein Bahnhof ist im Umkreis von zehn Kilometern nicht vorhanden.

Der Flughafen Graz ist etwa 65 km entfernt.

Bildung[Bearbeiten]

In Pöllauberg gibt es einen Kindergarten, eine Volksschule und eine öffentliche Bücherei.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Pöllauberg

Bauwerke[Bearbeiten]

Annakirche[Bearbeiten]

Die Annakirche steht auf dem höchsten Punkt des Pöllaubergs und war die erste Marienkapelle der Gemeinde. Die ursprünglich romanische Kapelle wurde 1532 erweitert und später barockisiert. Der jetzige Alter mit dem Bild der heiligen Anna stammt aus dem Jahr 1644. Die Annakirche enthält teilweise Einrichtungsgegenstände aus der Wallfahrtskirche Maria Pöllauberg, die dort nach Umgestaltungen nicht mehr benötigt wurden.

Wallfahrtskirche Maria Pöllauberg
Wallfahrtskirche Maria Pöllauberg

Wallfahrtskirche Maria Pöllauberg[Bearbeiten]

Die Wallfahrt zum Pöllauberg begann Ende des 12. und Anfang des 13. Jahrhunderts mit der Verehrung eines Marienbildes. An der Stelle der heutigen Annakirche entstand eine romanische Kapelle, die hauptsächlich samstags besucht wurde, was dem Berg den Namen „Samstagsberg“ brachte. Um 1340 begann der Bau der heutigen Wallfahrtskirche Maria Pöllauberg im gotischen Stil. Stifterin war Katharina von Stubenberg. Bemerkenswert am Bau der Kirche ist das zweischiffige Langhaus mit drei Jochen und Kreuzrippengewölbe, während Chor und Vorhalle zu drei Schiffen erweitert sind.

Die Kirche liegt unterhalb der ursprünglichen Kapelle am nach drei Seiten steil abfallenden Berg, so dass sie teilweise über den Berg hinaus gebaut werden musste. Das Hauptportal im Westen ist nur über 18 Stufen erreichbar. Im Jahr 2009 wurde ein barrierefreier Zugang auf der linken Seite eingerichtet. Damit ist der Zugang vom Hauptplatz weg ohne Stufen möglich. Die Wände der Kirche sind größtenteils unverputzter Bruchstein, lediglich die Westfassade wurde aus Haussteinen hergestellt.

Die Einrichtung des Innern enthält noch eine gotische Marienstatue als Gnadenbild aus dem 15. Jahrhundert, ansonsten stammt der größte Teil aus dem Barock: der Hochaltar wurde von Marx Schokotnigg und seinem Sohn Joseph zwischen 1710 und 1730 errichtet; die Orgel auf der Orgel-Empore mit reicher Stuckatur stammt von 1684.

Bei einem Blitzschlag im Jahr 1674 wurde der gotische Turm zerstört und 1678 durch einen barocken Turm ersetzt, der 1872 um ein Turmkreuz erweitert wurde.

Der Wallfahrtsort zählt heute zu den bedeutsamsten der Steiermark und wird jährlich von rund 100.000 Gläubigen besucht.

Auszeichnungen für die Ortsbildgestaltung[Bearbeiten]

Im Rahmen des europäischen Wettbewerbes „Entente Florale Europe“ wurde Pöllauberg 1986 zum „Schönsten Blumendorf Europas“ gekürt und damit mit einer Goldmedaille in der Kategorie Dorf ausgezeichnet.[4]

Pöllauberg wurde im Jahr 2003 als das „Schönste Blumendorf der Steiermark“ ausgezeichnet – eine Auszeichnung, die Pöllauberg seit 1985 bereits mehrfach erhalten hat.

Im Jahr 2009 gewann die oststeirische Gemeinde die von der Kleinen Zeitung veranstaltete Wahl zum „Schönsten Fleckerl der Steiermark“.[5]


Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Peter M. Schuster (* 1939), österreichischer Physiker und Schriftsteller, lebt in Pöllauberg
  • Peter Töglhofer (1944–2007), Musikant, Humorist, Moderator, Laien-Schauspieler und Autor des Buches a’ Herz braucht der Mensch (ISBN 3-85365-226-3), lebte in Pöllauberg

Literatur[Bearbeiten]

  • Pöllauberg in Geschichte und Gegenwart. 2004.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pöllauberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die neue Gemeindestruktur der Steiermark. Liste Endversion A01, 2012 (pdf, gemeindestrukturreform.steiermark.at; 97 kB).
  2. Karte in Präsentation der Ergebnisse der Gemeindestrukturreform. kleinezeitung.at, 21. Jänner 2013. Stand der Karte 13. Jänner 2013
  3. Karte Grafik, Teil 2, Nr. 82 in Die neue Steiermark. kleinezeitung.at, 21. Jänner 2013. Stand der Karten 22. Jänner 2013
  4. http://www.blumenbuero.or.at/
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatPöllauberg ist das schönste Fleckerl im Land. Abgerufen am 6. April 2010.