Pörtschach am Wörther See

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel befasst sich mit der Gemeinde Pörtschach am Wörther See. Zu Pörtschach am Berg siehe Karnburg.
Pörtschach am Wörther See
Wappen von Pörtschach am Wörther See
Pörtschach am Wörther See (Österreich)
Pörtschach am Wörther See
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Kärnten
Politischer Bezirk: Klagenfurt-Land
Kfz-Kennzeichen: KL
Fläche: 12,64 km²
Koordinaten: 46° 38′ N, 14° 9′ O46.63555555555614.1425461Koordinaten: 46° 38′ 8″ N, 14° 8′ 33″ O
Höhe: 461 m ü. A.
Einwohner: 2.669 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 211 Einw. pro km²
Postleitzahl: 9210
Vorwahl: 04272
Gemeindekennziffer: 2 04 24
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 153
9210 Pörtschach am Wörther See
Website: www.poertschach.gv.at
Politik
Bürgermeister: Franz Arnold (FPK)
Gemeinderat: (2009)
(19 Mitglieder)
8 ÖVP, 7 FPK, 4 SPÖ
Lage der Gemeinde Pörtschach am Wörther See im Bezirk Klagenfurt-Land
Ebenthal in Kärnten Feistritz im Rosental Ferlach Grafenstein Keutschach am See Köttmannsdorf Krumpendorf am Wörthersee Ludmannsdorf Magdalensberg Maria Rain Maria Saal Maria Wörth Moosburg Poggersdorf Pörtschach am Wörther See Sankt Margareten im Rosental Schiefling am Wörthersee Techelsberg am Wörther See Zell Klagenfurt KärntenLage der Gemeinde Pörtschach am Wörther See im Bezirk Klagenfurt-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Luftbild von Pörtschach
Luftbild von Pörtschach
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Pörtschach am Wörther See (slowenisch Poreče ob Vrbskem jezeru) ist eine Gemeinde mit 2669 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Bezirk Klagenfurt-Land und ist insbesondere als Sommerurlaubsort bekannt.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Wohnhäuser mit Pfarrkirche an der Moosburger Straße

Pörtschach liegt in 446 bis 702 Metern Seehöhe am nördlichen Ufer des Wörthersees, etwa 14 km westlich von Klagenfurt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet ist in die zwei Katastralgemeinden Pörtschach am See (Poreče ob jezeru) und Sallach gegliedert. Einzige Ortschaft der Gemeinde ist Pörtschach am Wörthersee.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Moosburg
Techelsberg Nachbargemeinden Krumpendorf
Maria Wörth

Geologie[Bearbeiten]

Halbinsel, Blumeninsel und Kapuzinerinsel

Die Landschaft des Wörthersees, an dem Pörtschach und Pritschitz liegen, wurde wesentlich geprägt durch die letzte Vergletscherung. Während der letzten Würm-Eiszeit (zirka 100.000 v.C.) waren die Talfurchen sowohl des Wörthersees als auch des etwas höher gelegenen Keutschacher Sees daher zur Gänze mit Gletschereis gefüllt. Aus den Zentralalpen, den westlichen Gailtaler Alpen, den Karnischen Alpen und den westlichen Gurktaler Alpen flossen gewaltige Eismassen gegen Osten hin ab und vereinigten sich im Raum Villach zum mächtigen Draugletscher mit einer Höchstbreite von 30 km, bei Villach mit 900 m Höhe, bei Klagenfurt noch zirka 700 m und dem Ende bei Bleiburg, Wallersberg, Griffen. Die Entstehung der Seebecken erfolgte vor allem während des Eisrückzuges. Der größte Teil Pörtschachs ist aus jungen eiszeitlichen (oder recenten) Ablagerungen aufgebaut, die dahinter befindlichen Bergketten (Hoher Gallin, Bannwald, Gaisrückenberge, Sallacher Berg, Pirkkogel) sind altkristallin. Ein Rest dieses Eisrückzuges ist ein Felsbrocken mit Schliffspuren, der Gletschertopf.

Geschichte[Bearbeiten]

Villa Wörth

Vorkeltische und Keltische Zeit[Bearbeiten]

Vermutlich aus der Steinzeit rühren die so genannten Schalensteine her, die man noch an vielen Stellen des Landes vorfindet. Im Kreuzungsbereich der Sankt-Oswalder-Straße mit dem Goritschacher Weg ist eine in einen vorspringenden, etwa dreißig Zentimeter hohen Felskegel schalenförmige Vertiefung eingemeißelt. Während der Kult-Zeremonien wurde die Opfergabe, wahrscheinlich Blut von kleinen Tieren wie Vögeln oder Rodentia, in der kleinen Ausnehmung des Felsens aufgefangen.

Altertum und Mittelalter[Bearbeiten]

Funden zufolge führte über das Gemeindegebiet bereits zu Römerzeiten die Norische Hauptstraße von Velden nach Krumpendorf. Um 600 wurde von Slawen eine Siedlung gegründet, woher auch die Namensgebung stammen dürfte („porecah“ = „bei den Leuten, die am Bach wohnen“). Im Jahr 1150 wurde Pörtschach erstmals urkundlich erwähnt. Die in dieser Zeit errichtete Seeburg existiert bis auf kärgliche Mauerreste nicht mehr.

Die in der Nähe errichtete Burg Leonstein ist stark verfallen, wird seit einigen Jahren jedoch wieder restauriert. Um 1490 wurde das Schloss Leonstain in unmittelbarer Nähe des heutigen Ortskerns erbaut. Heute befindet sich darin ein Hotel. Besitzer des Schlosses ist die Familie Neuscheller.

Neuzeit[Bearbeiten]

Villa Seehort

Der touristische Aufschwung kam mit den ersten Sommerfrischlern im 19. Jahrhundert, insbesondere ab der Eröffnung der Wörtherseeschifffahrt 1853. Kurz darauf, 1864, wurde Pörtschach Station der neuen Südbahn von Wien nach Italien, was den Ort zu einem beliebten Feriendomizil machte. Bekannte Gäste waren z. B. Kaiser Franz Joseph I., Gustav Mahler und Johannes Brahms. Nach den Boomjahren des Tourismus in Kärnten in den 1960er und 1970er Jahren erlebt Pörtschach wieder ein Revival als Szeneort am Wörthersee. Angepeiltes Ziel ist allerdings ein Sanfter Tourismus als Perspektive für die Zukunft.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Sommerliche Seepromenade in Pörtschach

Nach der Volkszählung 2001 hat die Gemeinde Pörtschach 2.670 Einwohner. 90,3 % besitzen die österreichische Staatsbürgerschaft, unter den Angehörigen ausländischer Nationalitäten haben Einwohner aus Kroatien (3,0 %), Deutschland (2,3 %) und Bosnien-Herzegowina (1,3 %) den größten Anteil.

Zur römisch-katholischen Kirche bekennen sich 75 % der Gemeindebevölkerung, zur evangelischen Kirche 10 % und zum Islam 1,6 %. Als konfessionslos bezeichnen sich ca. 10 %.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Pörtschach am Wörther See

Bauwerke[Bearbeiten]

Hauptstraße 220 und „Weißes Rössl“
Brahms-Haus „Weißes Rössl“

Sakralbauten[Bearbeiten]

  • Evangelische Heilandskirche
  • Pfarrkirche Hl. Johannes d. T.
  • Filialkirche Hl. Oswald
Evangelische Heilandskirche

Alfred Rinesch erbaute die Kirche zwischen 1956 und 1958, die Weihe erfolgte 1959. Sie ist mit dem evangelischen Pfarrzentrum verbunden. Man betritt einen Saalbau mit östlich angedeutetem Querhaus. Der Dachreiter ist mit Spitzhelm ausgestattet. Der schlichte Kirchenraum weist im Jahre 1989 geschaffene Betonglasfenster von Josef Tichy auf.

Pfarrkirche heiliger Johannes der Täufer

Der Vorgängerbau der jetzigen Pfarrkirche wurde urkundlich bereits im Jahre 1328 erwähnt, jedoch wird eine noch ältere Taufkirche als Filialkirche von Maria Wörth angenommen, die vermutlich an der Stelle der 1907 abgerissenen Wannekeusche stand. Seit dem Jahre 1785 ist es eine selbständige Pfarre. 1787 erfolgte der Bau der heutigen Kirche anstelle eines älteren Vorgängerbaues, die Weihe fand 1794 statt, 1891 stürzte der Turm ein, 1904-1906 gab es eine Vergrößerung und Neugestaltung der Fassade nach Plänen von Josef Viktor Fuchs.

Der mittelgroße Bau mit 5/8-Chorschluss präsentiert sich in Neorenaissanceformen, was in Kärnten einzigartig ist, mit Pilastergliederung und von Archivolten eingefasste Fenster und Nischen mit Steinfiguren von Konrad Campidell; der Fassadenturm zeigt sich mit großen, rundbogigen Schallfenstern, Spitzgiebeln und einem Zwiebelhelm. Diese Architektur-Polychromie stammt von 1904/06.

Das Langhaus ist dreischiffig, die Wandgliederung ist dem Außenbau angepasst; über dem Kehlgesims befindet sich eine Tonne mit stuckierten Feldern und gemalten biblischen Szenen; die Seitenschiffe sind von durchgehenden Emporen unterteilt. Die gemauerte dreiachsige Orgelempore ruht auf Mauerpfeilern. Figürliche Glasfenster im Chor stammen von 1905.

Der historische Hochaltar aus dem Jahre 1919 ist ein Werk von Jacob Campidell, barocke Figuren Heilige Maria und Heiliger Johannes, darüber anstelle des Mittelfensters Gemälde Christus am Kreuz (Kopie nach van Dyck) bezeichnet 1909. Zwei Seitenaltäre, 1925 von Jacob Campidell; am linken barocke Figur Sitzende Mater Dolorosa sowie Bilder Heilige Anna und Heilige Theresia; am rechten Figur heiliger Antonius von Padua; Bilder Heiliger Josef und Heiliger Georg 1925 von Adolf Campidell. – Die Kanzel stammt aus gleicher Zeit, bezeichnet renovatum 1956. Orgel von Josef Mauracher aus Sankt Florian, geweiht 1906. Zwei große Bilder in den Seitenschiffen, beide mit Stifterinschriften bezeichnet 1905; links Kopie der Sixtinischen Madonna, rechts Heiliger Josef. Neben der Kanzel Krönung Mariä (Kopie nach Velazquez) bezeichnet 1914; Kreuzweg bezeichnet F. Küss pinx. 1876

Am Sonntag, dem 26. Oktober 2008 um 15 Uhr, wurde durch Bischof Alois Schwarz im Rahmen eines Festgottesdienstes die neue Mauracher-Eisenbarth-Orgel geweiht. Das Instrument hat 30 Register auf zwei Manualen und Pedal. 13 Register stammen aus der Vorgängerorgel aus dem Jahr 1895, die von den Orgelbauern Gebrüder Mauracher (Salzburg) erbaut worden war. Die Spieltrakturen sind mechanisch, die Registertrakturen elektrisch.[1]

I Hauptwerk C–g³
1. Bordun 16'
2. Principal 8' H
3. Doppelflöte 8' H
4. Gamba 8'
5. Gemshorn 8' H
6. Octav 4' H
7. Flauto amabile 4' H
8. Quinte 2²/3'
9. Octav 2'
10. Terz 1³/5'
11. Quint 1¹/3'
12. Super-Octav 1'
13. Mixtur IV-V 2²/3'
14. Trompete 8'
Tremulant
II Schwellwerk C–g³

15. Geigenprincipal 8' H
16. Philomela 8' H
17. Salicional 8' H
18. Aeoline 8' H
19. Voix celestes 8'
20. Salicet 4' H
21. Traversflöte 4'
22. Sesquialtera II 2²/3'
23. Flautino 2'
24. Oboe 8'
Tremulant
Pedal C–
25. Subbass 16' H
26. Violon 16' H
27. Cello 8'
28. Borduna 8' H
29. Choralbass 4'
30. Posaune 16'
H = Register von 1895, ganz oder teilweise erhalten (Gebrüder Mauracher, Salzburg)
Pfarrhof

Der zweigeschossige Bau mit Walmdach und schlichter späthistorischer Fassadengliederung liegt östlich der Pfarrkirche. An der Südseite erfolgte um 1900 ein kleiner Anbau. In den Jahren 1986 bis 1988 wurde der Dachausbau und eine Neueindeckung durchgeführt, ebenso ein Innenumbau.

Mesnerhaus

Das Bauwerk liegt an der Moosburger Straße Nr. 22 nordwestlich der Pfarrkirche. Es repräsentiert einen eingeschoßigen, späthistorischen Bau, Ende 19./Anfang 20. Jahrhundert. An der Süd- und West-Seite gibt es kleine Bildnischen mit Gemälden, der Heilige Georg an der West-Wand und der Heilige Florian an der Süd-Wand.

Filialkirche heiliger Oswald
  • Der Heilige Oswald von Northumbrien wird als König mit Zepter, Prunkgefäß und Raben neben sich, der einen Ring oder Brief im Schnabel hält, dargestellt. Er wird vielfach den vierzehn Nothelfem zugerechnet. Er ist Patron der Schnitter und des Viehs. Oswald wurde um 605 als Sohn des Königs Ethelfrid geboren. Seine Schwester war die hl. Ebba, die in dem von ihm gegründeten Kloster Coldingham Äbtissin wurde und dort ein heiligmäßiges Leben führte. Nach dem Tod seines Vaters (617) floh der junge Fürst zu den Schottenmönchen nach lona, wo er im christlichen Glauben unterrichtet und getauft wurde. 634 schlug Oswald den heidnischen König Cadwalla bei Hexham, es gelang ihm die Bretonen zu vertreiben und sein Land zurückzuerobern. Fortan war er vor allem um die Einführung und Festigung des Christentums bemüht. Oswald verlobte sich mit der Tochter des heidnischen Königs von Wessex und brachte seinen künftigen Schwiegervater dazu, den christlichen Glauben anzunehmen und sein Land ebenfalls zu christianisieren. Oswald gewann nach und nach eine Art Oberherrschaft über fast ganz England. Er ließ viele Kirchen und Klöster erbauen und zeichnete sich durch sein demütiges Leben aus. Auch war er ein liebreicher Vater der Armen. Der hl. Oswald fiel in der Schlacht bei Maserfield am 5. August 642, in der ihn der Hauptkämpfer für das Heidentum, König Penda von Mercien, mit starker Übermacht angegriffen und geschlagen hatte. Seine ihm ergebenen christlichen Untertanen setzten den Leichnam des Königs in Bardney in Lincolnshire in der Klosterkirche bei. Seine rechte Hand blieb unverwest. Gleich nach seinem Tode verherrlichte Gott sein Grab durch viele Wunder, vor allem wunderbare Krankenheilungen. Durch den heiligen Oswald wurde in England der Glaube an Christus verbreitet.
  • Die ehemalige romanische Saalkirche mit quadratischem Chor und südseitigem Eingang liegt in isolierter Lage auf einer Hügelkuppe von Goritschach, einer Rotte im Osten von Pörtschach am Wörthersee. Das Bauwerk wurde im 15. Jahrhundert umgestaltet, erhielt einen polygonalen barocken Chor, der breiter und höher ist als das Langhaus, des Weiteren einen östlichen Dachreiter mit Spitzdach. Westlich gemauerte, offene Vorhalle, darin gemauerte Kanzel mit ornamentalen Feldern, reliefierte Opferstocknische bezeichnet 1542, mit gemalter, auf die Nische weisender Hand. Gotisches West-Portal gekehlt mit Rundstäben, die Türschwelle bezeichnet 1723, das Datum eines barocken Umbaues. Zweijochiges Langhaus im Barock kreuzgratgewölbt, Wandpfeiler mit Kämpfern, rechteckige Schlusssteine. Rundbogiger Triumphbogen. Im breiten Chor barocke Flachtonne mit Stichkappen. Fenster zum Teil erweitert. Im Langhaus romanische Weihekreuze. Altar um 1720 mit Figuren heiliger Oswald, heiliger Rochus und heiliger Veit zum Teil ergänzt. Leinwandbild heiliger Oswald, heiliger Rochus.

Profanbauten[Bearbeiten]

Winklern „Am Kate“
Westeinfahrt mit Häuser-Ensemble am See
  • Bahnhof aus Töschlinger Marmor
  • Hotel Schloss Seefels (erbaut von Dr. Emanuel Herrmann dem Erfinder der Postkarte)
  • BKS-Filiale an der Hauptstraße
  • Evangelisches Gemeindezentrum
  • Pfarrhof am Kirchplatz Nr. 11
  • Mesnerhaus in der Moosburger Straße Nr. 22
  • Schloss Leonstain, Hauptstraße Nr. 228
  • Burgruine Leonstain
  • Ehemalige Seeburg, südlich zu Füßen der Burg
  • Werzer Bad
  • Bootshaus der Pension Schnür
  • Parkhotel (erbaut in den Jahren 1960-63 von einer Wiener Baugesellschaft; die Gesamtplanung und Gestaltung lag in Händen des Wieners Kurt Köfer)
  • Besterhaltenes spätgründerzeitliches Seevillenensemble Kärntens
  • Villen-Ensemble nördlich der Hauptstraße in der Ost-Bucht nach Plänen von Franz Baumgartner
  • Hohe Gloriette
  • Angerer Halbinsel mit dem Wörtherseeschlössel
Seevillen[Bearbeiten]

Die bedeutendsten Vertreter der Wörthersee-Architektur waren Franz Baumgartner, Josef Victor Fuchs und Carl Langhammer.

Franz Baumgartner
Josef Victor Fuchs
Carl Langhammer
Werzer’s Bootshaus

Die erste Bootshütte von Werzer bestand ursprünglich beim alten Bad bzw. bei der Schiffsanlegestelle. Planer und Ausführender dürfte der heimische Zimmermeister Johann Rapatz gewesen sein.

1890 wurde an der heutigen Stelle ein Bootshaus für 7 Boote errichtet. So wie einige Pörtschacher Villen, stammt der Entwurf zu diesem Bootshaus von Architekt Josef Victor Fuchs. Ausführende Firma war auch in diesem Fall Zimmermeister Johann Rapatz, der auch die Errichtung das neuen Werzer Bades leitete. Bereits 1895 wurde die Bootshütte - wieder nach Plänen von Josef Victor Fuchs - erweitert.

Das im Frühjahr 1993 zum Großteil stark beschädigte Objekt wurde nach den Plänen von Peter Thaler dem ursprünglichen Zustand angepasst und von der Zimmerei Ferdinand Strutz in Krumpendorf am Wörthersee neu aufgezimmert.

Museen und Galerien[Bearbeiten]

  • Postkarten-Museum
  • Brahms-Museum
  • Galerie Tichy
  • Galerie Loisel

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Aussichtspunkt „Hohe Gloriette“
  • Kongresse, Seminare und Symposien im Congress-Center
  • Sängertreffen, Kurkonzerte, Wasserschi-Shows, Feuerwerke
  • Werzers Saison-Opening Anfang April
  • Autofreier Sonntag um den Wörther See am letzten Sonntag im April
  • Orientierungslauf-Wettbewerb im Mai
  • Triathlon im Mai
  • GTI - Wörtherseetour im Mai
  • ATP-Tennisturnier im Mai
  • Bodypainting im Juni
  • Kirchtag Ende Juni
  • Fete Blanche im Juli
  • Sankt Oswald-Kirchtag im August
  • Antiquitäten-Messe im August
  • Johannes Brahms-Wettbewerb im August/September
  • Fiat-Puch 500-Oldtimertreffen im Sommer
  • Vespa-Treffen im September
  • Stiller Advent im Dezember
Gletschertopf in Pritschitz
Napoléonlinde in Pritschitz

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

  • Gletschertopf Gleich 10 Meter nördlich der Kärntner Straße (B 83) in Pritschitz am Ostrand des Gemeindegebiets befindet sich der so genannte Gletschertopf, der sich während der zu Ende gehenden letzten Eiszeit durch herabtropfendes Gletscher-Schmelzwasser in einer zu Tage getretenen Felsformation gebildet hat. Diese glaziale Erscheinung ist sehr gut erhalten geblieben und der Gesteinsblock weist immer noch die topfförmige Vertiefung auf.
  • Napoléonlinde Ebenso in Pritschitz an der Kärntner Straße (B 83) steht dieser mehrere hundert Jahre alte Baum, in dessen Nähe Kaiser Napoléon genächtigt hatte.
  • Katharinenquelle Dieses zarte Rinnsal hat seinen Ursprung am kleinen Geisrücken in Winklern und wird als heilige Quelle geführt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Tourismus[Bearbeiten]

In Pörtschach und Umgebung sind zahlreiche Freizeitaktivitäten möglich: Golfen, Inline-Skaten, Laufen, Radfahren, Reiten, Schwimmen, Segeln, Tauchen, Tennis und Wandern gehören ebenso zur Palette der Möglichkeiten wie auch Angeln und Bogenschießen.

„Edelweiß-Bad“

Freibäder[Bearbeiten]

Es gibt zwei Eintritt freie Seezugänge mit Badesteg, Liegewiese, Rettungsball und Umkleidehäuschen. Ein Strand befindet sich unter schattenspendenden Erlen in Sallach-Süd, das andere im Besitz der Österreichischen Bundesforste befindliche Freibad zum Null-Tarif liegt vor den bekannten Ostbucht-Villen Edelweiß und Almrausch an der Hauptstraße.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus 19 Mitgliedern und setzt sich seit der letzten Gemeinderatswahl 2009 aus Mandaten der folgenden Parteien zusammen:

Direkt gewählter Bürgermeister ist Franz Arnold (FPÖ).

Wappen[Bearbeiten]

Seeburger Siegel von 1284 mit Fischmotiv

Das Motiv des Wappens von Pörtschach geht auf das älteste erhaltene Siegel der Seeburger zurück, welches auf einer Urkunde vom 5. April 1284 abgebildet ist. Es zeigt einen springenden bzw. steigenden silbernen Fisch, der ein grünes Blatt im Maul hält. Die Ursache für die Motivwahl ist unbekannt. Die Fahne ist Blau-Weiß mit eingearbeitetem Wappen. Wappen und Fahne wurden der Gemeinde am 15. Juni 1960 verliehen.[2]

Partnergemeinde[Bearbeiten]

Johannes Brahms-Büste im Pörtschacher Schlosshof Leonstein
Wahliß-Büste an der Johannes-Brahms-Promenade

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Wenn Kaiser Franz Josef I. auf Reisen ging, nächtigte er auch im „Österreichischer Hof“, einem Bauwerk des 19. Jahrhunderts gleich neben dem Bahnhof. Im Erdgeschoss des dort geführten Restaurants „Franzl“ gibt es an der Südwand ein überlebensgroßes Gemälde mit der Darstellung Franz Josefs I.

Im Innenhof von Schloss Leonstain erinnert eine Büste an den Komponisten Johannes Brahms, der die Sommer 1877 bis 1879 in Pörtschach verbrachte. Johannes Brahms, der große Meister der Töne, schrieb 1877 an Clara Schumann: „Erzählen will ich, dass ich hier in Pörtschach am See ausstieg, mit der Absicht, den nächsten Tag nach Wien zu fahren. Doch der erste Tag war so schön, dass ich den zweiten durchaus bleiben musste. Der zweite aber so schön, dass ich für’s erste weiter bleibe.“

Daraus wurden drei Jahre.

Mit Geburtsort Pörtschach[Bearbeiten]

Mit Wirkungsort Pörtschach[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Pörtschach am Wörther See. Die Bücherstube am Wörther See, Pörtschach 1958.
  • Pörtschach-Chronik. MGV Pörtschach [zum 80jährigen Jubiläum] (Hrsg.). Mit einer kulturgeschichtl. Einleitung von Hans Samitz. Carinthia, Klagenfurt 1969.
  • Robert Gratzer: Pörtschach – großes Dorf an der Straßen. Eine Geschichte Pörtschachs. Männergesangsverein Pörtschach anlässlich des Festes seines hundertjährigen Bestehens (Hrsg.). Heyn, Klagenfurt 1989, ISBN 3-85366-310-9
  • Christian Fastl: Pörtschach. In: Oesterreichisches Musiklexikon. Online-Ausgabe, Wien 2002 ff., ISBN 3-7001-3077-5; Druckausgabe: Band 4, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2005, ISBN 3-7001-3046-5.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pörtschach am Wörther See – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Zur Orgel der Pfarrkirche
  2. Angaben nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 216