Pöschendorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Pöschendorf
Pöschendorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Pöschendorf hervorgehoben
54.0383333333339.4923Koordinaten: 54° 2′ N, 9° 29′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Steinburg
Amt: Schenefeld
Höhe: 23 m ü. NHN
Fläche: 6,06 km²
Einwohner: 267 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 44 Einwohner je km²
Postleitzahl: 25560
Vorwahl: 04892
Kfz-Kennzeichen: IZ
Gemeindeschlüssel: 01 0 61 085
Adresse der Amtsverwaltung: Mühlenstraße 2
25560 Schenefeld
Webpräsenz: www.poeschendorf.de
Bürgermeister: Norbert Graf (AKW)
Lage der Gemeinde Pöschendorf im Kreis Steinburg
Karte

Pöschendorf ist eine Gemeinde im Kreis Steinburg in Schleswig-Holstein und zählt zur Metropolregion Hamburg.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Pöschendorf liegt etwa 12 km nördlich von Itzehoe und direkt südlich von Schenefeld an der Bundesstraße 430. Wenige Kilometer westlich verläuft die Bundesautobahn 23 von Itzehoe nach Heide. Durch den Ort fließt der Pöschendorfer Graben. Zur Gemeinde gehören die Ortsteile Klint, Holzbaum, Hohenesch und Breitenfelde.

Geschichte[Bearbeiten]

Bereits in der Steinzeit haben Menschen auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Pöschendorf gelebt. Zeugnis hierfür ist der Krinkberg, eine Gruppe von Hügelgräbern, wovon einst mindestens 29 in der Umgebung nachweisbar waren.

Als typisches karolingisches Hufendorf hat Pöschendorf seinen Ortsnamen vermutlich um 811 n. Chr. von fränkischen Eroberern erhalten. Davor lebten die Menschen in der Gegend auf weit zerstreut liegenden Einzelhöfen. Eine geschlossene dörfliche Siedlung vor dem 9. Jahrhundert ist nicht nachweisbar. Charakteristisch für Ortsgründungen im frühen Mittelalter ist die Aufteilung der Felder in so genannte Fränkische Hufe. Diese streng festgelegten langen und relativ schmalen Agrarflächen sind noch heute auf Satellitenbildern von Pöschendorf deutlich zu sehen.

Unmittelbar am Krinkberg befand sich bis in die Neuzeit eine verkehrsgeografisch wichtige Kreuzung des westlichen Ochsenweges. Dieser zentrale Verkehrspunkt soll zu Ostern ein Sammelplatz der ersten Christen in Holstein gewesen sein. Hiervon leitet sich der Ortsname ab[2] [3]: Das christliche Osterfest hieß im Norden über Jahrhunderte mittelhochdeutsch Paschen, skandinavisch Påske, mittelniederdeutsch PÄÂschen, niederdeutsch (plattdeutsch) PÂÖschen. Gesprochen wurde und wird teilweise noch heute in Pöschendorf Niederdeutsch. Da es in der plattdeutschen Aussprache kein kurzes „a“ gibt, wird Paschen hier immer mit einem Umlaut ausgesprochen (Diphthong aë, ao, aö). Bis ins 19. Jahrhundert sind in der Literatur die hochdeutsche Schreibweise Paschendorf und/oder die niederdeutsche Bezeichnung Pöschendorf zu finden. Erst seit 1867, als Schleswig-Holstein preußische Provinz wurde, ist die offizielle Schreibweise Pöschendorf.[4]

Im Jahre 1885 wurden bei Ausgrabungen am Krinkberg wertvolle Schätze aus verschiedenen Epochen gefunden. Darunter waren 91 Münzen aus dem 8. Jahrhundert sowie der vergoldete Bronzebeschlag eines Schwertknaufes und andere Waffen. Auf dem Pöschendorfer Wappen sind aus diesem Fund ein grünes Schild, ein goldenes Schwert und zwei silberne frühmittelalterliche Münzen abgebildet. Auf der linken Münze steht die Aufschrift CAROLUS; auf der rechten ist die Prägung DORSTAD zu sehen. Carolus ist Karl der Große, der im 8. und 9. Jahrhundert auch im Norden viele Siedlungen begründet und in Dorstad (Dorestad), der bedeutendsten friesischen Handelsstadt zu dieser Zeit, nahe dem heutigen Utrecht, ein Münzhaus hatte. Die gewölbte Teilungslinie im Schildhaupt des Wappens stellt den Krinkberg als Fundort und somit die Verbindung zwischen Besiedlung in der Bronzezeit und Dorfgründung in der Karolingerzeit dar[5] [6].

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Beliebte Ausflugs- und Wanderziele sind der archäologisch bedeutsame Krinkberg, der große Mischwald Richtung Looft sowie die Pöschendorfer Doppeleiche. Sie gilt als Prachtexemplar, da nur in sehr seltenen Fällen zwei junge Bäume bereits im oder am Boden zu einem Stamm zusammen wachsen und eine gemeinsame Krone bilden. Ähnlich der Doppeleiche in Pinneberg ist auf den ersten Blick kein zweiter Stamm zu erkennen. Die Pöschendorfer Eiche hat jedoch an der ersten Gabelung eine deutliche "Narbe", die bei Bäumen aus zwei Trieben Zwiesel (Botanik) genannt wird.[7]

Politik[Bearbeiten]

Seit der Kommunalwahl 2008 belegt die Wählergemeinschaft AKW alle neun Sitze in der Gemeindevertretung.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pöschendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2013 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. [1]
  3. [2]
  4. [3]
  5. [4]
  6. [5]
  7. Offizielle Website