P. L. Travers

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P. L. Travers (ca. 1924)

Pamela Lynwood Travers (auch Pamela Lyndon Travers; * 9. August 1899 in Maryborough, Queensland, Australien; † 23. April 1996 in London; eigentlich Helen Lynwood Goff) war eine australische Schriftstellerin. Weltweite Bekanntheit erreichte sie durch ihre Kinderbücher um das magische Kindermädchen Mary Poppins und deren erfolgreiche Verfilmung.

Leben[Bearbeiten]

P. L. Travers wurde als Helen Lyndon Goff in Australien geboren; in der Literatur werden sowohl der 9. August 1899 als auch der 14. März 1906 als Geburtsdatum genannt. Ihr Vater Travers Goff war ein Büroangestellter aus London, der nach Australien ausgewandert war und dort eine Tochter aus reicher Familie geheiratet hatte.[1]

Helen Goff war die älteste von drei Töchtern und wuchs in wohlhabender Umgebung auf, bis sie sieben Jahre alt war. Dann starb ihr Vater und ließ die Familie in Armut zurück. Mit siebzehn Jahren verließ sie ihre Familie, um als Schauspielerin zu arbeiten, nachdem sie Unterricht bei dem Schauspieler Lawrence Campbell genommen hatte.[1] 1923 zog sie nach England. Kurz darauf veröffentlichte sie erste Arbeiten unter dem Vornamen ihres Vaters und arbeitete als Tänzerin, Dichterin und Shakespeare-Darstellerin. Besondere Affinität hatte sie zur irischen Kultur und dem Dichter William Butler Yeats, auch weil ihr Vater ihr fälschlicherweise erzählt hatte, er sei irischer Herkunft.[1] Später erzählte sie, sie sei mit lediglich zehn Pfund in England eingetroffen, lebte aber in Wirklichkeit in einem teuren Apartment, das ihr von reichen Verwandten finanziert wurde, gemeinsam mit ihrer Freundin Madge Burnand, mit der sie eine Liebesbeziehung gehabt haben soll.[1]

1940 adoptierte P. L. Travers ein sechs Monate altes Baby, Camillus, einen von zwei Zwillingsjungen einer armen Familie irischer Herkunft. Sie brachte den Jungen nach Sussex und schließlich in die Vereinigten Staaten.[1] In dieser Zeit war Travers für das britische Informationsministerium tätig. Die Erfahrungen, die sie dabei machte, verarbeitete sie in dem Roman I Go By The Sea, I Go By Land (1941). Er handelt von britischen Kindern, die wegen der Luftangriffe auf London in die USA geschickt werden.

Nach ihrer Rückkehr aus den USA wurde Travers eine Anhängerin des Esoterikers Georges I. Gurdjieff, den ihr Sohn „Vater“ nennen musste.[1]

Erst im Alter von siebzehn Jahren erfuhr Camillus Travers, dass er adoptiert war und noch einen Zwillingsbruder hatte. Travers versuchte, den Kontakt mit seinem Bruder Anthony zu unterbinden. Obwohl beide Männer unter vollkommen verschiedenen Umständen aufwuchsen – der eine wohlhabend, der andere arm –, wurden beide Alkoholiker; Anthony starb einsam im Jahre 2005 und wurde in Anwesenheit seines betrunkenen Bruders beerdigt, der die Beerdigung auch bezahlt hatte. Camillus, der mit der englischen Schauspielerin Frances White verheiratet gewesen war, starb 2011. Aus Angst, dass er sein Erbe vertrinken würde, vererbte ihm P. L. Travers ihr Geld als Treuhandvermögen, das später den Enkeln zugute kommen sollte.[1]

1977 erhielt P. L. Travers für ihr literarisches Wirken die Auszeichnung OBE (Officer of the Order of the British Empire).

Werke[Bearbeiten]

P. L. Travers’ bekanntestes Werk sind die Geschichten über das magische Kindermädchen Mary Poppins. Der erste Band erschien 1934 und war sogleich erfolgreich. Das Manuskript hat Travers in einem Cottage in Sussex geschrieben, wo sie sich gemeinsam mit ihrer Freundin Burnand zeitweilig aufhielt.[1] 1935 und 1943 erschienen weitere Bände. Danach sollte nach dem Willen der Autorin Schluss sein. Sie ließ sich allerdings von den Bitten der Leser erweichen und schrieb weitere fünf Bücher über das magiebegabte Kindermädchen.

Bibliografie[Bearbeiten]

  • Mary Poppins (Mary Poppins, 1934), Dressler Verlag, ISBN 3-7915-3577-3 oder 3-7915-3505-6
  • Mary Poppins kommt wieder (Mary Poppins Comes Back, 1935 ), Dressler Verlag, ISBN 3-7915-3578-1 oder 3-7915-3511-0
  • Mary Poppins öffnet die Tür (Mary Poppins Opens the Door, 1943), Dressler Verlag, ISBN 3-7915-3516-1
  • Mary Poppins im Park (Mary Poppins in the Park, 1952), Dressler Verlag, ISBN 3-7915-3523-4
  • Mary Poppins from A to Z, 1962
  • Mary Poppins in the Kitchen, 1975
  • Mary Poppins in Cherry Tree Lane, 1982
  • Mary Poppins and the House Next Door, 1988
  • I Go By The Sea, I Go By Land, 1941
  • The Fox At the Manger, 1963
  • In Search of the Hero: The Continuing Relevance of Myth and Fairy Tales, 1970
  • Friend Monkey, 1971
  • About The Sleeping Beauty, 1975
  • Two Pairs of Shoes, 1980
  • What the Bee Knows: Reflections on Myth, Symbol and Story, 1989

Verfilmungen[Bearbeiten]

Mit dem Mary-Poppins-Film von Walt Disney aus dem Jahr 1964, an dessen Drehbuchkonzeption Travers mitgewirkt hatte, war sie überhaupt nicht einverstanden. Sie fand die Musik der Sherman-Brüder unpassend, das Kindermädchen nicht streng genug und die Umsetzung insgesamt zu süßlich. Außerdem missfielen ihr die Animationen. Deswegen weigerte sie sich auch, die Filmrechte an einem der anderen Bände zu veräußern, obwohl Disney danach fragte.[2]

Der Film Saving Mr. Banks aus dem Jahr 2013 zeigt ihre Zusammenarbeit mit Disney für den Mary-Poppins-Film. Emma Thompson spielt Travers, und Walt Disney wird von Tom Hanks dargestellt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Valerie Lawson: Mary Poppins, she wrote: the life of P. L. Travers. Simon & Schuster, New York 2006. (Originaltitel: Out of the sky she came: the life of P. L. Travers, creator of Mary Poppins. Hodder, Sydney 1999.)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatDavid Jones: How the sexual adventuress who created Mary Poppins wrecked the lives of two innocent boys: Exploits of P L Travers that you won't see in new film Saving Mr Banks. Mail Online, 25. Oktober 2013, abgerufen am 27. November 2013 (englisch).
  2. http://unterhaltung.t-online.de/autoren-die-ihre-buchverfilmungen-hassten/id_57648458/tid_embedded/sid_40814220/si_0/index

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: P. L. Travers – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien