PAL-V

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Das PAL-V ist ein dreirädriges Flugauto. Das Konzept kombiniert die Neigetechnik für Straßenfahrzeuge der Firma Carver (Carver One) mit den Flugeigenschaften eines Tragschraubers. Die ersten Testflüge des Prototyps fanden im März 2012 statt. Das Fahrzeug soll ab 2015 an Serienkunden ausgeliefert werden. Der Name PAL-V ist ein Akronym und steht für Personal Air and Land Vehicle, zu deutsch Persönliches Luft- und Land-Fahrzeug.

Konstruktion[Bearbeiten]

Erste Pläne für das PAL-V gab es bereits vor 2004.[1] Das Konzept beruht auf den Entwürfen des niederländischen Ingenieurs John Bakker unter dem Firmendach von PAL-V Europe BV.

Für den Flugbetrieb wird der Prototyp über einen Druckpropeller von einem Rotationskolbenmotor des Schweizer Herstellers Mistral angetrieben, der 148 kW (200 PS) leistet.[2] Der Rotor wird passiv durch den Fahrtwind in Drehung versetzt und erzeugt dadurch den nötigen Auftrieb. Während der Fahrt am Boden werden Rotor, Antriebspropeller und Leitwerk eingeklappt. Der Motor gibt seine Kraft dann über einen Kettenantrieb an die Hinterräder weiter.

Das PAL-V ist als Zweisitzer ausgelegt und erreicht sowohl am Boden als auch in der Luft eine Spitzengeschwindigkeit von 180 km/h.[3] Für Starts und Landungen wird eine Piste von maximal 200 m Länge und 30 m Breite benötigt.

Bis August 2012 absolvierte der Prototyp bereits 15 Flugstunden, dabei zeigte sich, dass eine Landreichweite von 1200 km und eine Flugreichweite von 500 km realistisch sind. Ein weiterer Prototyp soll bis 2013 fertiggestellt werden um eine Zertifizierung des PAL-V nach FAR CS 27 zu erreichen. Nach aktuellen Plänen soll die Zertifizierung bis Mitte 2015 erreicht sein und eine Vorserienproduktion aufgenommen werden.[4]

Nutzung[Bearbeiten]

Nach Angaben des Unternehmens genügt das PAL-V sowohl den amtlichen Vorschriften für Kraftfahrzeuge als auch den Anforderungen an Luftfahrzeuge nach FAR CS 27. Somit kann es legal am Boden und in der Luft bewegt werden. Für den Betrieb in der Luft ist ein Privatpilotenschein (PPL) mit der entsprechenden Musterberechtigung erforderlich; am Boden wird ein Autoführerschein benötigt.

In den meisten Ländern Europas sind Starts und Landungen für Privatpiloten bisher nur auf ausgewiesenen Flugplätzen erlaubt. Langfristig hoffen die Entwickler auf eine Veränderung des Individualverkehrs, so dass ein flexibler Wechsel von der Straße in die Luft möglich wird. Dafür werden jedoch eine Vielzahl kleiner Startplätze benötigt, die sich wie Parkplätze am Straßenrand befinden sollen. Des Weiteren gibt es Überlegungen, mit der Hilfe der Satellitennavigation im Luftraum „Autobahnen" anzulegen.[5]

Das Unternehmen berücksichtigt bei der Vermarktung speziell Notärzte und andere Sonderanwender. Im Jahr 2008 gab die niederländische Polizei bekannt, dass sie am Kauf von 40 PAL-V grundsätzlich interessiert sei.[6] Der Stückpreis soll etwa 200.000 - 300.000 Euro betragen.

Technische Daten[Bearbeiten]

Kenngröße Daten Pal-V (Zielwerte)[7]
Besatzung 1
Passagiere 1
Länge 4,00 m
Breite 1,60 m
Höhe 1,60 m
Leermasse 680 kg
Nutzlast 230 kg
max. Gewicht 910 kg
Höchstgeschwindigkeit 180 km/h (sowohl auf dem Boden als auch in der Luft)
Mindestgeschwindigkeit (Flugbetrieb) 50 km/h
Landestrecke ca. 30 m
Startstrecke ca. 165 m
Reichweite max. 1200 km (Boden) / 500 km (Luft)
Motorleistung 172 kW (230 PS)
Treibstoff zunächst nur Benzin, später auch Diesel oder Ethanol
Verbrauch 8,3 l/100 km (Boden), 36 l/h (Luft)

Referenzen[Bearbeiten]

  1. PAL-V hoping to lead personal transportation revolution gizmag.com, 2004
  2. Flügel Das Magazin, Nr 116, 4/2012, S. 49
  3. PAL-V flying car makes successful first test flight gizmag.com, 2. April 2012
  4. Flügel Das Magazin, Nr 116, 4/2012, S. 49
  5. Flugautos gehen in Serien-Fertigung B.Z., 9. Januar 2011
  6. Politie ziet wel toekomst in patrouille met vliegende auto bndestem.nl, 1. Juli 2008
  7. Herstellerangaben

Weblinks[Bearbeiten]