PEZ (Marke)

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PEZ-Logo
PEZ-Bonbons

PEZ ist eine österreichische Süßigkeiten-Marke.

Die Anfänge von PEZ[Bearbeiten]

Im Jahr 1927 erfand der Oberösterreicher Eduard Haas III. das PEZ-Bonbon. Seine Idee war, Rauchern eine gesunde Alternative zur Zigarette zu bieten. Deshalb waren die ersten PEZ-Spender in ihrer Form auch einem Feuerzeug nachempfunden. Er schuf dafür Pfefferminz-Bonbons aus gepresstem Zucker und Pfefferminzöl. Davon leitet sich auch der Name der Marke ab: PEZ entstand aus dem ersten, mittleren und letzten Buchstaben des Wortes „Pfefferminz“.

Ein PEZ-Spender in Aktion
Kleine Sammlung von Figuren


PEZ-Bonbons wurden anfangs noch in kleinen Blechdosen verkauft, im Jahr 1949 erfolgte die Erfindung der PEZ-Box: ein Spender mit Knips-Ausgabemechanismus aus Kunststoff, damals – zielgruppengemäß – in Form eines Feuerzeugs. Im Laufe der 1950er Jahre erkannte Eduard Haas das Potential, das das Produkt bei Kindern hat: Daraufhin ließ er fruchtige Geschmacksrichtungen entwickeln und setzte den PEZ-Spendern die Köpfe von Comic-Figuren auf. Die Disney-Figuren Mickey und Donald machten dabei 1962[1] den Anfang. Disney und PEZ sind seit damals wichtige Partner geblieben. [2]

Bekannt sind auch die Automaten von PEZ. Der erste wurde 1956 am Wiener Westbahnhof aufgestellt.[3]

Die Spender-Boxen als Kultgegenstände[Bearbeiten]

Seit der Erfindung wurde eine Vielzahl unterschiedlicher Spender entwickelt: Die Spenderbasis blieb dabei immer dieselbe, die Köpfe änderten sich aktuellen Trends entsprechend. Im Lauf der Jahre hat sich PEZ zu einer bei Sammlern beliebten Marke entwickelt. Die Spender werden bei Auktionen gehandelt.

Von 1927 an wurde PEZ von „PEZ-Girls“ beworben. Insbesondere die Bilder von Gerhard Brause, der ab den 1950ern bis in die 1970er für den grafischen Auftritt von PEZ verantwortlich war, sind heute noch beliebt. Sprachlich beworben wurde PEZ in den frühen Jahren mit dem Slogan „Rauchen verboten, PEZen erlaubt“.

PEZ ist heute in über 80 Ländern der Welt erhältlich. Neben Europa sind die USA (Markteintritt 1953, eigene Niederlassung in Orange, Connecticut) und Japan (Markteintritt 1972) die wichtigsten Märkte. Weltweit sind 730 Mitarbeiter beschäftigt, 80 Millionen Spender und 4,6 Milliarden PEZ-Bonbons werden jährlich produziert. Dabei werden die Bonbons im oberösterreichischen Traun, in Ungarn und den USA hergestellt, die PEZ-Boxen in Ungarn und China. Rund die Hälfte aller PEZ-Bonbons wird dabei in den Vereinigten Staaten konsumiert.

2007 hat PEZ die traditionsreiche Wiener Bonbon-Marke Egger aufgekauft. Egger produziert neben österreichischen Klassikern wie Sportgummi, Hustinetten oder Eibischteig auch eine Reihe weiterer Husten- sowie Biobonbons. Mit dem Kauf von Egger hat PEZ sein Produktions-Know-How somit stark erweitert. Zur Produktpalette gehören neben den klassischen PEZ-Bonbons und –Spendern daher mittlerweile auch Fruchtgummi-Bonbons (PEZ soft), Plüsch-Spender (PEZ friends), diverse saisonale Produkte, Geschenkartikel sowie lizenzierte und unlizenzierte Traubenzucker- und Brausebonbons.

Einer (widerlegten) Legende nach soll die Sammelleidenschaft der Gattin von Pierre Omidyar, die PEZ-Spender sammelte, zur Gründung von eBay geführt haben[4][3][5].

Fruchtgummi in PEZ-Form[Bearbeiten]

Seit August 2011 hat PEZ sein Sortiment um ein weiteres Produkt erweitert: PEZ Soft. Sowohl die Bonbons als auch die Spender unterscheiden sich deutlich von den bekannten Produkten. Statt der Bonbons gibt es in dieser Produktreihe weiche Fruchtgummis. Statt der bekannten PEZ-Spender gibt es sogenannte "Action-Spender", mit denen die Fruchtgummis herauskatapultiert werden können. Die Fruchtgummis sind in zwei Geschmacksvarianten erhältlich (einerseits Tropic und andererseits eher klassische Früchte: Erdbeer, Himbeer, Kirsche, Orange, Apfel), sind laktose- und glutenfrei und werden ohne künstliche Farben und Aromen hergestellt.

PEZ Mint zuckerfrei[Bearbeiten]

Seit Herbst 2012 gibt es PEZ auch als zuckerfreies Mint Bonbon. Die Bonbons sind gemeinsam mit silbernen Spendern in der Urform der PEZ Box erhältlich, oder in silbernen Döschen mit Retro-Aufdrucken.

Inhaltsstoffe und Nährwerte[Bearbeiten]

Nach Herstellerangaben sind PEZ glutenfrei und enthalten keine tierischen Bestandteile oder Rohstoffe aus tierischem Ursprung. 100 g PEZ beinhalten folgende Nährstoffe: 94,6 g Kohlenhydrat (davon 94,6 g Zucker), 1,6 g Fett (davon 1,6 g gesättigte Fettsäuren) und 330 mg Natrium.

Zutaten nach Packungsangaben: Zucker, Glukosesirup, Säuerungsmittel (Citronensäure), Säureregulator (Trinatriumcitrat), gehärtetes Pflanzenfett, Emulgator (Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren), Aroma.

Unternehmen[Bearbeiten]

Im Unternehmen waren 2007, im 80. Bestandsjahr, weltweit 770 Mitarbeiter beschäftigt, davon 105 im Stammhaus in Traun in Oberösterreich. Zu zwei Dritteln ist das Unternehmen im Besitz der Gründerfamilie Haas.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kult - PEZ-Zuckerspender jetzt als MP3-Player vom 26. März 2005, abgerufen am 12. April 2011
  2. "Haas Eduard III erzählt aus seinem Leben", Martina Verlagsgesellschaft m.b.H., Wien 1982.
  3. a b Kult: Die PEZ-Blondine auf ORF, abgerufen am 12. April 2011
  4. a b Österreichs Kult-Zuckerl expandiert auf Oe24 vom 29. Jänner 2007, abgerufen am 12. April 2011
  5. Kultobjekt Pez-Spender - Im Bann der Zuckerspucker

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: PEZ – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien