PLUNA

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PLUNA
Logo der PLUNA
Bombardier CRJ900 der PLUNA
IATA-Code: PU
ICAO-Code: PUA
Rufzeichen: PLUNA
Gründung: 1936
Betrieb eingestellt: 2012
Sitz: Montevideo, UruguayUruguay Uruguay
Drehkreuz:

Flughafen Montevideo

Heimatflughafen: Flughafen Montevideo
Unternehmensform: Aktiengesellschaft
Leitung: Matías Campiani
Mitarbeiterzahl: 500[1]
Vielfliegerprogramm: FlyClub
Flottenstärke: 13
Ziele: National und international
PLUNA hat den Betrieb 2012 eingestellt. Die kursiv gesetzten Angaben beziehen sich auf den letzten Stand vor Einstellung des Betriebes.

PLUNA (kurz für Primera Línea Uruguaya de Navegación Aérea) war eine Fluggesellschaft mit Sitz in Montevideo, Uruguay und Basis auf dem Flughafen Montevideo.

Geschichte[Bearbeiten]

Gegründet wurde die Fluggesellschaft im September 1936 von den Brüdern Jorge Márquez Vaesa und Alberto Márquez Vaesa, mit finanzieller und technischer Unterstützung des damaligen britischen Botschafters, Sir Eugene Millington-Drake. Die Airline flog zwei de Havilland-Dragonfly-Maschinen, welche fünf Passagiere aufnehmen konnten. Die Flugzeuge hatten die Namen Churrinche und San Alberto zu Ehren des Vaters der Gründer. Man flog von Montevideo aus nach Salto und nach Paysandú. Im ersten Rechnungsjahr flog Pluna 2.600 Passagiere, für diese Zeit ein großer Erfolg. Man transportierte außerdem 20.000 Briefe und 70.000 Zeitungen.

In den 40er Jahren expandierte PLUNA und flog nun, mit Porto Alegre in Brasilien, ab 1947 auch internationale Ziele an. Kurz darauf kamen São Paulo und Santa Cruz in Brasilien, sowie Buenos Aires, Rosario und Córdoba in Argentinien hinzu. 1951 wurde die Fluggesellschaft verstaatlicht.

In den nächsten drei Jahrzehnten verlangsamte sich das Wachstum des Unternehmens. Die Fluggesellschaft war eine der ersten, die Jetflugzeuge verwendeten. PLUNA flog Ende der 70er Jahre auch den John F. Kennedy International Airport in New York und Miami, Florida an. In den 80er Jahren begann man auch die Städte Madrid, Asunción, Rio de Janeiro und Santiago de Chile anzufliegen, flog aber nicht mehr nach New York und Miami. In dieser Zeit florierte Punta del Este als Zentrum des Tourismus, wovon PLUNA profitierte. Ebenso wurde ein eigenes Büro in Tel Aviv eröffnet, da Argentinien und Uruguay große jüdische Gemeinden haben.[2]

In den 90er-Jahren kam die Fluggesellschaft in erhebliche finanzielle Schwierigkeiten und 1994 verkaufte die Regierung 49 % an Varig. 2012 führte PLUNA pro Woche 200 Flüge durch und setzte werksneue Bombardier CRJ900 ein. Die ehemals eingesetzten Boeing 737 und Boeing 757 wurden bis Ende 2008 ausgemustert und durch weitere neue CRJ900 ersetzt.

PLUNA gehörte bis zum 11. Juni 2005 zu 48 % dem uruguayischen Staat, 49 % gehörten VARIG, 2 % gehören Victor Mesa und 1 % gehört den Mitarbeitern der Fluggesellschaft. Als Varig bankrottging, übernahm der Staat diese Anteile wieder und hielt damit 98 %. Die Gesellschaft schrieb aber weiterhin rote Zahlen. Im Januar 2007 wurde begonnen, Pluna zu privatisieren. LeadGate, ein Konsortium aus Deutschland, den USA, Argentinien und Uruguay, übernahm die Fluggesellschaft. Die bis dahin für Haddsch-Flüge zwischen Nigeria und Saudi-Arabien sowie für Flüge nach Madrid vorgehaltenen Maschinen vom Typ Boeing 757, Boeing 737-200, Boeing 737-300 und Boeing 767-300ER wurden abgestoßen und es wurde komplett auf Bombardier-Maschinen umgestellt.

2007 wurde eine neue Lackierung eingeführt, mit der die Bombardier CRJ900 bereits ab Werk ausgeliefert wurden.

Am 5. Juli 2012 beschloss die Regierung Uruguays, die finanziell angeschlagene PLUNA zu liquidieren - sie stellte noch am selben Tag den Betrieb ein.[3]

Am 7. November 2013 stellte der uruguayische Oberste Gerichtshof die Verfassungswidrigkeit des Gesetzes fest, mit dem die Liquidation der Fluggesellschaft gebilligt wurde, womit auch die Zukunft des Nachfolgeunternehmens Alas U im Unklaren ist.[4]

Flugziele[Bearbeiten]

PLUNA verband Montevideo und Punta del Este und flog darüber hinaus international Buenos Aires, Córdoba, São Paulo, Rio de Janeiro, Florianópolis, Porto Alegre, Asunción und Santiago de Chile an.

Flotte[Bearbeiten]

Mit Stand März 2012 bestand die Flotte der PLUNA aus 13 Flugzeugen[5]:

Darüber hinaus betrieb PLUNA u.a. folgende Flugzeugtypen:[6]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. www.aerosecure.de: Sicherheitsprofil von PLUNA 22. Januar 2010
  2. Vgl. Aero Nr 5/2008, S.44 ff.
  3. ar.reuters.com - Uruguay liquidará aerolínea Pluna,suspende vuelos:fuente Gobierno (spanisch) 5. Juli 2012
  4. SCJ declara inconstitucional ley de liquidación de Pluna - Las alas del deseo (spanisch) auf www.montevideo.com.uy vom 7. November 2013, abgerufen am 7. November 2013
  5. ch-aviation.ch – Flotte der PLUNA (englisch) abgerufen am 06.März.2012
  6. Davies, R.E.G., Airlines of Latin America since 1919, London 1984, S.653-654

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: PLUNA – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien