Paarbildung (Physik)
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Unter Paarbildung (auch Paarerzeugung genannt) versteht man in der Teilchenphysik die Bildung eines Teilchen-Antiteilchen-Paares aus einem energiereichen Photon. Die Energie des Photons muss dabei mindestens der Summe der Ruheenergien der zu erzeugenden Teilchen entsprechen. Ein Spezialfall der Paarbildung ist die Triplettbildung. Den zur Paarbildung entgegengesetzten Prozess, bei dem ein Teilchen-Antiteilchen-Paar vernichtet wird, nennt man Annihilation.
[Bearbeiten] Beispiel Elektron-Positron-Erzeugung
Ein Beispiel hierfür ist die Bildung eines Elektron-Positron-Paares durch die Wechselwirkung eines Photons mit dem elektrischen Feld eines Atomkerns, wodurch fast die gesamte Energie des Photons umgewandelt wird in die Ruhemasse der beiden Teilchen und ihre kinetische Energie.
In der genauen Energiebilanz muss noch der Rückstoß des Atomkerns betrachtet werden, in dessen Feld die Paarbildung abläuft. Die Schwellenenergie ist
Dabei ist M die Masse des wechselwirkenden Kerns und me die Ruhemasse des Elektrons.
Der Faktor
kann im Allgemeinen vernachlässigt werden (Beispiel HPGe-Detektor: Ge-Kern, :
).
Für eine Paarbildung im Feld eines Elektrons statt eines Atomkerns (siehe Triplettbildung) ergibt sich jedoch die rund doppelt so hohe Schwellenenergie
.
Bei der Wechselwirkung von Gammastrahlung genügender Energie (mindestens 1,022 MeV, das doppelte der Ruheenergie von Elektron bzw. Positron) mit Materie kann je nach Ordnungszahl die Paarbildung der vorherrschende Prozess sein. Sie stellt im Wortsinne keine Ionisation dar, ist aber im praktischen Sinne damit gleichzusetzen, da elektrische Ladungen frei werden und da die beiden erzeugten Teilchen ihrerseits weiter ionisieren können.
Paarbildung kann z. B. in Blasenkammeraufnahmen (direkt) beobachtet werden.
[Bearbeiten] Festkörperphysik
Der in der in der Festkörperphysik auftretende Paarungsbegriff, die für die Supraleitung wichtige Cooper-Paarung, entspricht der Elementarteilchen-Paarbildung, wenn man Teilchen bzw. Antiteilchen durch Festkörperelektronen mit entgegengesetztem Impuls,
bzw.
, und entgegengesetztem Spindrehimpuls
bzw.
und Photonen durch Phononen (Schall-Quanten) ersetzt. Der untere Teil des Feynman-Diagramms aus dem vorigen Abschnitt entspricht dabei der Entstehung der Supraleitung durch Elektron-Phonon-Kopplung: Aus der Coulomb-Kopplungsstärke des Atoms, Ze, wird g, die Elektron-Phonon-Kopplungsstärke im Festkörper; die Doppellinien sind durch einfache, von unten nach oben gerichtete Festköperelektron-Linien zu ersetzen, mit der Beschriftung
(unterhalb des Vertex) bzw.
(oberhalb). Ferner wird die Beschriftung
ersetzt durch
, d.h. statt der γ-Quanten sind die Träger der Kopplung jetzt die (longitudinalen) Phononen. Schließlich sind rechts, außer einem erneuten Faktor g, statt der mit e+ bezeichneten Linie und der Linie unmittelbar oberhalb des unteren rechten Vertex wiederum Festkörperelektron-Linien einzusetzen, aber jetzt mit der Beschriftung
bzw.
.
e.

