Paco de Lucía

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Paco de Lucía (* 21. Dezember 1947 in Algeciras, Provinz Cádiz als Francisco Sánchez Gómez; † 26. Februar 2014 in Cancún, Mexiko[1]) war ein spanischer Gitarrist und galt als Großmeister der Flamenco-Gitarre. Er pflegte den traditionellen Flamenco und bereicherte diesen um neue Elemente, vorrangig um Klassik und Jazz.[2] Seine Brüder Ramón de Algeciras und Pepe de Lucía waren bzw. sind ebenfalls Flamenco-Musiker.

Paco de Lucía, 2007

Leben[Bearbeiten]

Paco de Lucía erhielt mit fünf Jahren von seinem Vater die erste Gitarre. Dieser war selbst Gitarrist und brachte ihm die ersten Schritte auf dem Instrument bei. Mit elf Jahren hatte Paco de Lucía seinen ersten öffentlichen Auftritt und erhielt ein Jahr später auf dem Festival von Jerez de la Frontera einen Spezialpreis. Mit 15 Jahren nahm er als Mitglied des Ensembles von José Greco an der ersten Auslandstournee teil. Mit 17 nahm er zusammen mit Ricardo Modrega die erste Schallplatte auf und mit 20 Jahren brachte er seine erste Soloplatte heraus.

In dieser Zeit begann er seine langjährige Zusammenarbeit mit dem populären Flamencosänger Camarón de la Isla, die großen Einfluss auf das Werk und die Popularität von Paco de Lucía haben sollte. Zwischen 1969 und 1984 entstanden zwölf Produktionen der beiden.

Paco de Lucía Anfang der 1980er

Parallel entstanden jedoch auch elf Produktionen mit dem eher traditionell orientierten Sänger Fosforito. Weitere Sänger, mit denen de Lucía auftrat: Bambino, Chato de la Isla, Enrique Montoya, Juan el de la Vara, Antonio Mairena und El Sevillano.

Den internationalen Durchbruch schaffte der 26-jährige de Lucía 1973 mit der Einspielung Fuente y Caudal und dem Hit Entre dos Aguas.

Ab 1977 unternahm de Lucía mit den Jazzgitarristen Al Di Meola und John McLaughlin zahlreiche Tourneen,[3] die 1996 mit dem Studioalbum The Trio vorerst endeten. Sie spielten 1980 das Livealbum Friday Night in San Francisco ein, das sich weltweit über zwei Millionen Mal verkaufte. 1982 folgte das Studioalbum Passion, Grace & Fire.

1983 lieferte er die Filmmusik zu Carlos Sauras Musik- und Flamenco-Film Carmen, wobei er sich in dem Film selbst darstellte.

Durch den Kontakt mit den vielseitigen Weltgitarristen bewies de Lucía seine Offenheit und Experimentierfreude, blieb jedoch nach wie vor dem Flamenco treu. In einem Interview erklärte er: „Ich habe nicht die Stile vermischt, sondern einfach mit Musikern anderer Sparten zusammengespielt.“ Paco de Lucía beschäftigte sich zudem mit klassischer Musik. Bekannte Interpretationen sind beispielsweise Interpreta a Manuel de Falla, Doce canciones de García Lorca oder das Concierto de Aranjuez, das er im Beisein des Komponisten Joaquín Rodrigo aufnahm.

Paco de Lucía erlag am 26. Februar 2014 in Cancún einem Herzinfarkt.[1] Er hinterließ aus seiner ersten Ehe die Kinder Casilda, Lucía und Francisco sowie Antonia und Diego aus zweiter Ehe.[4]

Wirkungsgebiet[Bearbeiten]

Paco de Lucía pflegte die Flamenco-Tradition, entwickelte jedoch gleichzeitig seinen eigenen Stil. Sein perlender, harmonischer und glasklarer Gitarrenklang hat viele heutige Flamenco-Gitarristen beeinflusst. Bei der Begleitung des cante bereicherte er die Liedmelodien durch neue Akkorde auf der Gitarre.

Seine Platten aus den 1970er und 1980er Jahren mit dem vielseitigen Sänger Camarón de la Isla und mit Fosforito gelten heute als Klassiker.

Er probierte gern neue Stile aus und spielte mit Musikern anderer Richtungen zusammen. Sehr bekannt wurde die 1995 veröffentlichte, spanisch anmutende Komposition Have You Ever Really Loved A Woman von Bryan Adams aus dem Film Don Juan DeMarco, bei der de Lucía als Begleitgitarrist mitwirkte. Auch im deutschsprachigen Sektor hat er Kooperationen ausprobiert. Auf dem Album Sphinx der deutschsprachigen Künstlerin Julia Neigel ist er bei dem Lied Paradies als Solist zu hören. [5]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Paco de Lucía wurde 2004 mit dem Prinz-von-Asturien-Preis, der alljährlich in mehreren Kategorien wie Sport, Geisteswissenschaften, Eintracht oder internationale Kommunikation vergeben wird, in der Kategorie „arte“ ausgezeichnet. In derselben Kategorie wurden auch schon Pedro Almodovar, Woody Allen und 2007 Bob Dylan geehrt. Al Verte Las Floras Lloran mit Camarón de la Isla (1969) wurde in die Liste The Wire’s “100 Records That Set The World On Fire (While No One Was Listening)” aufgenommen.

Diskografie[Bearbeiten]

  • 1965: Dos guitarras flamencas von Ricardo Modrego
  • 1965: Dos guitarras flamencas en stereo von Ricardo Modrego
  • 1965: Doce canciones de García Lorca para guitarra von Ricardo Modrego
  • 1967: Dos guitarras flamencas en America Latina von Ramón de Algeciras
  • 1967: Canciones andaluzas para dos guitarras von Ramón de Algeciras
  • 1967: La fabulosa guitarra de Paco de Lucía
  • 1969: Hispanoamerica
  • 1969: Fantasía flamenca
  • 1971: Recital de guitarra
  • 1972: El duende flamenco
  • 1972: soy grande por ser gitano, mit Camarón de la Isla
  • 1973: Fuente y caudal
  • 1975: Entre Dos Aguas (LP Philips 6328 179)
  • 1975: En vivo desde el teatro real, Live-Aufnahme aus dem Teatro Real
  • 1976: Almoraima, mit maurischem Einfluss und einer virtuosen Sevillana (Cobre)
  • 1978: Interpreta a Manuel de Falla
  • 1981: Castro Marín (mit Larry Coryell und John McLaughlin)
  • 1980: Friday Night in San Francisco, mit Al di Meola und John McLaughlin (kein Flamenco, viel Improvisation)
  • 1981: Solo quiero caminar – The Paco de Lucía Sextett
  • 1983: Passion, grace and fire von Al Di Meola y John McLaughlin
  • 1984: Live one summer night Paco de Lucía Sextett
  • 1986: Entre dos aguas
  • 1987: Siroco
  • 1988: Sound Patio – Flamenco Guitar
  • 1990: Zyryab
  • 1991: Concierto de Aranjuez von Joaquín Rodrigo (Klassik, mit dem Orquesta de Cadaques unter der Leitung von Edmon Colomer)
  • 1993: Live in America Paco de Lucía Sextett
  • 1996: The guitar trio mit Al Di Meola und John McLaughlin
  • 1997: Canciones andaluzas para dos guitarras Paco de Lucía und Ramón de Algeciras
  • 1998: Luzia
  • 2004: Cositas Buenas
  • 2012: En Vivo - Conciertos Live in Spain 2010

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Paco de Lucía – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatAusnahme-Gitarrist Paco De Lucia verstorben. Rolling Stone, 26. Februar 2014, abgerufen am 26. Februar 2014.
  2. Ralf Dombrowski: Zum Tode von Paco de Lucía: Der Freigeist des Flamenco. In: Spiegel Online, 26. Februar 2014, abgerufen am 4. März 2014.
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatJongleure am Griffbrett. Der Spiegel, 17. August 1981, abgerufen am 26. Februar 2014.
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatLos grandes amores de Paco de Lucía. 26. Februar 2014, abgerufen am 26. Februar 2014.
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatJule Neigel Band ‎– Sphinx. discogs, abgerufen am 13. August 2012.