Paderborn

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Paderborn
Paderborn
Deutschlandkarte, Position der Stadt Paderborn hervorgehoben
51.7194444444448.7572222222222110Koordinaten: 51° 43′ N, 8° 45′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Detmold
Kreis: Paderborn
Höhe: 110 m ü. NHN
Fläche: 179,6 km²
Einwohner: 143.575 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 799 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 33098–33109
Vorwahlen: 05251, 05252, 05254, 05293
Kfz-Kennzeichen: PB
Gemeindeschlüssel: 05 7 74 032
Stadtgliederung: Kernstadt und
7 Stadtbezirke
Adresse der
Stadtverwaltung:
Am Abdinghof 11
33098 Paderborn
Webpräsenz: www.paderborn.de
Bürgermeister: Michael Dreier (CDU)
Lage von Paderborn im Kreis Paderborn
Hessen Hochsauerlandkreis Kreis Gütersloh Kreis Höxter Kreis Lippe Kreis Soest Altenbeken Bad Lippspringe Bad Wünnenberg Borchen Büren (Westfalen) Delbrück Hövelhof Lichtenau (Westfalen) Paderborn SalzkottenKarte
Über dieses Bild
Die Südseite des Paderborner Doms
Das im Weserrenaissance-Stil erbaute Schloss Neuhaus

Die Stadt Paderborn (im paderbornischen Platt: Paterboärn[2]) ist eine etwa 146.000 Einwohner zählende Großstadt im Osten des deutschen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Sie ist die kreisangehörige Kreisstadt des Kreises Paderborn, Oberzentrum und Mittelpunkt der Region Hochstift Paderborn. Darüber hinaus ist Paderborn größte Stadt im Süden der Region Ostwestfalen-Lippe. Der Name Paderborn setzt sich zusammen aus Pader (der Fluss, an dem die Stadt liegt) und Born, einer früheren Bezeichnung für Quelle.

Bereits 1614 wurde in Paderborn die erste Universität Westfalens gegründet, sie ist heute eine selbständige Theologische Fakultät. Eine neue Universität gibt es seit 1972. Seit dem frühen 9. Jahrhundert ist die Stadt Sitz des Bistums Paderborn, das 1930 zum Erzbistum erhoben wurde. Bis 1802/03 war Paderborn Hauptstadt des Fürstbistums Paderborn. Die Stadt erhielt ihre heutigen Grenzen 1975 durch Eingliederung umliegender Gemeinden im Zuge der Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Die Einwohnerzahl stieg dadurch auf über 100.000, was Paderborn zur Großstadt werden ließ.

Inhaltsverzeichnis

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Paderborn liegt im südöstlichen Winkel der Westfälischen Tieflandsbucht, am Fuß der hier nach Süden und Osten ansteigenden Paderborner Hochfläche. Östlich der Stadt erhebt sich das Eggegebirge als Teil vom Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge. Die Stadt entstand im Quellgebiet der Pader, wo einige Teiche aus etwa 200 Karstquellen gespeist werden, die Anziehungspunkt für frühe Siedler und verehrungswürdig als Wunder oder Heiligtum gewesen sein dürften, wovon heute noch der unmittelbar benachbarte Dom zeugt. Die Pader ist mit 4 km Länge kürzeste Fluss Deutschlands. Sie mündet in Schloß Neuhaus in die Lippe, die dort auch die Alme aufnimmt. Viele stehende Gewässer bereichern Paderborner Ausflugsgebiete, u. a. Altensenner See, Lippesee, Padersee, Nesthauser See, Nesthausergrundsee, Heddinghausersee, Rothesee, Habichtsee, Güsenhofsee, Waldsee, die drei Talleseen sowie die Fischteiche. Der höchste Punkt im Stadtgebiet befindet sich im Stadtteil Neuenbeken bei 347 m ü. NN (51° 44′ 10,2″ N, 8° 53′ 31,1″ O51.7361718.891973), der niedrigste in Sande bei 94 m (51° 45′ 23,9″ N, 8° 38′ 38,4″ O51.756638.644008).

Geologie[Bearbeiten]

Geothermische Ergiebigkeit des Stadtgebiets

Der Untergrund des Gemeindegebiets besteht vorrangig aus Mergelkalkstein der Oberkreide. Er ist tektonisch wenig gestört, schwach nach Westen zum Inneren der Münsterländer Bucht geneigt und wird dort von jüngerem Tonmergelstein des Emscher-Mergels überdeckt. Die Gesteine liegen über einem Sockel aus gefalteten Gesteinen aus Devon und Karbon. Das Flachland westlich von Paderborn wird von meist sandigem Lockergestein des Quartärs über Kreide bedeckt. Es besteht aus eiszeitlichen Ablagerungen wie Grundmoräne und Schmelzwassersanden, wie auch aus Flusssedimenten der Lippe, Alme und Pader.

Das oberste Grundwasserstockwerk im Stadtgebiet wird gebildet aus Sanden der Senne und Flusssanden und –kiesen der Lippe, Pader und Alme. Örtlich wird dieses Grundwasser für Einzelversorgungen genutzt. Die unter den Sanden liegenden Festgesteine des Erdmittelalters sind gut durchlässige, aber verschmutzungsgefährdete Karstgrundwasserleiter. Im Norden des Stadtgebiets sind sie von Emscher-Mergel überlagert, der nur gering durchlässig ist. Unterhalb dieses Mergels wird das Karstgrundwasser gestaut, das aus Süden heranfließt. Es tritt in einer Vielzahl von Quellen auf einer Linie zwischen dem innerstädtischen Riemeke-Viertel und Marienloh an die Oberfläche; die hier entspringende Pader beispielsweise tritt in mehr als 200 Einzelquellen aus. Dieses Karstgrundwasser hat Trinkwasserqualität und wird in Verbindung mit dem Porengrundwasser aus der Boker Heide und dem Wasserwerk Diebesweg zur Versorgung der Kernstadt und der östlichen Stadtteile genutzt. Die südlichen Stadtteile werden aus der Aabach-Talsperre mit Trinkwasser versorgt und Benhausen und Neuenbeken erhalten das Trinkwasser über das Wasserwerk Altenbeken-Hossengrund aus Gesteinen der Unterkreide und des Unteren Muschelkalks.

Paderborn verfügt über eine bedeutende Zementindustrie, die Mergelkalksteine der Oberkreide abbaut. Sand und in geringerem Umfang Kies des Quartärs wird als Schüttgut, Bausand und zur Kalksandsteinherstellung genutzt. Als Ziegelrohstoff findet ebenfalls aus dem Quartär stammender Ton und Schluff des Quartärs Verwendung.

Die Paderborner Hochfläche macht den östlichen Teil des Stadtgebiets aus. Dort sind die Mergelkalksteine der Oberkreide an der Oberfläche zu einer rund 50 cm mächtigen, nährstoffreichen Braunerde aus tonigem Lehm verwittert. Örtliche Ablagerungen von Löss des Eiszeitalters sind infolge von Rodungen im Mittelalter erodiert und bilden in Trockentälern Kolluvien. Im Westen des Stadtgebiets herrschen saure, nährstoffarme Podsole vor, die im Unterboden zum Teil mit Ortstein durchsetzt sind. In den Rinnen, Tälern und Niederungen sind die Ablagerungen der Fließgewässer bis dicht an die Bodenoberfläche mit Grundwasser gefüllt. Die dabei entstandenen Gleye werden als Grünland genutzt. Die breiten Talauen von Alme und Lippe sind vorrangig von Auenböden bedeckt.[3]

Die Eignung von Paderborn für die Nutzung von geothermischen Wärmequellen mittels Erdwärmesonde und für die Wärmegewinnung durch Wärmepumpen ist örtlich sehr unterschiedlich ausgeprägt. Weite Teile des Stadtgebiets eignen sich mittelmäßig für die Nutzung, einzelne Standorte auf einer Linie von Schloß Neuhaus/Marienloh nach Elsen/Wewer eignen sich nicht. Mit dem beginnenden Anstieg Richtung Eggegebirge im östlichen Stadtgebiet verbessert sich die Nutzbarkeit (vgl. dazu die nebenstehende Karte).[4]

Ausdehnung und Nutzung des Stadtgebiets[Bearbeiten]

Die als „kleine Großstadt“ klassifizierte Stadt bedeckt eine Fläche von 179,38 km². Den größten Flächenanteil nehmen Wald- und Landwirtschaftsfläche mit zusammen etwa 62,1 % ein, Siedlungs- und Verkehrsfläche bedecken weitere rund 30 %.[5] Die größte Ausdehnung in Nordsüdrichtung ist etwa 16,4 km, in Ostwestrichtung etwa 17,7 km.

Fläche
nach Nutzungsart
Landwirt-
schaftsfläche
Wald-
fläche
Gebäude-, Frei-
und Betriebsfläche
Verkehrs-
fläche
Wasser-
fläche
Sport- und
Grünfläche
sonstige
Nutzung
Fläche in km² 82,89 28,53 36,52 17,24 4,86 6,93 2,43
Anteil an Gesamtfläche 46,21 % 15,90 % 20,36 % 9,61 % 2,71 % 3,86 % 1,35 %

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an Paderborn (im Uhrzeigersinn beginnend im Norden): Hövelhof, Bad Lippspringe, Altenbeken, Lichtenau, Borchen, Salzkotten und Delbrück (alle Kreis Paderborn). Die nächstgelegenen Großstädte sind Bielefeld, Göttingen, Kassel und Hamm.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Stadtbezirke[Bearbeiten]

Nach Paragraph 3 der Hauptsatzung der Stadt unterteilt sich Paderborn in die sieben Stadtbezirke Paderborn-Benhausen, Paderborn-Dahl, Paderborn-Elsen, Paderborn-Marienloh, Paderborn-Neuenbeken, Paderborn-Schloß Neuhaus/Sande und Paderborn-Wewer. In den Stadtbezirken Schloß Neuhaus/Sande und Elsen werden vom Rat der Stadt nach jeder Kommunalwahl Bezirksausschüsse eingerichtet. Für die übrigen Bezirke wählt der Rat der Stadt jeweils einen Ortsvorsteher. Ferner gibt es in den Stadtbezirken Schloß Neuhaus/Sande und Elsen jeweils eine Bezirksverwaltungsstelle. Die Bezirksausschüsse und die Ortsvorsteher sollen die Belange des Stadtteiles gegenüber dem Rat wahrnehmen und können auch bestimmte Aufgaben der laufenden Verwaltung übertragen bekommen.[6] Kein Bezirk im Sinne der Hauptsatzung ist die „Kernstadt“ Paderborns, die das nicht zu den Bezirken gehörende Gebiet umfasst; sie entspricht der Stadt in den Grenzen vor 1969.

Stadtteile[Bearbeiten]

Paragraph 4 der Hauptsatzung definiert die Stadtteile Benhausen, Dahl, Elsen, Marienloh, Neuenbeken, Schloß Neuhaus, Sande und Wewer[6], die jedoch keine weitere Bedeutung für die Verwaltung der Stadt haben und ohnehin bis auf die zu einem Bezirk zusammengefassten Schloß Neuhaus und Sande jeweils einem gebietsidentischen Bezirk entsprechen. Kein Stadtteil im Sinne der Hauptsatzung ist die „Kernstadt“ Paderborns, die das Gebiet Stadt Paderborn im Gebietsstand von vor 1969 umfasst. Marienloh und Wewer waren vor 1969 eigenständige Gemeinden; die restlichen Stadtteile waren bis 1974 selbständige Gemeinden. Folgende Tabelle zeigt die Einwohnerzahlen der Stadtteile:

Ortsteil Einwohner1 Stadtbezirke/-teile von Paderborn
Paderborn subdivisions.svg
Schloß Neuhaus 25.576
Elsen 16.081
Wewer 6.933
Sande 5.907
Marienloh 2.955
Dahl 2.762
Neuenbeken 2.266
Benhausen 2.362
Gesamt 64.842

1Stand 31. Mai 2013 (ohne Nebenwohnungen)[7]

In der Kernstadt wohnen 78.561 Paderborner (55,1 % aller Einwohner; Stand 31. Dezember 2008).[8] Der Mietpreis liegt durchschnittlich bei 6,45 €/m².[9]

Weitere Gliederung[Bearbeiten]

Neben der offiziellen Einteilung der Stadt gemäß Hauptsatzung gibt es für einige städtische Gebiete ohne eigene politische Vertretung und zumeist ohne klare Grenzen eigenständige Namen, wobei das Bewusstsein lokaler Identität in einigen davon besonders ausgeprägt ist: Innenstadt, Talle, Stadtheide, Auf dem Dören, Kaukenberg, Auf der Lieth, Goldgrund, Südstadt, Riemekeviertel, Wilhelmshöhe, Lichtenfelde, An den Fischteichen, Berliner Ring, Elsen Bahnhof, Gesseln, Nesthausen, Sennelager und Mastbruch.

Klima[Bearbeiten]

Hauptartikel: Klima in Ostwestfalen-Lippe

Geschichte[Bearbeiten]

Vor- und Frühgeschichte[Bearbeiten]

Einzelne Siedlungsfunde im Paderborner Land lassen sich ab Ende der Altsteinzeit und der zurückgehenden Vergletscherung mit Ausklingen der Eiszeiten nachweisen. Es gibt mehrere Fundstätten von mittelsteinzeitlichen Lagerplätzen, größeren Erdwerken und jungsteinzeitlichen Steinkistengräbern, außerdem bronzezeitliche Hügelgräber und feste Wohnplätze mindestens seit der vorrömischen Eisenzeit. In der Römerzeit gehörte Paderborn generell zum Siedlungsbereich der Westgermanen und damit über die Jahrhunderte zum Gebiet verschiedener Stämme. Zur Zeit des römischen Nachschublagers nahe Anreppen einige Kilometer westlich, das im Jahr 4 n. Chr. angelegt und in der Folge der römischen Niederlage in der Varusschlacht nur wenige Jahre bestand, waren dies etwa die Marser und die Cherusker (die sich beide auch an der Varusschlacht beteiligt hatten). Es gilt als unwahrscheinlich, dass dieses Lager das östlichste Römerlager entlang der Lippe war. Es wird vielmehr als wahrscheinlich angenommen, dass sich ein weiteres, noch unentdecktes Lager (eventuell das östlichste) nahe den Quellen der Lippe oder der Pader im Raum Paderborn befunden haben muss.

Die große mittelalterliche Handwerkersiedlung Balhorn entlang der Alme im Westen der Stadt (Balhorner Feld, heute zwischen dem Stadtzentrum und dem Stadtteil Wewer), am Schnittpunkt von Hellweg und Frankfurter Weg (via regia), existierte bis zu ihrem Niedergang wahrscheinlich mindestens seit der Zeit um Christi Geburt. Zur Zeit der Völkerwanderung etwa von 300-600 kam es bis auf wenige Ausnahmen zum Abbruch der Siedlungskontinuität und zum Wüstfallen einzelner germanischer Siedlungen im Raum Paderborn.

Frühmittelalter[Bearbeiten]

Im 7. Jahrhundert etablierten sich die von Norden eindringenden Sachsenstämme, im Großraum Paderborn die Engern (westlich davon die Westfalen, östlich die Ostfalen). 772 begannen die auf der Reichsversammlung von Worms beschlossenen fränkischen Sachsenkriege. In der Folge fiel Karl der Große in das Gebiet der Engern von Süden her über die via regia ein. 776 hielt sich Karl der Große nach (bei Zeitgenossen nicht unumstrittener) gewaltsamer Unterwerfung der heidnischen Sachsenstämme in Paderborn auf. Es kam zur Begründung der Pfalz und Karlsburg an den Paderquellen zur Christianisierung der Sachsen.[10] 777 fand der erste Reichstag und eine Missionssynode unter Karl dem Großen in Paderborn statt. Gleichzeitig war dies die erste offizielle Namensnennung der Siedlung an den Paderquellen (patris brunna). Weitere Reichsversammlungen Karls in Paderborn fanden unter anderem in den Jahren 780, 782, 783, 785, 799 statt. Nach langen Kämpfen, mehreren Aufständen der Sachsen und mit der entscheidenden Schlacht auf dem Sintfeld südlich von Paderborn gehörte die Stadt ab 794 zum Frankenreich. 799 traf sich Papst Leo III., der vor einem Aufstand aus Rom flüchten musste, mit Karl dem Großen auf der Paderborner Pfalz, um dessen Hilfe zu erbitten. Gegenleistung war die Zusage zur Krönung Karls zum Kaiser, die im Jahr 800 in Rom erfolgte. Außerdem wurde das Bistum Paderborn gegründet, aus dem das heutige Erzbistum Paderborn hervorging. Der Baubeginn der ersten Vorgängerkirche des heutigen Paderborner Doms fällt ebenfalls in das Jahr 799. Der erste Bischof von Paderborn war 806 der ursprünglich als Geisel unter Franken aufgewachsene Sachse Hathumar. Er ließ den Dom vergrößern und erstmals eine gemauerte Befestigung um die Siedlung in Domnähe, die Domfreiheit, anlegen.

Eine Reichsversammlung in Paderborn 815 unter Kaiser Ludwig dem Frommen beschloss die Gründung erstens des Klosters Neu-Corbie, dem späteren Corvey und zweitens des neuen Bistum Hildesheim mit Einsetzung des aus Reims stammenden Kanonikers Gunthar als erstem Bischof von Hildesheim; er erhielt ein Schutz- und Immunitätsdiplom Ludwigs des Frommen.[11] 822 verlieh Ludwig der Fromme dem Bistum Paderborn unter Bischof Badurad das Münzrecht. Zur Festigung des neuen christlichen Glaubens unter den konvertierten Sachsen wurden die Reliquien des heiligen Liborius 836 von Le Mans nach Paderborn überführt. Damit begann die älteste Städtepartnerschaft in Europa.

Nach der Aufteilung des Fränkischen Reiches im Vertrag von Verdun gehörte Paderborn ab 843 zum ostfränkischen Reich unter Ludwig dem Deutschen und war in diesem späteren Alten Reich Hauptstadt des gleichnamigen Hochstiftes.

Die im Reich marodierenden Ungarn konnten Paderborn auch bei ihrem dritten Feldzug 924 nicht einnehmen, was der Standhaftigkeit der inoffiziellen Bürgerwehr zu verdanken war. Nach dem von König Heinrich I. erlassenen Gesetz zur Wehrverfassung der Städte entstand eine offizielle Bürgerwehr zur Stadtverteidigung, was durch den dafür zu leistenden Bürgereid die Existenz eines offiziellen Stadtrechts voraussetzte. Es wird spekuliert, dass Paderborns gute Befestigung und seine inoffizielle Bürgerwehr dem König als Vorbild für das Gesetz dienten. Die offizielle Bürgerwehr bestand bis zu ihrem Verbot im Jahr 1806.

Hochmittelalter[Bearbeiten]

Im Jahre 1000 wütete in der Stadt ein Großbrand, dem auch die Pfalz und der frühe Dom zum Opfer fielen. 1002 fand in Paderborn die Königskrönung von Kunigunde (Gemahlin von Heinrich II.) statt. Ein neuer Dom entstand 1009–1015, begonnen von Meinwerk (Bischof bis 1036), von dem die beiden heutigen kleinen Rundtürme stammen. Er gründete außerdem das Benediktinerkloster Abdinghof (1019) und das Stift Busdorf, ließ Bischofspalast und Bartholomäuskapelle erbauen und erneuerte die Befestigungen von Hathumars karolingischer Burgstadt und Bürgerstadt.

Nach dem Tod des Kurfürsten und Erzbischofs von Mainz, des Erzkanzlers des Kaiserreiches, wurde Paderborn 1011 aus der weltlichen Abhängigkeit von Mainz entlassen und zum reichsunmittelbaren Bistum erhoben.

Die erstmalige urkundliche Nennung von Paderborn als Stadt stammt von 1028.

Von 1051 bis 1076 ließ Bischof Imad den Dom mit dem heutigen großen Westturm (von 1068) weiter bauen und erweiterte[12] zwischen 1060 und 1071 die Busdorfkirche. 1058 fiel in Paderborn einer zweiten großen Feuersbrunst fast die ganze Stadt zum Opfer. Bereits 1133 gab es einen weiteren großen Stadtbrand.

Die äußere Stadtbefestigung existierte nachweislich 1146 in der Ausdehnung des heute noch sichtbaren Kernrings (Beschreibung in einer Papstbulle an Bischof Bernhard I.). Nach einem weiteren großen Brand 1165 im Westen der Stadt entstanden Marktkirche und Abdinghof neu.

Aus dem Jahr 1222 datiert die älteste erhaltene Urkunde mit einem Stadtsiegel. Im gleichen Jahr revoltierten die Bürger gegen die Bischofsherrschaft. König Heinrich VII. schränkte 1225 die Macht des bischöflichen Grafen stark ein und gewährte der Bürgerschaft Privilegien. 1241 wurde der Stadtname „Paderborn“ endgültig festgelegt.

Kaiser Friedrich II. verlieh 1247 Bischof Simon I. zur Lippe (bis 1277) als Erstem den Titel „Fürstbischof“.

Spätmittelalter[Bearbeiten]

1254 wurde Paderborn als Hansestadt erwähnt. Ein Jahr später verlegte der Bischof seinen Sitz zeitweise nach Neuhaus. Die erste Erwähnung eines Rathauses findet sich im Jahr 1279, als ein Brot- und Biergericht erwirkt wurde. 1289 wütete in der ganzen Stadt eine große Feuersbrunst. 1295 ist Paderborn als Mitglied der Hanse urkundlich genannt. Hier kreuzten sich die wichtigen Handelswege Nord/Süd (die Via Regia Bremen-Frankfurt) und West/Ost (der Hellweg AachenKönigsberg).

Bischof Bernhard V. bekräftigte 1327 das Recht auf freie Ratswahl. 1340 gab es erneut einen großen Stadtbrand. Während der Regentschaft (1341–1361) von Fürstbischof Balduin von Steinfurt dezimierte die grassierende Pest die Stadtbevölkerung. 1370 verlegte der Fürstbischof seine Residenz endgültig nach Schloß Neuhaus.

Das Kurfürstentum und Erzbistum Köln, das jahrzehntelang versucht hatte, sich das Bistum Paderborn gewaltsam einzuverleiben, schloss 1449 Frieden mit Paderborn, ebenso der Landgraf von Hessen, was 33 Jahre währte. Nach einem Feldzug gegen Graf Otto von Waldeck nach dessen Raubzügen im Bistum (Plünderung von Lichtenau) 1474 kam es ein Jahr später auch zum Friedensschluss mit Waldeck.

Frühe Neuzeit[Bearbeiten]

Der große Stadtbrand im Jahre 1506 hatte den Mangel an Löschmöglichkeiten offenbart, was den Bau einer künstlichen Wasserversorgung bewirkte (die „Wasserkunst“ an der Dielenpader). Mit der Fertigstellung von Pumpstation und Leitungen im Jahr 1523 erhielt Paderborn sein erstes eigenes Leitungsnetz. 1571 hatte Paderborn etwa 5.400 Einwohner.

Im Zeitalter der Konfessionalisierung wurde die Paderborner Stadtbevölkerung mehrheitlich evangelisch, meist gegen den bischöflichen Landesherrn. Nach einem Aufruhr in der Domfreiheit (1528) kam es zu Fraktionierungen und mitunter bürgerkriegsähnlichen Revolten unter der Bevölkerung, die bis 1604 anhielten. Der neue Glauben fand 1555 auf Druck des Volkes hin erste gesetzliche Anerkennung. Mit Heinrich IV. bekannte sich kurzzeitig selbst der Fürstbischof zur neuen Konfession. Er ritt 1578 mit seiner Ehefrau in Paderborn ein. Mit seinem Tod 1585 setzte die „Gegenreformation“ ein, wofür das Domkapitel die Jesuiten nach Paderborn holte. Im „Kampf um Paderborn“ kam es 1604 zur Hinrichtung des protestantischen Bürgermeisters Liborius Wichert (alternativ Wickard oder Wichard) und die Stadt verlor ihre Selbständigkeit an den katholischen Fürstbischof. 1612 ist das Gründungsjahr des Theodorianums. Von 1613 bis 1618 entstand das heutige Rathaus im Stil der Weserrenaissance. 1614 gründeten die Jesuiten eine Universität, die bis zu ihrer Auflösung 1818 die älteste Universität Westfalens war. 1618 gab es in Paderborn nachweislich 300 brauende Bürger. Christian von Braunschweig raubte 1622 den Liborischrein und schmolz ihn ein (s. Pfaffenfeindtaler), nachdem dessen protestantische Truppen durch Verrat problemlos in die Stadt eindringen konnten. Fünf Jahre später (1627) wurden die Liborireliquien aber zurückgegeben. 1630 schrieb Friedrich von Spee im Paderborner Jesuitenkolleg die „Cautio Criminalis“ gegen den Hexenwahn.

Die Stadt erlebte im Dreißigjährigen Krieg insgesamt 16 Belagerungen und wurde durch Beschuss, Einnahmen und Plünderung mehrfach schwerstens in Mitleidenschaft gezogen. Unter Feldmarschall Carl Gustav Wrangel kam es 1646 zur Schleifung durch Hessische und Schwedische Truppen. Die Reparatur der Kriegsschäden an der Stadtbefestigung konnten 1651 abgeschlossen werden. 1652 wurde in der Schänke am Eckkamp Nr. 66 (einer an dieser Stelle angebrachten Gedenktafel zufolge) erstmals das Kartenspiel Sechsundsechzig gespielt, es ist daher auch unter dem Namen Paderbörnern bekannt.

1658 gründeten die Augustiner-Chorfrauen das Michaelskloster mit dem Gymnasium St. Michael Paderborn die älteste Mädchenschule in NRW. Von 1661 bis 1683 herrschte Bischof Ferdinand von Fürstenberg. 1661 begann der Bau der Franziskanerkirche, 1686 folgte die Michaelskirche.

Clemens August von Bayern regierte von 1719 als 1761 Fürstbischof. Im Siebenjährigen Krieg stellte er sich gegen Preußen. Der Krieg wurde für seine Besitzungen zu einer schweren Belastungsprobe, sodass sogar die Existenz des Hochstifts Paderborn auf dem Spiel stand.[13] Fürstbischof Wilhelm Anton von der Asseburg verlasste 1769 die Gründung der Brandversicherungsgesellschaft in Paderborn. 1770 eröffnete er das erste Waisenhaus in Paderborn. Ab 1772 ließ er das „Paderbornische Intelligenzblatt“ auflegen. Nach der Aufhebung des Jesuitenordens 1773 reorganisierte er die Paderborner Universität, übernahm Gymnasium und Universität in seine unmittelbare Aufsicht und errichtete ein Jahr später zusätzliche Lehrstühle für Recht und französische Sprache. 1777 gründete er zur besseren Betreuung des künftigen Klerus das erste Paderborner Priesterseminar. Das 18. Jahrhundert war darüber hinaus durch die Bautätigkeit des Barockbaumeisters Franz Christoph Nagel geprägt.

Moderne[Bearbeiten]

In den Jahren 1802/1803 fiel das Hochstift infolge der Säkularisation an Preußen, und der Fürstbischof verlor sein weltliches Amt als Fürst. Die napoleonischen Truppen nahmen schließlich 1806 kampflos die Stadt ein und verboten die Bürgerwehr. Die bestand allerdings als inoffizielle Garde bis 1830 weiter, verlor jedoch mehr und mehr an Zuständigkeit. Von 1807 bis 1813 gehörte Paderborn zum napoleonischen Königreich Westphalen.

1809 begann die Jahrzehnte dauernde Abtragung der Schanzenanlagen vor den Stadttoren.

1803/04 isolierte Friedrich Sertürner, ein Apotheker aus Neuhaus, in einem Haus am Marktplatz erstmals Morphin aus Opium.

Paderborn kam infolge des Wiener Kongresses (1815) endgültig zu Preußen und wurde 1816 Sitz eines Kreises und 1815 mit dem Einzug des Füsilier-Bataillons des 2. Westfälischen Infanterie-Regiments Nr. 15 wieder Garnisonsstadt.[14] Darüber hinaus waren von 1851 bis 1914 das 1. Westfälische Husaren-Regiment Nr. 8[15] und von 1897 bis 1914 das 7. Lothringische Infanterie-Regiment Nr. 158 in Paderborn stationiert.[16]

1818 löste die preußische Regierung die Universität Paderborn auf. Nachdem 1825 bereits eine Berufspolizei in Paderborn eingeführt worden war, wurde 1831 die Bürgerwehr als Bürger-Schützen-Verein neu gegründet, der noch heute besteht.

Zu den ältesten Strecken in der Geschichte der Eisenbahn in Deutschland gehört die 1850 von der Königlich-Westfälischen Eisenbahn-Gesellschaft eröffnete Verbindung Paderborn-Hamm, erstes Teilstück der Bahnstrecke Hamm–Warburg. 1853 folgte die mit dem Altenbekener Viadukt über das Eggegebirge führende Strecke Paderborn-Warburg, wo Anschluss an die von der Friedrich-Wilhelms-Nordbahn-Gesellschaft (FWNB) errichtete Bahnstrecke nach Kassel bestand.

1854 entstand eine Gaserzeugungsanstalt, die ab 1855 u. a. eine gasbetriebene Straßenbeleuchtung ermöglichte.

Die evangelische Gemeinde erhielt 1863 die Abdinghofkirche. Ein Großfeuer, der sogenannte „Ükernbrand“, vernichtete 1875 den Stadtbereich Ükern und griff auch auf den Dom über. 1879 wurde der Weiler Dören (Gemeinde Benhausen) eingemeindet. Zwei Jahre später übertrug der preußische Staat die Stadtmauer kostenlos an die Stadt. Dieses Ende der staatlichen Erhaltungspflicht führte wegen des schlechten Erhaltungszustandes der Mauer zu deren forciertem Abbau; zudem behinderte sie die Stadtexpansion.

1890 entstand der erste Truppenübungsplatz bei Sennelager nördlich der Stadt. Von 1898 bis 1906 eröffneten verschiedene Eisenbahnstrecken ihren Betrieb: von Paderborn in Richtung Büren (Westfalen) (Almetal-Bahn) (1898), in Richtung Bielefeld (Senne-Bahn) (1902) und in Richtung Lippspringe (1906). 1909 war das Gründungsjahr der Paderborner Elektrizitäts- und Straßenbahn-Aktiengesellschaft (PESAG).

Als Auswirkung der Lateranverträge vom 11. Februar 1929 wurde das Bistum Paderborn 1930 durch das Preußenkonkordat zum Erzbistum erhoben. Seither ist die Stadt Sitz der Mitteldeutschen Kirchenprovinz (Erzbistum Paderborn).

Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs (1939) hatte Paderborn 42.490 Einwohner, nach dem Krieg noch 29.033. Insbesondere am 17. Januar und 27. März 1945 zerstörten schwere alliierte Luftangriffe auf Paderborn über 85 % der Stadt.

Paderborn im Nationalsozialismus[Bearbeiten]

Mahnmal für die ermordeten Juden Paderborns

In der Zeit der Weimarer Republik war Paderborn eine Hochburg der katholischen Zentrumspartei, die fast immer eine absolute Mehrheit erreichte. 1929 entstand der erste NSDAP-Ortsverband in Paderborn, der zuerst noch sehr klein war, sich aber schon bald Straßenschlachten mit der KPD lieferte. Nach der Machtergreifung Adolf Hitlers am 30. Januar 1933 wurden auch schon bald Hitler und der damalige Reichspräsident Paul von Hindenburg zu Ehrenbürgern ernannt. Bei der Reichstagswahl am 5. März 1933 (44.429 abgegebene Stimmen) blieb die NSDAP mit 10.544 Stimmen aber weit hinter der Zentrumspartei, die auf 27.963 Stimmen kam.[17]

Während der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938, in der landesweit jüdische Geschäfte und Synagogen vandaliert und angezündet wurden, gab es auch in Paderborn Ausschreitungen, die sich gegen die jüdische Gemeinde in Paderborn richteten. Am Mittag des 10. November 1938 brannte schließlich auch die Paderborner Synagoge. Ursprünglich sollte diese auch in der Nacht brennen, allerdings machte die Nähe des St. Vincenz-Krankenhauses, was damals ein reines Fachwerkgebäude war, ein gezieltes Anzünden unmöglich, um das Gebäude nicht zu gefährden. Daher wurde am Abend des 9. November 1938 in einer kurzfristig zusammengerufenen Sondersitzung der Stadt der Abriss der Synagoge beschlossen. Da sich die Feuerwehr mit Hinweis auf die Ruhebedürftigkeit der Patienten des Krankenhauses weigerte, den zugehörigen Einsatz nachts durchzuführen, wurde der Brand erst am Vormittag durch Einbringen mehrerer Benzinfässer in das massive Steingebäude gestartet. Aufgrund der zeitlichen Differenz und der Tatsache, dass durch den Beschluss des Abrisses eine amtliche Benachrichtigung an den Gebäudeeigner erfolgen musste, konnten fast alle sakralen Gegenstände vorher aus dem Gebäude gerettet werden. Die Synagoge selbst brannte aber erst, nachdem man die Fässer mit Hilfe langer Stangen zum Umkippen gebracht hatte und die Flammen so hoch schlugen, dass der hölzerne Dachstuhl ebenfalls Feuer fing.

Da das Grundstück der ehemaligen Synagoge in der Zwischenzeit bebaut wurde, steht das heutige Mahnmal etwa 50 Meter westlich der Stelle, an der die Synagoge einst stand. Auf dem Grundstück steht heute das Gebäude des Kolping-Bildungswerks Paderborn.

In Paderborn fanden viele Deportationen statt: Über hundert Juden aus Paderborn kamen um. Ein Teil der jüdischen Bürger der Stadt konnte ins Ausland flüchten.

Als am 1. September 1939 der Zweite Weltkrieg begann, blieb das Paderborner Leben davon zunächst relativ unberührt (doch viele Männer mussten später in den Krieg ziehen). Es gab einige Bombenangriffe auf die Bahnhofsanlagen, Kasernen und das Flugfeld der Luftwaffe im Süden der Stadt, bei denen es relativ wenig Verĺetzte und Tote gab und die im Stadtbild vergleichsweise geringe Schäden anrichteten. Als die deutsche Luftabwehr allerdings im Zuge der sich abzeichnenden Niederlage zunehmend an Kraft verlor und die Strategie der Bombardierung deutscher Städte durch die Alliierten (Area Bombing Directive) an Intensität immer mehr zunahm, stieg auch die Gefahr für Paderborn. Die mittelalterlich anmutende Innenstadt, die zum Großteil noch aus leicht brennbaren Fachwerkhäusern bestand, wurde ebenfalls Ziel für Brandbombenangriffe. 1944 wurden verstärkt Hitlerjungen und BDM-Mädchen als Flakhelfer eingesetzt. Die Paderborner Bürger verfolgten aufmerksam die kodierten Luftlagemeldungen des militärischen Senders „Primadonna“, der sie bei Gefahr für „Konrad Siegfried 2“, dem Planquadrat für Paderborn, in die Luftschutzkeller schickte. Schon lange waren Luftalarm und Sirenengeheul alltägliche Ereignisse geworden, die das Leben der Bevölkerung und die Produktivität in der Kriegswirtschaft teilweise drastisch einschränkten – spätestens ab Herbst 1944 befand sich die Stadt in fast dauerhaftem Alarmzustand.

Am 17. Januar 1945 folgte der erste große Luftangriff auf Paderborn. Bis dahin hatte man geglaubt oder doch gehofft, dass die damals noch sehr ländlich geprägte Stadt kein Ziel für die Alliierten abgäbe und deshalb nicht bombardiert würde. Der Bombenangriff forderte 256 Leben und löste eine massenhafte Stadtflucht aus. Nach mehreren weiteren Luftangriffen wurde Paderborn am 22. März neuerlich schwer bombardiert, dabei starben über 40 Menschen. Am 27. März 1945, einem Dienstag, folgte schließlich der letzte und größte Luftangriff auf Paderborn. Mindestens 344 der wenigen Tausend Menschen, die noch in Paderborn verblieben waren, verloren ihr Leben; am Ende waren über 85 Prozent der Innenstadt zerstört. Am 1. April folgte im Rahmen der Schließung des Ruhrkessels die Eroberung Paderborns durch die 3. amerikanische Panzerdivision, die sich tags zuvor südlich der Stadt noch einige Kämpfe mit SS-Einheiten lieferte (bei denen unter anderem der US-General Maurice Rose fiel), bei der Einnahme der gerade erst zerstörten Stadt selbst jedoch kaum mehr auf nennenswerten Widerstand stieß.

Paderborn nach dem Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten]

Quellbecken der Dielenpader, mit der Kaiserpfalz und dem Dom (Nordseite)

1946 kam es zur Gründung der Pädagogischen Hochschule (als Pädagogische Akademie). Diese wurde 1972 unter Zusammenführung der Fachhochschulen Paderborn, Höxter, Meschede und Soest zur Gesamthochschule, gleichzeitig mit der Gründung der Universität Paderborn.

1964 begannen die Ausgrabungen der karolingischen und ottonischen Kaiserpfalzen. 1965 erhielt Paderborn Anschluss an das Erdgasnetz. Die bereits seit 836 (seit der Überführung der Reliquien des heiligen Liborius von Le Mans nach Paderborn) bestehende Städtefreundschaft mit Le Mans wurde 1967 offiziell besiegelt.

1975 entstand das Diözesanmuseum. Zwei Jahre später fand die große 1200-Jahr-Feier statt, außerdem begann der Wiederaufbau der ottonischen Kaiserpfalz, die heute das Museum in der Kaiserpfalz beherbergt. 1981 wurde die Paderhalle gebaut.

Während des Kalten Krieges war die Stadt auch Garnison der 33. britischen Panzerbrigade (Armoured Brigade).

1994 fand die 4. Landesgartenschau NRW in Schloß Neuhaus statt. 1996 besuchte Papst Johannes Paul II. die Stadt. 1999 fanden sowohl die Feier des Bistumsjubiläums als auch des 1200-jährigen Jubiläums des Treffens zwischen Karl dem Großen und Papst Leo III. statt.

Als 2001 auf dem Campus der Universität Paderborn Deutschlands größte Uni-Party mit knapp 20.000 Menschen stattfand, übertrug der Fernsehsender MTV dieses Ereignis.

2002 verkaufte die Stadt ihre Stadtwerke (ehemals PESAG: Paderborner Elektrizitätswerke und Straßenbahn AG) an E.ON. Der Nordrhein-Westfalen-Tag fand 2007 in Paderborn und damit erstmals außerhalb von Düsseldorf statt.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1969 wurde die Gemeinde Marienloh eingegliedert.[18] Am 1. Juli 1969 folgte die Gemeinde Wewer.[18] Nach dem Sauerland/Paderborn-Gesetz wurden am 1. Januar 1975 die Stadt Paderborn und die Gemeinden Schloß Neuhaus, Elsen, Sande (alle Amt Schloß Neuhaus), Dahl (Amt Kirchborchen), Benhausen, Neuenbeken (alle Amt Altenbeken) zur neuen Stadt Paderborn zusammengeschlossen und eingegliedert bei gleichzeitiger Auflösung der Ämter.[19]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Nach 1890 gab es in Paderborn 20.000 Einwohner. Bis 1939 verdoppelte sich diese Zahl auf 43.000, um dann 1945 durch die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs um rund 40 Prozent (17.000 Personen) auf 26.000 Einwohner zu sinken. Nach 1950 erreichte die Bevölkerungszahl wieder den Vorkriegsstand. Am 1. Januar 1975 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt infolge mehrerer Eingemeindungen die Grenze von 100.000, wodurch sie den Status Großstadt erlangte.

Bevölkerungsentwicklung in Paderborn von 1818 bis 2007 (untere Linie: jeweiliger Gebietsstand, obere Linie: heutiger Gebietsstand)

Ende Dezember 2007 lebten in Paderborn nach Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik 144.181 Menschen mit Hauptwohnsitz, nachdem Ende des Jahres 2006 ein historischer Höchststand von 144.258 Einwohnern erreicht war.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen der Stadt Paderborn nach dem jeweiligen Gebietsstand, bei einigen Zahlen zusätzlich nach heutigem Gebietsstand. Bei den Zahlen handelt es sich vor 1818 um Schätzungen, von 1818 bis 1970 meist und für 1987 um Volkszählungsergebnisse[20][21][22][23] und ab 1975 um amtliche Fortschreibungen des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik.[24] Die Zahlen von 1975 bis 1985 sind geschätzte Werte, die Zahlen ab 1990 Fortschreibungen auf Basis der Ergebnisse der Volkszählung von 1987. Die Angaben beziehen sich ab 1871 sowie für 1946 auf die Ortsanwesende Bevölkerung, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und ab 1985 auf die Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung. Die Einwohnerzahlen von vor 1871 stammen aus uneinheitlichen Erhebungsverfahren.

Paderborn nach dem damaligen Gebietsstand

Jahr Einwohner
1272 etwa 5000
1571 ca 5400
1763 2.500
1818 (31. Dez.) 5.846
1831 (3. Dez.) 7.121
1837 (3. Dez.) 7.895
1843 (3. Dez.) 8.692
1849 (3. Dez.) 9.249
1852 (3. Dez.) 10.768
1858 (3. Dez.) 10.848
Jahr Einwohner
1861 (3. Dez.) 12.271
1867 (3. Dez.) 12.867
1871 (1. Dez.) 13.726
1880 (1. Dez.) 14.689
1885 (1. Dez.) 16.606
1890 (1. Dez.) 17.986
1895 (1. Dez.) 19.980
1900 (1. Dez.) 23.538
1905 (1. Dez.) 26.469
1910 (1. Dez.) 29.441
Jahr Einwohner
1916 (1. Dez.) 26.461
1919 (8. Okt.) 32.095
1925 (16. Juni) 33.719
1933 (16. Juni) 37.272
1939 (17. Mai) 42.490
1946 (29. Okt.) 29.092
1950 (13. Sep.) 40.270
1961 (6. Juni) 53.984
1970 (27. Mai) 66.829
1974 (30. Juni) 71.750

Paderborn nach dem heutigen Gebietsstand

Jahr Einwohner
1939 (17. Mai) 60.025
1950 (13. Sep.) 63.968
1961 (6. Juni) 78.161
1970 (27. Mai) 92.869
1974 (30. Juni) 102.409
1975 (31. Dez.) 103.719
1980 (31. Dez.) 110.163
1985 (31. Dez.) 109.615
1987 (25. Mai) 110.715
1990 (31. Dez.) 120.680
Jahr Einwohner
1995 (31. Dez.) 133.717
2000 (31. Dez.) 139.084
2005 (31. Dez.) 143.769
2006 (31. Dez.) 144.258
2007 (31. Dez.) 144.181
2008 (31. Dez.) 144.811
2009 (31. Dez.) 145.320
2010 (31. Dez.) 146.283
2012 (31. Dez.) 143.575

Hinzuzurechnen sind noch die in den amtlichen Statistiken nicht aufgeführten etwa 9200 Angehörigen der britischen Streitkräfte, die entweder in den Kasernen stationiert sind oder mit ihren Familien in Paderborn wohnen.

Mit 143.575 Einwohnern ist Paderborn nach Bielefeld die zweitgrößte Stadt im Regierungsbezirk Detmold. Im deutschlandweiten Vergleich nimmt die Stadt den 55. Rang der größten Städte ein (Stand: 31. Dezember 2012).

Religion[Bearbeiten]

Die heutige Abdinghofkirche geht auf eine Klostergründung aus dem Jahr 1015 zurück

In Paderborn wurde 799 das gleichnamige Bistum gegründet, aus dem sich später das Hochstift Paderborn als geistliches und zugleich weltliches Territorium innerhalb des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation entwickelte, das bis zur Säkularisation 1802/03 bestand.

Die Reformation fasste von Lippstadt und der Landgrafschaft Hessen aus ab 1525 Fuß in der Stadt, zunächst im Minoritenkloster. Bischof Erichs unterdrückte das 1528 durch Gegenmaßnahmen. 1532 begannen die reformatorischen Bestrebungen wieder, die sich ab 1566 verstärkten. Das Domkapitel und schließlich die Mehrheit der Bevölkerung nahmen das evangelisch-lutherische Bekenntnis an. In der Marktkirche wurde evangelisch gepredigt.

Ab 1580 leiteten die Jesuiten die Rekatholisierung ein. Bischof Dietrich von Fürstenberg ließ 1596 die Marktkirche gewaltsam schließen und unterwarf die Stadt, der auch hessische Unterstützung nicht helfen konnte, 1604 schließlich vollständig. Danach gab es keine evangelischen Gottesdienste mehr. Auch die kurzzeitige protestantische Besetzung unter Christian von Braunschweig-Wolfenbüttel 1622 konnte daran nichts mehr ändern und so blieb Paderborn bis 1802 eine fast ausschließlich katholische Stadt. Neben dem Dom gab es mehrere Pfarrkirchen. Nach Aufhebung des Hochstifts Paderborn wurde Anfang des 19. Jahrhunderts das Bistum Paderborn neu zugeschnitten. Infolge des Preußen-Konkordates wurde es 1930 zum Erzbistum erhoben. Die heutigen katholischen Pfarrgemeinden der Stadt gehören alle zum Dekanat Paderborn des Erzbistums.

Ab 1802 formierte sich auch eine evangelische Gemeinde. Sie erhielten zunächst die Abdinghofkirche, dann die Alexiuskapelle, 1817 die Busdorfkirche und 1863 endgültig die Abdinghofkirche zur Verfügung. Gehörten die evangelischen Christen der Stadt zunächst zur Kreissynode Bielefeld, so wurde Paderborn 1840 Sitz einer eigenen Kreissynode mit einem Superintendenten innerhalb der Evangelischen Kirche in Preußen bzw. deren westfälischer Provinzialkirche. Aus der Kreissynode Paderborn entwickelte sich der heutige Kirchenkreis Paderborn, zu dem heute 24 evangelische Kirchengemeinden innerhalb der Evangelischen Kirche von Westfalen gehören. Der Kirchenkreis umfasst alle Kirchengemeinden der Kreise Höxter und Paderborn sowie die Kirchengemeinde Lügde aus dem Kreis Lippe. Die drei Kirchengemeinden auf dem Paderborner Stadtgebiet sind Paderborn (mit den Bezirken Abdinghof, Martin Luther, Markus, Matthäus, Johannes und Lukas), Elsen und Schloß Neuhaus (mit den Kirchen in Schloß Neuhaus und in Sennelager). Die Stadtteile Benhausen, Marienloh und Neuenbeken gehören zur benachbarten Kirchengemeinde Bad Lippspringe.

Neptunbrunnen von Josef Rikus vor dem Dom

Neben den katholischen und evangelischen Gemeinden in Paderborn gibt es auch noch verschiedene Freikirchen, darunter eine Evangelisch-freikirchliche Gemeinde (Baptisten), die „Freie Christengemeinde“ und das „International Christian Fellowship“ (beide zum Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden gehörig), eine Freie evangelische Gemeinde (FeG) und eine Adventgemeinde. Auch die Neuapostolische Kirche ist in Paderborn vertreten. Seit 2009 existiert in Paderborn eine weitere, zum ICF Movement gehörige Freikirche.

Des Weiteren gibt es sechs Gemeinden der Zeugen Jehovas, vier davon in Englisch, Italienisch, Russisch und Türkisch. An der Talle steht das Gotteshaus der Syrisch-Orthodoxen Gemeinde. Die Gottesdienste der Russisch-Orthodoxen Gemeinde werden in der Alexiuskapelle am Paderborner Dom gefeiert. In Paderborn existieren zwei islamische Gemeinden und die jüdische Gemeinde mit eigener Synagoge. Die jüdische Kultusgemeinde Paderborn umfasst dabei die Kreise Paderborn, Soest und Höxter. An der Warburger Straße vor dem Universitätscampus gibt es einen jüdischen Friedhof.

Aufgrund seiner Zugehörigkeit zum ehemaligen Hochstift ist die Bevölkerung in Paderborn traditionell mehrheitlich katholisch. Ein Indiz für die Verteilung der Religionen kann die konfessionelle Zugehörigkeit der Schüler in Paderborn sein. Demnach gaben im Schuljahr 2006/2007 23,5 % der Schüler evangelisch, 55,8 % katholisch und 6,9 % islamisch als Religionszugehörigkeit an. 5,0 % gaben eine andere Religionszugehörigkeit und 8,8 % keine Konfession an.[25]

Politik[Bearbeiten]

Wahl des Paderborner Stadtrats 2014
in Prozent
 %
50
40
30
20
10
0
46,4 %
22,3 %
14,5 %
4,6 %
4,6 %
3,5 %
2,9 %
1,2 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
+3,4 %p
+3,1 %p
+0,1 %p
-2,3 %p
-7,6 %p
+3,5 %p
-1,5 %p
+1,2 %p
Sitzverteilung im
Paderborner Stadtrat 2014
        
Von 64 Sitzen entfallen auf:

Politik und Verwaltung[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Paderborner Stadtrat hat gegenwärtig 64 Sitze. Hinzu kommt der Bürgermeister als Ratsvorsitzender. Die folgende Tabelle zeigt die Kommunalwahlergebnisse seit 1975:

[26][27] 2014 2009 2004 1999 1994 1989 1984 1979 1975
Partei Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  %
CDU 30 46,43 29 42,97 30 52,58 32 55,29 31 49,98 31 49,18 32 53,75 37 62,70 39 64,87
SPD 14 22,25 13 19,17 13 21,82 15 25,21 17 28,21 18 28,81 15 25,25 17 29,13 16 28,25
Grüne 9 14,53 10 14,83 6 10,54 5 7,85 7 11,03 6 9,37 7 12,11
DIP1 3 4,61 5 6,93 2 3,72
FDP 3 4,57 8 12,17 4 6,57 2 4,26 0 3,77 4 7,62 5 8,82 5 8,16 4 6,87
AfD 2 3,54 - - - - - - - - - - - - - - - -
FBI2 2 2,91 3 4,38 3 4,78 4 7,40 4 7,01 0 4,94 0 0,07
PIRATEN 1 1,16 - - - - - - - - - - - - - - - -
DKP 0 0,09
Gesamt3 64 100 68 100 58 100 58 100 59 100 59 100 59 100 59 100 59 100
Wahlbeteiligung 46,39 45,17 48,36 50,10 80,20 61,99 61,58 66,77 85,67

1Demokratische Initiative Paderborn
2Freie Bürgerinitiative
3ohne Berücksichtigung von Rundungsdifferenzen

Paderborn ist die größte Stadt Deutschlands, in deren Stadtrat die Linken nicht vertreten sind.

Im Jahr 2004 hatte die Stadt Paderborn 127 Mio. € Schulden.

Stadtoberhaupt[Bearbeiten]

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An der Spitze der Stadt stand seit etwa 1100 ein vom Bischof ernannter „comes civitatis“. Seit dem 13. Jahrhundert kam allmählich auch ein Rat und ein Bürgermeister auf. Bischof Bernhard V. gewährte die freie Ratswahl, die jährlich an Silvester stattfand. Im 15. Jahrhundert gab es einen 40-köpfigen Bürgerausschuss, welcher jährlich an Mariä Lichtmess (2. Februar) gewählt wurde. Ab 1532 wurde die Zahl auf 24 Mitglieder reduziert. Er wurde dann vom Rat, und dieser wiederum vom Bürgerausschuss gewählt. Daneben gab es im 15. und 16. Jahrhundert den „Vierer“, ein aus den vier Bauerschaften der Stadt gewähltes Gremium, das den Rat zu bestätigen hatte. 1599 bis 1604 leitete ein fürstbischöflicher Amtmann und Schultheiß, der über dem Rat stand, die Stadt. Der Rat hatte dann 12 Mitglieder, darunter 2 Bürgermeister und 2 Kämmerer. 1619 und 1639 wurde die Verwaltung reorganisiert. Ab 1800 gab es einen Magistrat, der aus einem regierenden und einem beisitzenden Bürgermeister, einem Syndikus, 2 Kämmerern, 8 Ratsherren und 4 Gemeinheitsdeputierten bestand. Ab 1805 gab es den Stadtmagistrat mit einem Stadtdirektor und 1807 bildete die Stadt einen Kanton mit einem Maire an der Spitze. In preußischer Zeit leitete ein Bürgermeister und ein Rat die Stadt. Ende des 19. Jahrhunderts trug das Stadtoberhaupt zeitweise den Titel Oberbürgermeister.

Während der Zeit des Nationalsozialismus bestimmte die NSDAP den Bürgermeister. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone einen neuen Bürgermeister ein und 1946 führte sie die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewählten „Rat der Stadt“, dessen Mitglieder man als „Stadtverordnete“ bezeichnet. Der Rat wählte anfangs aus seiner Mitte den Bürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt, welcher ehrenamtlich tätig war. Des Weiteren wählte der Rat ab 1946 ebenfalls einen hauptamtlichen Stadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. Seit 1999 gibt es die Doppelspitze in der Stadtverwaltung nicht mehr, sondern nur noch den hauptamtlichen Bürgermeister. Dieser ist Vorsitzender des Rates, Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt. Er wurde 1999 erstmals direkt vom Volk gewählt.

Nach dem Verlust der absoluten Mehrheit bei der Wahl 2009 regierte Bürgermeister Paus mit den Stimmen einer CDU-FDP-Koalition von 2009 bis 2014.

Bürgermeister von Paderborn ist seit der Kommunalwahl im Mai 2014 der CDU-Politiker Michael Dreier. Er erhielt bei der Bürgermeisterwahl 59,01 % der gültigen Stimmen. Er wird im Juni vereidigt.[28].

Bürgermeister

Stadtdirektoren:

  • 1946–1952: Norbert Fischer
  • 1952–1971: Wilhelm Sasse
  • 1971–1991: Wilhelm Ferlings
  • 1991–1999: Werner Schmeken

Wappen[Bearbeiten]

Wappen

Blasonierung: Das Stadtwappen der Stadt Paderborn besteht aus einem roten Wappenschild, das im oberen Teil eine goldenes Kreuz und darunter vier goldene senkrechte Pfähle zeigt.[29]

Die Stadtfarben sind rot-gelb. Das Wappen wurde am 22. Juli 1975 als offizielles Wappen der Stadt genehmigt. Es geht nicht auf das seit 1245 nachgewiesene Stadtsiegel zurück, sondern auf die Paderborner Familien Bulemast und Stapel. Der Ministeriale Heinrich Bulemast nutzte es 1328 in einem Bannersiegel. Das im oberen Teil gezeigte Kreuz dürfte auf das Hochstiftkreuz zurückgehen und findet sich seit 1310 nachweisbar im Sekretsiegel der Stadt.[29] Die heutige Form des Wappens findet sich in einer Verleihung des Innenministerium des Staates Preußen an die Stadt Paderborn 1931.

Es hat aber bereits eine ältere Tradition. Möglicherweise steht das Kreuz für das ehemalige Fürstbistum Paderborn. Die Pfähle werden mit dem Stadtbanner erklärt, das in den Siegeln der Stadt im 13. Jahrhundert auftaucht. Man spricht gelegentlich auch von einem „redenden“ Wappen, denn die Pfähle können auch von „Palborn“, der mundartlichen Bezeichnung der Stadt, herrühren.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Paderborn unterhält gemeinsam mit Le Mans die älteste europäische Städtepartnerschaft.[30]

Paderborn unterhält mit folgenden Städten Städtepartnerschaften:

  • FrankreichFrankreich Le Mans (Frankreich), seit 836, älteste europäische Städtefreundschaft, offizielle Städtepartnerschaft jedoch erst seit 1967
  • Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Bolton (Vereinigtes Königreich), seit 1975
  • Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Belleville, Illinois (USA), seit 1990
  • SpanienSpanien Pamplona (Spanien), seit 1992
  • PolenPolen Przemyśl (Polen), seit 1993
  • UngarnUngarn Debrecen (Ungarn), seit 1994
  • (Seit 2003 besteht eine Kooperationsvereinbarung zwischen Paderborn und der chinesischen Stadt Qingdao)

Darüber hinaus ist Paderborn Mitglied des Städtebundes der Neuen Hanse.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Theater[Bearbeiten]

Die alten Westfälischen Kammerspiele am Rathausplatz mit Rikus-Fassade
Skulptur Waschfrauen an der Warmen Pader

Nach zehn Jahren Überlegungs- Planungs- und Bauzeit wurde für die 1957 gegründeten Westfälischen Kammerspiele ein 24 Millionen Euro teurer Theater-Neubau am Neuen Platz 6 im Herzen der Stadt errichtet und mit der Premiere Das Käthchen von Heilbronn am 9. September 2011 eröffnet. Das Theater heißt seitdem „Theater Paderborn – Westfälische Kammerspiele“; es vereinigt unter einem Dach das Große Haus mit 400 Sitzplätzen, die Studio-Bühne und den Theatertreff mit Jugendtheater. Das eigene Ensemble besteht aus 10 ständigen Mitgliedern und wird von einer variierenden Zahl an Gastschauspielern ergänzt. Das Ensemble wurde bereits mehrfach zum bedeutenden NRW-Theatertreffen eingeladen. Die Kammerspiele sind wegen ihres Repertoires aus klassischen und experimentellen modernen Stücken weit über die Region hinaus bekannt und erfreuen sich wachsender Beliebtheit bei Jung und Alt. Das neue Theater spielt für die westfälische Kulturlandschaft eine große Rolle.

Die Universität Paderborn beherbergt ein eigenes Theater, die Studiobühne. Dort spielen Studierende unter Anleitung eines Theaterwissenschaftlers. Sehr häufig werden einzelne Spieler der Studiobühne für die jährliche Theaterproduktion des Kulturfestivals „Dalheimer Sommer“ im ehemaligen Kloster Dalheim (südlich von Paderborn) engagiert. Das Amalthea-Theater am Jühenplatz führt als Kleinkunstbühne ebenfalls zahlreiche Theaterstücke auf, es ist Westfalens kleinstes Theater. Zu erwähnen ist auch die Freilichtbühne im Neuhäuser Schlosspark, die jedes Jahr ein Kinderstück und ein Abendstück aufführt und damit tausende Besucher Jahr für Jahr begeistert.

Museen/Galerien[Bearbeiten]

Paderborn besitzt 12 Museen, die neben Kunst und historischen Sammlungen auch Exponate aus der Industriekultur zeigen. Das Museum in der Kaiserpfalz stellt Exponate aus karolingischer und ottonischer Zeit aus. Das Erzbischöfliche Diözesanmuseum und Domschatzkammer beherbergt eine Sammlung vornehmlich sakraler Kunst des 10. bis 20. Jahrhunderts. Das Heinz Nixdorf MuseumsForum (HNF) ist das weltgrößte Computermuseum und zeigt 5.000 Jahre Geschichte der Informations- und Kommunikationstechniken. Die Städtische Galerie am Abdinghof beherbergt unter anderem Grafiken des Expressionismus und der Dresdner Sezession. Im Schulmuseum Paderborn wird die über 1200-jährige Schulgeschichte Paderborns dargestellt. Das ars sacrale ist ein Museum für sakrale Kunst und befindet sich im Hause Cassau. Das Museum für Stadtgeschichte im Adam-und-Eva-Haus zeigt Exponate aus der Stadtgeschichte von Gründungszeit bis zum Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg. Schwerpunkt des Naturkundemuseums im Marstall des Schlosses ist die heimische Fauna und Flora. Die Städtische Galerie in der Reithalle zeigt Malerei und Grafik aus dem 17. bis zum frühen 20. Jahrhundert. Das Deutsche Traktoren- und Modellauto-Museum beherbergt eine Sammlung von über 100 Traktoren bedeutender deutscher Hersteller. Die Kunsthalle Paderborn mit zeitgenössischer Kunst hat wechselnde Ausstellungsorte. Das Kreismuseum des Kreises Paderborn befindet sich in der Wewelsburg. Das historische Museum zeigt die Geschichte des Paderborner Landes von den Anfängen der Besiedlung bis zur Säkularisierung 1802. Außerdem gibt es eine zeitgeschichtliche Dokumentation über die Wewelsburg 1933–1945 als Kult- und Terrorstätte der SS, sowie die Ausstellung Deutsche im östlichen Mitteleuropa-Flucht-Vertreibung-Integration.

Stadtmodell am Kamp, im Hintergrund das historische Rathaus

Kinos[Bearbeiten]

Blick auf den Zugang zur Kinopassage des Cineplex in der Alten Torgasse

In Paderborn gibt es zwei Multiplex-Kinos, die sich beide in der Innenstadt befinden, das Cineplex in der Westernstraße und die UCI-Kinowelt in der Libori-Galerie, einem Einkaufszentrum am südöstlichen Rand der Altstadt. Die von Studierenden der Universität Paderborn ins Leben gerufene Initiative Programmkino Lichtblick bietet ein regelmäßiges Programmkino im Cineplex und im Kinoraum der Universität.


Bauwerke[Bearbeiten]

Paderborn zählt neben Aachen, Köln, Münster und Soest zu den bedeutendsten historischen Stätten Nordrhein-Westfalens.[31] Die wichtigsten Baudenkmäler wie der Dom als Wahrzeichen der Stadt mit dem Drei-Hasen-Fenster entstanden zwischen dem 10. und 13. Jahrhundert und während des Barocks im 17./18. Jahrhundert. Mit der preußischen Herrschaft ab 1802 verlor Paderborn auch im Denkmalbereich gänzlich an Bedeutung. In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg wurden zum Teil alte Häuser abgerissen, um Platz für moderne Bauten wie das Diözesanmuseum zu schaffen. Im Sinne einer autogerechten Innenstadt entstand eine durch das Material Beton geprägte Baugruppe am Königsplatz, die nach damaligen Ansichten extrem fortschrittlich war, heute jedoch eher negativ beurteilt wird.

Grünflächen und Naherholung[Bearbeiten]

Panorama vom Paderquellgebiet bei der Stadtverwaltung

Große Parkanlagen und Waldgebiete im Stadtgebiet laden zur Naherholung ein: So der Bürgerpark in der Südstadt an der Borchener Straße und das Gelände um die Fischteiche, vor allem aber das Paderquellgebiet, eine Grünanlage im Zentrum Paderborns, das auch die etwa 200 Karstquellen umfasst, die Deutschlands kürzesten Fluss, die Pader, speisen. Von dort reichen die Paderauen entlang der Pader bis zum Stadtteil Schloß Neuhaus, wo sich der Schloß- und Auenpark anschließt, dessen Gelände 1994 zur Landesgartenschau NRW gehörte. Erholungsräume bieten darüber hinaus 11 Kleingärtnervereine.

Sport[Bearbeiten]

Dem Fußballverein SC Paderborn 07 gelang 2014 überraschend der Aufstieg in die 1. Bundesliga. Davor spielte der Verein von 1982 bis 1983, 2005 bis 2008 sowie von 2009 bis 2014 in der 2. Bundesliga.

Eine der erfolgreichsten Baseball-Mannschaften Deutschlands mit 6 Deutschen Meisterschaften zwischen 1999 und 2005 sind die Paderborn Untouchables. Der Basketballverein Paderborn Baskets spielt in der 2. Bundesliga. Der Schießsportverein St. Hubertus Elsen schießt seit der Saison 2004/2005 in der Luftgewehr-Bundesliga und war Deutscher Mannschaftsmeister 2006. American Football wird bei den Paderborn Dolphins gespielt. Nach erfolgreichen Jahren in der ersten und zweiten Bundesliga in den 1990er Jahren wurde 2004 der Neuanfang in der Verbandsliga NRW gewagt. Nach zwei perfekten Spielzeiten mit Gewinn sämtlicher Spiele sind die Dolphins nun in der Regionalliga NRW.

Die Sportart Bahnengolf (Minigolf) ist in Paderborn mit vier Minigolfplätzen und vier Vereinen repräsentiert. Die erfolgreichste Mannschaft ist der Verbandsligist 1. BGC Paderborn, dessen Anlage „An den Fischteichen“ zugleich ein beliebtes Ausflugsziel darstellt. Sportwissenschaftlern mit dem Forschungsschwerpunkt Motorik/Sensorik sowie allen Studierenden steht die Golfakademie der Universität Paderborn mit einer eigenen Golfanlage zur Verfügung. Äußerst erfolgreich ist auch der Paderborner Squash Club PSC. Die Herren und Damen-Mannschaften waren mehrfach deutsche Meister, die Herren in den Jahren 2003, 2004 und 2005 sogar Europapokalsieger; 2006 belegten sie den 3. Platz.

Der SC Grün-Weiß 1920 e. V. Paderborn ist mit etwa 3500 Mitgliedern der größte Breitensportverein der Region. In 21 Abteilungen wird ein breites Spektrum sportlicher Betätigungsmöglichkeiten abgedeckt. Der 1. Paderborner Schwimmverein ist mit seiner Damen- und Herrenmannschaft in der 2. Bundesliga vertreten. Die Unterwasserrugby-Mannschaft spielt in der 1. Bundesliga. Der LC Paderborn ist mit über 900 Mitgliedern der größte Leichtathletikverein in Paderborn und stellte wiederholt Olympiateilnehmer wie z. B. Claudia Tonn und Lilli Schwarzkopf. Der TV 1875 Paderborn ist ein großer lokaler Breiten- und Leistungssportverein mit 16 Abteilungen.

Der VdP 1989 e. V. (Verein der Poolspieler) ist der ortsansässige Poolbillardverein und spielt mit seinen 120 Mitgliedern und seinen 4 Mannschaften bereits in der Oberliga. Der Verein der Freunde zur Förderung der Skate Night Paderborn e. V. organisiert regelmäßig öffentliche Inline Skate Touren über die Straßen Paderborns.

Die Luftsportgemeinschaft Paderborn e. V.[32] betreibt den Flugplatz Paderborn-Haxterberg und einen Modellflugplatz zwischen Paderborn und Borchen mit den Angeboten Motorflug, Motorsegelflug, Segelflug, Ultraleichtflug und Modellflug. Der Flugplatz ist Landesleistungsstützpunkt für Segelflug und war Ort diverser Landes- und Weltmeisterschaften. Aus den Reihen des Vereins stammen diverse Weltmeisterschaftsteilnehmer im Segelkunstflug.

Die Lise-Meitner-Realschule führt im Schuljahr 2011/12 als erste Schule in NRW sogenannte Sportprofilklassen ein, die auf G9-Basis zur Fachoberschulreife führen. Die Schule unterstützt so sportlich ambitionierte Schüler und gibt ihnen die Möglichkeit, Schule und Leistungssport miteinander zu verbinden.

Sportstätten[Bearbeiten]

An Sportstätten bietet Paderborn den Paderkletterpark mit Bootsverleih; den (beleuchteten) Laufpfad an den Fischteichen; den Skate- und Inlinepark am Goldgrund hinter den Fußballtrainingsstätten; den Ahorn-Sportpark u. a. für Leichtathletik, Baseball und Squash, sowie einem beleuchteten Laufpfad; den Ahorn-Ballpark für Baseball; das Sportzentrum am Maspernplatz, auch Maspernhalle genannt u. a. für Basketball; das Hermann-Löns-Stadion, ehemals ein Fußballstadion, nun Heimat der American Footballer (Dolphins); das Waldstadion Südstadt (Spielstätte des Fußballvereins Sportfreunde Blau Weiß Paderborn); das Inselbadstadion für American Football mit rund 6.000 Plätzen; die Benteler Arena, ein Fußballstadion mit 15.000 Plätzen; eine Schießsportanlage, drei Bowlinganlagen; Segeln auf dem Lippesee; Wasserski-Anlagen auf dem benachbarten Nesthauser See; Tauchsport in mehreren Seen (Habichtsee, Nesthauser See etc.) Kanuparcours auf der Pader und auf der Lippe in Höhe der B 64; Reitsport in mehreren Zentren und Anlagen (Füllersheide, Thunhof, Haxtergrund); Segelflug- und Motorflugzentrum Haxterberg; Sport- und Begegnungszentrum im Goldgrund (Fitness-Studio, Kletterwand, Tanzsäle, Boxen, Budo) und die Eissporthalle an der Pamplonastraße in PB-Mönkeloh. Ein neuer Sportpark – der Haxterpark – ist in Bau, dort soll Golf (18-Loch-Platz) auf einem in NRW einmaligen Golfplatz sowie Bogenschießen und Klettern angeboten werden.

Schwimmbäder[Bearbeiten]

Es gibt zwei Freibäder und vier Hallenbäder in Paderborn, nämlich die Freibäder Waldbad und Rolandsbad, sowie die Hallenbäder SchwimmOper (mit 8x50 m Wettkampfbecken, elektronischer Zeitmessanlage und Zuschauertribüne), Residenzbad, Alisobad und Kiliansbad.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Weihnachtsmarkt in Paderborn

Seit wenigen Jahren beginnt das Veranstaltungsjahr von Paderborn mit dem Karnevalsumzug. Der vorausgehende Donnerstag (Weiberfastnacht) hat dabei fast den Charakter eines Stadtfests. Im April geht es mit Lunapark, der jüngsten Kirmes in Paderborn weiter. Ebenfalls im April startet der Paderborner Osterlauf. Im April oder Mai folgt die Paderborner Literaturnacht („Erlesenes bei Tag und Nacht“). Im Mai gibt es ein Frühlingsfest, das Theaterfest in der Innenstadt sowie Drums'n'Percussion. Letzteres ist Europas größtes Schlagzeug- und Percussionfestival.

Von Mai bis September ist im Stadtteil Schloß Neuhaus Schlosssommer. Im Juni folgt das Sommer-Festival des AStA an der Universität, das größte von Studierenden veranstalte Festival Deutschlands. Im Juli feiert man in Paderborn Schützenfest. Die größte Feierlichkeit ist im Juli oder August das Liborifest mit Europatag und Tag des Handwerks. Im August sind Hochstifttage. Alle zwei Jahre sind im Sommer zusätzlich die Dom-Festspiele.

Im September wird zum Paderborner Orgelsommer eingeladen. Im Oktober findet das deutschlandweite Honky Tonk Kneipenfestival auch in Paderborn statt. Ebenfalls im Oktober kennt man in Paderborn Herbstlibori, die kleinere Ausgabe des Liborifestes. Den Abschluss bildet alljährlich der Weihnachtsmarkt auf dem Domplatz.

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

In Paderborn und Umgebung kennt man unter Paderborner Landbrot ein Roggenmischbrot. Seit dem Mittelalter wird in Paderborn Bier gebraut, insbesondere nach Pilsener Brauart.[33] Durch den Erwerb der Paderborner Brauerei von der Privatbrauerei Nies-Gruppe gehören die Marken Paderborner Pilsener und Paderborner Goldpilsener seit 1992 zur Gruppe der Warsteiner Brauerei Haus Cramer.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten]

Paderborn verfügt über eine starke Industrie in den Bereichen Nahrungsmittel und Automobilzulieferer. Durch den Computerpionier Heinz Nixdorf wuchs seit den 1970er Jahren die IT-Branche überdurchschnittlich. Die Stadt weist seit einigen Jahren eine der höchsten IT-Dichten ganz Deutschlands auf. Zwei Drittel der Unternehmen des Technologieparks sind Ausgründungen aus der Universität Paderborn. Ebenso expandierte der Dienstleistungssektor. Mit entscheidend für das Wachstum der Stadt war bzw. ist der Ausbau der Infrastruktur (z. B. Flughafenerrichtung, Bau der A 33, Anschluss an das IC/ICE-Netz). Paderborn ist auch beliebte Einkaufsstadt durch ihre Funktion als Oberzentrum der Kreise Paderborn, Höxter, Soest (Altkreis Lippstadt), von Teilen des Hochsauerlandkreises (Altkreis Brilon) und sogar vom Nordteil des Waldecker Landes in Nordhessen. Paderborn zeichnet sich durch eine große Zahl an Fachhändlern und exklusiven Boutiquen aus, neue Geschäftsviertel wachsen aus dem Boden, wie das im September neu eröffnete Theaterviertel (Volksbankpassage sowie Neuer Platz). Es gibt Pläne, den Königsplatz, welcher sich momentan im 1970er-Jahre-Gewand zeigt, zeitgemäß umzubauen und neue Geschäfte anzusiedeln.

Mit einem Land- und Amtsgericht ist die Stadt überregionaler Gerichtssitz.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

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Die folgenden Firmen haben ihren Hauptsitz oder zumindest einen Sitz in Paderborn: Atos (IT-Dienstleistungen), Benteler (Stahl/Rohr, Automobiltechnik, Handel), Bremer AG (Bauunternehmen), C-LAB (die gemeinsame Innovationswerkstatt von Atos und der Universität Paderborn), Claas (Landmaschinen), Deutsche Bahn AG (Fahrzeuginstandhaltung), dSPACE GmbH (Entwicklungswerkzeuge für Steuergeräte), FairJets (Luftfahrtunternehmen), Finke (Möbel-Einzelhandel), Flextronics (Leiterplatten, mechanische und optische Bauteile), Fujitsu Technology Solutions (Technologie), Gebr. Lödige Maschinenbau GmbH, Hartmann International (Spedition, Logistik), Hella (Lichtsysteme und Fahrzeug-Elektronik), Lightpower GmbH (Bühnenbeleuchtung), Orga Systems (Telecom), Sagem Orga (Chipkarten), Siemens AG (IT-Dienstleistungen), Stute Nahrungsmittelwerke, Universal Transport Michels, Webwasher (IT-Dienstleistungen), Wellemöbel GmbH (Möbelindustrie, Kernbestandteil der Welle Holding), Westfleisch e.G. (Nahrungsmittel) und Wincor Nixdorf (Geldautomaten, Kiosksysteme, Computerkassen).

Energiewirtschaft[Bearbeiten]

Der in der Paderborner Hochfläche liegende Windpark Asseln erzeugt durch die 62 installierten Windkraftanlagen 36 MW (elektrisch) und erstreckt sich über eine Fläche von 380 Hektar. Er liegt nahe der Ortschaft Asseln (Lichtenau), im Kreis Paderborn, allerdings auch auf den Gebieten der Paderborner Stadtteile Benhausen und Neuenbeken und somit im Stadtgebiet. Zur Zeit seiner Fertigstellung 1997 war er einer der leistungsstärksten Binnenwindparks Europas.

In einer Studie der EWO Energietechnologie GmbH von 2002 werden die Paderborner Ortsteile Benhausen, Neuenbeken sowie Dahl (Paderborn) als potentieller Standort für ein Kernkraftwerk beschrieben.[34][35]

Außerdem führt parallel zur Bundesautobahn 33 eine 380-kV-Höchstspannungsleitung direkt durch Paderborn. Sie führt in das Umspannwerk in Paderborn-Elsen.

Medien[Bearbeiten]

In Paderborn erscheinen die zwei großen regionalen Tageszeitungen aus Bielefeld, Neue Westfälische und das Westfalenblatt, welches in Paderborn unter dem Titel Westfälisches Volksblatt erscheint. Einmal wöchentlich erscheint das kostenlose Anzeigenblatt Paderborn Am Sonntag.[36] Monatlich erscheinen die kostenlosen Stadtmagazine Das Heft[37], welches vor allen Dingen Veranstaltungshinweise und Kulturnachrichten enthält, sowie port01[38], welches als Printmagazin erscheint und digital auf der Webseite des Stadtmagazins sowie in deren kostenlosen App.[39] mobil auf iPhone und Android Smartphones zu lesen ist, und Hochglanz[40] Zudem erscheint vierteljährlich in Paderborn die Zeitschrift Die Warte für die Kreise Paderborn und Höxter, mit Beiträgen zur Regionalgeschichte, Literatur und Kunst.

Der lokale Radiosender Radio Hochstift kann im Stadtgebiet unter 93,7 MHz und 88,1 MHz terrestrisch sowie unter 87,6 MHz im Kabelnetz empfangen werden. Das englischsprachige Radioprogramm für Angehörige der britischen Streitkräfte und deren Familien ist im Stadtgebiet frei empfangbar (BFBS Radio 1 vom Sender Bielefeld: 103,00 MHz, im Kabelnetz: 94,85 MHz; BFBS Radio 2 vom Sender Paderborn-Sennelager: 105,00 MHz). Das mehrkanalige BFBS-Fernsehprogramm ist seit Mai 2006 digital und nur noch für berechtigte Personen zu empfangen (via Kabel oder Satellit). Das Universitätsradio L’UniCo sendet seit Herbst 2009 terrestrisch auf 89,4 MHz, sowie als Webstream.[41]

Der WDR hat Anfang 2007 ein Regionalbüro in Paderborn errichtet. Die für Paderborn relevanten regionalen Beiträge und Nachrichten für die WDR-Fensterprogramme (Radio, Fernsehen) kommen vom Lokalstudio OWL in Bielefeld. Das Bürgerfernsehen für Paderborn und Umgebung war der Offene Kanal Paderborn, der bis Ende 2008 über das Kabelnetz zu empfangen war.[42]

In Paderborn kann auch DVB-T empfangen werden. Internetzugänge mit DSL-Geschwindigkeiten sind im Stadtzentrum flächendeckend verfügbar, zunehmend auch als VDSL. Mit zunehmender Entfernung vom Zentrum nimmt die DSL-Verfügbarkeit zurzeit noch ab. Dazu gibt es im Stadtgebiet mehrere Dutzend öffentliche Hotspots.

Bildung und Forschung[Bearbeiten]

Universität[Bearbeiten]

Die 1614 als Jesuiten-Universität gegründete Universität Paderborn war ursprünglich die älteste Hochschule Westfalens, sie bestand allerdings nur bis 1819. Im Jahre 1790 wurde die Normalschule in Paderborn zur Ausbildung von Landschullehrern für den Hochstift gegründet. Im Jahre 1965 folgte die Pädagogische Hochschule Westfalens, Abteilung Paderborn, 1972 als Universität-Gesamthochschule neu gegründet; seit 2002 ist sie ausschließlich Universität. Es bestehen Kontakte und Austauschprogramme mit über 100 Universitäten weltweit. Geboten wird ein großes Fächerspektrum von mehr als 105 Studiengängen (z. B. von „A“ wie Anglistik über Informatik, Kunst, Medienwissenschaften, Musik, Philosophie etc. bis zu „Z“ wie „Zusatzqualifikation Medien und Informationstechnologien in Erziehung, Unterricht und Bildung“). Die Hochschule gehört in der Informatik zur Forschungsspitze in Deutschland und u. a. in Anglistik/Amerikanistik zu den besten Nordrhein-Westfalens. Das Fach Geschichtswissenschaft ist für sein Mittelalterinstitut bekannt, an welches eine eigene Professur für das UNESCO-Weltkulturerbe angeschlossen ist. Die Germanistik erforscht u. a. im Rahmen eines An-Institutes die berühmte Fürstliche Bibliothek Corvey in Höxter, in der Hoffmann von Fallersleben gearbeitet hat. An Forschungsdrittmitteln konnten im Jahr 2012 von der Universität insgesamt etwa 38 Mio. Euro eingeworben werden.[43] So belegte die Universität im Förder-Ranking der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) 2006 im Bereich Elektrotechnik, Informatik, Systemtechnik eine Platzierung im Spitzenfeld. Die beiden Fraunhofer-Einrichtungen in Paderborn arbeiten eng mit der Universität zusammen. Weiterhin gibt es mehrere Joint-Ventures von Universität und High-Tech-Industrie, und die Universität Paderborn hat eine der höchsten Ausgründerrate ganz Nordrhein-Westfalens. Im Jahr 2003 gründete die Universität gemeinsam mit der dortigen Hochschule für Wissenschaft und Technik eine Chinesisch-Deutsche Technische Fakultät (CDTF) im chinesischen Qingdao. Das Heinz Nixdorf Institut HNI der Universität Paderborn kooperiert mit der Fraunhofer-Projektgruppe IPT-EM. Aktuelle Forschungsschwerpunkte sind intelligente mechatronische Systeme für die Industrie 4.0.

Katholische Hochschule NRW[Bearbeiten]

Die Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen wurde 1971 als Katholische Fachhochschule Nordrhein-Westfalen gegründet und hat neben Paderborn Standorte in Aachen, Köln und Münster. Träger der Hochschule sind die Erzbistümer beziehungsweise Bistümer Aachen, Essen, Köln, Münster und Paderborn als Gesellschafter der Katholischen Hochschule NRW.

Theologische Fakultät[Bearbeiten]

Die 1614 gegründete Theologische Fakultät Paderborn ist die älteste Hochschuleinrichtung Westfalens. Ab 1917 trug die Hochschule zunächst die Bezeichnung „Philosophisch-Theologische Akademie“. Doch verlieh ihr Papst Paul VI. 1966 den Rechtsstatus einer Theologischen Fakultät und bestätigte ihre Rechte, die akademischen Grade zu verleihen. Die Bibliothek der Fakultät ist die Erzbischöfliche Akademische Bibliothek Paderborn.

Bildungszentrum für informationsverarbeitende Berufe[Bearbeiten]

Das Bildungszentrum für informationsverarbeitende Berufe, gegründet von Heinz Nixdorf, ist eine private Berufsschule, Fachschule und Berufsfachschule für Angewandte Informatik und heute ein eingetragener, gemeinnütziger Verein mit weiteren Standorten in Bergisch Gladbach, Hannover, Dresden und Görlitz. In Verbindung mit einer dualen Ausbildung werden IHK-Abschlüsse, bei rein schulischer Ausbildung staatliche Berufsabschlüsse (staatlich geprüfter Informatiker oder staatlich geprüfter Informationstechnischer Assistent) verliehen.

Fachhochschule der Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW) wurde 1993 durch das Bildungszentrum für informationsverarbeitende Berufe (s. o.) gegründet. Die staatlich anerkannte Hochschule in privater Trägerschaft hat weitere Standorte in Bergisch Gladbach, Bielefeld, Mettmann, Dresden und Hannover.

Berufskollegs[Bearbeiten]

In der Trägerschaft des Kreises befinden sich die sechs Berufskollegs, das sind für den Bereich Wirtschaft und Verwaltung das Ludwig-Erhard-Berufskolleg und das Berufskolleg Schloß Neuhaus. Für den Bereich Erziehung, Soziales, Gestalterisches und Gastronomie gibt es das Helene-Weber-Berufskolleg, für Sozial- und Gesundheitswesen das Edith-Stein-Berufskolleg (Träger: Erzbistum Paderborn), für Technik das Richard-von-Weizsäcker-Berufskolleg und für Agrarwirtschaft das Gregor-Mendel-Berufskolleg.

Fort- und Weiterbildungsstätten sowie Schulen[Bearbeiten]

Die folgenden Einrichtungen zur Weiterbildung sind in Paderborn ansässig: Das Westfalen Kolleg[44], das b.i.b. International College, die Volkshochschule, das Collegium Liborianum, das Johann-Adam-Möhler-Institut für Ökumenik, das Studienseminar für Lehrämter, das Paderborner Cosmetic College, das Handels Colleg, das Ausbildungszentrum für Technik, Informationsverarbeitung und Wirtschaft und die Pharmazeutisch-Technische Lehranstalt Paderborn.

Gesamtschulen[Bearbeiten]

Friederich-von-Spee Gesamtschule, Gesamtschule Paderborn-Elsen, Heinz Nixdorf Gesamtschule

Gymnasien[Bearbeiten]

An Gymnasien gibt es das Gymnasium Theodorianum, das Gymnasium Schloß Neuhaus, das Reismann-Gymnasium, das Pelizaeus-Gymnasium, das Goerdeler-Gymnasium, das Westfalen-Kolleg Paderborn, und das Gymnasium St. Michael.

Verkehr[Bearbeiten]

Luftverkehr[Bearbeiten]

Lage und Funktion des Flughafens Paderborn/Lippstadt im System der Flughäfen des Landes Nordrhein-Westfalen

Der Flughafen Paderborn/Lippstadt, rund 15 Kilometer südwestlich der Stadtgrenzen Paderborns in unmittelbarer Nähe des Ortsteils Ahden der Stadt Büren, bietet Linienverkehr nach München sowie Charterverkehr in südliche Urlaubsregionen.

Der Flughafen ist über die Bundesstraße 1 und den Flughafenzubringer sowie von der Bundesautobahn 44 über die Abfahrt Büren schnell zu erreichen. Vom Hauptbahnhof verkehrt stündlich ein Schnellbus, der nach 20 Minuten am Flughafen ankommt.

Der Flugplatz Paderborn-Haxterberg im äußersten Süden des Stadtgebiets dient hauptsächlich dem Individualluftverkehr und dem Luftsport.

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Paderborn ist mit fünf Ausfahrten an die A 33 angeschlossen, der Verbindung zwischen der A 2 OberhausenBerlin und der A 44 DortmundKassel.

Von Westen wird die Stadt aus Richtung Dortmund/Soest über die B 1 erreicht, die im weiteren Verlauf nach Nordosten in Richtung Detmold führt. Von Osten aus Richtung Höxter gelangt man über die B 64, die in nordwestlicher Richtung weiter nach Münster führt, nach Paderborn. Von Süden aus Richtung Warburg/Korbach kommt man über die B 68 in die Stadt.

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Hauptbahnhof Paderborn

Der Hauptbahnhof Paderborn ist eine Station der Bahnstrecke Hamm–Warburg, Teil der Mitte-Deutschland-Verbindung aus dem Ruhrgebiet nach Thüringen, Sachsen bzw. Berlin; hier zweigt die Senne-Bahn nach Bielefeld ab.

Im Schienenpersonenfernverkehr hält hier die IC-Linie DüsseldorfHammKasselErfurt–Berlin–Stralsund (einzelne Züge nach ErfurtLeipzigDresden). Der Nahverkehr wird von RE- und RB-Linien in Richtung Hamm–Düsseldorf, Herford, Bielefeld, HöxterHolzminden, Warburg und Münster bedient. In Paderborn endet auch die S-Bahnlinie S 5 nach HamelnHannover HbfHannover Flughafen. Im Dezember 2010 wurde schließlich der RE1 von Aachen nach Paderborn verlängert. Dieser verkehrt auf dieser Strecke seither im Zwei-Stunden-Takt. Außerdem ist Paderborn seit Ende 2010 auch wieder an das InterCity-Express-Liniennetz angeschlossen. Ein Zugpaar verkehrt von Dortmund über Paderborn, Kassel und Würzburg bis nach München.

Die nach Bielefeld führende Senne-Bahn bedient in der Innenstadt die Bahnhöfe Paderborn Kasseler Tor und Paderborn Nordbahnhof sowie in den Außenbezirken die Haltepunkte Paderborn-Schloß Neuhaus und Sennelager. Der neue Haltepunkt Paderborn-Schloß Neuhaus ist seit dem 30. Oktober 2008 in Betrieb. Auf einzelnen Fahrten ist ferner ein Fahrgastwechsel am Ausbesserungswerk Paderborn möglich; planmäßige Halte sind jedoch nicht im öffentlich zugänglichen Fahrplanmaterial verzeichnet. Es gibt Pläne, die Sennebahn zum Airport Paderborn-Lippstadt auszubauen.

Straßenbahn[Bearbeiten]

Die Straßenbahnlinien Paderborns wurden seit 1951 schrittweise eingestellt.

Busverkehr[Bearbeiten]

Stadtbusverkehr[Bearbeiten]

Den Straßenpersonennahverkehr bedienen die Stadtbusse des PaderSprinters. Der Name PaderSprinter für den Stadtbusverkehr in Paderborn wurde im Jahre 2000 von der damaligen PESAG (der vormaligen Paderborner Elektrizitätswerke und Straßenbahn AG) eingeführt und auch beibehalten, als 2003 die PESAG durch Übernahme und Fusion in der E.ON Westfalen Weser aufging. Derzeit betreibt der PaderSprinter 13 Hauptlinien (sonntags 12 Hauptlinien), 7 Nebenlinien und an Wochenenden sowie vor ausgesuchten Feiertagen 8 innerstädtische Nachtbuslinien.[45][46]

Zu den einzelnen Buslinien im Stadtgebiet von Paderborn siehe die Übersicht im Artikel PaderSprinter.

Regionalbusverkehr[Bearbeiten]

Regionalbusse der BahnBus Hochstift GmbH (seit 1. November 2008 DB Bahn Ostwestfalen-Lippe-Bus) fahren u. a. nach Delbrück, Hövelhof, Bad Lippspringe, Borchen, Büren (Westfalen) und über Lichtenau (Westfalen) nach Warburg. An Wochenenden und vor ausgewählten Feiertagen verkehren 10 Nachtbus-Expresslinien aus der Stadt Paderborn in die übrigen Städte und Gemeinden des Kreises Paderborn sowie nach Schlangen und Bad Driburg.[47] Für Fahrten zurück in die Stadt Paderborn sind allerdings die normalen Tagesbuslinien zu benutzen.

Tarif[Bearbeiten]

Alle Regionalzüge und -busse fahren zu einheitlichen Tarifen innerhalb des Nahverkehrsverbunds Paderborn-Höxter („Hochstift-Tarif“).

Radverkehr[Bearbeiten]

Der Anteil des Radverkehrs in Paderborn lag 2004 bei 18 % der Wege der Einwohner und damit bei einem für deutsche Großstädte überdurchschnittlichen Wert. Auffällig ist, dass neben Schülern auch Erwerbstätige und Nicht-Erwerbstätige mit Kfz relativ hohe Radverkehrswerte haben, während Studenten einen eher geringen Wert von nur 10 % aufweisen.[48] Es gibt einen Fahrradstadtplan aus dem Jahr 2002.[49]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Franz von Löher

Zu den bekanntesten der in Paderborn geborenen Persönlichkeiten zählen der Kupferstecher und Maler Heinrich Aldegrever (1502–1561), die Sängerin und Schauspielerin Sophie Schröder (1781–1868), der demokratische Politiker Franz von Löher (1818–1892) und der Widerstandskämpfer Josef Wirmer (1901–1944). Gebürtige Paderborner sind ebenfalls der Computerpionier und Unternehmer Heinz Nixdorf (1925–1986), der Journalist und Moderator Dieter Thoma (* 1927), der CDU-Politiker und Ehrenbürger Wilhelm Lüke (* 1934) und die SPD-Politikerin und Abgeordnete im Europaparlament Mechtild Rothe (* 1947) sowie der Kabarettist Rüdiger Hoffmann (* 1964).

Zu den Ehrenbürgern der Stadt zählen neben Politikern auch geistliche Würdenträger, die in Paderborn wirkten. Dazu gehören der Reichspräsident Paul von Hindenburg (1933), der Paderborner Erzbischof Lorenz Kardinal Jaeger (1856), der Bundestagspräsident und ehemalige Bundesminister Rainer Barzel (1984) und der Erzbischof von Paderborn Johannes Joachim Kardinal Degenhardt (1991).

Bedeutende Persönlichkeiten, die längere Zeit in Paderborn lebten und arbeiteten, waren oder sind unter anderem der Beichtvater von Kaiser Karl VI., Vitus Georg Tönnemann (1659–1740), der Komponist der Spätromantik Engelbert Humperdinck (1854–1921), der Reichskanzler der Weimarer Republik Wilhelm Cuno (1876–1933), der Essener Bischof Franz Kardinal Hengsbach (1910–1991), der Kirchenkritiker Eugen Drewermann (* 1940), der CDU-Politiker Friedhelm Ost (* 1942) und die SPD-Politikerin Ute Berg (* 1953).

Sprache[Bearbeiten]

Paderborn gehört zum Einzugsbereich der ostwestfälischen Dialektgruppe des Plattdeutschen. Plattdeutsch wird im Paderborner Land noch verbreitet gesprochen, von jüngeren Generationen aber kaum noch gepflegt. Im Stadtgebiet selbst ist das früher verbreitete „Paderborner Platt“ oder „Paderbörnsch“ de facto nicht mehr anzutreffen, und wird nur noch aus Traditionsbewusstsein von interessierten Bürgern dokumentiert. Es wird praktisch ausschließlich Hochdeutsch mit gelegentlich eingestreuten typisch westfälischen Eigenarten und Wendungen benutzt.

Seit 2011 ist die Stadt Paderborn korporatives Mitglied des Vereins Deutsche Sprache.[50]

Sonstiges[Bearbeiten]

Im Gelände des Paderborner Hauptbahnhofs wurde in den frühen 1970er Jahren der fünfzigtausendste Kilometer Bahngleise der damaligen Deutschen Bundesbahn elektrifiziert. Eine Gedenktafel im Bahnhofsgebäude erinnert an diesen Meilenstein.

Literatur[Bearbeiten]

  • Alois Fuchs: Paderborn (Westfälische Kunst), München Berlin 1965 (2. Auflage 1976).
  •  Otto Gaul, Anton Henze, Fried Mühlberg, Fritz Stich: Reclams Kunstführer Deutschland, Bd.3, Nordrhein-Westfalen (Kunstdenkmäler und Museen). Stuttgart 1982.
  • Alfred Heggen: Staat und Wirtschaft im Fürstentum Paderborn im 18. Jahrhundert. Paderborn 1978.
  • Karl Hüser, Jörg Jarnut, Frank Göttmann: Paderborn. Geschichte der Stadt in ihrer Region. 3 Bände, Paderborn 1999, ISBN 3-506-75690-7.
  • Uwe Lobbedey: Der Paderborner Dom (Westfälische Kunst) München/Berlin 1990.
  • Paul Michels: Baugeschichte des Paderborner Rathauses. Paderborn 1962.
  • Margit Naarmann, Die Paderborner Juden 1802–1945. Emanzipation, Integration und Vernichtung, Paderborn 1988.
  • F. Philippi: Zur Verfassungsgeschichte der westfälischen Bischofsstädte mit urkundlichen Beilagen. 1894.
  • Westfälisches Städtebuch; Band III, 2. Teilband aus Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte – Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages, hrsg. von Erich Keyser, Stuttgart 1954.
  • Westfälischer Städteatlas; Band II, 2 Teilband. Im Auftrage der Historischen Kommission für Westfalen und mit Unterstützung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, hrsg. von Heinz Stoob und Wilfried Ehbrecht. Stadtmappe Paderborn, Autor: Manfred Balzer, ISBN 3-89115-354-6; Dortmund-Altenbeken 1981.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Paderborn – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Paderborn – Quellen und Volltexte
 Wikiquote: Paderborn – Zitate
 Wikivoyage: Paderborn – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 31. Juli 2013. (Hilfe dazu)
  2. Vgl. Richard Knoche: Niu lustert mol! Plattdeutsche Erzählungen und Anekdoten im Paderborner Dialekt; Celle 1870.
  3. Geologischer Dienst NRW: Geowissenschaftliche Gemeindebeschreibungen NRW. Paderborn.
  4. Geologischer Dienst NRW: Erdwärme nutzen – Geothermiestudie liefert Planungsgrundlage (PDF; 369 kB).
  5. Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen: Kommunalprofil Paderborn.
  6. a b Hauptsatzung. Stadt Paderborn, 2010, abgerufen am 20. Mai 2012.
  7. Paderborn.de: Ortsteile Paderborns.
  8. Paderborn.de: Bevölkerung/Einwohnerzahlen.
  9. Wohnpreis.de: Mietpreis in Paderborn
  10. http://www.paderborn.de/freizeit/touristisches_angebot/stadtrundgang/109010100000016818.php
  11. Genealogie Mittelalter Bistum Hildesheim http://www.mittelalter-genealogie.de/mittelalter/bistuemer/hildesheim/hildesheim_bistum.html am 29. Oktober 2006.
  12. Die Busdorfkirche in Paderborn, Quelle: Deutsche Kunst und Denkmalpflege, 1986, ISSN: 0012-0375.
  13. Max Braubach: Kurfürst Clemens August. Leben und Bedeutung. In: Kurfürst Clemens August. Landesherr und Mäzen des 18. Jahrhunderts. Köln 1961, S. 20–21.
  14. Henner Schmude und Michael Pavlicic: Preußisches Militär im Paderborner und Corveyer Land. Paderborn 1990. = Heimatkundliche Schriftenreihe 21/1990
  15. Maximilian von Oertzen: Geschichte des 1. Westfälischen Husaren-Regiments Nr. 8 und des Reserve-Husaren-Regiments Nr. 5 sowie der übrigen Kriegsformationen. Paderborn 1939.
  16. Alexander Kaiser: Paderborner Infanterie-Regiment (7. Lothringisches) Nr. 158. Oldenburg 1924. = Erinnerungsblätter Preußen. Band 107
  17. Statistik des Deutschen Reichs. Band 434: Die Wahlen zum Reichstag am 31. Juli und 6. November 1932 und am 5. März 1933. Berlin 1935.
  18. a b  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 73 und 102.
  19.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 328.
  20. Statistisches Landesamt Nordrhein-Westfalen: Gemeindestatistik des Landes Nordrhein-Westfalen: Bevölkerungsentwicklung 1816–1871. Düsseldorf 1966, S. 206.
  21. Statistisches Landesamt Nordrhein-Westfalen: Gemeindestatistik des Landes Nordrhein-Westfalen: Bevölkerungsentwicklung 1871–1961. Düsseldorf 1964, S. 422–423.
  22. Statistisches Landesamt Nordrhein-Westfalen: Die Wohnbevölkerung in den Gemeinden Nordrhein-Westfalens 1970: Ergebnisse der Volkszählung am 27. Mai 1970. Düsseldorf 1972, S. 44.
  23. Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen: Sonderreihe zur Volkszählung 1987 in Nordrhein-Westfalen, Band 1.1: Bevölkerung, Privathaushalte und Erwerbstätige. Düsseldorf 1989, S. 128.
  24. Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen: Landesdatenbank Nordrhein-Westfalen.
  25. Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik: Schüler an allgemein bildenden Schulen in NRW nach der Religionszugehörigkeit.
  26. Landesdatenbank NRW; Wahlergebnisse zum Gemeindecode 05774032
  27. Landesbetrieb Information und Technik NRW: Kommunalwahlen
  28. Westfälische Zeitung: Michael Dreier schafft in Paderborn den Durchmarsch, Ausgabe vom 26. Mai 2014, abgerufen am 26. Mai 2014
  29. a b Seite der Stadt Paderborn, Beschreibung des Wappen abgerufen am 24. Dezember 2013
  30. Wählen Sie mit ARTE die populärste deutsch-französische Städtepartnerschaft. arte, abgerufen am 6. Januar 2013.
  31. Vgl. Gaul/Henze/Stich 1982.
  32. Luftsportgemeinschaft Paderborn e. V.
  33. http://www.paderborn.de/wirtschaft/daten/sp_auto_9880.php
  34. Studie der EWO (PDF; 474 kB).
  35. Emmerich Nachrichten
  36. Webseite von Paderborn Am Sonntag.
  37. Webseite des Stadtmagazin „Das Heft“.
  38. Webseite des Stadtmagazin „port01“.
  39. Info zur App „port01“.
  40. Webseite des Stadtmagazin „Hochglanz“.
  41. http://www.l-unico.de/startseite/ Projekthomepage.
  42. Informationstafel des Offenen Kanals Paderborn bezüglich seiner Einstellung.
  43. Kurzporträt – Die Hochschule im Jahr 2014
  44. Webseite des „Westfalen Kolleg“.
  45. PaderSprinter: Liniennetzpläne.
  46. PaderSprinter: Nachtbuslinien.
  47. BahnBus Hochstift GmbH: Paderborner NachtExpress.
  48. Präsentation Klimafreundliche Mobilität durch Stadt und Kreis Paderborn, dort 5.5, Daten nach Verkehrsentwicklungsplan von 2004. Abgerufen am 5. August 2012 (PDF; 6,4 MB).
  49. Präsentation Klimafreundliche Mobilität durch Stadt und Kreis Paderborn, dort 5.4. Abgerufen am 5. August 2012 (PDF; 6,4 MB).
  50. Städte als Sprachpfleger. Abgerufen am 30. Januar 2012.