Padmanabhapuram

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Padmanabhapuram
பத்மனாபபுரம்
Padmanabhapuram (Indien)
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Staat: Indien
Bundesstaat: Tamil Nadu
Distrikt: Kanyakumari
Subdistrikt: Kalkulam
Lage: 8° 23′ N, 77° 33′ O8.383333333333377.55Koordinaten: 8° 23′ N, 77° 33′ O
Einwohner: 21.342 (2011)[1]

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Padmanabhapuram (Tamil: பத்மனாபபுரம் Patmaṉāpapuram, Malayalam: പദ്മനാഭപുരം Padmanābhapuraṃ [ˈpad̪məˌnaːbʱəpuɾʌm]) ist eine Stadt im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu. Sie liegt im Distrikt Kanyakumari nur wenig nördlich der Südspitze Indiens (Kap Komorin) nahe der Grenze zum Nachbarbundesstaat Kerala. Die nächstgrößeren Städte sind die Distrikthauptstadt Nagercoil und Thiruvananthapuram (Trivandrum), die Hauptstadt Keralas. Laut der Volkszählung 2011 hat Padmanabhapuram rund 21.000 Einwohner.

Geschichte[Bearbeiten]

Das heute unbedeutende Padmanabhapuram war ab 1550 für zweihundert Jahre Residenz der Könige von Travancore, welche den südlichen Teil des heutigen Kerala beherrschten. Der Name der Stadt leitet sich von Padmanabha („er mit dem Lotusnabel“) ab, einer Erscheinungsform des Gottes Vishnu, die von den Herrschern von Travancore als Familiengottheit verehrt wurde. 1750 wurde die Hauptstadt nach Thiruvananthapuram verlegt. Nach der indischen Unabhängigkeit 1947 kam Padmanabhapuram zunächst zum Bundesstaat Travancore-Cochin, ehe der südlichste Teil von Travancore 1956 als Distrikt Kanyakumari dem Bundesstaat Madras (seit 1969 Tamil Nadu) zugeschlagen wurde.

Königspalast[Bearbeiten]

Hauptsehenswürdigkeit der Stadt ist der Königspalast von Padmanabhapuram, welcher als der größte Holzpalast Asiens gilt. Der weitläufige, rund 2,4 Hektar große Komplex besteht aus zahlreichen Gebäuden unterschiedlichen Alters, die größtenteils aus Holz erbaut sind und stellt eines der bedeutendsten Beispiele für die keralesische Architektur dar. Obwohl Padmanabhapuram heute zu Tamil Nadu gehört, ist der Palastkomplex noch immer im Besitz der Regierung von Kerala.

Udayagiri Fort[Bearbeiten]

Nahe beim Palast liegt das Udayagiri Fort[2] aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Die Festung war ehemals das Hauptquartier der Armee des indischen Fürstenstaates Travancore. Vom Fort selbst haben sich die mächtigen Umfassungsmauern erhalten. Im Inneren wurde ein Park angelegt, in dem sich eine Kapellenruine aus dem 18. Jahrhundert befindet. Sie birgt die Gräber des flämischen Generals Eustachius de Lannoy (1715–1777) und seiner Familie.[3] Als Offizier der Niederländischen Ostindien-Kompanie, geriet er 1741, nach der Schlacht bei Colachel, in indische Gefangenschaft und wurde Oberbefehlshaber der Armee des Staates Travancore. Dem gläubigen Katholiken, welcher mit einer Inderin verheiratet war, erbaute Raja Marthanda Varma[4] eine Kapelle und erlaubte ihm die freie Religionsausübung. Hier lernte der Hinduadelige und Palastbeamte Devasahayam Pillai den katholischen Glauben kennen, konvertierte trotz Verbots zum Katholizismus und wurde deshalb 1752 hingerichtet. 2012 erfolgte seine Seligsprechung.

Bilder[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Padmanabhapuram – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Census of India 2011.
  2. Das Udayagiri Fort in der englischen Wikipedia
  3. Eustachius De Lannoy in der englischen Wikipedia
  4. Raja Marthanda Varma in der englischen Wikipedia