Paille-Maille

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Pall-Mall-Spieler

Paille-Maille, in England als Pall Mall [ˌpælˈmæl] bekannt; (weitere Schreibweisen: Baille-Maille, Palle-malle, Jeu de Mail) war ein Ballspiel des 16. und 17. Jahrhunderts und ein Vorläufer sowohl des im 19. Jahrhundert verbreiteten Krocket (frz.: Croquet) als auch des heutigen Swingolf. Es zählt zu den auf Hartplatz gespielten Präzisionssportarten (im Gegensatz zu Croquet, das auf Wiesen gespielt wird).

Der Name stammt vom italienischen pallamaglio bzw. palla di maglio, was wörtlich übersetzt „Holzhammer-Ball“ (bzw. Ballspiel mit einem Holzhammer) bedeutet. Es wurde auf einer langen befestigten Bahn gespielt, an deren Ende ein eiserner Reifen über dem Boden aufgehängt war. Das Ziel war es, einen Ball aus Buchsbaumholz, der mit ca. einem Fuß Umfang (etwa 30 cm) ungefähr die Größe eines modernen Krocketballs hatte, mit möglichst wenigen Schlägen eines schweren hölzernen Schlägers (des mallet) entlang der Bahn und durch den Reifen zu schlagen.

Paille-Maille war populär in Italien, Frankreich und Schottland und breitete sich im 17. Jahrhundert auch nach England, Holland und Deutschland aus. Der Name Paille-Maille bezeichnet nicht nur das Spiel, sondern auch den Holzschläger und die Bahn, auf der gespielt wurde. Viele Städte und historische Parks haben immer noch lange gerade Straßen oder Promenaden, die sich aus diesen Spielbahnen entwickelt haben. Zwei dieser Straßen in London sind Pall Mall und The Mall, in Hamburg-Altona gibt es heute noch die Palmaille. In Himmelkron gibt es eine Baille-Maille-Lindenallee. Auch im Schlosspark Pillnitz in Dresden gibt es eine Maille-Bahn51.01210813.863931[1] und in Esslingen am Neckar deutet der Name des Stadtparks Maille auf das frühere Ballspiel an diesem Ort hin. In Den Haag wird das Malieveld als Veranstaltungsgelände genutzt. Die Londoner Pall Mall diente 1899 als Namensgeberin für die Zigarettenmarke Pall Mall. In Nordamerika werden Einkaufszentren als shopping malls bezeichnet. In der Schweizer Stadt Genf gehen die 7 Hektar große "Plaine de Plainpalais" und die sie begleitende Avenue du Mail auf dieses Spiel zurück, das hier seit 1637 gespielt wurde.

Ein anderes zur Zeit des höfischen Barocks beliebtes Spiel war das vom Pall Mall inspirierte Passspiel.

Malieveld in Den Haag

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Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • Norbert Hierl-Deronco: Es ist eine Lust zu Bauen. Von Bauherren, Bauleuten und vom Bauen im Barock in Kurbayern-Franken-Rheinland. München 2001, ISBN 3-929884-08-9.

Raphael Nussbaumer, Marie Theres Stauffer: "Spiel um die freie Mitte. Die Plaine de Plainpalais in Genf", in: werk, bauen + wohnen 6-2014, Seiten 43-47

Belege[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatOhne Titel. Google Maps, abgerufen am 25. August 2010.