Paintbox

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Quantel Paintbox in Benutzung

Der Name Paintbox steht für eine Familie proprietärer Grafikcomputer der englischen Firma Quantel. Sie war vom Markteintritt Mitte der 1980er Jahre bis weit in die 1990er beliebt, wenn es um professionelle Bildbearbeitung und Composing von Bildern ging. Insbesondere die Kombination aus spezieller Hardware (Mehrtastenmaus Ratte, Grafiktablett, High-end-Monitor), spezialisierter Software (geschwindigkeitsoptimiert durch den Verzicht auf eine Multitasking-Umgebung, eine revolutionäre Benutzerfreundlichkeit – ähnlich dem heutigen Dock unter Mac OS X) und einer großzügigen RAM-Ausstattung ermöglichte die Umsetzung völlig neuer Bildideen und Konzepte.

Herausragende Möglichkeiten boten sich durch das Morphen, Verzerren von Bildern und das Texturieren von Oberflächen. Auch das schichtenweise Übereinanderlagern von Bildern und die ausgefeilten Farbanpassungen ermöglichten die Entstehung eines eigenständigen Paintbox-Looks, der als Novum besondere Aufmerksamkeit erzeugte. Dieses hatte unmittelbar zur Folge, dass insbesondere die werbetreibende Industrie die Möglichkeiten der Paintbox schnell aufgriff, um mit ihren Motiven mehr Exklusivität zu vermitteln (was bei den damaligen Preisen für Paintbox-Operating auch kein Problem darstellte).

Im Laufe der 1990er Jahre konnte das Programm Adobe Photoshop nach und nach viele Funktionen der Paintbox erfolgreich imitieren (und teilweise übertreffen), mit dem gleichzeitigen Vorteil frei wählbarer Hardware und der offeneren Umgebung von Desktop-Betriebssystemen. Die Paintbox fristet daher heute ein Nischendasein. Quantel ist heute ein Hersteller von Hard- und Softwarelösungen für Film und TV.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]