Pakistanische Cricket-Nationalmannschaft

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Pakistanische Cricket-Nationalmannschaft
Test-Status
erhalten
1952
Erstes Test-
Match
gegen Indien Indien in Delhi, Oktober 1952
Erstes ODI gegen Neuseeland Neuseeland in Christchurch, Februar 1973
Erstes T20I gegen England England in Bristol, August 2006
Kapitän Misbah-ul-Haq (Test & ODI)
nicht festgelegt (T20)
Coach Waqar Younis - PakistanPakistan Pakistan
Offizielles ICC Test-Ranking 3 von 9 [1]
Offizielles ICC ODI-Ranking 6 von 13 [2]
Offizielles ICC T20I-Ranking 3 von 15 [3]
World-Cup-Teilnahmen 10
Erster World Cup 1975
Bestes World-Cup-Ergebnis Sieger (1992)
Champions-Trophy-Teilnahmen 6
Erste Champions Trophy 1998
Bestes Champions-Trophy-Ergebnis Halbfinale (2000, 2004, 2009)
World-Twenty20-Teilnahmen 3
Erste World Twenty20 2007
Bestes World-Twenty20-Ergebnis Sieger (2009)
Asia-Cup-Teilnahmen 10
Erste Asia-Cup-Teilnahme 1984
Bestes Asia-Cup-Ergebnis Sieger (2000, 2012)
Stand von 6. Juli 2014

Die Pakistanische Cricket-Nationalmannschaft ist die Nationalmannschaft im Cricket die Pakistan auf internationaler Ebene vertritt. Das Team wird vom Pakistan Cricket Board repräsentiert und ist seit 1952 Vollmitglied im International Cricket Council. Die Mannschaft besitzt also Teststatus. Vor der Teilung Indiens im Jahr 1947 haben einige Spieler die später Teil des pakistanischen Teams waren, auch schon für Indien gespielt.

Geschichte[Bearbeiten]

Nach der Unabhängigkeit[Bearbeiten]

Nach der Teilung Indiens 1947 und der damit verbundenen Begründung des Staates Pakistan, entwickelte sich eine professionelle Cricket-Szene im neuen Land. Am 28. Juli 1952 wurde Pakistan daher nach Empfehlung Indiens zum Vollmitglied des International Cricket Council ernannt.[1] Der erste Kapitän dieses neuen Nationalteams war Abdul Kardar.

Pakistans erstes Test Match wurde im Oktober 1952 im Feroz Shah Kotla Stadion von Delhi ausgetragen. Es war Teil einer Serie von fünf Test Matches, die 2 zu 1 für Indien ausging. Zwei Matches endeten in einem Remis. 1954 spielte Pakistan erstmals in England und erreichte bei der Testserie ein 1 zu 1 Unentschieden. Der pakistanische Sieg im Oval bei dem Fazal Mahmood 12 Wickets erzielte, gilt als historisch. Das erste internationale Spiel auf heimischem Boden trug Pakistan im Januar 1955 in Dhaka aus. (Dhaka gehöre damals noch zu Pakistan, ist aber inzwischen die Hauptstadt von Bangladesch). Gegner war wieder Indien und auch dieses Spiel war Teil einer Serie von fünf Test Matches. Die übrigen Spiele fanden in Bahawalpur, Lahore, Peshawar und Karachi statt. Zum ersten Mal in der Geschichte des Test Cricket endeten alle fünf Matches einer Fünf-Match-Serie in einem Remis.[2]

Auch aufgrund der politischen Spannungen zwischen Indien und Pakistan sind Cricket-Spiele zwischen diesen beiden Nationen stets sehr emotionsgeladen. Sie generieren oft überdurchschnittliches Zuschauerinteresse bei Fans beider Seiten und auch neutralen Beobachtern. Im Besonderen gilt dies für One-Day International Matches im Rahmen des Cricket World Cups, bei denen es zu ausverkauften Stadien und einer sehr aufgeladenen Stimmung kommt, unabhängig davon wo der World Cup stattfindet.

Australasia Cup 1986[Bearbeiten]

Eines der denkwürdigsten Aufeinandertreffen dieser zwei Mannschaften war das Finale des Australasia Cup 1986 in Schardscha in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Indien begann am Schlag und erreichte insgesamt 245 Runs. Als dann Pakistan an der Reihe war, kam Javed Miandad als 3. Schlagmann des Teams ins Spiel und musste zusehen, wie seine Batting Partner in regelmäßigen Abständen ihre Wickets verloren. Als nur noch drei Over zu spielen waren und Pakistan nach wie vor 31 Runs für einen Sieg benötigte, schien Indien als der sichere Sieger festzustehen. Miandad wollte „mit Würde verlieren“, spielte daher ein paar riskante Schläge und erzielte mehrere Boundaries in Folge. Als dann nur noch ein Ball zu spielen war, benötigte Pakistan noch immer vier Runs. Miandad gelang mit diesem letzten Ball ein 6er und Pakistan hatte einen denkwürdigen Sieg errungen.[3]

Cricket World Cup 1992[Bearbeiten]

1992 gewann Pakistan zum ersten und bisher einzigen Mal den Cricket World Cup, die Weltmeisterschaft im Cricket. Dies gilt als bisher größte Errungenschaft des pakistanischen Cricket-Teams. Die aufgrund von Verletzungen und Erkrankungen ersatzgeschwächte Mannschaft hatte von den ersten fünf Spielen des Turniers vier verloren. Das Spiel gegen England war die letzte Chance im Turnier zu verbleiben. Als man dann nur 74 Runs erreichte, sah es schon so aus als würde Pakistan in der ersten Runde ausscheiden. Das Spiel musste allerdings aufgrund von Regen vorzeitig abgebrochen werden und wurde als Unentschieden gewertet. Dadurch kam Pakistan in die nächste Runde, gewann dann fünf Spiele in Folge und wurde Weltmeister. Das Semifinale gegen Neuseeland wurde aufgrund einer herausragenden Leistung des jungen Inzamam-ul-Haq gewonnen, der später jahrelang Kapitän der Nationalmannschaft sein sollte. Im Finale wurde dann England besiegt und der Kapitän Imran Khan, der auch selbst leicht verletzt gewesen war, konnte den Pokal in Empfang nehmen.[4]

Cricket World Cup 2007[Bearbeiten]

Eine der größten Überraschungen in der Geschichte des Cricket World Cups war die unerwartete Niederlage Pakistans gegen Irland in Jamaika im Jahr 2007. Dadurch schied Pakistan in der ersten Runde des Turniers aus und die Mannschaft musste sehr viel Häme über sich ergehen lassen.[5] Am Tag nach der historischen Niederlage erlitt Bob Woolmer, der englische Coach der pakistanischen Mannschaft einen Herzinfarkt und verstarb. Nachdem die jamaikanische Polizei den Tod zunächst als Mord untersuchte und einzelne Spieler des Teams als Verdächtige vernahm, kam man zu dem Ergebnis, dass Woolmer eines natürlichen Todes gestorben war.[6]

ICC World T20 2009[Bearbeiten]

Shahid Afridi erwartet einen Ball von Lasith Malinga im Finale der ICC World Twenty20 2009

Am 21. Juni 2009 gewann Pakistan die Weltmeisterschaft im Twenty20-Cricket durch einen Finalsieg gegen Sri Lanka. Die Mannschaft war mit schlechten Ergebnissen in das Turnier gestartet, steigerte sich aber im weiteren Verlauf.

Aktuelle Entwicklungen[Bearbeiten]

Pakistans Mannschaft gelang es sowohl beim ICC World Twenty20 2010 und 2012, als auch beim Cricket World Cup 2011 jeweils ins Halbfinale einzuziehen.

Captains[Bearbeiten]

Bisher haben insgesamt 30 Spieler als Kapitän für Pakistan bei einem Testmatch fungiert.

Nr. Name Zeitraum[7]
1 Abdul Kardar 1952–1958
2 Fazal Mahmood 1958–1961
3 Imtiaz Ahmed 1959–1962
4 Javed Burki 1962
5 Hanif Mohammad 1964–1967
6 Saeed Ahmed 1968–1969
7 Intikhab Alam 1969–1975
8 Majid Khan 1972–1973
9 Mushtaq Mohammad 1976–1979
10 Asif Iqbal 1979–1980
11 Javed Miandad 1979–1993
12 Saeed Ahmed 1982-1969
13 Imran Khan 1982–1992
14 Zaheer Abbas 1983–1985
15 Wasim Akram 1959–1962
16 Waqar Younis 1993–2003
17 Saleem Malik 1993–1995
18 Rameez Raja 1995–1997
19 Saeed Anwar 1996–2000
20 Aamer Sohail 1997–1999
21 Rashid Latif 1997–2004
22 Moin Khan 1997–2001
23 Inzamam-ul-Haq 2000–2007
24 Mohammad Yousuf 2003–2010
25 Younis Khan 2004–2008
26 Shoaib Malik 2007–2008
27 Shahid Afridi 2009–2010
28 Salman Butt 2009–2010
29 Misbah-ul-Haq 2011-heute

Stadien[Bearbeiten]

Nr. Stadion Stadt Erstaustragung
1 Bahawal Stadium Bahawalpur 15. Januar 1955
2 Bagh-e-Jinnah (Lawrence Gardens) Lahore 29. Januar 1955
3 Peshawar Club Ground Peshawar 13. Februar 1955
4 National Stadium Karachi 28. Februar 1955
5 Gaddafi Stadium (Lahore Stadium) Lahore 21. November 1959
5 Pinddi Club Ground Rawalpindi 27. März 1965
6 Niaz Ground Hyderabad 16. März 1973
7 Iqbal Stadium Faisalabad 16. November 1978
8 Ibn-e-Qasim Bagh Stadium Multan 30. Dezember 1980
9 Jinnah Stadium (Sialkot Stadium) Sialkot 27. Oktober 1985
10 Jinnah Stadium Gujranwala 20. Dezember 1991
11 Southend Club Cricket Stadium (Defence Cricket Stadium) Karachi 1. Dezember 1993
12 Rawalpindi Cricket Stadium Rawalpindi 9. Dezember 1993
13 Arbab Niaz Stadium Peshawar 8. September 1995
14 Sheikhupura Stadium Sheikhupura 17. Oktober 1996
15 Multan Cricket Stadium Multan 29. August 2001

Pakistans erstes Test-Match überhaupt begann am 1. Januar 1955 im Bangabandhu National Stadium in Dhaka (heutiges Bangladesch).

Wegen der allgemeinen Sicherheitslage im Land und speziell aufgrund des Angriffes auf das Cricketteam Sri Lankas in Lahore finden in Pakistan derzeit keine internationalen Cricketspiele mehr statt. Für Heimspiele des pakistanischen Teams werden daher seitdem die Cricket-Stadien in den Vereinigten Arabischen Emiraten verwendet. Diese sind also de facto die aktuellen Heimstadien des Teams:

Nr. Stadion Stadt Erstaustragung
1 Sharjah Cricket Association Stadium (SCA Stadium) Schardscha 31. Januar 2002
2 Dubai International Cricket Stadium Dubai 12. November 2010
3 Sheikh Zayed Cricket Stadium Abu Dhabi 20. November 2010

Internationale Turniere[Bearbeiten]

Cricket Weltmeisterschaft[Bearbeiten]

Champions Trophy[Bearbeiten]

World Twenty20[Bearbeiten]

Asia Cup[Bearbeiten]

  • 1984 Vorrunde
  • 1986 2. Platz
  • 1988 Vorrunde
  • 1990 nicht teilgenommen
  • 1993 Turnier abgesagt
  • 1995 Vorrunde
  • 2000 Sieger
  • 2004 Super 4
  • 2008 Super 4
  • 2010 Vorrunde
  • 2012 Sieger
  • 2014 2. Platz

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Guinness Cricket Encyclopaedia
  2. Bill Frindall: Stump the Bearded Wonder No 126 (englisch) BBC Sport. 7. Juli 2006. Abgerufen am 2. April 2012.
  3. Kanishkaa Balachandran: Stump the Bearded Wonder No 126 (englisch) Cricinfo. 10. April 2008. Abgerufen am 2. April 2012.
  4. Imran’s Tigers turn the corner (englisch) Cricinfo. Abgerufen am 2. April 2012.
  5. Will Luke: Pakistan sent home by bold Ireland (englisch) Cricinfo. 17. März 2007. Abgerufen am 2. April 2012.
  6. Doubts grow over pathologist’s findings (englisch) Cricinfo. 20. Mai 2007. Abgerufen am 2. April 2012.
  7. Die Zeitraumsangabe bezieht sich auf die entsprechende Cricket-Saison, in dem das erste bzw. letzte Spiel der Zeit als Kapitän stattfand