Palais Lloyd

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Das Palais Lloyd, 2009
Das Palais Lloyd bei Nacht, 2006

Das Palais Lloyd (rumänisch Palatul Lloyd), auch Schloss Lloyd oder Lloyd-Palast, ist ein denkmalgeschütztes[1] dreistöckiges Gebäude an der Piața Victoriei der westrumänischen Stadt Timișoara. Es ist heute der Sitz des Rektorats der Polytechnischen Universität Timișoara.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Gebäude wurde 1910–1912 nach den Plänen von Lipót Baumhorn in eklektizistischem Baustil mit Elementen des Barocks und des Jugendstils (Wiener Secession) errichtet. Im ersten Stock befand sich der Sitz der Lloyd’s of London mit einer Handelsbörse für Agrarprodukte.

Die zweiten und dritten Etagen wurden als Wohnungen genutzt. Der Oberbefehlshaber der deutschen Truppen in diesem Gebiet, Generalfeldmarschall August von Mackensen, hatte 1915 hier seinen Sitz und lebte im zweiten Stock des Gebäudes.

Im Erdgeschoss etablierte sich das Café Wien, zu dieser Zeit ein beliebter Treffpunkt für Schriftsteller, Journalisten und teilweise zwielichtige Geschäftemacher. Der rasende Reporter Egon Erwin Kisch zählte zu den Kunden des Hauses.[2]

Im Zuge der Arisierung jüdischen Vermögens 1940/1941 gelangte das Café in den Besitz von Hans Weresch und Josef Henz, und wurde zu einem Treffpunkt der NS-Schickeria.[3][4]

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es in Café Lloyd umbenannt. Im Jahr 2000 wurde das Café im Erdgeschoss mit einem Kostenaufwand von circa 500.000 Deutsche Mark zu einem Restaurant ausgebaut. Teile der Jugendstileinrichtung wie die hohen lindgrünen Stuckdecken, alte Kandelaber und Spiegelsäulen sind erhalten.[2]

Trivia[Bearbeiten]

In Anlehnung an den Lloyd-Palast wird der Boulevard an der Piața Victoriei in der deutschen Bevölkerung auch Lloyd-Zeile genannt.[5]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Palais Lloyd – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • BBW.ro, Bucarest Business Week online, Tim Judy: Lloyd, 19. Februar 2001, in englischer Sprache
  • Qype.com, Schloss Lloyd, Timișoara
  • WelcomeToRomania.ro, Bilder von und aus dem Lloyd Palast, in rumänischer Sprache

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. gtztm.ro (PDF-Datei; 240 kB), Denkmalliste Lista Monumentelor Istorice 2004 des Județ Timiș, 152 - TM-II-a-A-06115, in rumänischer Sprache
  2. a b Rumaenien-erleben.de, Timișoara (Temeswar)
  3.  Hans Wolfram Hockl: Offene Karten: Dokumente zur Geschichte der Deutschen in Rumänien, 1930-1980, Band 76 von Donauschwäbische Beiträge. H. Hockl, 1980, S. 121.
  4. Klaus Popa: Die totgeschwiegene Dimension. Portraits rumaeniendeutscher NS-Apparatschiks - Hans Weresch, treu zum katholischen Glauben?
  5.  Hans-Heinrich Rieser: Temeswar: geographische Beschreibung der Banater Hauptstadt. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 1992, ISBN 978-3-515-08288-4, S. 152.

45.7537121.2250895Koordinaten: 45° 45′ 13″ N, 21° 13′ 30″ O