Palais am Festungsgraben

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Palais am Festungsgraben (2009)

Das Palais am Festungsgraben, ehemals Palais Donner, befindet sich in Berlin-Mitte direkt hinter dem Kastanienwäldchen hinter der Neuen Wache, neben dem Maxim-Gorki-Theater im Gebäude der Sing-Akademie. Benannt ist das Palais nach dem nahen Festungsgraben, einem heute zugeschütteten Stichkanal der Spree, der zu den im 17. Jahrhundert neu erbauten Berliner Festungsanlagen gehörte und später dem Warenumschlag diente. Das Palais beherbergt Originaleinrichtungen sowie seit 1990 das Theater im Palais und seit 2004 die Saarländische Galerie. Eine tadschikische Teestube, die 1974 im sowjetischen Pavillon der Leipziger Messe ausgestellt und später dem damaligen Zentralen Haus der DSF übergeben worden war, wurde zum 1. Mai 2012 geschlossen – konnte aber im Kunsthof Berlin neu eröffnet werden.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Das Gebäude steht auf dem Terrain der einstigen Berliner Stadtbefestigung. Per königlicher Order schenkte König Friedrich II. von Preußen am 7. November 1751 das Grundstück seinem Kammerdiener Johann Gottfried Donner. Dieser ließ das Palais nach Plänen Christian Friedrich Feldmanns von 1751 bis 1753 errichten. Eine Hälfte des Palais bewohnte Donner mit seiner Familie selbst, in der anderen Hälfte nahm der preußische Generalmünzmeister Johann Philipp Graumann seine Wohnung.

Das Gebäude als Sitz des Preußischen Finanzministeriums (1930)

Nach Donners Tod kaufte die königlich-preußische Finanzverwaltung das Palais und richtete im Obergeschoss die Dienstwohnung für den preußischen Finanzminister ein. Unter anderen wohnte hier auch Freiherr vom und zum Stein für vier Jahre. 1797 wurde der rechte Seitenflügel um ein Stockwerk erhöht. Ab 1808 wurde das Palais der Amtssitz des preußischen Finanzministeriums. In den Jahren 1863 und 1864 wurde das Gebäude nach Plänen von Georg Heinrich Bürde und Hermann von der Hude umgebaut. Eine weitere bauliche Umgestaltung erfuhr das Palais im Jahr 1934 durch den damaligen preußischen Finanzminister Johannes Popitz, der im Erdgeschoss den Schinkel-Festsaal des abgerissenen Weydingerhauses aus der Unterwasserstraße einbauen ließ.

Das Gebäude als Haus der Kultur der Sowjetunion mit geschmückter Fassade anlässlich des fünfjährigen Bestehens (1952)

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Palais durch Luftangriffe und die Kampfhandlungen um Berlin am Ende des Krieges beschädigt. Die Sowjetische Militäradministration in Deutschland ließ das Gebäude nach Kriegsende instand setzen und umbauen und nutzte es anschließend für ihre Zwecke. 1947 wurde das Palais als Haus der Kultur der Sowjetunion der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Von 1950 bis 1990 war das Palais als Haus der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft (bzw. Haus der Kultur der Sowjetunion) der zentrale Sitz der gleichnamigen DDR-Organisation, der Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft.

Nach der deutschen Wiedervereinigung ging das unter Denkmalschutz stehende Palais in den Besitz des Landes Berlin über und wird unter dem neuen Namen Palais am Festungsgraben kulturell, museal und gastronomisch genutzt. Die repräsentativen Räumlichkeiten können für Festlichkeiten von dem Unternehmen FLORIS Catering GmbH gemietet werden, welches seit 2005 die historischen Räumlichkeiten vom Land Berlin gepachtet hat. Seit 1990 befindet sich in einem bereits zu DDR-Zeiten als Theaterspielstätte genutzten Saal das Theater im Palais. Im September 2004 mietete die Vertretung des Saarlandes beim Bund 200 m² Ausstellungsfläche im Palais an und richtete dort die Saarländische Galerie im Palais am Festungsgraben ein.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Palais am Festungsgraben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

52.51888888888913.395555555556Koordinaten: 52° 31′ 8″ N, 13° 23′ 44″ O

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Tadshikische Teestube