Palau Reial de Pedralbes

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Haupteingang des Palau Reial de Pedralbes

Der Palau Reial de Pedralbes, auf Spanisch Palacio Real de Pedralbes (‚Königlicher Palast von Pedralbes‘), ist ein ehemaliges Residenzgebäude an der Straße Avinguda Diagonal in Barcelona, das ab dem 4. März 2009 Sitz des Generalsekretariats der Mittelmeerunion ist und zudem zwei Museen beherbergt.

Geschichte des Palastes[Bearbeiten]

Der heutige Palast mit seinen weitläufigen Gärten hat seinen Ursprung in einem ehemals landwirtschaftlich genutzten Areal nahe dem im 16. Jahrhundert entstandenen Kloster Santa Maria de Pedralbes nördlich von Barcelona. Zwischen 1862 und 1883 erwarben Joan Güell und dessen Sohn Eusebi Güell hier den Landsitz Can Feliu aus dem 17. Jahrhundert. Durch den Hinzukauf angrenzender Flächen entstand so ein 30.000 m² großes Grundstück, das Finca Güell genannt wurde. Das vorhandene Anwesen wurde in der Folgezeit durch den Architekten Joan Martorell in eine Sommerresidenz mit einer prächtigen Gartenanlagen umgestaltet. Zwischen 1884 und 1887 entstanden darüber hinaus an der Avinguda de Pedralbes nach Entwürfen von Antoni Gaudí ein Pförtnerhaus, Stallungen und ein Tor – später als Pavellons Güell bekannt.

1918 schenkte die Familie Güell Teil des Geländes dem spanischen König Alfonso XIII. als Residenz für dessen Aufenthalte in Barcelona. Bis 1924 wurde das Anwesen durch die Architekten Eusebi Bona und Francesc Nebot in einen Palast im Stil der Neorenaissance umgestaltet. Der viergeschossige Zentralbau wurde dabei durch zwei dreistöckige, geschwungene Seitenflügel ergänzt. Mit diesem Umbau erhält das Gebäude den auch noch heute gebräuchlichen Namen „Königlicher Palast von Pedralbes“. Die Gärten des Palastes wurden 1927 von Nicolau Maria Rubió i Tudurí neugestaltet.

Mit Beginn der Zweiten Spanischen Republik kam das Gebäude 1931, nur wenige Jahre später, in den Besitz der Stadt Barcelona, die dort das Museu de les Arts Decoratives (‚Museum der Dekorativen Künste‘) einrichtete und die Gärten in einen öffentlichen Park umwandelte. Nach dem Spanischen Bürgerkrieg wurde der Palast abermals Residenz und diente dem Diktator Francisco Franco als offizielle Unterkunft in Barcelona.

Nach dem Ende des Franquismus wurde das Gebäude wieder als Museum genutzt, seit 1990 beherbergt es neben dem Museum der Dekorativen Künste auch das Museu de Ceràmica (‚Keramikmuseum‘). Darüber hinaus wurde der Palast Ende des 20. und zu Beginn des 21. Jahrhunderts gelegentlich für große Feste genutzt (zum Beispiel gab hier der spanische König Juan Carlos 1997 aus Anlass der Hochzeit seiner Tochter Cristina ein großes Bankett) [1]. Teile des Bauwerks standen jedoch häufig leer.

Sitz der Mittelmeerunion[Bearbeiten]

Mit der Wahl Barcelonas zum Hauptsitz der im Juli 2008 gegründeten Mittelmeerunion wurde der Palau Reial de Pedralbes 2008/2009 zum Generalsekretariat dieser Organisation umgewandelt.[2] [3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rhein-Zeitung: ...der König nickte zustimmend vom 5. Oktober 1997
  2. Süddeutsche Zeitung: Barcelona soll Sitz der Mittelmeerunion werden, vom 4. November 2008.
  3. Der Palau ist inzwischen offizielle Kontaktadresse

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Palau Reial de Pedralbes – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  • Berliner Zeitung vom 5. November 2008: LEXIKON: Pedralbes-Palast.
  • Gran Enciclopèdia Catalana. Enciclopèdia Catalana S.A., Barcelona 2003, ISBN 84-85194-81-0.

41.3884166666672.1170277777778Koordinaten: 41° 23′ 18,3″ N, 2° 7′ 1,3″ O