Paleochora

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Die Paleochorahalbinsel
Strand westlich von Paleochora
Haus im Gavdos-Viertel
Paleochora - Ansicht von Norden
Die östliche Bucht wird von einem Kap abgeschlossen das in der Form an ein Krokodil erinnert. Es heißt, dass dieses Krokodil über die Stadt wacht - davor die abendliche Fähre aus der Samaria-Schlucht kommend.
Sonnenuntergang auf der Strandpromenade. Im Vordergrund eine sitzende Betrachterin und das aus Metall gefertigte Denkmal The Traveller. Dieses schenkte der Australier Robert Bunck 1992 der Stadt in Erinnerung an seine Anreise auf einem Eselrücken während der Hippiezeit (Tafelinschrift).

Paleochora (griechisch Παλαιόχωρα (f. sg.)) ist ein Städtchen im äußersten Südwesten Kretas. Der Stadtkern befindet sich auf einer schmalen Landzunge die halbinselartig der schnell steil ansteigenden Südküste vorgelagert ist. Wegen dieser geografischen Lage befindet sich Paleochora am sonnenreichsten Punkt der Insel Kreta. Am südlichen Ende der Landzunge liegt der Hafen, eine weitere Schiffsanlegestelle befindet sich an der östlichen Uferpromenade. Dort legen die Fähren und Schiffe an, die Einheimische und Touristen nach Gavdos, zur Samaria-Schlucht oder zum Strand von Elafonisi transportieren. Die Entfernung nach Chania beträgt etwa 72 km. Der Name bedeutet im Deutschen „Alter (Haupt-)Ort“; dies impliziert, dass die Ortschaft längere Zeit unbesiedelt war oder vorübergehend die Funktion als Zentralort für die Gegend auf einen anderen Ort übergegangen war.

Paleochora gehört zum Gemeindebezirk Pelekanos der Gemeinde Kandanos-Selino und existiert verschiedenen Angaben nach seit etwa 1400 n. Chr. Oberhalb des Ortes finden sich auf einem kleinen Hügel die Überreste eines venezianischen Kastells. Die begonnene, aber nicht beendete Ausgrabung des Kastells zeigt verschiedene Grundmauern und Reste einer Zisterne und eines Brunnens.

Paleochora ist einer der am schnellsten wachsenden touristischen Ortschaften in Griechenland. Geschäfte und Gastronomie decken sowohl den Bedarf der einheimischen Bewohner als auch den der Besucher. Die Infrastruktur ist stark auf den Tourismus ausgelegt; die meisten Bewohner verdienen ihren Lebensunterhalt durch die Vermietung von Zimmern oder mit Beschäftigung in der Gastronomie. Ackerbau (speziell Tomaten, Oliven) und Viehzucht spielen in Paleochora und Umgebung eine sehr wichtige Rolle. Der Strand östlich des Ortes ist bebaut; dies ist mittlerweile auch der Fall für den Berghang hinter dem Sandstrand.

Klima[Bearbeiten]

Paleochora hat ein mediterranes Klima mit milden Wintern und heißen Sommern. Gemäß dem Nationalen Observatorium Athen (NOA) fallen jährlich rund 500 mm Niederschlag. Im Zeitraum von 2007 bis 2012 lag die jährliche Durchschnittstemperatur bei 20,7 °C. Damit ist Paleochora die wärmste Gegend Griechenlands bzgl. aller NOA-Wetterstationen.


Monatliche Durchschnittstemperaturen für Paleochora
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 15,9 15,7 18,0 20,6 24,5 30,3 33,4 33,0 29,2 24,7 21,2 17,7 Ø 23,7
Min. Temperatur (°C) 10,9 10,4 12,1 14,8 18,1 23,2 26,3 26,5 23,2 19,0 15,9 12,8 Ø 17,8
Temperatur (°C) 13,4 13,1 15,1 17,7 21,3 26,8 29,9 29,8 26,2 21,9 18,6 15,3 Ø 20,8
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12,1
20,6
14,8
24,5
18,1
30,3
23,2
33,4
26,3
33,0
26,5
29,2
23,2
24,7
19,0
21,2
15,9
17,7
12,8
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Quelle: [1]

Geschichte[Bearbeiten]

1278: ein venezianischer General namens Marino Gradenigo gründete ein Dorf in der Umgebung von Paleochora namens „Selino Kasteli“. Das Dorf gab der gesamten Umgebung den Namen "Selina", welches ursprünglich "Orina"(?) genannt wurde. Der Name ist von dem griechischen Wort „Σέλινο“ (Sellerie) abgeleitet.

1332: Zerstörung des Dorfes

1334: Wiederaufbau des Dorfes von Venezianern

1539: Erneute Zerstörung durch den Piraten Barbarossa(?)

1595: Wiederaufbau durch "Dolf"(?)

1645: Belagerung des Dorfes von Türken und Modifikation(?).

1834: Ein englischer Reisender namens Robert Pashley fand den gesamten Ort zerstört vor, lediglich eine Getreidemühle und zwei Lager waren anscheinend in Betrieb.

1866: Beginn der Wiederbesiedlung Paleochoras.

II WK:Kämpfe zwischen dem 65. deutschen Bataillon und kretanischen Widerstandskämpfern. Im sogenannten Gavdos-Viertel finden sich Häuser von Auswanderern, die die Insel Gavdos verlassen haben. Diese Häuser wurden im typische Gavdos-Stil erbaut, d. h. sie haben eine Grundfläche von ca. 4 m x 7 m, relativ kleine Fenster und Türen und bestehen aus Bruchsteinen.

1970: Die Ortschaft wird von Hippies als Urlaubsparadies in Europa entdeckt, seither wuchs der Tourismus zur wichtigsten Einkunft der Stadt heran.

Blick von der Promenade an der südlichen Küste der Halbinsel
Kapelle unter blauem Himmel in Paleochora
Die Burgruine auf dem äußersten Sporn der Halbinsel

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Paleochora – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

35.23333333333323.683333333333Koordinaten: 35° 14′ N, 23° 41′ O