Palladion

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Das Palladion auf einer Säule, um die sich eine Schlange windet. Links Nike, rechts ein Krieger. Römisches Marmorrelief aus dem 1. Jahrhundert, Kopie nach einem hellenistischen Original.

Das Palladion (lat. Palladium) ist der griechischen Mythologie zufolge ein altes Schnitzbild der Städteschirmerin Pallas Athene, welches auf der Burg von Troja als Unterpfand der öffentlichen Wohlfahrt aufbewahrt wurde, 3 Ellen hoch, stehend, mit eng aneinander geschlossenen Füßen, in der Rechten den gezückten Speer, in der Linken Spindel und Rocken oder einen Schild. Zeus hatte es dem Ilos bei der Gründung Trojas als günstiges Zeichen vom Himmel zugeworfen.

Nach anderer Mitteilung war es ein Weihgeschenk der Elektra. Da Troja nicht erobert werden konnte, solange es im Besitz des Palladions war, raubten Odysseus und Diomedes das Bild und gaben es dem Demophon in Verwahrung, der es nach Athen brachte.

Auch Argos rühmte sich, das Palladion zu besitzen.

Nach wieder anderer Sage gab es zwei Palladien in Troja, welche Chryse dem Dardanos als Mitgift zugebracht hatte; das eine raubte Odysseus, während das andre Aeneas als Unterpfand für einen neuen Staat nach Italien mitnahm, wodurch Rom ebenfalls in Besitz eines Palladions kam. Es wurde hier im Tempel der Vesta bewahrt und vor allen profanen Blicken aufs strengste gehütet.

Im übertragenen Sinn heißt „Palladion“ oder „Palladium“ jede heilig gehaltene Sache, die etwas schützt, und auf deren Erhaltung viel ankommt.

Meyers Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890.
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