Pamela Harriman

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Pamela Beryl Harriman (* 20. März 1920 in Farnborough, Hampshire als Pamela Beryl Digby; † 5. Februar 1997 in Paris) war eine englisch-stämmige Gesellschaftsdame und US-amerikanische Diplomatin.

Ihr einziges Kind, Winston Spencer Churchill, ist ein Enkel von Winston Churchill.

Leben[Bearbeiten]

Pamela Digby stammt aus einer adligen Familie. Ihre Urgroßtante war die Abenteurerin Jane Digby. Pamela wuchs im ländlichen Dorset auf und nahm an Reitturnieren teil.

Im Alter von 17 Jahren ging sie für ein halbes Jahr auf ein Internat in München, wo Unity Mitford sie Adolf Hitler vorstellte. Später studierte sie an der Sorbonne, allerdings ohne je einen Abschluss zu machen.[1] 1937 kehrte sie nach England zurück. In London arbeitete sie als Übersetzerin für das Foreign Office, wo sie 1939 Randolph Frederick Churchill traf. Noch am selben Abend hielt er um ihre Hand an, und am 4. Oktober heirateten sie.[2]

Im Februar 1941 wurde Randolph zum Militärdienst nach Kairo entsandt und häufte dort erhebliche Spielschulden an. Dies und ihre Affäre mit Averell Harriman trug zur Zerrüttung ihrer Ehe bei. Im Dezember 1945 beantragte sie die Scheidung.[2]

Pamela, geschiedene Churchill, zog nach Paris und begann 1948 eine Affäre mit Gianni Agnelli. Erst als dieser Prinzessin Marella Caracciolo di Castagneto schwängerte, beendete Pamela die Beziehung.[3]

Nach einer Liaison mit dem verheirateten Baron Elie de Rothschild traf sie 1959 den ebenfalls noch verheirateten Broadway-Produzenten Leland Hayward. Sie akzeptierte seinen Heiratsantrag und zog nach New York. Sie blieb bei ihm bis zu seinem Tod 1971.

Unmittelbar danach nahm sie Kontakt auf zu ihrem einstigen Liebhaber Averell Harriman, der selbst frisch verwitwet war. Am 27. September 1971 heirateten die beiden. Durch ihn kam sie in Kontakt mit dem politischen Establishment in Washington, DC.[2]

Politik[Bearbeiten]

Als Pamela Churchill Harriman nahm sie 1971 die US-amerikanische Staatsbürgerschaft an und begann für die Demokratische Partei tätig zu werden. Präsident Bill Clinton ernannte sie 1993 zur US-Botschafterin in Frankreich.

Im Februar 1997 erlitt sie eine intrazerebrale Blutung und verstarb am Tag darauf. Frankreichs Staatspräsident Jacques Chirac legte das Großkreuz der Ehrenlegion auf ihren Sarg; sie war die erste ausländische Diplomatin, die mit dieser Ehrung ausgezeichnet wurde. Präsident Clinton entsandte Air Force One, um ihre Überreste in die Vereinigten Staaten zu überführen und sprach bei ihrem Trauergottesdienst in der Washington National Cathedral.

Am 14. Februar 1997 wurde sie auf dem Harriman-Anwesen in Arden bei New York beigesetzt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Reflected Glory: the Life of Pamela Churchill Harriman, Sally Bedell Smith, 1996. Simon & Schuster. ISBN 0-684-80950-8
  • Life of the Party: the Biography of Pamela Digby Churchill Hayward Harriman, Christopher Ogden, 1994.
  • Dorset Pioneers, Jack Dwyer, 2009. The History Press. ISBN 978-0-7524-5346-0
  • Swimming at The Ritz Charles Leipart, Premiere Juni 2010 im Devonshire Park Theatre, Eastbourne, UK.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Tucker Carlson, "The Hall of Lame," Forbes magazine, March 8, 1999
  2. a b c Bedell Smith S: Reflected Glory. The Life of Pamela Churchill Harriman. Simon and Schuster, 1996.
  3. Diva the site