Pamir (Gebirge)

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Pamir
Karte des Pamirgebirges

Karte des Pamirgebirges

Typische Pamirlandschaft

Typische Pamirlandschaft

Höchster Gipfel Kongur (7649 m)
Lage Tadschikistan, VR China, Afghanistan, Kirgisistan
Koordinaten 38° 38′ N, 75° 20′ O38.63333333333375.3333333333337649Koordinaten: 38° 38′ N, 75° 20′ O
Fläche 120.000 km²
p5

Der Pamir ist ein Hochgebirge in Zentralasien, das zum Dach der Welt gezählt wird. Es hat eine Fläche von etwa 120.000 km², wovon 1200 km² vergletschert sind.

Der Name stammt möglicherweise aus Sanskrit upa-meru („nahe dem Berg Meru“) oder aus persisch pāye mihr („zu Füßen des Mithra“).[1][2]

Geographie[Bearbeiten]

Der äußerste Norden des Faltengebirges gehört zu Kirgisistan, der Osten zu China, der Süden zu Afghanistan, der Rest zu Tadschikistan. Der Pamir verbindet einige der großen Gebirgszüge Asiens: Tianshan im Norden, Karakorum im Süden, Kunlun Shan (zu dem der Oberlauf des Yarkant die Abgrenzung bildet) im Südosten und Hindukusch im Südwesten. Im Osten des Pamir schließt das Hochland von Tibet an, das häufig ebenfalls als Dach der Welt bezeichnet wird.

Die mittlere Höhe des Pamirs liegt bei etwa 3600 bis 4400 m, was meist über der hier bei 3700 m liegenden Baumgrenze liegt. Im Pamir entspringt unter anderen der Pamir, der rechte Quellfluss des Pandsch. Der größte See im Pamir ist der Karakul in Tadschikistan. Es gibt häufig Erdbeben, durch eines entstand 1911 der Saressee.

Das Klima ist rau und trocken. Die Bewohner sind meist Viehzüchter und halten Yaks und Fettschwanzschafe. Das Gebirge ist durch den Pamir Highway erschlossen.

Der Ost-Pamir während der Eiszeit[Bearbeiten]

Der Pamir und die angrenzenden Gebirge

Der Ost-Pamir hat vom Westrand des Tarimbeckens eine Ost-West-Ausdehnung von ca. 200 km. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt vom King Ata Tagh bis zum nordwestlichen Kuenlun-Ausläufer ca. 170 km. Im Zentrum des Ost-Pamir befinden sich die Massive des Muztagata (7620 m) und des Kongur Tagh (Qungur Shan, 7578, 7628 oder 7830 m).

Die bis zu 21 km langen heutigen Talgletscher sind auf die über 5600 m hohen Gebirgsmassive beschränkt. Während der letzten Eiszeit bedeckte das Gletschereis noch das westlich von Muztagata und Kongur anschließende Hochplateau mit seinem aufgesetzten Mittelgebirgsrelief. Aus diesem Gletschergebiet ist ein Auslassgletscher nach Nordosten durch das Tal des Gez bis auf ca. 1850 m ü. M. und damit bis an den Rand des Tarimbeckens hinabgeflossen. Dieser Auslassgletscher erhielt Zufluss vom Kaiayayilak-Gletscher aus der Kongur-Nordflanke. Vom nördlich angrenzenden Kara Bak Tor (Chakragil c. 6800 oder 6694 m)-massiv ist der Oytag-Talgletscher in gleicher Exposition ebenfalls bis auf ca. 1850 m ü. M. abgeflossen.

Die Gleichgewichtslinie (ELA) war eiszeitlich um 820 bis 1250 Höhenmeter gegenüber heute abgesenkt.[3][4] Hieraus errechnet sich – unter der Bedingung vergleichbarer Niederschlagsverhältnisse – eine eiszeitliche Temperaturabsenkung von mindestens 5 bis 7,5 °C.

Tierwelt[Bearbeiten]

Die Tierwelt des Pamir setzt sich naturgemäß aus Hochgebirgsarten zusammen. Zu den bekanntesten, aber auch den seltensten Tieren des Gebirgszugs zählen der Schneeleopard und das Marco-Polo-Argali. Beide Arten werden im chinesischen Taxkorgan-Reservat geschützt, das im Grenzgebiet zum Karakorum gelegen ist.

Gebirgszüge[Bearbeiten]

Blick vom Alaigebirge zum Transalaigebirge im Pamir. Links der 7134 m Pik Lenin.

Die wichtigsten Gebirgszüge des Pamir:

Berge[Bearbeiten]

Zu den Bergen des Pamirs gehören unter anderen:[5]

Name Höhe
in [m]
Koord. Teilgebirge Land
Kongur (Kungur Tagh) 7649 (38.59342875.312567649) Kongur Shan CN
Kungur Tjube Tagh 7530 (38.61583375.1958337530) Kongur Shan CN
Muztagata 7509 (38.27585575.11617509) Muztagata-Massiv CN
Pik Ismoil Somoni (früher Pik Kommunismus, Pik Stalin) 7495 (38.94342272.0158037495) Kette der Akademie der Wissenschaften TJ
Pik Lenin (früher Pik Kaufmann) 7134 (39.34372472.8775367134) Transalaigebrige TJ, KG
Pik Korschenewskaja 7105 (39.05731772.009837105) Kette der Akademie der Wissenschaften TJ
Pik Abu Ali Ibn Sino (früher Pik Revolution) 6940 (38.5172.3541676940) Jasgulemkette TJ
Pik Rossija 6875 (38.89672.0296875) Kette der Akademie der Wissenschaften TJ
Pik Moskau 6785 (38.94856371.83446785) Peter-I.-Kette TJ
Pik Karl Marx 6726 (37.162572.4816676726) Schachdarakette TJ
Pik Garmo 6595 (38.81095572.0723446595) Kette der Akademie der Wissenschaften TJ
Pik Engels 6510 (37.17167172.5228986510) Schachdarakette TJ
Koh-e Pamir 6320 (37.1573.216320) Wachankette AF
Pik der Sowjetischen Offiziere 6233 (38.42473.3026233) Muskolkette TJ
Pik Majakowski 6095 (37.02109271.7151386095) Schachdarakette TJ
Pik Patchor 6083 (37.88916772.1891676083) Ruschankette TJ
Pik Skalisty 5707 (37.600572.2275707) Schugnankette TJ
Pik Kysyldangi 5704 (37.400672.84355704) Südliche Alitschurkette TJ

f1Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten des Abschnitts Berge: OSM, Google oder Bing

Anmerkung: Die Gipfel der Kongur- und Muztagata-Gruppe werden in einigen Quellen zum Kunlun gezählt, womit der Pik Ismoil Somoni der höchste Gipfel des Pamir wäre.

Literatur[Bearbeiten]

  • The Pamirs. 1:500.000 – A tourist map of Gorno-Badkshan-Tajikistan and background information on the region. Verlag „Gecko-Maps“, Schweiz 2004 (ISBN 3-906593-35-5)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pamir – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Adrian Room, Placenames of the World: Origins and Meanings of the Names for over 5000 Natural Features, Countries, Capitals, Territories, Cities and Historic sites, McFarland & Company, London 1997, ISBN 0-7864-0172-9, S. 286.
  2. F. Bliss/N. Pacult/S. Guss, Social and Economic Change in the Pamirs, Tajikistan, Routledge, London 2006, ISBN 0-415-30806-2, S. 13–14.
  3. Kuhle, M. (1997):New findings concerning the Ice Age (LGM) glacier cover of the East Pamir, of the Nanga Parbat up to the Central Himalaya and of Tibet, as well as the Age of the Tibetan Inland Ice. Tibet and High Asia (IV). Results of Investigations into High Mountain Geomorphology. Paleo-Glaciology and Climatology of the Pleistocene. GeoJournal, 42, (2-3), pp. 87-257.
  4. Kuhle, M. (2004):The High Glacial (Last Ice Age and LGM) glacier cover in High- and Central Asia. Accompanying text to the mapwork in hand with detailed references to the literature of the underlying empirical investigations. Ehlers, J., Gibbard, P. L. (Eds.). Extent and Chronology of Glaciations, Vol. 3 (Latin America, Asia, Africa, Australia, Antarctica). Amsterdam, Elsevier B.V., pp. 175-199.
  5. Höhenangaben der Berge über 6750 Metern in Übereinstimmung mit: Liste aller Berge Asiens mit einer Höhe von mehr als 6750 Metern. www.8000ers.com (Zugriff am 6. April 2010)