Pamphilj (Adelsgeschlecht)

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Familienwappen

Pamphilj oder Pamphili ist ein aus Umbrien stammendes italienisches Adelsgeschlecht. Die Pamphilj waren im 16. und 17. Jahrhundert politisch und kirchlich eng in die Römische Kurie eingebunden, aus ihr gingen ein Papst und mehrere Kardinäle hervor.

Die 1760 im Mannesstamm erloschene Familie Pamphilj wurde von der Genueser Familie Doria-Landi beerbt. Die Doria-Pamphilj-Landi sind inzwischen ebenfalls im Mannesstamme erloschen.

Familiengeschichte[Bearbeiten]

Ursprünglich entstammte die Familie dem Ort Gubbio. Sie verlegte ihren Sitz im Ende des 15. Jahrhunderts nach Rom. Unter dem Pontifikat von Papst Innozenz VIII. (1481–1492) übernahmen Familienangehörige kirchliche und administrative Tätigkeiten und setzten den Aufbau der Familiendynastie fort. Zum ersten Kardinal der Familie Pamphilj wurde 1604 Girolamo Pamphilj ernannt.

An den Höhepunkt ihrer Macht kamen die Pamphilj mit der Wahl von Giovanni Battista Pamphilj zum Papst Innozenz X., der von 1644 bis 1655 den Petrusstuhl innehatte.

Der Familie gehörten mehrere Paläste in Rom, sie besaßen große Landsitze und Güter und gaben sich selbst den Fürstentitel. Durch das Einheiraten in wohlhabende Familien wie die Doria und die Barberini konnten sie ihren Ruhm und ihre Macht festigen. Die männliche Linie starb 1760 aus. Zwischen 1639 bis 1649 waren sie im Auftrag von Innozenz X. an der Seite der Barberini im Krieg von Castro Kampf gegen den Herzog von Parma beteiligt.

Anna Pamphilj von Gubbio, die Erbin des berühmten Palazzo Doria-Pamphilj in Rom und großer Ländereien, heiratete 1671 den Genueser Giovanni Andrea III. Doria Landi. Der römische Zweig der Familie Pamphilj starb 1760 mit Girolamo Pamphilj aus. 1763 nahm Fürst Andrea IV. Doria den bis heute gültigen Namen Doria–Pamphilj–Landi an. Diese Familie ist im Jahre 2000 mit Donna Orietta, einziger Tochter des Fürsten Filippo Doria Pamphilj Landi, ebenfalls erloschen; den Palazzo Doria-Pamphilj mit der großen Kunstsammlung erbten ihre Adoptivkinder Jonathan und Gesine, die ihn bis heute besitzen.

Die Pamphilj gehörten, neben den Borghese und ihrer Seitenlinie Aldobrandini sowie den Familien Barberini, Caetani, Chigi, Colonna, Lante della Rovere, Massimo, Odescalchi, Orsini, Pallavicini, Riario Sforza, Ruspoli und Torlonia zu den bekanntesten Fürstenhäusern des stadtrömischen Hochadels.

Papst und Kardinäle[Bearbeiten]

Papst Innozenz X. (Giovanni Battista Pamphilj), Porträt von Diego Velázquez

Aus der Familie gingen ein Papst und zahlreiche Kardinäle hervor, zu ihnen gehörten:

Paläste der Familie[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Pamphilj zeigt auf einem roten Feld eine silberne Taube, die im Schnabel einen Olivenzweig hält. Die Kopfleiste ist in drei blaue Felder aufgeteilt, in denen jeweils eine goldene Lilie platziert ist. Das Familienwappen war auch Teil des Papstwappens von Innozenz X.

Weblinks[Bearbeiten]