Panaritium
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| Klassifikation nach ICD-10 | ||
|---|---|---|
| L03.0 | Phlegmone an Fingern und Zehen | |
| B00.8 | Sonstige Infektionsformen durch Herpesviren - Panaritium durch Herpesviren |
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| ICD-10 online (WHO-Version 2011) | ||
Ein Panaritium ist eine Infektion des Fingers oder des Zehs mit Einschmelzen von Gewebe.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Ursache
Ursächlich sind am häufigsten Bagatellverletzungen mit Infektionen durch Staphylokokken oder bakterielle Mischinfektionen.
[Bearbeiten] Symptome
Schwellung und Rötung. Bohrende Schmerzen und Hitzegefühl an den betroffenen Stellen. Starke Druck- und Klopfempfindlichkeit. Bewegungseinschränkung. Zeichen bei fortgeschrittener Infektion: Fieber, Schüttelfrost, Krankheitsgefühl. Bei Übergreifen der Entzündung auf die Sehnenscheiden treten die Symptome im Verlauf der Beugesehnen auf. Durch die akute Entzündung sind dabei nicht selten auch die Lymphknoten in der Achselregion vergrößert und leicht schmerzhaft. Eine Schwellung entsteht oft auf der Handrückenseite, da auf der Innenseite der Hand (palmar) die Haut weniger elastisch ist.
[Bearbeiten] Formen
Es gibt oberflächliche und tiefe Formen. Beim Fortschreiten eines Panaritiums kann sich eine Sehnenscheidenphlegmone entwickeln. Beim Befall des 1. Fingers (Daumen) oder 5. Fingers (Kleinfinger) kann daraus eine V-Phlegmone resultieren. Die anatomischen Strukturen im Bereich der Nägel erschweren den Abfluss des Eiters nach außen und begünstigen so die Ausbreitung der Infektion in umgebende Weichteilstrukturen, sowie in Knochen, Gelenke und Sehnenscheiden. Wegen dieser Gefahr einer fortschreitenden Infektion müssen Panaritien immer möglichst rasch behandelt werden.
Nach der Lokalisation bzw. der Ausbreitung kann man folgende Panaritien unterscheiden:
- Panaritium cutaneum
- mit der Sonderform des Kragenknopfes (Panaritium cutaneum mit Verbindung zu einem Panaritium tendinosum oder Panaritium articulare)
- Panaritium subcutaneum
- Panaritium paraunguale (Paronychie oder umgangssprachlich Nagelbettentzündung bzw. „Umlauf“)
- Panaritium subunguale
- Panaritium tendinosum
- Panaritium articulare
- Panaritium ossale
[Bearbeiten] Therapie
Die Therapie besteht in der chirurgischen Sanierung in Form einer Inzision zur Drainage des Eiters und Entfernung des entzündeten und/oder abgestorbenen Gewebes. Durch Injektion eines Lokalanästhetikums in Höhe des nicht entzündeten handnahen Fingergliedes (Fingergrundglied, lat. Phalanx proximalis) wird eine Leitungsanästhesie, die sogenannte Leitungsanästhesie nach Oberst, zur Schmerzausschaltung vor der OP durchgeführt. Bei schon weiter fortgeschrittenen Entzündungen, die sich über den Finger hinaus erstrecken, kann auch eine Plexusanästhesie oder Allgemeinanästhesie (Vollnarkose) für den Eingriff indiziert sein. Eine vorübergehende Ruhigstellung z. B. in einem Gips ist häufig sinnvoll. Die Hand sollte hochgelagert und gekühlt werden. Bei ausgedehnten Entzündungen muss eine Therapie mit einem Antibiotikum erfolgen.
[Bearbeiten] Siehe auch
Abszess, Phlegmone, Paronychie, Fischmaulschnitt, V-Phlegmone
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