Pandora (Internetradio)

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Logo des Internetradios Pandora

Pandora ist ein Internetradio und das Ergebnis des Music Genome Projects, welches sich der Musikanalyse verschrieben hat. Aus lizenzrechtlichen Gründen darf Pandora nur innerhalb der Vereinigten Staaten, Australien und Neuseeland genutzt werden, Zugriffe von außerhalb werden blockiert. Im April 2010 hatte der Sender 50 Millionen Mitglieder.[1] Laut einer US-amerikanischen Studie ist er mit einem Anteil von 28 % bei Internetusern über 12 Jahren das beliebteste Internetradio.[2]

In der Datenbank sind über 500.000 Titel (Stand: Februar 2009) gespeichert, sortiert nach 400 Attributen.

Ursprung[Bearbeiten]

Tim Westergren, Gründer von Pandora

Pandora basiert auf dem Music Genome Project, das am 6. Januar 2000 von Tim Westergren gegründet wurde. Westergren setzte sich mit professionellen sowie Amateur-Musikern zusammen und versuchte Musikstücken unterschiedliche Attribute zuzuordnen. Innerhalb von fünf Jahren wurden Titel von 10.000 Interpreten auf diese Weise untersucht.

Der Name Music Genome Project leitet sich von dem Human Genome Project ab, dessen Ziel es war, das menschliche Genom zu sequenzieren.

Funktionsweise[Bearbeiten]

Der Benutzer gibt zuerst den Titel eines Liedes oder den Namen eines Interpreten ein. Ist er in der Titeldatenbank enthalten, werden musikalisch ähnliche Titel gesucht und als Radioprogramm eingespielt.[3] Der Hörer spezifiziert seinen Musikgeschmack, indem er zu Liedern, die ihm vorgesetzt werden, angibt, ob sie ihm gefallen oder nicht. Das Abspielfenster verweist direkt auf Amazon und den iTunes Store, wo die Alben, die die Stücke enthalten, gekauft werden können.

Es ist nicht möglich, einzelne Lieder zurückzuspulen oder sie zu wiederholen. Pro Stunde kann man die „Lied überspringen“-Funktion nur sechs Mal benutzen; ein Neustart Pandoras umgeht dies allerdings. Man kann keinen bestimmten Künstler oder Band abspielen lassen, sondern ist auf die Zufallsauswahl durch Pandora angewiesen.

Die Seite zeigt ihren Inhalt mit dem proprietären Flash Player an, welcher auch die Musik abspielt. Es gibt aber auch eine ganze Reihe von Stand-Alone-Playern.

Aus lizenzrechtlichen Gründen werden seit dem 3. Mai 2007 Zugriffe von außerhalb der USA anhand der IP-Adresse erkannt und entsprechend blockiert, britischen Nutzern gewährte man noch bis 15. Januar 2008 den Zugriff.[4] Die bisher gespeicherten Daten zu angelegten Radiostationen und musikalischen Vorlieben bleiben jedoch erhalten, so dass zu einem späteren Zeitpunkt, wenn die Lizenzen dies zulassen, der Zugriff auf schon angelegte Profile wieder ermöglicht werden kann.

Börsengang[Bearbeiten]

Das Unternehmen, das noch nie Gewinn gemacht hatte [5], ging am 15. Juni 2011 an die Börse. Der Ausgabekurs der Aktie betrug 16 US-Dollar, stieg am Ausgabetag auf bis zu 26 USD [6], fiel am Folgetag und notierte nach zwei Tagen unter dem Ausgabekurs [7].

Im Jahr 2013 machte Pandora einen Umsatz von 637 Millionen US-Dollar. Durch Werbung wurden etwa 521, durch Abo-Dienste 116 Millionen Dollar eingenommen. Insgesamt erwirtschaftete das Onlineradio jedoch weiterhin Verluste, die in diesem Jahr bei 40 Millionen lagen.[8]

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. golem.de: US-Webradio Pandora hat 50 Millionen Nutzer (vom 2. April 2010)
  2. Pandora unter Internet-Radios die Nummer eins, Musikmarkt, 22. Juni 2010
  3. Julia Layton: How Pandora Radio Works auf howstuffworks, abgerufen 16. Mai 2012
  4. BBC: "Pandora to cut off UK listeners", 9. Januar 2008 (engl.)
  5. nachrichten.de
  6. Börse ARD
  7. Financial Times DeutschlandVorlage:Webarchiv/Wartung/Nummerierte_Parameter; Süddeutsche.de
  8. Pandora weitet Nettoverluste aus, Mediabiz, 6. Februar 2014