Panellinio Sosialistiko Kinima

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Πανελλήνιο Σοσιαλιστικό Κίνημα
Panhellenische Sozialistische Bewegung
Logo der PASOK
Parteivorsitzender Evangelos Venizelos
Partei­vorsitzender Evangelos Venizelos
Gründung 3. September 1974
Haupt­sitz Athen
Aus­richtung Sozialdemokratie
Farbe(n) Grün
Parlamentsmandate 33 von 300 (Juni 2012)
Internationale Verbindungen Sozialistische Internationale (SI), Progressive Allianz
Europapartei Sozialdemokratische Partei Europas (SPE)
EP-Fraktion Progressive Allianz der Sozialisten und Demokraten im Europäischen Parlament (S&D)
Website www.pasok.gr
Altes Logo (bis 2012)

Die Panellinio Sosialistiko Kinima (griechisch Πανελλήνιο Σοσιαλιστικό Κίνημα ‚Panhellenische (= gesamtgriechische) Sozialistische Bewegung‘), kurz PASOK (ΠΑΣΟΚ) oder PA.SO.K., ist eine sozialdemokratische Partei in Griechenland. Sie ist Teil der Sozialdemokratischen Partei Europas und darüber hinaus Mitglied der Sozialistischen Internationale.

Geschichte[Bearbeiten]

Die PASOK wurde am 3. September 1974 von Andreas Papandreou gegründet. Sie hat ihre Wurzeln in mehreren während der Diktatur im In- und Ausland aktiven Widerstandsgruppen, die sich vor oder kurz nach Parteigründung der PASOK anschlossen. Dazu gehörten die 1968 von Papandreou im Exil gegründete Panellinio Apeleftheriotiko Kinima (Πανελλήνιο Απελευθερωτικό Κίνημα ‚Panhellenische Befreiungsbewegung‘ PAK), die Dimokratiki Amyna (Δημοκρατική Άμυνα ‚Demokratische Verteidigung‘ DA), die Enosis Kendrou und andere Gruppen.[1] Die Partei gewann erstmals die Parlamentswahlen 1981 mit absoluter Mehrheit. Nach zwei Amtszeiten kam es zu einer Allparteienregierung unter der konservativen Nea Dimokratia (Neue Demokratie), die auch den Regierungschef stellte. 1993 gewann erneut die PASOK, konnte jedoch nicht mehr an die alten Erfolge anknüpfen. Die Regierung wurde von alten Skandalen überschattet, zusätzlich verschlechterte sich der Gesundheitszustand von Andreas Papandreou dramatisch. Drei Jahre später übernahm Kostas Simitis den Vorsitz der Partei, der umfangreiche Reform- und Infrastrukturprojekte startete und Griechenland in die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion führte. Als 2004 die Umfragewerte einen Einbruch der Wählergunst voraussagten, wurde ein Generationswechsel eingeleitet und Giorgos Andrea Papandreou übernahm die Parteiführung. Dieser ist zwar der Sohn des Parteigründers, wird aber dem Reformer-Flügel zugeordnet. Bei der Wahl 2004 verlor die PASOK die Mehrheit an die Nea Dimokratia, auch nach der Wahl 2007 blieb sie in der Opposition.

Aus den vorgezogenen Parlamentswahlen am 4. Oktober 2009 ging die PASOK als stärkste Kraft hervor; sie erreichte 43,94 % der Stimmen, gewann mit 160 Sitzen die absolute Mehrheit der Mandate im 300köpfigen Parlament und distanzierte damit die Nea Demokratia des Ministerpräsidenten Kostas Karamanlis klar.[2] Papandreou wurde Ministerpräsident. Er trat am 9. November 2011 im Rahmen der Griechischen Staatsschuldenkrise zurück.

Bei der Parlamentswahl am 6. Mai 2012 wurde die PASOK in drastischer Weise für die maßgeblich von ihr vertretenen Spar- und Reformmaßnahmen zur Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise abgestraft. Sie verlor über 70 % ihrer Wähler und wurde mit 13,18 % der Stimmen und somit 41 Mandaten nur noch drittstärkste Partei. Evangelos Venizelos wurde, nachdem es den Vorsitzenden von Nea Demokratia und SYRIZA jeweils nicht gelang, eine Regierungskoalition zu bilden, mit der Regierungsbildung beauftragt. Obwohl zunächst eine Einigung mit Antonis Samaras, Chef der Konservativen, und Fotis Kouvelis, Vorsitzender von DIMAR, erreichbar schien, scheiterte der Versuch an der Bedingung Fotis Kouvelis', dass auch SYRIZA an der Regierung beteiligt werden müsse.[3]

Da diese Wahl somit keine regierungsfähige Mehrheit erbrachte, fanden am 17. Juni erneut Parlamentswahlen statt. Aus diesen ging die PASOK mit weiteren Verlusten erneut als drittstärkste Partei hervor, wobei sich ihr Stimmanteil auf 12,28 % verminderte und sie 33 Mandate erzielte.[4] Sie beteiligte sich daraufhin an einer Regierung mit der konservativen Nea Dimokratia und gemäßigten Linkspartei Dimokratiki Aristera. [5]

Bei der Europawahl 2014 tritt PASOK als Teil des Mitte-links-Wahlbündnisses Eliá (griechisch Ελιά deutsch: Olivenbaum) an, dessen Name offensichtlich vom italienischen L’Ulivo inspiriert ist. Elia wird weitgehend als kaum kaschierte Neugründung der geschwächten PASOK angesehen, durch die zahlreiche Abspaltungen wie etwas die RIKSSY des früheren PASOK-Ministers Andreas Loverdos wieder mit der PASOK zusammengeführt werden sollen. [6]

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Das Logo der PASOK zeigt die aufgehende grüne Sonne, wobei grün nicht als Symbol für eine ökologische Einstellung steht.

Ergebnisse bei Parlamentswahlen[Bearbeiten]

Jahr Prozent % Sitze Stimmen Parteiführer
1974 13,58 12 666.413 Andreas Papandreou
1977 25,34 93 1.300.025 Andreas Papandreou
1981 48,07 172 2.726.309 Andreas Papandreou
1985 45,82 161 2.916.735 Andreas Papandreou
1989 (Juni) 39,13 125 2.551.518 Andreas Papandreou
1989 (November) 40,68 128 2.724.334 Andreas Papandreou
1990 38,61 123 2.543.042 Andreas Papandreou
1993 46,88 170 3.235.017 Andreas Papandreou
1996 41,49 162 2.814.779 Konstantinos Simitis
2000 43,80 158 3.008.081 Konstantinos Simitis
2004 40,55 117 3.003.988 Giorgos Papandreou
2007 38,10 102 2.727.279 Giorgos Papandreou
2009 43,94 160 2.995.978 Giorgos Papandreou
2012 (Mai) 13,18 41 833.529 Evangelos Venizelos
2012 (Juni) 12,28 33 755.832 Evangelos Venizelos
Quellen:

Griechisches Parlament (Wahlen 1974–2009)[7]
Griechisches Innenministerium (Wahl 2012 (Mai))[8]
Griechisches Innenministerium (Wahl 2012 (Juni))[9]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Michael Kelpanides: Politisches System. Parteien und Verbände. In: Klaus-Detlev Grothusen (Hrsg.): Südosteuropa-Handbuch Griechenland. III, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1980, S. 770. S.92f
  2. Griechische Sozialisten feiern ihren Sieg Spiegel Online, 4. Oktober 2009
  3. sueddeutsche.de, 11. Mai 2012: Koalitionsgespräche in Athen sind erneut gescheitert
  4. Offizielles Ergebnis Parlamentswahl Juni 2012 Griechisches Innenministerium (Griechisch, Englisch)
  5. http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/767463/Griechenland_Neue-Regierung-steht
  6. EnetEnglish.gr, Artikel vom 11. März 2014: "Olive, River and Drachma Five Stars: the boom in political start-ups" (englisch)
  7. Wahlergebnisse 1974–2009, Griechisches Parlament (englisch)
  8. Offizielles Wahlergebnis 2012, Griechisches Innenministerium (griechisch/englisch)
  9. Offizielles Wahlergebnis 2012, Griechisches Innenministerium (griechisch/englisch)

Weblinks[Bearbeiten]