Panemunė

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Schloss Panemunė (manchmal auch Gelgaudai-Schloss oder Vytenis-Schloss, lit. Panemunės pilis) ist ein litauisches Schloss am Ufer der Memel. Die an das Schloss angrenzende Siedlung trägt den Namen Pilis I (zu deutsch Schloss I, früher polnisch Zamék). Schloss und Siedlung liegen im Amt Skirsnemunė der Rajongemeinde Jurbarkas.

Schloss[Bearbeiten]

Das Schloss heute

Anfang des 17. Jhs. erwirbt der ungarische Holzhändler Janusz Eperjesz das Anwesen von einem polnischen Adligen und lässt 1604–1610 ein Renaissance-Schloss erbauen. Als Architekt wird Peter Nonnhart, der Erbauer des Großfürsten-Palastes in Vilnius, vermutet. Sein Sohn lässt das Schloss Ende des 17. Jhs. im barocken Stil umbauen. Über den Baron von Igelström (1753–1759) gelangt das Anwesen an den polnischen General Antoni Giełgud (lit. Antanas Gelgaudis), der es in der Folgezeit im klassizistischen Stil zu seiner Familienresidenz umbauen lässt. Einige Gebäudeteile werden abgerissen. Die weitläufige Parkanlage mit den fünf aufeinander folgenden Teichen wird angelegt, eine Orangerie errichtet. Enkel Antoni Giełgud, einer der Anführer des polnisch-litauischen Aufstands 1831, wird bei der Revolte getötet, das Schloss wird 1833 enteignet, es verwaist und verfällt.

1867 übernahm es der staatliche Verwalter Stanisław Pusłowski, allerdings wurden nur einige Räume instand gesetzt. Nach dem Ersten Weltkrieg eignete sich 1925 der Staat Litauen das bereits stark beschädigte Schloss an. Es verfiel weiter, ein Brand zog das Gebäude 1927 in Mitleidenschaft. Im angeschlossenen Gutshof wirkten ab 1935 bis zum Zweiten Weltkrieg die Salesianer. Das Kloster wird von den kommunistischen Behörden geschlossen und der Gutshof in eine Kolchose umgewandelt. In den Jahren 1959–1962, 1984 und 1995–1997 fanden im Schloss Restaurierungsarbeiten statt. Heute sind nurmehr der südliche und der westliche Flügel (letzterer mit zwei Türmen) und Reste des östlichen Flügels erhalten. Die Schlossanlage gehört heute der Wilnaer Kunstakademie und kann im Sommer besichtigt werden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Vilma Gudienė: Das Schloß von Panemunė. Kunstakademie-Verlag, Vilnius 2006, ISBN 9955-624-16-7 (Architektur- und Kunstdenkmäler Litauens).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Panemunė – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

55.09922.986Koordinaten: 55° 5′ 56″ N, 22° 59′ 10″ O