Panke

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Fluss Panke, weitere Bedeutungen unter Panke (Begriffsklärung).

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Panke
Der Lauf der Panke im Schlosspark Buch

Der Lauf der Panke im Schlosspark Buch

Daten
Lage Berlin
Länge 29,0 km
Quelle bei Bernau
52° 41′ 21″ N, 13° 36′ 25″ O52.68902777777813.60708333333372
Quellhöhe 72 m ü. NN
Mündung Spree 100 Meter flussab der Weidendammer Brücke52.52166666666713.38666666666732Koordinaten: 52° 31′ 18″ N, 13° 23′ 12″ O
52° 31′ 18″ N, 13° 23′ 12″ O52.52166666666713.38666666666732
Mündungshöhe 32 m ü. NN
Höhenunterschied 40 m
Flusssystem Elbe, aus Havel, aus Spree
Einzugsgebiet 198 km²
Großstädte Berlin
Mittelstädte Bernau
Gemeinden Panketal
Einwohner im Einzugsgebiet 450.000
Der Lauf der Panke von Bernau nach Berlin-Mitte (blau: Panke, hellblau: Südpanke, rot:Bahn, grün:S-Bhf., gelb: Fernstraße, orange:BAB

Die Panke ist ein kleiner Fluss in Brandenburg und Berlin und gemeinsam mit Dahme und Wuhle der bekannteste Berliner Nebenfluss der Spree. Sie hat eine Länge von 29 Kilometern, von denen sich 20,2 Kilometer auf Berliner Stadtgebiet befinden. Ihr Einzugsgebiet beträgt 198,3 km², davon 46,8 km² in Berlin. Nach ihr sind die Brandenburger Gemeinde Panketal und der Ortsteil Pankow im gleichnamigen Berliner Bezirk benannt.[1]

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Etymologie

Der Flussname ist slawischen Ursprungs. Er geht möglicherweise auf das polabische Wort pak zurück, was in etwa Büschel oder Knospe bedeutet. Nach Reinhard E. Fischer ist das Namensmotiv […] das Anschwellen des Flusses, wie eine Knospe.[2]

Eine andere Deutung des Flussnamens „pankowe“ verweist auf: strudelnder Fluss. Dies geht auf slawisch „ponikwa“ zurück. Eine mögliche Herkunft könnte auch „pania“ sein, die Bezeichnung für Flachmoor. Insbesondere zu Zeiten von Frühjahrs- und Herbsthochwasser hat sie bei geringem Gefälle und flacher Landschaft das Bild eines gurgelnden und strudelnden Baches gegeben.

[Bearbeiten] Geologie

Geologisch liegt die Panke mit ihrem Einzugsgebiet nördlich des Berlin-Warschauer Urstromtales. Im Berliner Raum wird dieses Urstromtal im Norden durch die Hochfläche des Barnim, im Süden durch die Hochfläche des Teltow und im Westen von der Nauener Platte begrenzt. Die Panke bezieht ihr Wasser aus dem Barnim. Der Flusslauf in dieser Pankerinne ist in der Weichseleiszeit entstanden. In den Eiszeit-Tälern in Richtung zur Spree zeigt sich eine allgemeine Schichtung. Die obersten Sande sind feinkörnig bis mehlsandig mit Einlagerungen von Talton, darunter liegen 3 bis 6 m Kies mit Steinen bis zu einer dichten Steinschicht. Diese Schichtenfolge von feinem Sand, mittelkörnigem Sand, Kies, grobem Kies mit Geschiebe wiederholt sich in Lagen mit einer Tiefe von 11 bis 14 Meter, 16 bis 21 Meter und um 30 Meter, darunter liegt dann meist ab 40 bis 55 Meter Tiefe Geschiebemergel. Diese Schichtungen reichen ständig bis an Geschiebemergelbänke heran. Diese Kiese der Talbildungen sind Auswaschungen von Grundmoränen, die ursprünglich das Talgebiet überdeckt haben. Es sind Bildungen der Saale- und Weichseleiszeit, aus der Elstereiszeit lassen sich im Berliner Urstromtal keine Sandbildungen nachweisen. [3]

„In Berlin und Umgebung stehen fast ausnahmslos die lockeren Bildungen der […] Weichsel-Eiszeit […] zutage an. Selbst die Ablagerungen der vorletzten Eiszeit treten nirgends an die Erdoberfläche“

Der geologische Aufbau der Gegend von Berlin[3]

Im Tertiär und Quartär hatten sich im Berliner Untergrund Schichten von Lockersedimenten mit einer Mächtigkeit von 100 bis 150 Meter abgelagert. In dieser Tiefe liegt auch der Hauptgrundwasserleiter. Eine mächtige Tonschicht aus der Grundmoräne der Weichseleiszeit sperrt das Grundwasser in der Pankerinne nach unten ab. Tonlinsen in aufliegenden Sanden sind der Untergrund dieser Pankerinne. Beispielhaft wird hier das Ergebnis einer Bohrung im Panketal aufgeführt.[3]

Bohrung in der Blankenburger Straße 34 in Niederschönhausen (45,0 m NN)
300 Meter nördlich des heutigen Pankelaufs
bis 2,0 m grober Sand Diluvium
bis 3,0 m toniger, feiner Sand
bis 5,0 m Sand mit kiesigen Beimengen
bis 6,0 m tonstreifiger Sand
bis 8,0 m kiesiger Sand
bis 62,0 m dunkler Geschiebemergel
bis 68,0 m Braunkohlenton Miozän
bis 69,0 m feiner Glimmersand
bis 71,0 m sandige Braunkohle
bis 74,0 m Lignit
bis 79,0 m mittelkörniger Braunkohlensand
bis 95,0 m feiner bis mittelkörniger Glimmersand

[Bearbeiten] Hydrologie

[Bearbeiten] Gewässerstruktur

Die Panke besitzt keinen typischen Quellbach, auf den ersten 1200 Metern bis zum Teufelspfuhl fließt sie in einem künstlichen Graben. Die Umgebung ist eine vermoorte Senke. In niederschlagsarmen Monaten ist die Panke hier trocken. Unterhalb des Teufelspfuhls beginnt eine Strecke, die um Bernau und südlich von Bernau durch naturnahe Gebiete führt. Das geringe Gefälle in diesem Bereich und die Ufervegetation führen zu einem Fließ an dessen Sohle sich organische Sedimente sammeln. Unterhalb der ersten Bahndammunterquerung in Höhe des NSG „Faule Wiese“ bis etwa zur Zuflussstelle des Schönower Dorfgraben bleibt dieser Zustand erhalten. Im weiteren fließt die Panke auf Grund eines stärkeren Gefälles etwas schneller. Die Landschaft ist offener der Lauf hat den Charakter eines Baches mit sandigen Sedimenten. Es wird ein Gebiet mit einfacher Bebauung durchflossen. Der Uferbereich besitzt Abbrüche und die Sohle ist durch Riffelbildung markiert. Die Gewässertiefe und -breite variiert. Dieser Charakter reicht durch die Pölnitzwiesen bis nach Berlin hinein. Im Schlosspark Buch führt der Lauf durch waldiges Gebiet und ist noch naturverwandt. Im Bereich der Gemarkung Karow fließt die Panke als geradliniges Fließ durch Wiesen. Entlang von Kleingärten zum Schloss- und Bürgerpark Pankow macht sich die Stadtnähe bemerkbar und die städtische Besiedlung rückt näher an die Flussufer. Die Sohle wird eher von kiesigen Sedimenten gebildet. 600 Meter unterhalb Pankows im Ortsteil Gesundbrunnen beginnt ein innerstädtischer Verlauf mit teils ausgemauerter Sohle. Der Pankegrünzug bildet teilweise einen „renaturierten“ Uferbereich. Insgesamt hat die Panke aber jetzt Kanalcharakter mit Rechteckquerschnitt.

[Bearbeiten] Fließgeschwindigkeit

Hat die Panke im Schlosspark Buch noch den Charakter eines Baches, so gewinnt sie bis zum Schlosspark Niederschönhausen an Menge. Aus dem Quellgebiet der Rieselgräben wird Wasser zugeführt, in den Nordgraben wird Wasser abgeführt. Im Berliner Stadtgebiet ist die Fließgeschwindigkeit und auch die Wasserführung recht konstant. Die Fließgeschwindigkeit an einem normalen Tag liegt sowohl im Bürgerpark als kurz vor der Pankstraße bei 23 bis 25 Metern pro Minute.[4] Die kanalisierte Fassung der Panke mit geklinkerten Ufermauern oder Faschinen bedingt eine weitgehende Gleichmäßigkeit. Die Wassermenge liegt nach den Planungsunterlagen bei 20 bis 25 m³ pro Minute. Bedingt ist dies vorwiegend durch die wasserwirtschaftliche Regulierung an Wehren wie beim Nordgrabenabzweig und an Rückhaltebecken.

Das Gefälle der Panke liegt rechnerisch 1,60 Meter je Kilometer. Einige Gefällestrecken insbesondere auf Brandenburger Territorium wechseln im Laufe mit langen Bereichen, in denen praktisch kein Gefälle besteht.[5]

[Bearbeiten] Abflussmenge

Die Wasserführung der Flüsse im Berliner Raum ist von den Niederschlägen im Einzugsgebiet abhängig.[3] Für die Panke kommt das Drainwasser der Rieselfelder hinzu, das zur Spree oder über den Nordgraben in den Tegeler See gelangt. Seit dem Ende der Rieselfeldwirtschaft verblieben allerdings nur marginale Mengen. Für die Jahre 1986-1995 wurden am Pegel Schönwalder Straße als mittlere Abflussmenge 0,58 m³/s ermittelt, mit der Streuungsbreite zwischen mittlerem Niedrigwasser von 0,094 m³/s und dem mittleren Hochwasser von 3,66 m³/s. Rechnerisch ergeben sich daraus 18 Millionen Kubikmeter Wasser, die im Jahr den Pankelauf verlassen.

Mittler Abfluss MQ der Panke ab Quelle bis Landesgrenze Röntgental [6]
Messstelle Einzugsgebiet der Panke
bis zur Messtelle
MQ in m³/s MQ in m³/h
9,6 1,70 km² 0,010 36
9 17,12 km² 0,102 367
8 22,63 km² 0,127 457
7 25,12 km² 0,134 482
6 28,99 km² 0,149 536
5 29,33 km² 0,148 533
4 31,08 km² 0,167 601
3 36,16 km² 0,168 605
2 37,24 km² 0,173 623
1 39,45 km² 0,210 756
0 42,00 km² 0,219 788

[Bearbeiten] Grundwasser

Die Panke fließt auf einer eiszeitlichen Geländerinne. Während der Weichseleiszeit bildete sich beim Abfluss der Schmelzwasser das „Ur“-Panketal auf dem Höhenzug Barnim. Alle Schmelzwässer aus Nordosten wurden im Warschau-Berliner-Urstromtal gefangen und flossen von der Nauener Platte geführt Richtung Nordwest ab, jener Richtung die heute von Spree, Havel und Elbe durchflossen wird.

Das westlich der Panke liegende Tegeler Fließ mag im relativ flachen Gelände aus dieser Pankerinne abgezweigt sein. Das heutige Einzugsgebiet der Panke besitzt eine bemerkenswerte Einkerbung nach Osten bis nahe an die Panke heran. Dieses Gebiet entwässert zum Tegeler Fließ. Bemerkenswert am Fließ ist die trotz seiner Stadt-Randlage noch vorhandene Flussaue mit Stauen, wie sie einst auch die Panke besessen hat.

Die 150 Meter mächtige Schicht aus dem Tertiär und Quartär im Berliner Untergrund bildet die Hauptquelle der Wassergewinnung für Berlin. Eine 80 Meter Schicht von Rupelton bildet darunter die hydraulische Barriere zum fünften Grundwasserleiter, der Salzwasser führt. Die vier darüberliegenden Grundwasserleiter Berlins sind hydraulisch getrennt. Auf der Barnimplatte liegt der Panketal-Grundwasserleiter, er ist von einer Tonschicht aus Grundmoräne zum Berliner Hauptgrundwasserleiter gesperrt. Die Panke-Schicht streicht nach Nordwesten auf wenige Meter aus.

Die Messung der Grundwasserstände in Berlin begann 1870 mit 29 Messstellen, diese Zahl stieg bis 1937 auf nahezu 2000 an. Heute werden etwa 1000 automatische Stationen betrieben. Diese senden ihre täglichen Messungen an die Berliner und die Brandenburger Wasserbehörde. Dort werden die Daten statistisch ausgewertet. Der erste (obere), auch der zweite Grundwasserleiter im Panketal werden mit 40 Messpunkten für Grundwasser und sechs für Oberflächenwasser beobachtet.

Das Grundwasser in der Pankerinne fließt mit 10 bis 500 Meter pro Jahr von Nordwest nach Südost zum Warschau-Berliner Urstromtal.[7]

[Bearbeiten] Hochwasser

Als Niederschlagsmengen werden für den Pankeraum 500 bis 670 mm pro Jahr angegeben. Die mittlere jährliche Menge liegt bei 645 mm pro Jahr, nach Abzug der Verdunstung verbleiben 190 mm. Stärker wirken sich allerdings die versiegelten Flächen auf die Abflussmenge aus.[8] Ältere Berichte zeugen von einem stärkeren Abfluss durch die Panke.

„[...] daß gewäßer groß werden Und die Pancke Vor Berlin sich wieder wie Vorjahr ergießen solte. [Anlass zum Bau des „Weidendamm“, heute noch im Namen der Brücke mit der Friedrichstraße].“

Anmerkung von 1674[9]

Meist war die Panke ein Fluss mit gemächlichem Lauf. Zerstörende Hochwasser in der jüngeren Zeit

  • 1830, als die Papiermühle auf dem Gelände des heutigen Bürgerparks zerstört wurde,
  • 1888, als ein Hinterhaus in der Schulzendorfer Straße einstürzte und der Durchfluss auf das 50fache des Normalwassers stieg,
  • 1899, als die Mauern des Grundstücks Chausseestraße 80/81 durchbrachen,
  • 1902, 1904, 1905, 1919 nach starken Gewittern
  • 1926/1927 mit dem Winter- und Frühjahrshochwasser.
  • Das jüngste Hochwasser vom 11. Juni 1980 und am 4. Juli 1980 erforderte den Einsatz von Sandsackbarrieren, um Schlimmeres zu verhindern. Es entstand ein Schaden von 500 000 DM.

Der Nordgraben ab Blankenfelde wurde in den 1930er Jahren aus der Panke abgeleitet durch das Rieselwasser bedingt, diente auch als Ableiter bei Hochwasser. Heute sind im Oberlauf Regulierungen eingebaut, am Übergang von Pankow nach Mitte sind zwei Regenwasserrückhaltungen eingerichtet. An der Anlage in Blankenburg kann faktisch alles Wasser über den Nordgraben abgeleitet werden, die Wehranlage in der Schulzendorfer Straße kann den Abfluss zum Nordhafen oder später wieder mit dem Ausbau der Stadtpanke zur Friedrichstraße regulieren.

Die Gewässergüte wurde 1997 als stark geschädigt kartiert, davon ein Drittel als übermäßig stark geschädigt. Am Oberlauf ist die Güte in Röntgental an der Fließsohle und am Pankeufer zwar wenig geschädigt, dagegen in Gesundbrunnen – flussab und im Stadtgebiet – als wesentlich geschädigt eingestuft. Der Lauf ist begradigt und innerstädtisch stark eingetieft, 2/3 sind geschottert und der Rest betoniert, 18% sind verrohrt. Es gibt am Pankelauf 69 Brücken und Durchlässe und 11 Wehre. Eine Renaturierung der Panke erfordert eine Anhebung der Sohle und eine Remäandrierung, angesichts der Bebauungssituation ist dies nicht möglich. „Die hierfür anfallenden Kosten würden in keinem Verhältnis zum Gewinn für die Natur stehen.“[10]

[Bearbeiten] Geschichte

[Bearbeiten] Nacheiszeit

Mooriger Boden in Bernau-Pankeborn (Maulwurfshügel neben dem Pankelauf)

Nach Abklingen der Eiszeit siedelten sich Pioniergesellschaften an. Das Gelände vom Gletscher flachgeschürft begünstigte, dass sich Torflager bildeten. Vom Rückzug des Gletschers verbliebenes Toteis trug zur Ausbildung von Mooren bei. An vielen Stellen haben die Moorschichten eine Mächtigkeit bis zu 13 Metern. Aus diesen Mooren entstanden von der mäandrierenden Panke durchflossene Kleinseen. Die Gegend südlich von Schönwalde mit dem Lietzengraben [11] mag noch heute ein Bild dieser anfänglichen Verhältnisse geben. Auf der Hochfläche des Barnim bildeten sich Schichtquellen aus denen das ansteigende Grundwasser Fließe speiste, so wie heute um Bernau die Panke quillt. Auch das Grabensystem im Panketal tritt auf diese Weise an die Oberfläche. Die Geländestruktur bedingte durch geringes Gefälle wechselnde Mäander und Flussseen, die typischen Elemente eines natürlichen Flusslaufes, auch die Panke und ihre Zuflüsse waren mäandrierende Bäche mit moorigen Uferzonen.

Besiedelt waren die Gebiete in der Mittelsteinzeit (8000 bis 6000 v.Chr.) durch Jäger und Sammler, sie zogen umher und hinterließen an den Flussufern Spuren durch Feuersteingeräte, Hirschgeweihäxte und Knochenspitzen. Die hiesigen Waldgebiete aus Eichenmischwald mit Linde, Rüster, Haselstrauch und Kiefern und Birken waren von Elch, Rothirsch, Auerochsen, Wisenten, Wildschweinen, Braunbären, Wölfen und Wildpferden besiedelt.

Im Neolithikum (3000 bis 1800 v. Chr.) siedelten sich dann Ackerbauern an, die auf den sandigen Hochflächen Weizensorten anbauten. Funde mehrerer Kulturen wurden im Gebiet ausgegraben. Durch Gräber und Keramikfunde ist die Anwesenheit belegt. Die Bauern benötigten Wasser für ihre Dauersiedlungen, für Wiesen und Ackerland wurden die Auenwälder zurückgedrängt, die Viehhaltung hielt die Weiden, der Pflug das Ackerland waldfrei.

Im Übergang zur Bronzezeit und in der älteren Bronzezeit nahm die Bevölkerungsdichte in weiten Teilen Norddeutschlands allerdings wieder ab. Ein Grund könnte sein, dass die Viehwirtschaft auf Kosten des Ackerbaus zunahm. Erst in der jüngeren Bronzezeit mit der Intensivierung des Feldbaues durch bessere Methoden nahm die Bevölkerungszahl wieder zu. Teltow, Barnim und das Urstromtal wurden entlang der Wasserläufe besiedelt.[3] Die Panke bot Wasser für die Siedler.

[Bearbeiten] Frühzeit und Mittelalter

Die Panke nahe ihrer Quelle östlich von Bernau-Pankeborn. Kein sprudelndes Flüsschen mehr wie noch vor 150 Jahren oder gar im Mittelalter.

Aus der vorrömischen Eisenzeit (800 v.Chr. bis 0) erscheint das Berliner Gebiet wieder nur dünn besiedelt zu sein. Diese Annahme wird durch die Funde von Gräbern gestützt. Die Hortfunde legen die Vermutung nahe das auf Grund von Klimaänderungen nur noch hochgelegene, hochwasserfreie Talsandkuppen besiedelt sind. In der folgenden Römischen Kaiserzeit muss die Besiedelung aber wieder zugenommen haben, es fanden sich zahlreiche Funde auch an römischen Münzen und Gegenständen. Die Siedlungen zeugen von einer bäuerlichen Kultur, für die Jagd und Fischfang weniger wichtig war. Im Siedlungsgebiet wandern Burgunder und Semnonen ein. Im 6. und 7. Jahrhundert müssen an den Rändern des Barnim einige Gehöfte wohlhabender Bauern existiert haben, wie sich aus reich ausgestatteten Körpergräbern, auch in Rosenthal, ergibt. In den späteren Jahren bis zum Beginn der askanischen Periode siedelten Spreeslawen ein, die sich im Schutze der Burgen Poztumpi, Spandow und Köpenick siedelten. Diese deckten ihren Bedarf zur Hälfte mit Ackerbau und Viehzucht und zur andren Hälfte mit der Jagd.[12] Die Niederlage von Jacza gegen Albrecht den Bären förderte den Zustrom deutscher Bauern. Im Schutze der askanischen Burgen unter den Markgrafen Johann I. und Otto II. siedelten sie auch auf dem Barnim.

Liest man in den alten Quellen hat die Panke der früheren Jahre mehr Wasser geführt. Auf jeden Fall im Frühjahr war die Wasserführung reichlich. 1361 „konnte der Legende nach“ immerhin der Ritter Graf Udo von der gespaltenen Klaue in seiner Rüstung in der Panke ertrinken, am heutigen Wasserlauf an dieser Stelle ist es nur schwer vorstellbar.

Die Siedlung Bernau selbst wurde im 11. Jahrhundert auf der höher gelegenen Diluvialplatte erbaut. Das Sumpfgebiet mit den Quellbächen der Panke, das sich südlich bis nordöstlich um die Stadt zog war unbetretbar. Wenn der Feind drohte wurde es durch Anstauen der Panke sogar unüberwindbar. Am Pankeunterlauf konnte damals bei dem vergleichsweise geringem Gefälle der Panke ein hoher Wasserstand in der Havel über den Rückstau in der Spree auch den Abfluss der Panke behindern.

Die Besiedlung mindestens seit dem 13. Jahrhundert, besonders ab Mitte des 18. Jahrhunderts hat den Flusslauf verändert. Durch Wehre und Mühlen, Rodungen und Begradigungen wurde der natürliche Pankelauf verändert. Der Fluss musste den Bedürfnissen der Menschen folgen. Aus dem strudelnden Bach wurde innerhalb von 700 Jahren ein Kanal mit rechteckigem Durchfluss, faschiniert und eingemauert.

Heute verbinden 90 Brücken unterschiedlichster Größe die befestigten, besiedelten und als Kulturland genutzten Ufer.

Ab Pankow auf eine Breite von durchgehend vier bis sieben Meter gebracht, hat die Panke bei normalen Stand eine Wassertiefe von etwa 30 bis 40 Zentimetern. An den Kanalwänden sind nur noch wenige Zuflüsse -wohl für Regenwasser- zu finden. Brachten bis in die 1960er Jahre Abwässer im Rieselfeldbereich und im Stadtgebiet die Schmutzlast, sind es heute die Einleitungen von Regenwasser mit Straßenschmutz und Gummiabrieb. An der Bachsohle gibt es kaum querende Hindernisse, wo das Wasser plätschern könnte und um beim Verwirbeln Sauerstoff aufzunehmen. Mit Luftsauerstoff könnten Kleinlebewesen Schadstoffe abbauen. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in der Sohle abgelagerte Schwermetalle werden nach den Untersuchungsberichten langsam wieder mobilisiert und durch Spree und Havel in die Elbe abgeführt.

[Bearbeiten] Verlauf

[Bearbeiten] Quellgebiet

Geländevertiefung mit Birkengruppe auf der Quellfläche, für die ein durch landwirtschaftliche Nutzung beseitigter Wasserlauf unterstellt werden kann.

Typisch für den märkischen Sand und den Ursprung im Naturpark Barnim entspringt die Panke in Schichtquellen. Sie entspringt auf einer Höhe von 70 Metern über dem Meeresspiegel (Normalnull, NN) auf der Hochfläche des Barnim nördlich der geschlossenen Bebauung des Stadtgebietes von Bernau. Eine einheitliche Quelle ist somit nicht anzunehmen. „Die Quelle ist jetzt vertrocknet, […] Sie liegt dicht am Bahndamm, wo dieser Graben endet.“ (nach R. Lemke[13])

'Pankeborn': Austritt des Quellbaches der Panke aus einer Durchführung westlich des Eisenbahndammes (Stettiner Bahn)

Der „Ursprung der Panke“, also das am weitesten von der Mündung entfernt liegende Auftreten von „Pankewasser“ ist der „Pankeborn“. Er existiert unmittelbar neben der Bahnlinie BerlinStettin (Stettiner Bahn) und 500 Meter nordöstlich des Bahnübergangs Pankstraße/Albertshofer Chaussee. „Pankeborn“ ist seit altersher die Bezeichnung für ein Siedlungsgebiet der Stadt Bernau. Ein Straßenname und das benachbarte Gewerbegebiet nördlich von Bernau trägt diesen Namen. Da dieser Pankeborn aus einer ummauerten Durchführung des Bahndammes austritt, kann davon ausgegangen werden, dass der eigentliche Quelllauf durch den östlich des Bahndammes gelegenen Dammgraben beim Aus- oder Umbau der Bahnstrecke zerschnitten wurde. Eine Eintrittsöffnung auf der östlichen Flanke des Bahndammes fehlt heute. Quellgebiet der Panke ist wohl das Feld östlich der Bahnstrecke, das landwirtschaftlich genutzt wird. Auf dieser Fläche befindet sich eine Birkengruppe in einer Geländevertiefung, man mag hier den Quellort annehmen.

„Das ist nämlich […] daher gekommen mit der neuen Panke, daß das Bett verlegt wurde, als der Bahndamm und der Bahnhof vor Jahren hoch gelegt wurden.[…] auf dem Ruthenfeld oder Roten Feld, wo die Bernauer 1432 mit den Hussitten kämpften.“

nach R. Lemke[13]

Der Pankelauf bis zum Teufelspfuhl ist ein künstlicher Graben, der im Jahreslauf meist trocken ist. Der südwestliche Verlauf des Panke-Grabens unterquert 300 Meter südwestlich des genannten Bahnübergangs die Bahntrasse und mündet in den Teufelspfuhl, einem Teich, der 1934 angelegt wurde. Dieses Wasser-Sammelbecken wird durch weitere Schichtquellen gespeist und hat einen etwa 400 Meter langen Abfluss östlich des Einkaufskomplexes der Bahnhofspassagen in Richtung der Rohrwiesen südwestlich des Bernauer Stadtbahnhofes.[14] Ab Teufelspfuhl ist es ein organischer Bach mit geringem Gefälle und geringem Ablauf, aber mit Regenwassereinleitung.

[Bearbeiten] Pankelauf

[Bearbeiten] Bernau

Unterquerung der Autobahn 11

Für Bernau wird die Panke schon im 13. Jahrhundert erwähnt. Sie war damals ein auffälliger Fluss, mit ihren Frühjahrswassern sogar reißend. Südlich der Altstadt von Bernau befinden sich neben den Rohrwiesen weite Freiflächen, die durch natürliche Quellen und Feldentwässerung der Panke weiteres Wasser zuführen. In der Nähe, südwestlich der Blumberger Chaussee, entspringt auch die Dranse, die nach 3,5 Kilometern in Zepernick in die Panke mündet. Nach dem Zusammenfluss der einzelnen Gräben auf einer Höhe von 63,7 Metern über NN unterquert die Panke in südwestlicher Richtung fließend zunächst die Weißenseer Straße, dann die Bundesautobahn A 11, bevor sie im Stadtteil Eichwerder kurzzeitig nordwestwärts schwenkend die Grenze zum Panketaler Ortsteil Zepernick bildet, erneut die Bahntrasse unterquert und anschließend das Bernauer Stadtgebiet verlässt.[15]

[Bearbeiten] Panketal

Auf dem Gebiet der Gemeinde Panketal berührt die Panke ausschließlich den Ortsteil Zepernick. Zunächst umfließt sie das Feuchtgebiet Faule Wiese und grenzt dieses nach Norden zum Bernauer Ortsteil Schönow ab. Die Panke ist ab dem Schönower Dorfgraben ein sandgeprägter Bach. Hier wendet sie sich wieder nach Südwesten und unterquert 200 Meter westlich beziehungsweise südwestlich des S-Bahnhofs Zepernick erst die Schönower Straße, dann den Bahndamm. Zwischen der Schönerlinder Straße und der Straße der Jugend befinden sich große Wiesenflächen, in deren Bereich der Dransebach von Osten kommend in die Panke mündet. Nach Durchquerung der Zepernicker Siedlung Röntgental erreicht die Panke schließlich das Stadtgebiet von Berlin. Seit der Unterquerung des Bahndammes fließt die Panke durch Siedlungsgebiet bis an die Brandenburger Landesgrenze zu Berlin und nimmt vorwiegend Regenwassereinleitungen auf.

Im Gemeindegebiet verläuft die Bernauer Heerstraße, die hier im Einzugsgebiet der Panke mehrere Niederungen, wie die Fenn-Buchte und den Upstall umgehen musste.

[Bearbeiten] Berlin Bezirk Pankow

[Bearbeiten] Buch
Panke in den Pölnitzwiesen

Nach ihrem Übergang auf Berliner Territorium fließt die Panke in den Bezirk Pankow und durchquert zunächst im Ortsteil Buch das Feuchtgebiet der Pölnitzwiesen, um anschließend ins Bett gefasst den Schlosspark Buch zu durchfließen. Der Schlosspark Buch besitzt den Status eines geschützten FFH-Gebietes. Der Park wurde 1670 von Freiherr von Pölnitz auf dem vormaligen Hofgarten von Gut Buch angelegt und 1813 von Otto von Voß, Gutsherr in Buch, zum offenen Landschaftspark gestaltet. Die Panke durchfloss in Kanälen die Alleen von Buchen und Linden. In den Kanälen wurde Fischzucht betrieben. Der Schlosspark wurde 1907 für die Bevölkerung geöffnet.


Im Südwesten verlässt die Panke den Schlosspark und unterquert östlich des S-Bahnhofs, der an der Stettiner Bahn liegt, die Wiltbergstraße. Seit 2008 verbindet hier die 90. Panke-Brücke zwei Einkaufszentren für Bucher und seine Krankenhäuser und Pflegeheime. Nach Durchquerung der Bundesautobahn A 10, erneut der Stettiner Bahn und nach dem Abzweig der Heidekrautbahn bildet die Panke die Grenze zwischen den Pankower Ortsteilen Buch und Karow, anschließend zwischen Französisch-Buchholz und Karow.

[Bearbeiten] Karow
Mündung des Lietzengrabens

Auf Karower Flur liegt zwischen Panke und Bucher Straße das Naturschutzgebiet der Karower Teiche. Oberhalb nimmt der noch kleine Pankelauf das Wasser des von Nordwesten kommenden Lietzengrabens auf, der seinerseits die Bogenseekette und die Bucher Karpfenteiche entwässert. Der Lietzengraben, ein einst wohl natürlicher Bach, wurde zum Abflussgraben für das Rieselfeld östlich der B 109. Verlandungen im Panketal einschließlich der benachbarten Gebiete hatten in langer Zeit nicht sehr mächtige, aber abbauwürdige Torfschichten gebildet. Alle vier Teiche entstanden, da ab Mitte des 19. Jahrhunderts Torf gestochen wurde. Zwei der Karower Teiche entstanden durch Sandentnahme für die anliegende Stettiner Bahn. Am Anfang des 20. Jahrhunderts wurde hier Karpfenzucht betrieben. Die Abwasserbelastung aus den Rieselfeldern führte dann allerdings dazu, dass die Fischzucht eingestellt wurde. Mit dem Ende der Rieselfeldwirtschaft sank der Wasserspiegel und das Gelände wurde aufgeforstet. Durch die relativ abgeschiedene Lage entwickelten sich Flora und Fauna und es entstand ein Lebensraum für Vögel.

Die Panke unterhalb der Pankgrafenbrücke
(Blick Richtung Süden)

Unterhalb der Karower Teiche quert die Panke die Pankgrafenstraße und hat ihren schnurgeraden Lauf nach Südwesten durch Wiesen und Felder. Am südöstlichen Rand von Karow unterquert sie den Berliner Außenring der Eisenbahn. Kurz zuvor mündet von rechts der Buchholzer Graben. Mit dem Bau des Berliner Außenringes in den 1950er Jahren sollten die Züge der Deutschen Reichsbahn um Westberlin herumgeführt werden. Dabei wurden einige Gräben mit dem Abfluss von den Rieselfeldern zerschnitten. Dieses Wasser wurde im außerhalb des Außenringes angelegten Buchholzer Graben gesammelt. Nach dem Ende der Rieselfeldwirtschaft ist die Wassermenge stark zurückgegangen, vom Nährstoffreichtum der Rieselfeldwässer zeugt ein üppiges Wachstum an seinen Ufern.

[Bearbeiten] Blankenburg
Unterhalb des Berliner Bahnaußenringes
(Blick Richtung Norden)

500 m nach dem Eisenbahnring wechselt die Panke unter dem Autozubringer Pankow und gelangt so an die Blankenburger Flur. Im weiteren Lauf westlich und parallel der Autobahn findet sich der Pankewanderweg wieder, für den es keinen radgerechten Wechsel zwischen den Autobahnseiten gibt. Westlich eingeengt vom Gelände des Gewerbehofs Blankenburg ist der Weg nach Süden immerhin durch Büsche und Bäume naturbelassen. Der Zufluss der Laake ist bautechnisch markant, die Wassermenge ist unauffällig. Mit der Brücke Bahnhofstraße, die den Bahnhof Blankenburg mit Buchholz verbindet, ändert sich der Charakter des Weges und die Panke erhält Volumen durch das Pankebecken.

Nach gut zwei Kilometern auf Blankenburger Flur muss die Panke ihr Wasser teilen. Seit der Einrichtung des Nordgrabens 1935 befindet sich hier eine Regulierungsanlage. Der Nordgraben wurde zur Abführung der Abwässer aus den Rieselfeldern zum Tegeler See angelegt, wird aber heute hauptsächlich durch ankommendes Panke-Wasser gespeist. Der Nordgraben führt zunächst nach Nordwest, die Panke setzt ihren südwestlichen Fluss fort.

Schmöckpfuhlgraben

Ein umfangreiches Grabensystem westlich der Panke wird noch heute wasserwirtschaftlich vom Land Berlin betreut und reguliert. Um Blankenburg erstrecken sich viele Hektar Kleingartenanlagen, durch die sich Gräben in alten Führungen ziehen, die das Regenwasser aufnehmen. Hier befinden sich die Blankenburger Karpfenteiche, die von der Panke tangiert werden. Am nördlichen Ufer dieser Teiche bringt der Fließgraben aus einem ganzen Grabensystem Wasser vom Malchower See bis links der Panke. Zu diesem Grabensystem östlich der Panke gehört auch der Schmöckpfuhlgraben der heute Wasser vom Gelände des Güterbahnhofes Heinersdorf und den Kleingartenanlagen nordöstlich von Heinersdorf bringt.

Das Wasser des Fließgrabens wird in einem Bodenretentionsfilter an der Krugstege gesäubert, die den Straßenschmutz und den Gummiabrieb der Autoreifen auf den Straßen aus dem eingespülten Regenwasser entfernen soll. So wird die Panke seit 2007 vor dem „modernen Rieselwasser“ geschützt. Die Panke fließt weiter parallel zur Bundesautobahn und kreuzt das Ende der BAB 114 und die Pasewalker Straße, um nach Südwesten zum Ortsteil Pankow zu gelangen. Es sei angemerkt, dass die Panke mit ihrem Lauf die Streckenführung der jüngeren Bundesautobahn bestimmte.

[Bearbeiten] Niederschönhausen
Die Panke im Schlosspark 1954

Das Bett wird in den anschließenden Gartenkolonien und im Schlosspark Niederschönhausen offener und naturnaher. 1827 bekam Lennè den Auftrag, die Schlossanlagen nach den Wünschen der Herzogin von Cumberland neu zu gestalten. König Friedrich Wilhelm III. kürzte zwar die Pläne Lennès, aber die Panke und die umliegenden Bauernwiesen wurden in den Schlosspark einbezogen. Die Panke verlässt den Schlosspark etwas südlich vom Schloss Schönhausen. Kurz hinter der Brücke Ossietzkystraße mündet der Kreuzgraben, der nördlich des Ortsteiles Niederschönhausen beginnt und den alten Ortskern westlich umfließt.

Vor der Brücke Ossietzkystraße

Noch oberhalb der Grabbeallee mündet der Zingergraben, einst ein natürlicher Lauf, brachte er das Wasser aus dem Rieselfeld Blankenfelde zur Panke. Beim Bau des Nordgrabens wurde er angeschnitten und fließt nun in diesen. Der Restlauf zur Panke hat keine Bedeutung mehr. Er entwässert Kleingartenanlagen und die 72 ha der Schönholzer Heide und führt nur nach Regenfällen Wasser. Das westlich und nördlich von Blankenfelde austretende Wasser der Rieselfelder gelangt über das Tegeler Fließ zum Einzugsgebiet der Havel.

[Bearbeiten] Pankow

Nach Verlassen des Schlossparkes durchfließt die Panke eigentliche Pankower Flur. Pankow ist eine slawische Gründung, ein Wendendorf, das auf dem „Pankower Piesel“ entstand. Dies ist eine erhobene Gegend, die von der Panke ursprünglich südlich umflossen wurde. 1806 wurde der Lauf mit einem Durchstich vom Schlosspark zum jetzigen Bürgerpark abgekürzt. Der Verlauf den die Panke südlich des vormaligen „Städtchens“ heute noch hat.

Unterhalb des Schlossparkes liegt die Panke tiefer im Gelände und fließt hinter den Villen des vormaligen „Städtchens
Die Panke im Bürgerpark, 1982

Entlang der Panke ließen sich etliche Restaurationen und Etablissements nieder, die die Berliner Bürger und Arbeiter nach „jwd“ (das bedeutet: ‚janz weit draußen‘) in die Landschaft und den Biergarten zogen. Diese „kulturhistorische“ Rolle von Pankow an der Panke findet sich in Spahns Couplet: „Komm Karlineken, komm Karlineken, komm. Wir woll’n nach Pankow geh’n, da ist es wunderschön...“ Vor 100 Jahren war hier noch Provinz und Land, der ursprünglich auf Pankow bezogene Text wurde von mehreren anderen Ortslagen später gleichfalls genutzt.

Nach Durchquerung der Grabbeallee (B 96a) fließt die Panke faschiniert im Bürgerpark Pankow, gefasst und begradigt. Diese Kanalisierung bleibt durch Gesundbrunnen und Wedding abwechselnd mit gemauerten Uferstrecken erhalten. Im heutigen Bürgerpark war im 18. Jahrhundert eine Wassermühle tätig. Im 19. Jahrhundert wurde sie in eine Papiermühle umgebaut und durch ein Hochwasser zerstört. 1857 erwarb der Verleger Killisch das Areal und baute sich an der Stelle der Mühle sein Herrenhaus an der Panke. Als diese Fläche um 1900 mit Villen für Berliner Zuzügler bebaut werden sollte, übernahm 1907 die Gemeinde Pankow das Gelände und schuf sich einen Bürgerpark.

Im Bürgerpark wechselt die Panke ihre Fließrichtung von Südwest auf Süd und quert am Parkende die Straße „Am Bürgerpark“.

Für fast 30 Jahre durchschnitt die Panke, parallel zur Wilhelm-Kuhr-Straße, die Grenzanlagen unterhalb der Berliner Mauer hindurch.[16] Die Panke wurde 1961 vermutlich weniger im Laufe gestört als bei ihrem zweiten Mauerdurchfluss vom Westberliner Bezirk Wedding in den Ostberliner Stadtbezirk Mitte. Die Bezirksgrenze, die damalige Staatsgrenze, verläuft hier zwischen Pankow und Gesundbrunnen für 50 Meter nördlich der Nordbahn, also der S-Bahn-Linie nach Oranienburg. Die Panketunnelung des Bahndammes gehörte dadurch zu Berlin (West). [17] Das Gebiet neben dem westlicher gelegenen Güterbahnhof Schönholz war zudem 1961 unbebaut. Heute befindet sich auf Pankower Gebiet im ehemaligen Mauerdreieck östlich der Panke und des Kinderbauernhofes „Pinke-Panke“ ein Regenrückhaltebecken. Hiermit soll Hochwasser, wie es noch 1980 aufgetreten war, abgefangen werden.

[Bearbeiten] Berlin Bezirk Mitte

[Bearbeiten] Gesundbrunnen
Kanalisierter Lauf der Panke in Berlin-Gesundbrunnen

Mit Verlassen von Pankow wechselt der Wasserlauf am Bezirk Reinickendorf (Pumpwerk auf dem Gelände von Güterbahnhof Schönholz) vorbei in den Ortsteil Gesundbrunnen, der seit 2001 zum Bezirk Mitte gehört.

Einige Nebengräben der Panke wurden überbaut oder zugeschüttet, wie der von links kommende Eschengraben, welcher bei den geplanten, aber wegen des Ersten Weltkrieges nicht ausgeführten Bauten an der Esplanade, seinen Anschluss zur Panke verlor.

Der nun folgende Pankelauf wurde um 1900 begradigt und ist seitdem eher ein Kanal denn ein Bach. Nach Unterquerung der Nordbahn fließt die Panke unterhalb der Kühnemannstraße fast genau nach Süden. Links der Panke ist ein Regenrückhaltebecken, das „Panke-Becken“, rechts besteht seit den 1910er Jahren eine Kleingartenkolonie.

Umgestaltet und befreit wurden die Kanalufer bei der Einrichtung des Panke-Grünzuges in den 1950er- und 1980er-Jahren. Insgesamt verblieb jedoch ein von Stahlspundwänden, Beton und Klinkermauern eingefasster Wasserlauf. Oberhalb und unterhalb der Osloer Straße und entlang der Travemünder Straße finden sich begrünte Flächen und parkartige Strukturen am Pankeufer. Der Pankegrünzug markiert die Ufer des Flusses als Naturraum. Während die Brücke an der Badstraße den Wasserlauf gut zur Geltung bringt, ist die Unterquerung der breiten Osloer Straße mit zwei Fahrbahnen und einem Mittelstreifen mit der Straßenbahn eher unauffällig.

Die Badstraßenbrücke wurde bereits 1702 erwähnt, da sich hier eine Mühle befand. Oberhalb der Brücke an der Badstraße stand eine Walkmühle für die Ledergewinnung. Hier auf dem Gebiet des Stadtteils Gesundbrunnen an der einstigen Mühle fand ein wesentlicher Eingriff in den Pankelauf statt.[18] [19] Einst gab es den Flusslauf und den Mühlgraben beidseits der Badstraße. Im Bereich der Mühle wurde durch Zuschütten des westlichen Pankelaufs die Pankeinsel beseitigt, der vorherige Mühlengraben wurde zum Pankebett. Mit etwas Mühe erkennt man nördlich der Badstraße noch die ungleichmäßige Landverteilung und einen Einschnitt. 1844 wurde statt der Mühle ein neues Haus erbaut. Etwas oberhalb befinden sich die Werkshallen der ehemaligen Tresorfabrik, in deren Shedhallen heute Bildhauerwerkstatt im Kulturwerk des bbk berlin GmbH eingezogen ist. Einige in diesen Hallen entstandene Skulpturen stehen am Pankeufer.

Gegenüber liegt das ehemalige Heilbad, „der Gesundbrunnen“, das dem Ortsteil den Namen gab. Der Legende nach fand Friedrich I. ein Glas Wasser erfrischend, das ihm die hiesige Müllerin gab. Als Friedrich III. das Wasser prüfen ließ, stellte es sich als eisenhaltig heraus. So wurde hier eine Quelle mit Heilwasser gefunden. Ab 1757 entstanden die ersten Kuranlagen, das „Friedrichsbad“, auf königliche Erlaubnis hin mit diesem Namen geehrt. Nach einem ersten Verfall wurde 1809 das „Luisenbad“ neu eingerichtet, benannt nach der preußischen Königin. Die geretteten Gebäude dieser Zeit stehen noch links der Panke unterhalb der alten Pankeinsel. Heute befindet sich darin die 1995 eröffnete Bibliothek am Luisenbad mit der „Kafé-Küche“.

Als die Quelle 1869 versiegte wurde aus dem Kurbad ein Vergnügungsviertel mit 40 Varietés, Cafés, Bier- und Tanzlokalen, das bis in die 1960er Jahre Bedeutung hatte. Der Mauerbau behinderte die „Ost“besucher und brachte ein Absinken der Besucherzahlen. 1987 zur 750-Jahr-Feier entstand der Plan der Panke eine Auenlandschaft zu schaffen und die Mühle wieder einzurichten. Der Plan wurde nicht ausgeführt, einzig das aufgemalte, stilisierte Wasserrad am Gebäude gegenüber der steinernen Klinker-Pergola blieb davon übrig.

Straßennamen sind die einzigen Zeugen der vormaligen Natur an der Panke

Unterhalb der Badstraße ist der Kanal der Panke zwischen den BVG-Zentralwerkstätten rechts und der Gropiusstraße vorhanden, der Uferweg ist vormaliges Straßenland. Der weitere Pankelauf parallel zur Stockholmer, die ebenfalls zum Teil dem Pankegrünzug weichen musste und an der Orthstraße sind immerhin schon mit Uferschrägen gestaltet.

Ufer- und Wiesenstraße weisen mit ihren Namen auf den Zustand vor 200 Jahren hin. Später waren hier die enggebauten Mietskaseren des „Roten Wedding“ mit Hinterhöfen, Hinterhäusern und Seitenflügeln. In den Sanierungsgebieten der 1960er Jahre haben die Wohnhäuser an den Ufern der Panke heute eine offene Bebauung. Die „Wiesenburg“ an der Kolberger Straße 1896 als Obdachlosenasyl für Männer und 1907 dann ein Asyl für Frauen gehört zur Siedlungsgeschichte und steht für das Streben nach sozialeren Strukturen. Der Ausbau dieser Gegend aus einem Projekt von 1986 wurde allerdings nicht realisiert. So stehen hier teilweise noch Ruinen.

Abwärts der Pankstraße ist die Panke innerstädtisch eingeengt. Vor und hinter der Ringbahnbrücke erhält man einen Eindruck vom Pankelauf zwischen den Gewerbebauten und erahnt, wie die Mietskasernen an den Fluss herangerückt waren. Die Kunkelstraße musste teilweise der Öffnung für die Panke weichen.

Eine wesentliche Änderung fand statt, als der Abzweig der Süd- oder Stadtpanke an der Schönwalder Straße flussabwärts zur Schulzendorfer Straße verlegt wurde.[20] Anfangs verlief das Pankebett durch den heutigen Stadtpark von der Schönwalder Straße südostwärts zur Chausseestraße nahe Ecke Liesenstraße, weg von der Kolberger Straße. Mit der Verrohrung ab Schulzendorfer Straße verschwand die alte Panke ab hier aus dem Ortsteil Gesundbrunnen. Die vorhandene Grünanlage zeugt noch vom ursprünglichen Lauf und soll mit der Reaktivierung zum Südpankepark werden. Diese Südpanke, die nach der behördlichen Teilung nicht nach Wedding gelangt, wird über das Gelände der Norddeutschen Brauerei (später zur Schultheißbrauerei geworden) zur Chausseestraße geführt.

[Bearbeiten] Schönhauser Graben
Der heutige Schönhauser Graben, „Pankekanal“ unterhalb der Chaussestraße

Der heutige Wasserlauf, der üblicherweise als Panke bezeichnet wird, von der Rechenanlage an der Schulzendorfer Straße unter der Chausseestraße hindurch, am Eisstadion vorbei bis zum Becken am Nordhafen, ist das Überbleibsel des Schönhauser Grabens[21].

Der Schönhauser Graben war als Wasserweg zum Schönhauser Schloss geplant. Friedrich I. (1657–1713) hatte es 1691 erworben und wollte es von seinen anderen Schlössern per Schiff erreichen. Statt mit der Kutsche über staubige, sandige Landstraßen zu „rumpeln“, treidelten zwei Pferde die Treckschuten auf dem Wasserwege zwischen den Schlössern. Die königliche Gondel verkehrte damals bereits über die Spree vom Stadtschloss nach Monbijou, Lietzenburg und Ruhleben.

1704 erhielt Johann Friedrich Eosander (1669–1729) den Auftrag, einen zwei Kilometer langen Graben von der Spree zur Panke anzulegen. Wegen der vorhandenen Brücken an der städtischen Panke war der neue Wasserzug einfacher zu treideln. Der Kanal wurde am Unterbaum (heute Kronprinzenbrücke) an die Spree angebunden und verlief nach Nordwesten. Er umging das seinerzeit für Bürgergärten und Sommersitze des Adels genutzte Gelände im Nordosten der damaligen Stadt. Nach 1500 Metern, am heutigen Nordhafen, bog er nordöstlich ab und schloss in Höhe der heutigen Schönhauser Straße an die Panke an.

1705 begann der Bau. Über mehrere Schleusen im Unterlauf war der Wedding bald mit Schiffen zu erreichen. Eine beabsichtigte Wirkung des Grabens war auch der Hochwasserschutz für das Stadtgebiet. Dafür spricht die Anbindung flussab an die Spree.

Die weiteren Ausbaupläne für die Panke bis Niederschönhausen wurden jedoch nicht vollendet. Die Beziehungen in der Königsfamilie hatten sich geändert, der König wollte von der Spree aus nicht mehr zur Königin. Für den Unterlauf der Panke war ein künstliches und schiffbares Bett entstanden. Einerseits förderte dies die Gewerbeansiedlung im Wedding, andererseits war der Fluss „gebettet“.

Auf Kabinettsorder von Friedrich II. wurde das Baumaterial für das Invalidenhaus über den Schönhauser Graben antransportiert. Später erfolgte auch die Versorgung des Invalidenhauses (am heutigen Invalidenpark) und die Anlieferung von Brennmaterial und Verbrauchsgütern zum Krankenhaus Charité über den Graben, der deshalb auch Charitégraben genannt wurde. Allerdings liefen auch die Abwässer des Krankenhauses in den Graben.

Nach der Revolution von 1484 ordnete Friedrich Wilhelm IV. einen Kanalbau von Spandau zur Schleuse Plötzensee als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme an, um der Arbeitslosigkeit und den aufkommenden nachrevolutionären Unruhen entgegenzuwirken. Im Zuge des Ausbaus entstanden bis 1859 Humboldt- und Nordhafen, und der Unterlauf des Schönhauser Grabens wurde in den heute als Berlin-Spandauer Schiffahrtskanal bezeichneten Kanal integriert.

Über den verbliebenen Oberlauf des Schönhauser Grabens zwischen Schulzendorfer Straße und Nordhafen, heute offiziell »Panke« genannt, fließt seit dem Mauerbau das gesamte Wasser der Panke. Der alte, innerstädtischen Unterlauf[22], dessen Wiederherstellung geplant ist, heißt offiziell »Südpanke«.

[Bearbeiten] Wedding

Erst mit der Unterquerung der Chausseestraße kommt der kanalisierte Pankearm in den Ortsteil Wedding und hat hierfür noch eine Länge von 475 Metern. Unterhalb des Wehres an der Chaussestraße geht es geradewegs südwestwärts vorbei am Eisstadion zum Vorbecken am Nordhafen, dem Ende des „Wasserlaufs“ der Panke.

Informationstafel am Schifffahrtskanal

Das Pankewasser fließt über den Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal nur indirekt in die Spree. Deutet man die Bewegung oberflächlich schwimmenden Laubes richtig, gelangt das meiste Wasser der Panke eher westwärts direkt zur Havel. Ein bedeutender Teil des Wassers aus dem Oberlauf gelangt jedoch schon durch den Nordgraben nach Westen in die Tegeler Bucht, also direkt in die Havel.

[Bearbeiten] Mitte

Die Südpanke verläuft im Altbezirk Mitte durch die Friedrich-Wilhelm-Stadt. Ab der Rechenanlage an der Schulzendorfer Straße verläuft ein Rohr südwärts. Im Düker unter der Chausseestraße hindurch streift die Panke das Gelände des Bundeswehrkrankenhauses. Erst dahinter liegt der Graben für den Flusslauf wieder offen, derzeit allerdings nur durch einen Geländeeinschnitt erkennbar. Ab 2012 soll hier ein Stadtpark entstehen, durch den die Panke fließt.

Durch den Mauerbau an der Übergangsstelle zwischen dem (vormaligen) Bezirk Tiergarten (Westberlin) und dem Stadtbezirk Mitte (Ostberlin) wurde der Lauf der Panke anfangs der 1960er-Jahre verändert. Das alte Bett im Bereich der Berliner Mauer wurde zugeschüttet. Der Düker, der die Chausseestraße unterquerte wurde aus Gründen der Grenzsicherung (Fluchtgefahr durch das Rohr hindurch) zerstört.[23] 2008 ist der Düker wiederhergestellt, aber noch verbleibt der alten Panke nur die Funktion Schmutz- und Regenwasser abzuleiten. Planungen bei Senat und Initiativen für den anschließenden Abschnitt der Panke bestehen bereits seit 1991. Und nach den Bauarbeiten hier besteht Hoffnung für eine Wiederherstellung des historischen Pankelaufs bis 2012. Der Planungswettbewerb ist bereits abgeschlossen.[24] vor. Im Bereich ab der Chausseestraße könnten im Mittel wieder 200 Liter Wasser pro Sekunde, in Zeiten von Hochwassern bis zu 1000 Liter je Sekunde fließen.

Derzeit (2008) wird das Gebiet zwischen der Boyenstraße und der Habersaathstraße, südlich der Chausseestraße und nördlich der Scharnhorststraße im Bereich des ehemaligen Stadions der Weltjugend bebaut. Im frühen 19. Jahrhundert bildete die Panke hier die Südgrenze des „Exercierplatzes der Artillerie“, in der Nähe befand sich die „Maikäferkaserne“ der Füsiliere, die mit ihren bunten Uniformen ab Mai die Stadt belebten..

Nachdem sich die Hoffnung auf eine Ausrichtung der Olympischen Spiele in Berlin, wofür das Gelände in den 1990er Jahren vorgesehen und bereits leergeräumt war, nicht erfüllten, erfolgt hier nördlich des Pankelaufs der Bau der Berliner Dependence des Bundesnachrichtendienstes. Südlich des Pankebettes werden an der neuen Straße „Am Pankepark“ Stadthäuser errichtet. Das Pumpwerk IV (Mitte) des Hobrechtschen Rieselsystems von 1888, das seit dem Bau der Grenzbefestigungsanlagen ungenutzt ist, wird 2007 bis 2009 neu und automatisiert errichtet. Ein unterirdisches Regenrückhaltebecken wird oberirdisch eine Grünfläche erhalten[25]. So in den Pankegrünzug einbezogen bildet es die Verbindung zur Chausseestraße. Das Abwasser wird dort 10 Meter unter der U-Bahnlinie geführt, das sind 17 Meter unter der Straße, das gleiche Hindernis muss auch die Panke unter der Chausseestraße unterlaufen.

An den Neubauten im Gebiet zwischen der Habersaathstraße und der Philippstraße sind entsprechende Grabenläufe bereits eingerichtet, die wieder Pankewasser aufnehmen können.

Nördlich des Heizkraftwerkes der Charité vor der Habersaathstraße verschwindet der offene Bach wieder im Rohr. Der historische Verlauf liegt zwischen Bundesministerium für Bau, Verkehr und Stadtplanung (BMVBS) und dem Naturkundemuseum. Als Ausgleichsmaßnahme für die Deckelung zwischen Ministerium und Naturkundemuseum ist an der südwestlichen Seite beim Neubau des Gebäudes eine Grabenanlage für die Südpanke geschaffen worden.

Der Pankelauf an der Invalidenstraße, am Invalidenpark, ist schon 1836 überbaut worden, als sich hier noch die Eisengießerei befand.[26] Der gedeckelte Pankelauf am Naturkundemuseum und in der Hessischen Straße ist zwischen 1880 und 1890 erfolgt.

Nachdem die Panke die Invalidenstraße in Richtung Hessische Straße gekreuzt und die Brücke unter der Hannoverschen Straße überwunden hat kommt sie auf dem Gelände der Charite wieder zu Tage. Ein überbauter Brückenbogen, der halb im Gebäude steckt, gibt den Blick unter die Hannoversche Straße frei. Der neu angelegte Graben, der dem ursprünglichen Pankelauf entspricht, liegt direkt dem Hause, formgleich zum Graben entlang des BMVBS. Zwar ist die Panke auch hier in Stein gefasst, aber in Parklage. Eine Verrohrung vor der Philippistraße war in den 1980er-Jahren beim Bau des Charité-Hochhauses erfolgt.

Auf dem in den 1990er Jahren freigeräumten Gelände hinter der tiermedizinischen Fakultät der Humboldt-Universität ist das Pankebett für 480 Meter ohne Wasserführung offen. Diese Strecke verläuft seit 1997 durch Grün von Bäumen und Rasen zwischen Charité-Instituten und der Veterinärmedizin, Einrichtungen der Humboldt-Universität. Hier befand sich seit 1872 die Königliche Tierarzneischule. Bemerkenswert ist ein Bogen nach Westen, den es schon 1836 gab und der das Gartengrundstück von Berliner Bürgern umfloss. Südlich der Akademie der Künste, hinter den Werkstätten des Deutschen Theaters kommt der Gegenknick wieder nach Nordost bevor der gemauerte Grabenlauf nach Südost biegt. Hier verschwindet die Panke in ihrem Lauf hinter der ukrainischen Botschaft endgültig in die Rohre des Berliner Untergrundes.

Die innerstädtische Bebauung und die Wiederherstellungsbemühungen laufen zum Teil konträr den Interessen der Nutzer und der Stadtplaner. Weiter mündungswärts führte der Bau eines Hotels zum Deckeln des offenen Grabens hinter der Botschaft der Ukraine. Noch bis 2005 war dieser offen (wenn auch ohne Wasser).

[Bearbeiten] Mündung

Das Ende der „offenen“ Panke, die letzten 350 Meter sind „verrohrt“.
Pankemündung am Nordhafen

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war die Panke in ihrem Unterlauf für kleinere Kähne schiffbar. Nahe der Mündung in die Spree wurde sie im 18. Jahrhundert zu einem kleinen See aufgestaut, der im Park des Bankiers Veitel Heine Ephraim lag.

Die letzten 300 Meter Panke vor der Mündung beginnen an der Reinhardtstraße, wo der historische Lauf der alten Panke (heute Südpanke) die Straße unterquert. In Folge des Mauerbaus fließt seit den 1960er-Jahren kein „originales“ Pankewasser mehr. Dennoch war der Graben saisonweise mit Regenwasser und „Sammelwasser“ gefüllt.[27] Nördlich der Straße war der Pankelauf noch bis zur Jahrtausendwende offen. Mit dem Umbau des Hochbunkers (Luftschutzbunker aus dem Zweiten Weltkrieg) zum Hotel ist er vom Charité-Gelände an überdeckt. Südlich der Straße ist der Graben zwischen den Häusern Reinhardstraße #17 und #18 noch zu sehen, ehe er zum Gelände des vormaligen Revuetheaters wechselt.

Als die alte Markthalle 1867 fertiggestellt wurde, blieb die Panke bis zur Mündung noch frei. 1879 mit der Nutzung dieses Baus durch Renz für den Circus Renz wurde die Fläche benötigt und überdeckt. Seither verlaufen die letzten 200 Meter der Panke unterirdisch. Heute (2008) liegen die Rohre für die Panke unter dem Brachgelände des 1988 gesperrten und abgerissenen alten Friedrichstadtpalastes (Am Zirkus 2). Am Berliner Ensemble durchbricht der Lauf die Ufermauer zur Spree.

Die Panke (ohne ihr Flusswasser) endet in einem drei Meter breiten rechteckigen Durchbruch der Ufermauer am Schiffbauerdamm. Seit 2006 ist selbst dieses „Loch“ wegen der Baufälligkeit der Ufermauer hinter einer Spundwand versteckt.

Die Mündung der Panke in die Spree befindet sich gegenüber dem Bahnhof Friedrichstraße 90 Meter unterhalb der Weidendammer Brücke, 40 Meter unter ihrem Quellniveau [28]. Spätestens hier endet die Panke als rechter Nebenfluss der Spree.

Das Wasser der Panke fließt über den kanalisierten Arm, des vormaligen Schönhauser Graben in die Spree. Dieser mündet am Nordhafen über einen Vorfluter im Wedding in den Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal. (Koordinaten: 52° 32′ 11″ N, 13° 21′ 57″ O52.53638888888913.365833333333)

Ein Berliner Spruch aus alten Tagen lautete: „Am Schiffbauadamm Numma zwee, // da fließt de Panke in de Spree.“ Königliche Interessen, der Städtebau und die Berliner Mauergeschichte haben den Pankelauf geändert. Die Stadt Berlin mit ihren Stadtplanern fühlt sich »ihrem« Fluss verpflichtet und müht sich den letzten Schaden aus den 1960er Jahren zu beheben. 2012 soll die Mündung wieder Quellwasser haben.

[Bearbeiten] Fauna und Flora

Nach Abklingen der Eiszeit wurden die Kastentäler von Panke und Lietzengraben nach Norden verlängert, Birke und Kiefer waren die ersten Besiedler. Trotz der heutigen Lage in städtischen Gebieten besitzt die Panke im Oberlauf durchaus auch Naturnähe. Und diese Naturnähe ist wiederum wichtig für die Drei-Millionen-Stadt Berlin. Es finden sich vorwiegend Pappeln und Erlen, auch Trauerweiden, Birken, Stieleichen, Weißdorn und Holunder.

1492 richtete sich Johann Cicero der erste Hohenzoller in der Mark Brandenburg einen Vogelherd an der Panke ein, etwa wo 1910 das vormalige Krankenhaus Pankows an der Galenusstraße stand.[29]

Die Karower Teiche, die seit 1994 Naturschutzstatus haben, sind Teil des „Naturparks Barnim“. Der Barnim ist von langgestreckten Schmelzwasserrinnen der Fließe, mit Seenketten, Feuchtwiesen und Mooren durchzogen, so auch das Einzugsgebiet der Panke.

Die umliegenden Wiesen sind durch ihre vormalige Rieselfeldnutzung Naturflächen geblieben und nach Einstellung der Rieselwirtschaft wieder nutzbar. Hier finden sich Standorte für Eschenahorn, Traubenkirsche, Pappeln und Weiden. Die aufgeforsteten Waldungen sind Brut- und Nistplatz für zahlreiche Vogelarten, beobachten kann man Mäusebussard und Goldfasan.

Es brüten 69 Vogelarten, von denen 12 Arten in der Roten Liste als gefährdet verzeichnet sind. Die weitläufige Fläche entlang der Panke ist Rastplatz für Zugvögel. In den Wiesen an der Panke, finden sich Nistplätze. So lassen sich Graureiher sehen und die Mandarinente, die aus Ostasien kommt. Am Ufer geeigneter Flussabschnitten leben Bisamratten. Pirol, Singdrossel, Wasserralle, Eichelhäher und die Nachtigall, Kleiber und Buntspecht gehören zum Ornith.

Durch die Nähe des Bucher Forstes besteht in Pankenähe ein Einstandsgebiet für Rot- und Schwarzwild. Innerstädtisch ist Parkstreifen entlang des Pankeweges förderlich für die Entfaltung der Vogelwelt und der nötigen Insektenwelt bis in die Berliner Mitte. Viele Nistkästen bieten den Vögeln Plätze. Der Fang von Fischen und deren Zucht in der Panke war noch bis 1900 einträglich. 1870 leben in der Panke Stichling, Barsch, Blei, Hecht, Ukelei und Neunauge. Doch sie mussten der Nutzung durch den Menschen vorübergehend weichen[30]. Jetzt finden sich wieder erfolgreiche Angler an den ländlichen Strecken der Panke auf Schlei, in den Becken auch auf Karpfen, Hecht und Barsch[31].

[Bearbeiten] Industrialisierung und Renaturierung

[Bearbeiten] Siedlungsraum

Entlang des Flusslaufes finden sich im Raum Buch 12 steinzeitliche Siedlungsplätze und zwei Gräberfelder aus der Jungbronzezeit, auch acht Fundstellen aus der römischen Kaiserzeit belegen eine Epoche in der die Besiedlung auf den höher gelegenen Flächen des Barnim zunahm. In Zepernick wurden mehrere Siedlungsplätze gefunden, es wurden erhebliche archäologische Funde aus dem 1.-3. Jahrhundert unserer Zeitrechnung gemacht. Bis zum 4. Jahrhundert siedelten germanische Stämme, im Ergebnis der Völkerwanderung kamen Slawen, die Spreewanen in das Gebiet. Unter Heinrich I. begann 929 die deutsche Kolonisierung, die allerdings mit dem Slawenaufstand stockte. Die hiesige Gegend war allerdings relativ menschenleer.

Mit den Kreuzzügen gegen die slawischen Heiden kam Zuzug von jenseits der Elbe auf. Albert der Bär (aus Ballenstädt) ließ Dörfer auch im Panketal anlegen. Am Lauf der Panke ist ein Flecken Wedding belegt, als am 22. Mai 1251 der Markgraf den Besitzwechsel der „Mühle an der Panke“ vom Ritter Fridericus de Chare an die Nonnen des Benediktinerinnenklosters in Spandau bestätigt. Um 1230 entstanden die Dörfer Zerpernick und Schwanebeck[32], zu dieser Zeit auch das Dorf Buch. Unweit der Quelle entstand auf einer eiszeitlichen Sanderfläche Bernau. An der Mündung der Panke entstand Berlin mit seiner Nachbarsiedlung Cölln, das 1987 die 750-Jahrfeier beging.

Anfangs war Bernau durch einen Palisadenzaun geschützt und die Panke floss durch die Stadt. Als 1317 die „Bernauer Heerstraße“ in die Stadt verlegt wurde, bildete der Zoll an einer Furt durch die Panke (etwa an der heutigen Straße Viehtrift) eine gute Einnahme für den Magistrat. Im 15. Jahrhundert verstärkte Bernau die Stadtbefestigung durch ein dreifaches Wall- und Grabensystem, das vom Pankewasser durchflossen wurde. Die Stadtmauer ist heute noch erhalten, die Gräben sind trocken.

Die Panke förderte mit ihrem Lauf sicher die Ansiedlungen auf den höher gelegenen Eiszeitdünen im Panketal und die Siedler nutzten das Wasser der Panke. Eine Panke-Mühle gab es bereits im 13. Jahrhundert.

[Bearbeiten] Brauwasser

In Bernau wurde aus dem Pankewasser im Mittelalter ein beliebtes Braunbier in Hauswirtschaften gebraut. Einerseits war die Wassermenge, andererseits die Klarheit des Pankewassers vorhanden. Dennoch der Spruch von 1432: „Der Bernausche heiße Brei macht die Mark hussitenfrei.“ verweist auf die Braukunst, bei der dickflüssiger Trebersaft verbleibt. Der Sage nach haben die Bernauer mit ihrem Bier die hussitischen Belagerer eingeschläfert, danach geschlagen und vertrieben.

„Dieser Pankesumpf war wie die meisten Sümpfe hierzulande ein Erlenbruch. Der Erle aber ist der Hopfen verschwistert, der wahrscheinlich die Pankeniederung weithin erfüllt haben wird. Wo aber Hopfen gedeiht, besonders, wenn er nicht nur wild wächst, sondern angebaut wird, gedeiht auch Bier. Und so dürfen wir uns nicht wundern, daß Bernau sich im Lauf der Jahre zu einer hochberühmten Bierstadt entwickelte.“

nach R.Lemke[13]

1570 wurden 164 bürgerliche Brauhäuser in der Stadt gezählt, davon 17 allein in der Brauerstraße (heute Königsstraße). Malz wurde in Wassermühlen vermahlen. 1610 bestand drei Achtel Meilen südwestlich von Bernau eine Schrotmühle zur Schrotung von Malz. 1564 wurden 24.400 Tonnen und 1613 30.740 Tonnen Bier gebraut. Dass es ein gutes Bier war, ergibt sich aus dem Export über Hamburg bis nach Dänemark und Norwegen. In Berlin selbst gab es 47 Kneipen mit Bernauer Bier. Aber 1909 war Schluss, als die bayrische Brauart auch in Preußen siegte.

Das Wasser aus der Panke mag aber schon vorher ungeeignet geworden sein.

Das symbolische Wasserrad einer Mühle, an der Badstraße

[Bearbeiten] Wassermühlen

Bemerkenswert gegenüber dem heutigen Erscheinungsbild ist die mittelalterliche Nutzung der Panke durch Wassermühlen. Diese nahmen mit dem jeweiligen Mühlenstau Einfluss auf den Grundwasserstand und die Moorastbildung. Neun Wassermühlen wurden an der Panke gezählt.

  • Zu erwähnen sind die ehemalige Wassermühle in Pankow, die in Gesundbrunnen und die urkundliche Erwähnung der Mühle im Wedding von 1251.
  • Im Schlosspark von Buch stand seit 1375 eine Getreidemühle mit zwei Wasserrädern und einer Ölstampfe.
  • Die Pankower Mühle entstand 1542 und besaß drei unterschlächtige Wasserräder, teilweise waren 60 Arbeiter beschäftigt. Durch Hochwasser wurde sie mehrfach geschädigt, da sie keinen Mühlenstau besaß. 1830 wurden zwei Bütten der Papiermühle betrieben. Wegen Hochwasserschäden wurde der Mühlenbetrieb eingestellt. 1854 erfolgte der Umbau der Mühle zum Herrenhaus. So blieb der Platz erhalten für die heutige Sommergaststätte im Bürgerpark.
  • 1610 entstand eine Schrotmühle südwestlich von Bernau. Sie litt unter Wassermangel und wurde auch als Windmühle betrieben. Als sie 1888 verfallen war wurde die Mühle abgebrochen.
  • 1662 stand eine Papiermühle auf dem Gelände der heutigen Charité.
  • In der Nähe (heute Platz vor dem Neuen Tor) wurde 1700 eine Schleif- und Poliermühle gebaut, die 1779 zur „Toback“-Mühle wurde und ab 1804 zur „Königlichen Eisengießerei“ gehörte.
  • 1732 wurde eine Walkmühle in Niederschönhausen in Betrieb genommen, die 1731 zur Papiermühle umgerüstet wurde. Dabei wurde eine Loh- und Mahlmühle angebaut. 1794 brannte diese Mühle ab, wurde aber 1805 als Mahlmühle wieder aufgebaut und bestand bis 1891.

Die Mühle an der Badstraße wurde laut der Besitzurkunde von 1251 als „Mühle an der Panke“ vom Ritter Fridericus de Chare an das Benediktinerinnenkloster in Spandau überschrieben. Der Mühlenbetrieb durch das Nonnenkloster wurde 1540 eingestellt, als das Kloster in der Reformation säkularisiert wurde. Erst 1710 wird die Mühle wieder als Papiermühle genutzt und hat bis 1748 das alleinige Recht in Berlin Lumpen zu sammeln. Die Papierverarbeitung wurde 1750 aufgegeben und die Mühle als Walkmühle zur Lederverarbeitung eingerichtet. 1891 wurde das Wehr zur Regulierung der Panke gebaut und der Mühlenbetrieb wurde endgültig eingestellt.

Die Gesundbrunnenmühle nahe der Brunnenstraße ist als Lohmühle entstanden. Hier sollte zur 750-Jahrfeier Berlins wieder eine Mühle in einer Auenlandschaft stehen. Von der Idee der Renaturierung ist allerdings nur ein an die Hauswand gemaltes stilisiertes Wasserrad geblieben.

[Bearbeiten] Fischfang

Eine Wirtschaftsform früherer Jahre war der Fischfang in der Panke: Steinbeißer, Barsch, Blei, Ukelei und Querder (Jungform des Neunauges)[33]. 1909 gruben im Dorfe Buch polnische Erdarbeiter beim Bau der Krankenanstalten Brandstellen und Scherben aus. Eine bronzezeitliche Siedlung mit 80 Häusern bezeugt, dass der Wasser- und Fischreichtum der Panke im Bucher Talkessel bereits vor 4000 Jahren Siedlungsraum bot. Um 1880 fanden sich noch Hechte von 5 Pfund, Forellen von 1½ Pfund in der Panke. Die Forelle gilt als Indikatorfisch für sauberes und sprudelndes Wasser. 1900 galt die Panke noch als Anglerparadies. Für heute findet sich nur im Internet eine Mitteilung eines Anglers, dass er erstaunt angelbare Fische sah.

Heute gibt es bestenfalls Stichlinge, besser gesagt schon wieder, wie sie wohl schon immer in der Panke lebten. Regulierung und Kanalisierung sind die eine Ursache, die andere ist die Nutzung als Abwasserableiter. Die besser gewordene Wasserqualität mag der Grund sein, dass wieder Schleie geangelt werden können.

Im Lied: Mit Dir, mit Dir, da möchte ich sonntags angeln gehen.//Mit Dir, mit Dir, da denk ich mir das wunderschön. ist die Warnung vor dem Angeln in der Panke enthalten.[34]

In Halensee, in Schlachtensee,
Und an der Oberspree.
Auch an der Krummen Lanke,
Doch niemals an der Panke.
Sonst fängst im Nu ‘nen Spickaal Du
Und einen alten Schuh
Und hast Du Glück, dann fängst Du noch ‘nen Mann dazu.

[Bearbeiten] Obst- und Gemüsebau

Das Gebiet um die Wiesenstraße gehört zu den ältesten besiedelten Gegenden des Weddings, heute Ortsteil Gesundbrunnen. Eine der ältesten Siedlungsgebiete im Wedding befindet sich um die heutige Wiesenstraße. In Domänenschaft des Amtes Mühlenhof war man auch für die Versorgung des preußischen Hofes verantwortlich. Es gab hier Wälder für das Holz und Wiesen für die Tierhaltung. 1782 wies König Friedrich II. Kolonisten aus Ansbach Wirtschaftsflächen zu, Kolonie "Neu-Wedding". Die Lage in unmittelbarer Nähe der Panke war für die Wasserversorgung des vom König geforderten Obst- und Gemüseanbaus zur Versorgung der Stadt Berlin unabdingbar. Das Haus Nr. 29 aus dem 19. Jahrhundert existiert nicht mehr.

Obst- und Gemüseanbau wird aber heute in den Kleingärten entlang der Panke von Bernau bis nach Gesundbrunnen betrieben.[35]

[Bearbeiten] Panke als Badegewässer

Am 1. Juni 1802 wurde das Baden in der Panke hinter der Papiermühle zur Verhütung von Unfällen bei Androhung von Strafe verboten.[36]

Aber trotz diversen Verboten nutzten die Bernauer und die Zepernicker die Staubecken und den Flusslauf zum Baden, auch in Blankenburg wurde in der Panke gebadet. Auch im Wedding wurde das Pankegewässer von Badenden genutzt. Der Berliner Mediziner Ernst Ludwig Heim pflegte sich „in unregelmäßigen Abständen an einer verschwiegenen Stelle im Flüßchen Panke zu baden“. Dabei nahm er auch die Gesellschaft von Scharfrichterknechten in Kauf. Gesittete Bürger hatten ihr Hausbad, mussten das Flussbad zusammen mit Unterschichten nicht nutzen.[37]

Nach Erzählungen der Älteren war das Baden in Panke und auch im Nordgraben, dem Rieselfeldableiter, bis in die 1940er Jahre, die Kriegs- und Nachkriegszeiten, durchaus üblich.[38][39] Das waren jene ärmeren Schichten, die in den Lauben der Gartenkolonien ihr Zuhause hatten.

Zu den Restaurationen am Schlosspark Pankow gehörte auch das Wirtshaus zum Pankgrafen in der Schloßstraße (heutige Ossietzkystraße), das die „Badeanstalt Pankow“ unterhielt und bis 1900 mit dem „Freibad in der Panke“ warb. Die Berliner änderten den Spruch von „Pankow kille kille“ ab: „... da kannste baden jehn, und ick dir nackend sehn ...“

Durch die Bebauung und hygienische Belastung wurde das Baden entlang des Pankeufers zunehmend unmöglich, das Planschbad im Bürgerpark Pankow wurde 1926 wegen Verunreinigung des Panke-Wassers geschlossen.

2008 noch ist das Pankewasser zwar sauber[40], aber nicht rein genug und das Baden im Bürgerpark oder im Schlosspark wohl nur noch für Hunde attraktiv. Die EU-Richtlinie fordert sauberes Wasser bis 2015.

[Bearbeiten] Gewerbe und Industrie

Eingefasste Panke in Berlin-Gesundbrunnen

Durch die zunehmende Besiedlung im Wedding stieg auch die Bebauungsdichte und das Gewerbe nahm zu. Die Mietskasernen erreichten das innerstädtische Pankeufer. Ende des 19. Jahrhunderts war die Panke eingemauert, das Gewerbe entlang der Panke nahm zu. An der Panke entstanden vor 120 Jahren Gerbereien und Färbereien. Aus 30 Gerbereien mit ihren chromhaltigen Abwasser, aus Knochenkochereien mit Fett und Fleischresten flossen die Abwässer ungeklärt in die Panke und belasteten mit stinkenden Gasen den „Geruch“ am Fluss. Zum Gerben wurden täglich 500 Eimer Hundekot eingesetzt. Mit der Dampfmaschine kam die Industrie an die Panke. Zwar gab es Auflagen für die Vorklärung der Abwässer aber die direkte Lage an der Panke, das Profitstreben und der Preisdruck auf dem Markt für Glacé- und Saffianleder setzten andere wirtschaftliche Vorgaben. Auch Filz- und Hutfabriken belasten mit den Abwässern. 1882 werden sieben Weiß-, fünf Saffian-, zehn Glacéleder- und eine Lohgerberei, dazu vier Leimsiedereien, eine Darmseidenfabrik, eine Knochenkocherei, zwei Papierfabriken und eine Mühle benannt.[41]

Nahe der Invalidenstraße entstand die Königliche Eisengießerei. Die Panke gab das benötigte Wasser und die Abwässer vieler kleiner Handwerks- und Gewerbetriebe liefen ungeklärt in den Flusslauf zurück.

„Berlin N. hat einen eigenen Stromlauf, die Panke, ein geheimnisvolles Gewässer, bald offen, bald versteckt, bald als versandete Ader mit grünen Buschufern, bald ein schwarzer Schlund, der zwischen schmutzigen Hauswänden in ewiger Finsternis dahinödet und einen Duft aushaucht, der selbst dem entschlossensten Selbstmörder Bedenken einflößen könnte.“

Wilhelm Bölsche: Berliner Pflaster. W.Paulis Nachf., Berlin 1894

[Bearbeiten] Rieselfelder

Aus der Notwendigkeit die Abwässer der Großstadt Berlins abzuführen entstand der Hobrecht-Plan. Der erste Spatenstich dazu erfolgte am 14. August 1873. 1878 gingen die fertiggestellten Rieselfelder in Betrieb. 40 000 ha Rieselfeld gehörten zum Einzugsgebiet der Panke und nutzten sie als Vorfluter, es gehörten die Rieselfelder in Buch, Hobrechtsfelde, Blankenfelde und Blankenburg dazu. Der Fluss wurde dazu weiter kanalisiert und das Flussbett wurde um reichlich einen Meter vertieft, um den Ablauf zu erreichen.

Die Rieselfeldwirtschaft im Nordosten Berlins dauerte bis 1980. Die Panke erhielt aus den Rieselfeldern starken Wasserzulauf und eine neue Bedeutung, die dem Wasserlauf allerdings nicht förderlich waren. Die zunehmende Gewerbetätigkeit der Stadt bedeutete mit den Abwässern steigende Belastungen durch Schwermetalle auf die Rieselfelder. Der Gehalt der Schwermetalle im Boden liegt über den Normalwerten. Das belastete Gebiet der Rieselfelder erholt sich seit der Renaturierung nur langsam von der immobilisierten Abwasserlast.

[Bearbeiten] „Stinke“-Panke

Die Panke, wie auch andere Flussläufe in Ballungsgebieten, wurde seit Beginn des 19. Jahrhunderts zur Kloake der Siedlungen, zur „Stinkepanke“. „Wo die Panke mit Gestanke durch den Wedding rinnt ...“ (Volksmund). In einem Gutachten von 1885 heißt es: „Das Wasser macht den Eindruck einer in höchster Fäulnis befindlichen Jauche. Die Massen, welche durch Gährung und Fäulnisgase in die Höhe getrieben werden, ... auf dem kürzesten Wege in die Panke. Die dichten verfilzten Schlammassen vor der Guhrauer‘schen Mühle sind zum größten Theile animalischen Ursprungs.“ (Gutachten von Dr. Bischoff, gerichtlicher Chemiker in Berlin[42]) Die Ansiedlung von Gerbereien führte zum Rückgang der Mühlen. Die zunehmende Nutzung von Dampfmaschinen machte den Wasserlauf von Mühlen frei, aber die gewerbliche Nutzung verblieb. Die Arnheimsche Tresorfabrik gegenüber dem Luisenbad ist noch nach 120 Jahren erhalten, aber dient heute als Kulturzentrum.

[Bearbeiten] Kleingartennutzung

Die Uferbereiche der Panke oberhalb Berlins (dazu gehörte auch schon Gesundbrunnen) wurden als Gärten und Gemüseland genutzt. Verbliebene Flächen wurden für die innerstädtischen Bewohner als Kleingartenanlagen erschlossen, damit begann ab den 1870er eine naturverwandte Nutzung entlang des Pankelaufs.

[Bearbeiten] Kampf für eine „bessere“ Welt

Die weltverändernden Gedanken der Zwischenkriegszeit sind nur eine Seite der Geschichte an der Panke. Auf der Walter-Röber-Brücke, wo die Wiesenstraße die Panke überquert, findet sich ein Gedenkstein. Dieser erinnert an die politischen Kämpfe im „Roten Wedding“ vom Ende der 1920er Jahre.

Gedenkstein zum Blutmai von 1929 (Ursprünglicher Standort war die Kössliner Straße)

Hier standen die "finstersten Mietskasernen Berlins" und die Kösliner Straße war die "roteste Straße von Berlin".[43] Heute eine Wohnanlage mit offenen Blöcken und Rasenflächen bis an die Panke. Am 1. Mai 1929 standen "Barrikaden am Wedding" beim Bürgerkrieg zwischen KPD-Anhängern und Polizeibeamten.[44] Die Auseinandersetzung um eine „neue Welt“ forderte am Ende der „Goldenen Zwanzigern“ mehr als 29 Menschenleben.

Auf Druck der Anwohner in den Mietskasernen entstand neben weltverändernden Forderungen eine Bewegung den Unterprivilegierten Zugang zur Natur zu schaffen. Schon 1909 und wieder 1926, nach der Inflation, gab es Bestrebungen zur Verbesserung der Umwelt. Die innerstädtischen Ufer wieder zum Flusslauf zu gestalten und die ungeklärte, unkontrollierte Abwassereinleitung der Gewerbebetriebe zu begrenzen. Die Renaturierung der Panke war eine Seite der Forderungen.

Wegen der aufkommenden Rüstung zum Zweiten Weltkrieges wurden die Renaturierungspläne vorerst wieder zur Seite gelegt.

[Bearbeiten] Rad- und Wanderweg

Die Panke wurde im innerstädtischen Bereich seit dem 19. Jahrhundert der wirtschaftlichen Nutzung untergeordnet. Durch die Schrebergartenbewegung wurden noch verbliebene naturnahe Bereiche entlang der Panke im Rahmen des Jansen-Planes als Kleingartenkolonien genutzt und so vor der Zerstörung bewahrt. Pläne von Martin Wagner und anderen in den 1920er Jahren sahen vor, die Uferbereiche entlang der Panke zurückzugewinnen.

Durch zwei Weltkriege, Inflation und Weltwirtschaftskrise kam es aber nicht zur Ausführung. Auch die Pankeufer, insbesondere die am Ufer stehenden Gebäude, hatten unter Kriegsschäden gelitten. Eine Sanierung der Uferbereiche war nach der Stabilisierung in den 1940er Nachkriegsjahren dringend notwendig und gewollte Änderungen somit möglich. Ab 1951 wurde der „Panke-Grünzug“ durch Gesundbrunnen (damals Bezirk Wedding) in der Aufbauphase der Stadt Berlin in ersten Abschnitten realisiert. Finanzielle Mittel des Marshall-Planes bildeten die Grundlage der Baumaßnahmen.

Nach Aufgabe der Planungen für eine autogerechte Stadt wurde in den 1980er Jahren der Ausbau weitergeführt und die Promenade im Bezirk Wedding vollendet. Uferbegrenzungen wurden zurückgebaut, ufernahe Häuser wurden entfernt und Straßenflächen umgenutzt. Die Stockholmer Straße verläuft deshalb wechselweise auf beiden Ufern der Panke. Zu Ehren des Initiators wurde der Grünzug im Bezirk Wedding (heute Ortsteil Gesundbrunnen) Walter-Nicklisch-Promenade genannt.[45]

Behördenamtlich ist der Pankewanderweg[46] der „ökologische Korridor aus Berlins Mitte nach Brandenburg“. Für innerstädtische Neubauten in Mitte besteht die Gelegenheit, im Rahmen des Pankegrünzuges planungsrechtliche Ausgleichsmaßnahmen für betonierte Flächen zu leisten.

Der Pankewanderweg an der Bahnhofstraße in Blankenburg

In den 1990er Jahren wurde der Rad- und Wanderweg in den Bezirk Pankow verlängert, die Parks wurden in den 1990er Jahren eingebunden und der Pankewanderweg nach Norden komplettiert. Das verbliebene innerstädtische Stück ist seit 2007 fertiggestellt.

Das Grün in der kanalisierten Panke sieht schön aus, aber es zeugt vom vorhandenen Nährstoffüberangebot aus Zeiten der Rieselfelder und der Gewerbekontaminationen

Von der Spree, nahe dem Berliner Hauptbahnhof entlang der Promenade im Mauerstreifen vorbei am Nordhafen, kann man der Panke 34 Kilometer bis zur Bernauer Quelle mit dem Fahrrad oder zu Fuß folgen.[47]. Der Pankeradweg ist bis Bernau mit dem Radfernweg Berlin-Usedom identisch, der offiziell in Berlin am Schloßplatz beginnt. Der internationale Radweg verläuft entlang des Längengrades von Berlin nach Kopenhagen. Der Radfernweg Berlin-Usedom führt auf einer Länge von 337 km von Berlin-Mitte über den Barnim, die Uckermark und Vorpommern nach Peenemünde zur Insel Usedom. Mit der Einrichtung im Jahr 2002 begonnen erfolgte die offizielle Eröffnung im Jahre 2006.

Entlang des Radwanderwegs wurden für die Renaturierung der Panke die ersten Voraussetzungen geschaffen. Die renaturierte Panke bringt Beschattung, Falllaub, Schlupfgebiet und Eiablage, die Natur in den urbanen Raum. Die Zielstellung ist, dass sich die angesiedelten Tier- und Pflanzenpopulationen entlang der gesamten Panke ausdehnen können. 2008 wird untersucht, ob Fische den Düker an der Chausseestraße überwinden könnten. Notwendigerweise werden die zwölf Querbauwerke aus fischökologischen Gründen beseitigt werden. Für den Brandenburger Abschnitt sind ein sandgeprägter Tieflandbach mit wechselnden Strömungsverhältnissen in Zepernick und eine vermoorte Senke im Quellgebiet angestrebt. Für den Hochwasserschutz werden die Regenwasser-Rückhaltebecken am Oberlauf erweitert. Die Panke wird ein Lebensraum für Pflanzen und Tiere und ein Erlebnisraum für Menschen.

Entlang der Stadtpanke

Der Weg entlang der historischen Südpanke, also von der Chausseestraße zum Schiffbauerdamm, ehemals durch die „Mauer“ getrennt ist noch in der Planungsphase. Der letzte halbe Kilometer zur Spree ab dem HUB-Gelände wird nicht renaturiert. Bereits in den 1890er Jahren wurde die Panke hier in den Untergrund gelegt.

Entlang der Südpanke in Mitte wurde mit der Beräumung des Geländes zwischen Charité und Veterinärfakultät im Jahre 1997 begonnen. Von der Hessischen Straße bis zur Verrohrung an der Kunstakademie hinter der ukrainischen Botschaft ist der Pankelauf eingerichtet. Im Dezember 1999 fand ein Probelauf mit Wasser von der Schulzendorfer Straße her statt. Allerdings kam es durch Neubauten und Zeitverlust bei den Planungen zu Verzögerungen. Mit Stand 2008 sind die Wasser- und Bauanlagen ab der Habersathstraße fertig.

Der Ausbau des Pankelaufes im Karree Chaussee-, Habersaath-, Scharnhorst-, Boysenstraße ist mit einem städteplanerischen Wettbewerb zur Gestaltung beschlossen. Ziel ist das Jahr 2012, dann soll in einem Stadtpark die Panke in einem bis zu 3,5 Meter tiefen Graben die Panke ihren Lauf finden. Dann wird auch der Weg entlang der Panke aus der Innenstadt heraus möglich sein.

[Bearbeiten] Tag der Panke

In Bernau fand der dritte „Tag der Panke“ im Juni 2008 statt. Berliner Senat und Brandenburger Umweltamt, Verbände und Vereine und Ingenieurbüros waren vertreten, um die Forderungen der EU-Wasserrichtlinie für die Panke zu diskutieren [48][49]. Die Richtlinie fordert ökologisch saubere Flüsse bis 2015. Im Ergebnis finden Diskussionen mit Bürgern in den Berliner Bezirken statt, auch in Brandenburg sollen die Bürger in die Gestaltung einbezogen werden.[50]

Die Zukunft

Berlin liegt im Einzugsgebiet der Elbe und ist daher wie neun weitere Bundesländer Mitglied der FGG (Flussgebietsgemeinschaft) Elbe. Die Panke ist dadurch mit in den Bewirtschaftungsplan und das dazugehörige Maßnahmenprogramm nebst Umweltbericht der Elbe einbezogen. Diese werden bis Dezember 2009 in Zusammenarbeit mit der Öffentlichkeit erarbeitet.[51]

[Bearbeiten] Der volkstümliche Fluss

Die Flussnamen Panke und Spree stehen als Synonym für das alte preußische Berlin in den Stadtgrenzen vor der Reform von 1920. Sie stehen für die Hauptstadt Preußens und die Metropole des Deutschen Reiches von 1871. Sie stehen für jene Zeit als Wedding noch vor den Toren lag, und die reiche Landgemeinde Pankow j.w.d. in der Provinz lag.

[Bearbeiten] Die Pankgrafschaft

Am Gierkeplatz liegt der Gebäudekomplex mit dem Vereinslokal der „Alten Pankgrafschaft“. Am 17. Juni 1881 fanden sich heimatliebende Weddinger zusammen, um den Kannegießereien ihrer Zeit die Stirn zu bieten. Sie schufen sich selbst eine Legende vorgeblich aus dem Jahre 1381. Nach dieser Sage stürzte sich der Ritter Udo mit der gespaltenen Klaue mit voller Rüstung in die Panke,

„[…] aus Gram darüber, daß man das Flüßchen Panke, diesen herrlichen märkischen Strom mit seinem schwarz-grün-grau-blauen Wellengang, zuschmeißen wollte“

. So entstand die „Alte Pankgrafen-Vereinigung von 1381 zu Berlin bey Wedding an der Panke (A.P.V.)“. APV steht für antipolitische Vereinigung oder auch für Alte Pankgrafenvereinigung gleichermaßen. Der Vaterlands- und Freundschaftsgedanke, aber gewiss auch der Spaßfaktor des Vereins verhalf ihm zu weiteren Ablegern im übrigen Deutschland. Aus dem Wasser der Panke leiten sich die Vereinsfarben ab. In der Quelle der »geheiligten Panke« wurde die Pankgrafenfahne geweiht. Jährlich finden Fehdezüge statt, die immer mit Verbrüderungen enden, mit dem Bundesgruß: „Mgrhuh!“.

[Bearbeiten] Panke und Kultur

Die Panke ist mit ihrem regionalem Bezug auch in Kunst und Kultur zu finden. Heinrich Zille wurde für seine »fotogenauen« Zeichnungen als „Daumier von der Panke“ umschrieben. Eine Biographie über ihn hat den Buchtitel: Heinrich Zille – Zwischen Spree und Panke. 1929 entstand der Film: „Großstadtkinder – Zwischen Spree und Panke“ (Carl Auen, Grete Reinwald). Claire Waldoff sang das Lied „Auf der Banke, an der Panke“ aus der Operette „Immer feste druff“ von Walter Kollo. Auch ihr Couplet über die „Panke und die Spree“ nutzte den Fluss der im Berliner Zentrum mündet.

[Bearbeiten] Die Panke im Lied

Die Bedeutung der Panke für die Hauptstadt und die Berliner zeigt sich in der Wortnutzung in Liedtexten. Endete die Panke am Schiffbauerdamm im der Mitte der Stadt, so war sie auch Zeugnis der Umgebung: „Janz draußen an der Panke“ heißt es in einem Liedtext beim Leierkastenmann. Mascha Kaleko setzt die Donau für Wien und die Panke für Berlin: „Wenn Fische reden könnten! Na, ich danke:/Man hörte von der Donau bis zur Panke/Statt Meeresstille und statt Wellenrauschen/Nur Muscheln tuscheln und Karauschen plauschen.“ ([52])".[53]

Die Änderungen am Flusslauf werden vermerkt. 1890 kommt bei August Trinius das Flüsschen noch „wie ein heiteres, ausgelassenes Kind mit hellen Augen über Steingeröll und Wurzelgeflecht angesprungen“. So lautet der Spruch seit der Entstehung der Rieselfelder: „Wo die Panke durch den Wedding rinnt, hält sich die Nase Mann, Frau und Kind.“ (Berliner Spruch)

Robert Gilbert dichtete für das 1929 vertonte Berliner Couplet „Stempellied“ [54] [55]

Ohne Arbeit, ohne Bleibe
biste null und nischt.
Wie 'ne Fliege von der Scheibe
wirste wegjewischt.
Ohne Pinke an der Panke
stehste machtlos da,
und der Burschoa sagt: Danke!
rückste ihm zu nah.

Fredy Sieg sang in dem Lied „Ganz draußen an der Panke“:

Janz draußen an der Panke
Hab ich mein kleenes Haus
Davor steht eene Banke
Da ruh ich abends aus.
Da kommt mir manch Jedanke,
Seh ich det Flüsscken ziehn.
Janz leise gluckst die Panke,
Die heimatliche Panke ...

Claire Waldoff wahrte die Rolle der Panke mit An de Panke - an de Wuhle - an de Spree. Als Sängerin von Couplets brachte sie auch die Stinke-Panke ins Berliner Liedgut ein:

Und steh' am Ufer ich der Panke,
Möcht jleich ich wieder Leine ziehn:
Bei dem Jestanke. Na ick danke.
Ne dufte Stadt ist mein Berlin ...

Kurt Tucholsky verwendete in seinen Gedichten Panke meist als Synonym für Berlin,[56], beispielsweise in folgenden Gedichten:

Muß am Vormittag mein dicker, kurzer Mann
An der Börse spekulier'n.
Schau ich mir die Hauptstadt an der Panke an,
Dann gehe ich spazier'n ...

aus „Immer um die Litfaßsäule rum“ [57] oder auch in „Berliner Gesänge“ von 1919

Revolution? Aber kein Gedanke!
Es brodelt im Hexenkessel der Panke,
es hupen die Autos, es knattern die Flinten,
Demonstrationen vorne und hinten ...
Tun sie auch so wie die Menschenfresser:
die Panke war stets ein stilles Gewässer.[58]

Wolf Biermann stellte in seinem Album Paradies uf Erden das Lied In Pankow anner Panke ein.[59]

Auch schlichte Lokalpatrioten, wie der Friedrichshagener Zigarettenfabrikant und Hobbyautor der Mark Brandenburg Fritz Eichberg, begeisterten sich für die Panke:

Und lerntest das Flüßchen du also kennen,
wirst du statt zu schmähen es lobend nennen,
denn ist es auch klein nur und kurz sein Lauf,
des Denkenswerten weist es viel auf,
hat manches Ernste und Frohe erlebt,
was die Seele uns rührt und das Herz erhebt.

[Bearbeiten] Paule Panke

Vom Fluss leitet sich der Kunstname „Paule Panke“ ab, der schon um die 1900er Jahrhundertwende geläufig war. Der Schriftsteller Siegfried Schuster nutzte diesen als Pseudonym.

In der „Berliner Zeitung“ der 1960er und 1970er Jahre gab es eine Bilderserie „Mit Herz und Schnauze“ von Gerhard Vontra, der anfangs mit dem Pseudonym „Paule Panke“ unterzeichnete.[60]

Eine feministische Gruppe in Pankow firmiert unter dem abgeleiteten Namen „Paula Panke“.

Die Berliner Rockband Pankow machte Anfang der 1980er Jahre die Gestalt vom Lehrling Paule Panke in einem Lied bekannt[61], dem dann ihre Rockoper Ein Tag des Lehrlings Paule Panke folgte[62]. Die Umsetzung als DEFA-Spielfilm von Heiner Carow begonnen wurde vor der Inszenierung aus politischen Erwägungen - »Solche Lehrlinge gibt es hier und heute nicht.« - abgesetzt.

[Bearbeiten] Das Fest an der Panke

Seit 1963 wird in Pankow jährlich am zweiten Wochenende im September das Fest an der Panke veranstaltet, ein Künstlerfestival mit sozialem Anspruch. Initiiert wurde das Fest unter anderen vom Bildhauer Heinz Worner und den Malern Harry Lüttger, Georg Sailer und Paul Schultz-Liebisch.

[Bearbeiten] Gebiets- und Ortsnamen

Der Berliner Stadtbezirk Pankow (Pankowe:Pankaue), der Bernauer Stadtteil Pankeborn und die Gemeinde Panketal leiten ihren Namen von der Panke ab. Mehrere Straßen- und Flurnamen haben den Ursprung durch die Nähe zur Panke. Die Straßennamen Am Pankeborn, Pankstraße und An der Panke in Bernau, die Pankgrafenstraße und An der Panke in Berlin-Karow, die Kleingartenanlagen Pankewiesen, Panke Grundwiesen und Am Pankepark in Französisch-Buchholz, die Kolonie Pankegrund und die Pankstraße in Berlin-Gesundbrunnen.

Pankgraf ist der Titel von Angehörigen des Ritterorden-Vereins. Die Rollheimersiedlung in der Pankaue nahe Karow nennt sich in Anlehnung daran „Pankgräfin“.

Das neue Wohnquartier an der Scharnhorststraße im ehemaligen Mauerstreifen nutzt den Namen Am Pankepark für eine neue Straße und den hier geplanten Stadtpark.

[Bearbeiten] Institutionen und Gewerbe

Seit 1991 besteht der KinderbauernhofPinke Panke[63] im ehemaligen Mauereck an der Nordbahn an der Panke. Am Pankeufer liegt die „Gartenarbeitsschule Pankow“, die seit Ende der 1950er-Jahre existiert und der Panke-Schule benachbart ist. In Pankow befindet sich die Panke-Schule für geistig behinderte Kinder.

Das Panke-Museum ist das Pankower Heimatmuseum.

Die Pankehallen im Ortsteil Gesundbrunnen (vormals Bezirk Wedding) werden von Berliner Künstlern als Projektort für Installationen genutzt. Sie befinden sich in den Firmenhallen der ehemaligen Tresorfabrik Hetal. Musiker veranstalteten Sessions in diesen Räumen. Entlang der Pankeufer finden sich einige Skulpturen, die in den Pankehallen ihren Ursprung haben.

Der Begriff Panke ist über Berlin und Brandenburg hinaus bekannt, da technische Produkte nach dem Fluss benannt sind. 1957 erhielt ein Schwarz-Weiß-Projektionsempfänger (Projektions-Bildröhre) des VEB Stern-Radio Berlin den Namen Panke.

Nicht zuletzt benutzen viele kulturelle und Bildungseinrichtung, selbstverständliche auch Gewerbebetrieb ihre Nähe oder geringe Ferne, um mit Panke im Namen zu werben und auf die Institution aufmerksam zu machen.

[Bearbeiten] Familienname

In Deutschland tragen schätzungsweise 1750 Personen den Nachnamen Panke, der Name ist im Norden Deutschlands verbreiteter. Berlin Namensschwerpunkte sind um Berlin, das Ruhrgebiet, Nordwestmecklenburg (Panke zur Stepenitz) und Thüringen.[64] Bemerkenswert zur Besiedlungsstruktur ist das Vorkommen in Polen (Preußen) mit 50 Personen.[65] Bekannte Namensträger sind der deutsche Manager Helmut Panke und die sozialdemokratische Abgeordnete des niederländischen Reichstages Majléne Westerlund Panke.

[Bearbeiten] Literatur

  • Karl Neander von Petersheiden: Der Panke-Fluß bei Berlin oder Versuch einer Darstellung, ob denselben Berlins Hauptplätze, Springbrunnen, Bassins und zugleich fließendes Wasser haben können. Berlin 1835.
  • Ute Langeheinecke: Der Wedding als ländliche Ansiedlung 1720 bis 1840. Gebr. Mann Verlag, Berlin 1992.
  • H. Wassmann: Bewirtschaftungsplan Panke, Nordgraben und Tegeler Fließ (nach §36b Wasserhaushaltsgesetz) Vorstudie. Eigenverlag, Berlin 1993.

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Panke – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. SenatStadt, Bestandsaufnahme, Seite 10
  2. Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin, Band 13 der Brandenburgischen Historischen Studien. Brandenburgische Historische Kommission, be.bra wissenschaft, Berlin-Brandenburg 2005. S. 129. ISBN 3-937233-30-X, ISSN 1860-2436.
  3. a b c d e P. Assmann et.al.: Der geologische Aufbau der Gegend von Berlin. SenBauWohn, Berlin 1957
  4. Eigene Feststellung am 24. Februar 2008
  5. Innerstädtischer Verlauf mit Nebengewässern
  6. Blüher (Landesumweltamt Brandenburg, Büro Aqua Construct): Wird die Panke wieder ein strudelnder Fluss. 3. Tag der Panke.
  7. http://www.heiligensee-online.de/web72612/redaktion/pdf/FlurabstdesGrundw2007.pdf Flurabstände im Panketal
  8. Länderbericht Berlin zu WRRL (pdf)
  9. Aktennotiz von 1694
  10. Strukturgütekartierung 1997
  11. Reinigung der Rieselfelder
  12. J. Herrmann: Neue Grabungen auf der Schloßinsel Köpenick. Ausgrabungen und Funde. Berlin 1956
  13. a b c Erkundung der Pankequelle In: Richard Lemke: Liebe kleine Panke. Kulturbuch-Verlag, Berlin 1955.
  14. Topografischer Stadtplan Bernau, Maßstab 1:10.000, 1. Auflage 1992, Herausgeber: Landesvermessungsamt Brandenburg
  15. Stadtpläne: Bernau, www.staedte-verlag.de
  16. Bild der Grenzsicherung in Höhe des Pankedurchflusses
  17. Grenzsicherung in Höhe des heutigen Hochwasserbeckens
  18. „Fluß Pankow“ 1789
  19. Verlauf der Panke 1889
  20. Gerhild H. M. Komander: Der Wedding – auf dem Weg von rot nach bunt, S. 166
  21. Meyers Konversationslexikon. Leipzig und Wien 1894
  22. Panke.Info
  23. Hainer Weißpflug
  24. Grünzug Südpanke Planungsbilder
  25. Neues Abwasserpumpwerk in Mitte löst Hobrecht-Bau ab
  26. Verlauf am Invalidenpark
  27. Thilo Lange: Berlin, Panke an der Reinhardtstraße. 1981
  28. Pankemündung 1738 (gesüdet!)
  29. Arwed Steinhausen: Historisches an der Panke. Freundeskreis der Chronik, Pankow 2008
  30. Große Stadt aus kleinen Steinen. In: Anzeiger für den Berliner Norden 1936
  31. Anglerbericht
  32. Fakten zu Panketal
  33. Brehms Tierleben
  34. Album: Marlene singt Berlin (1956) [1]
  35. Zur Erholung in die Kolonie
  36. Badeverbot
  37. Tagebucheintrag Heims vom August 1797
  38. Eigene Gespräche am Pankewanderweg.
  39. Lage und Zustand der Panke im Jahre 1823
  40. Spaziergang an der Panke
  41. Hainer Weißpflog
  42. Gutachten 1885
  43. Die Mietskasernen an der Panke
  44. Klaus Neukrantz: Barrikaden am Wedding, Berlin 1931
  45. Der Weg durch Gesundbrunnen
  46. Fototour pankis.de
  47. Wegbeschreibung für Radfahrer
  48. Tag der Panke
  49. Wird die Panke ein strudelnder Fluss?
  50. Planungsstand 2008 für 2015
  51. [www.berlin.de/sen/umwelt/wasser/wrrl Entwurf des Planes]
  52. Quelle
  53. Theodor Fontane
  54. Gilbert, Eisler, Busch: „Stempellied“ auf 3:10 ♫ Flash Audio
  55. Textfassung „Lied der Arbeitslosen“
  56. Kurt Tucholsky: Gesamtausgabe. Band 3: Texte 1919. Herausgegeben von Stefan Ahrens, Antje Bonitz, Ian King, Rowohlt Verlag, Reinbek 1999, ISBN 3-498-06532-7. Kommentar zum Gedicht Berliner Kämpfe, S. 543.
  57. aus Hans Exenberger: Kurt Tucholsky lebt .... Mein Buch oHG, Hamburg 2006. ISBN 978-3-20000890-8. S.47. online Seite 47 auswählen
  58. Kaspar Hauser: Berliner Gesänge, Weltbühne, 16. Januar 1919. zitiert nach: Kurt Tucholsky: Gesamtausgabe. Band 3: Texte 1919. Herausgegeben von Stefan Ahrens, Antje Bonitz, Ian King, Rowohlt Verlag, Reinbek 1999, ISBN 3-498-06532-7, S. 20f. (online)
  59. MP3, 8,59 MB
  60. Gerhard Vontra
  61. Melodie&Rhythmus
  62. Andrè Herzberg
  63. Webpräsenz von Pinke Panke
  64. Nach Telefonbuch 1998
  65. Familienname Panke 1942
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