Panzergrenadierbrigade 1

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Panzergrenadierbrigade 1
— PzGrenBrig 1 —
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Panzerlehrbrigade 9 (Bundeswehr).svg
Verbandsabzeichen
Aktiv 1. Apr. 1958 bis 31. Dez. 2007
Land Flag of Germany.svg Deutschland
Streitkräfte Bundeswehr
Teilstreitkraft Bundeswehr Logo Heer with lettering.svg Heer
Unterstellung 1. Panzerdivision, Hannover
letzter Sitz des Stabes Hildesheim
Kommandeur
letzter Kommandeur BrigGen Ernst-Otto Berk

Die Panzergrenadierbrigade 1 (PzGrenBrig 1) mit Stabssitz in Hildesheim war ein Großverband des Heeres der Bundeswehr, der der 1. Panzerdivision in Hannover unterstellt war. Die Brigade wurde am 31. Dezember 2007 aufgelöst. Sie war in ihrer Geschichte zwischen Lüneburger Heide, Harz, Solling und Weser stationiert.

Verbandsabzeichen[Bearbeiten]

Das Verbandsabzeichen zeigte das weiße Sachsenross auf rotem Grund im gelb-weißen Wappenschild. Das Ross erinnerte an die Welfenherzöge und das Königreich Hannover. Das ursprünglich sächsische Stammesabzeichen nahmen die Welfenherzöge, ab 1235 Herzöge von Braunschweig und Lüneburg, als zusätzliches Wappenschild an. Durch die Verschmelzung eines Teiles des Lüneburgisch- Braunschweigschen Gebietes mit dem Fürstentum und späteren Königreich Hannover gelangte das Sachsenross 1705 in das kleine Staatswappen des Königreiches, das außerdem den großen Wappenschild gelb-weiß längsgestreift führte. Mit der Gründung Niedersachsens ist das Sachsenross auf rotem Grund seit 1952 Wappen des Bundeslandes Niedersachsen. Die weiße Umrandung des Wappens -textil als weiße Kordel ausgeprägt - entsprach der gebräuchlichen heraldischen Darstellungsform des Heers: weiß umrandet waren jeweils die Verbandsabzeichen der "ersten" Brigaden der Divisionen. Die übergeordnete Division sowie die anderen beiden Brigaden der Division führten traditionell ein bis auf die Umrandung identisches Verbandsabzeichen. Nach der Auflösung der Brigade wurde das Verbandsabzeichen von der Panzerlehrbrigade 9 weitergeführt, die dafür 2006 ihr altes Verbandsabzeichen aufgab. Die weiße Umrandung blieb erhalten.

Geschichte[Bearbeiten]

Heeresstruktur 1[Bearbeiten]

1958 wurde die Brigade als Kampfgruppe B1 in Hildesheim aufgestellt. Ihr wurden die Grenadierbataillone 1 und 21 in Hannover und das Panzergrenadierbataillon 12 in Höxter unterstellt. Letzteres verlegte sich 1961 nach Osterode am Harz. 1959 wurde in der Heeresstruktur 2 die Kampfgruppe B1 in Panzergrenadierbrigade 1 umbenannt und der 1. Panzerdivision unterstellt. 1959 wurde das Panzerbataillon 14 der Brigade unterstellt und blieb dort bis zur Auflösung im Jahr 1991.

Heeresstruktur 2[Bearbeiten]

Während der Heeresstruktur II unterstand der Brigade:

  • das Grenadierbataillon 1 (ab 1959 Panzergrenadierbataillon 11, ab 1966 Panzergrenadierbataillon 11 (MTW), ab 1972 Panzergrenadierbataillon 11 (SPz))
  • das Grenadierbataillon 21
  • das Panzergrenadierbataillon 12
  • das Feldartilleriebataillon 15 (ab 1967 Panzerartilleriebataillon 15)
  • die Panzeraufklärungskompanie 10
  • die Panzerjägerkompanie 10
  • die Panzerpionierkompanie 10
  • die Flugabwehrbatterie 10
  • die Instandsetzungskompanie 10
  • das Versorgungsbataillon 16
  • das Panzerbataillon 14.

Heeresstruktur 3 und 4[Bearbeiten]

Bis 1972 wurde das Versorgungsbataillon 16 aufgelöst. In der Heeresstruktur IV gliederte sich die Brigade ab 1981 in:

  • die Panzerjägerkompanie 10 in Hildesheim (Die Panzerjägerkompanie 10 wurde am 31.März 1992 aufgelöst)
  • die Nachschubkompanie 10 in Hildesheim
  • die Instandsetzungskompanie 10 in Hildesheim
  • die Panzerpionierkompanie 10 in Holzminden
  • das gemischte Panzergrenadierbataillon 11 in Hildesheim (Aufstellung 1. April 1981 in Hildesheim)
  • das Panzergrenadierbataillon 12 in Osterode (Aufstellung am 1. Juli 1958 in Höxter / Osterode)
  • das Panzergrenadierbataillon 13 in Wesendorf (am 1. Oktober 1980 hervorgegangen aus dem Panzergrenadierbataillon 11)
  • das Panzerbataillon 14 in Hildesheim-Steuerwald
  • das Panzerartilleriebataillon 15 Stadtoldendorf (aus Feldartilleriebataillon 15 gebildet)

Heeresstruktur 5 bis Auflösung[Bearbeiten]

In der Heeresstruktur V wurde 1994 die Nachschubkompanie 10 aufgelöst, so dass der Brigade folgende Bataillone unterstanden:

  • Stabskompanie in Hildesheim
  • Panzergrenadierbataillon 12 in Osterode
  • Panzergrenadierbataillon 332 in Wesendorf (seit 1. Januar 1996)
  • Panzerartilleriebataillon 15 in Stadtoldendorf
  • Panzerbataillon 24 in Braunschweig

2003 wurden das Panzerartilleriebataillon 425, das Panzergrenadierbataillon 421, das Panzerpionierbataillon 803 und das Logistikbataillons 141 im Zuge der Struktur "Heer der Zukunft" der Brigade unterstellt. Im Gegenzug wurden aufgelöst: das Panzergrenadierbataillon 12, das Panzerbataillon 24 und die Panzerpionierkompanie 10. Das Panzerartilleriebataillon 15 wurde in einen nichtaktiven Verband umgewidmet.

  • Panzerpionierkompanie 10 in Holzminden (Auflösung 31. August 2003)
  • Panzerbataillon 33 in Neustadt am Rübenberge (seit 1. Januar 2002)
  • Panzergrenadierbataillon 421 in Brandenburg (seit 1. Januar 2003)
  • Panzerartilleriebataillon 425 in Lehnitz, (seit 1. Januar 2003)
  • Panzerpionierbataillon 803 in Havelberg (seit 1. Juli 2003)
  • Logistikbataillon 141 (seit 1. Juli 2003).

Die Brigade wurde am 31. Dezember 2007 endgültig aufgelöst, der Außerdienststellungsappell fand am 4. September 2007 in Hildesheim statt. Mit der Brigade wurde auch die Feldersatzkompanie 10 aufgelöst. Die letzten unterstellten Truppenteile Logistikbataillon 141 und Panzerbataillon 33 wechselten vor Auflösung zur Panzerlehrbrigade 9. Das Panzergrenadierbataillon 421 wurde aufgelöst. Das Panzerpionierbataillon 803 wurde der Panzergrenadierbrigade 41 unterstellt.

Kommandeure[Bearbeiten]

Die Kommandeure der Brigade waren (Dienstgrad bei Kommandoübernahme):

Nr. Name Beginn der Berufung Ende der Berufung
16 Oberst Ernst-Otto Berk 27. März 2003 13. April 2006
15 Brigadegeneral Dieter Skodowski 26. März 1999 26. März 2003
14 Brigadegeneral Dr. Dirk Walther Oetting 1. Januar 1995 25. März 1999
13 Oberst Jürgen Ruwe 1. Oktober 1991 31. Dezember 1994
12 Oberst Manfred Dietrich 1. Dezember 1989 30. September 1991
11 Oberst Hans-Theodor Dingler 1. Oktober 1987 20. Dezember 1989
10 Oberst Istvan Csoboth 1. April 1984 30. September 1987
9 Brigadegeneral Johann Adolf (Hanno) Graf von Kielmansegg jun. 26. März 1982 31. März 1984
8 Brigadegeneral Detlef Ahrens 1. Oktober 1977 26. März 1982
7 Oberst Walter Hoffmann 1. April 1973 30. September 1977
6 Brigadegeneral Johannes Poeppel 1. Januar 1970 31. März 1973
5 Brigadegeneral Carl-Gero von Ilsemann 1. Oktober 1966 31. Dezember 1969
4 Brigadegeneral Eicke Middeldorf 15. Oktober 1963 30. September 1966
3 Brigadegeneral Heinz-Helmut Hinckeldey 1. Oktober 1962 14. Oktober 1963
2 Brigadegeneral Hans-Georg Tempelhoff 1. November 1959 30. September 1962
1 Oberst Hans-Heinz Fischer 1. April 1958 31. Oktober 1959

Weblinks[Bearbeiten]

52.1541239.971015Koordinaten: 52° 9′ 14,8″ N, 9° 58′ 15,7″ O