Panzerkampfwagen 35(t)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Panzerkampfwagen 35(t)
Panzer 35(t) im Belgrader Militärmuseum, Serbien

Panzer 35(t) im Belgrader Militärmuseum

Allgemeine Eigenschaften
Besatzung 4
Länge 4,90 m
Breite 2,16 m
Höhe 2,21 m
Masse 10,67 t
Panzerung und Bewaffnung
Panzerung 15–25 mm
Hauptbewaffnung 3,72-cm-KwK 35(t) L/40 A3
Sekundärbewaffnung 2 × 7,92-mm-MG 34
Beweglichkeit
Antrieb Škoda-T-11-6-Zylinder-Benzinmotor
88 kW (120 PS)
Höchstgeschwindigkeit 35 km/h
Leistung/Gewicht 8,2 kW/t (11,2 PS/t)
Reichweite 190 km (Straße)

Der Panzerkampfwagen 35(t) war ein tschechoslowakischer Panzer, der nach der Besetzung der Tschechoslowakei von der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg verwendet wurde.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Firmen Škoda und ČKD stellten von 1935 bis 1938 424 Exemplare (Fahrgestell-Nr.: 50001–50424) dieses Panzers her. Er wurde im Jahre 1936 mit der Bezeichnung Škoda LT vz.35 in Dienst gestellt. 126 Panzer wurden nach Rumänien exportiert, wo sie unter der Bezeichnung R-2 eingesetzt wurden. Nach dem Einmarsch deutscher Truppen in die Tschechoslowakei im März 1939 wurden 202 Exemplare als Panzerkampfwagen 35(t) von der Wehrmacht übernommen. Das (t) stand dabei für „tschechisch“.

Hinsichtlich Bewaffnung und Panzerung war das Fahrzeug etwas schwächer als der Panzer III, jedoch dem Panzer II deutlich überlegen. Er stellte eine sofortige Bereicherung im Arsenal der Wehrmacht kurz vor Beginn des Zweiten Weltkrieges dar. Das sehr ausgewogene Fahrwerk und das zuverlässige Getriebe verliehen dem Panzer eine gute Mobilität. Der Hauptnachteil war die genietete Konstruktion der Panzerung.

Einsatz[Bearbeiten]

112 Exemplare des Panzers wurden von der Wehrmacht im Polenfeldzug verwendet, davon 75 Stück bei der 1. Leichten Division (Panzerregiment 11) sowie 37 Stück in der Panzerabteilung 65. Sieben Panzer 35(t) wurden dabei durch Kampfhandlungen zerstört.[1]

Beim Feldzug im Westen 1940 war als einziger Verband die 6. Panzer-Division mit insgesamt 118 Panzern 35(t) und 14 Panzerbefehlswagen 35(t) ausgerüstet. Von diesen gingen 62 im Verlauf des Mai oder Juni 1940 verloren.[2]

Zu Beginn des Krieges gegen die Sowjetunion standen 160 Panzer 35(t) in der 6. Panzer-Division bereit. Bis zum 10. September 1941 waren 47 als Totalverluste ausgefallen. Mit dem zahlreichen Auftauchen des T-34 waren sie ihrer Rolle als Panzerbekämpfer nicht mehr gewachsen. Zudem fror die Lenkungskonstruktion aufgrund ihrer pneumatischen Steuerung bei extremem Frost häufig ein, weshalb später eine mechanische Steuerung eingebaut wurde. Am 31. Oktober 1941 waren noch 37 Panzer 35(t) einsatzbereit, bis zum 30. November keiner mehr. Da keine Ersatzteile für den Panzer 35(t) mehr produziert wurden, war das PR 11 gezwungen, aus mehreren beschädigten einige wenige fahrbereite Panzer zusammenzusetzen.[3]

Am 12. März 1942 wurde das PR 11 zusammen mit der 6. Panzer-Division aus der Front herausgezogen und auf deutsche Panzer umgerüstet.

Munition[Bearbeiten]

Der Panzer 35(t) konnte 72 Geschosse für die Hauptwaffe und 1800 Schuss für die beiden MG im Turm mitführen. Es wurden normalerweise 50 Prozent Spreng- und 50 Prozent Panzergranaten geladen.

Munition und Durchschlagsleistung der KwK 35(t) L/40[4]
Nomenklatur der Munition Panzergranate(t) Panzergranate(t) umg. Panzergranate 40
Geschossgewicht 0,85 kg 0,815 kg 0,368 kg
Mündungsgeschwindigkeit 675 m/s 675 m/s 980 m/s
Durchschlagsleistung der KwK bei 30° Auftreffwinkel
100 Meter 35 mm 34 mm 60 mm
500 Meter 30 mm 29 mm 39 mm
1000 Meter 23 mm 25 mm
1500 Meter 21 mm 22 mm

Technische Daten[Bearbeiten]

Panzer 35(t) (ganz vorne) in Frankreich, 1940
Panzerkampfwagen 35(t)[5]
0Allgemeine Eigenschaften
Gewicht 10,5 t
Bodendruck 0,5 kg/cm2
Länge 4,9 m
Breite 2,06 m
Höhe 2,37 m
Bodenfreiheit 35 cm
Kettenbreite 32 cm
0Bewaffnung
Hauptbewaffnung 3,72-cm-KwK 43 L/40
Höhenrichtfeld –10° bis +15°
Zielmittel TZF(t) und MGTZF(t)
Sekundärbewaffnung 2 × 7,92-mm-MG
Schwenkbereich Turm-MG –14° bis 25° Höhe, 10° horizontal ; Bug-MG 35° nach links und 11° nach rechts
0Fahrleistung
Motor Škoda T2, 4-Zylinder-Ottomotor
Motortyp Otto
Kühlung Wasser
Hubraum 8,52 l
Bohrung / Hub 140/140 mm
maximale Drehzahl 1800/min
PS 120 PS
Motoreffektivität 14,1 PS/l
Leistungsgewicht 11,4 PS/t
Getriebe 6V, 1R (sechs Gänge)
Antriebsrad hinten
Höchstgeschwindigkeit Straße 34 km/h
Kraftstoffvorrat 153 l
Reichweite Straße 190 km
Reichweite Gelände 115 km
Lenkung Differential
Lenkübersetzung 1,9
Laufrollen 8 x 2
Federung Blattfedern
Watfähigkeit 80 cm
Lenkradius 7 m
0Panzerung
Wannenbug 30° 25 mm
Wannenseite 0° 16 mm
Wannenheck 0° 16 mm
Wannendach 12 mm
Wannenboden 8 mm
Turmblende 25 mm
Turmfront 10° 25 mm
Turmseite 14° 16 mm
Turmheck 15° 16 mm
Turmdach 81° bis 90° 8 mm

R-2[Bearbeiten]

Die rumänische Armee bestellte im August 1936 im Zuge eines Heeresmodernisierungsprogrammes 126 Exemplare des Škoda LT vz.35. Die ersten 15 Panzer wurden im Mai 1937 ausgeliefert, jedoch auf Grund von Mängeln und zur Umrüstung für rumänische Bedürfnisse und Bedienungen zurückgesandt. 1939 waren alle 126 Panzer modifiziert und an Rumänien ausgeliefert. Die Rumänen wollten Mitte 1939 von den nun deutsch kontrollierten Škoda-Werken weitere 382 Panzer bestellen, die Deutschen lehnten dieses Ansinnen jedoch ab. Mit den R-2 wurden das 1. Panzerregiment der rumänischen Panzerdivision während der Kämpfe in Russland 1941–1942 ausgestattet. Die Panzer erwiesen sich als sehr wertvoll im Kampf gegen die desorganisierten sowjetischen Kräfte. Die Panzerdivision diente als Speerspitze des Angriffes auf Kischinew. Bei Odessa wurden jedoch viele Panzer bei der Unterstützung der Infanterie beim Kampf um den Schwarzmeerhafen zerstört. Ende 1941 waren 26 R-2 zerstört worden. Die Deutschen beschlossen daraufhin, im Jahr 1942 den Rumänen 26 gebrauchte Exemplare des fast identischen Panzerkampfwagen 35(t) als Ersatz zu überlassen. Die Division wurde im August 1942 im Hinterland neuorganisiert und wiederaufgebaut und danach der rumänischen 3. Armee zur Verteidigung am Don (Asowsches Meer) angegliedert. Feldtests an erbeuteten T-34 zeigten, dass die Bewaffnung des R-2 wirkungslos gegen die Panzerung dieses Panzers war. Ende 1942 wurden die Stellungen der rumänischen 3. Armee durch sowjetische Kräfte durchbrochen; dabei zeigte sich, dass der R-2 und die schlecht ausgerüsteten rumänischen Streitkräfte den mittleren und schweren sowjetischen Panzern bei weitem nicht gewachsen waren. Die Panzerdivision verlor 60 % ihrer Kräfte und zog sich mit nur 19 R-2-Panzern hinter den Fluss Chir zurück.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Walter J. Spielberger: Die Panzerkampfwagen 35(t) und 38(t) und ihre Abarten, Band 11, Motorbuch Verlag Stuttgart, ISBN 3-87943-708-4.
  • Joachim Baschin: Der Panzerkampfwagen 35 (t), Motorbuch Verlag Stuttgart, ISBN 3-613-02130-7.
  • Robert Jackson: Panzer: Modelle aus aller Welt von 1915 bis heute, Parragon Books Ltd, ISBN 978-1-4075-7742-5.
  • Wolfgang Fleischer: Panzerkampfwagen 35 (t) Entwicklung und Einsätze, Podzun-Pallas Verlag, Friedberg, (c)2003, ISBN 3-79090-787-1.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Panzerkampfwagen 35(t) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thomas L. Jentz, Die deutsche Panzertruppe Band 1, Podzun-Pallas Verlag 1998, ISBN 3-7909-0623-9 S. 104
  2. Thomas L. Jentz, Die deutsche Panzertruppe Band 1, Podzun-Pallas Verlag 1998, ISBN 3-7909-0623-9 S. 141
  3. Thomas L. Jentz, Die deutsche Panzertruppe Band 1, Podzun-Pallas Verlag 1998, ISBN 3-7909-0623-9 S. 209
  4. Thomas L. Jentz, Die deutsche Panzertruppe Band 1, Podzun-Pallas Verlag 1998, ISBN 3-7909-0623-9 S. 283
  5. Thomas L. Jentz, Die deutsche Panzertruppe Band 1, Podzun-Pallas Verlag 1998, ISBN 3-7909-0623-9 S. 281