Panzertruppe

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Taktisches Zeichen der Panzertruppe (hier 4.Kompanie des PzBtl 331 der Bundeswehr)
Die Turmnummer 125 eines Panzer III der Wehrmacht: Sie bezeichnet den 5. Panzer des 2. Zuges der 1. Kompanie eines Panzer-Regiments

Die Panzertruppe ist der Teil von Landstreitkräften, der sich ausschließlich aus mechanisierten Verbänden zusammensetzt, deren Hauptwaffensystem der Kampfpanzer ist. Die Panzertruppe bildet in vielen Landstreitkräften den gepanzerten Kern. In Deutschland, Österreich und der Schweiz bildet die Panzertruppe eine eigene Truppengattung.

Siehe auch: Panzerwaffe

Geschichte[Bearbeiten]

Panzerkampfabzeichen der Panzertruppe in der Wehrmacht (1939–1945)

Die Panzertruppe vor 1945[Bearbeiten]

Bereits während des Ersten Weltkriegs wurden Panzer entwickelt, die jedoch noch nicht in geschlossenen Verbänden eingesetzt wurden. Daher konnte man anfänglich noch nicht von einer eigenen Truppengattung „Panzertruppe“ sprechen. Der erste Einsatz britischer Tanks erfolgte bei Flers während der Schlacht an der Somme im September 1916. Die britische Armee besaß allerdings bereits 1916 ein eigenständiges „Royal Tank Corps“. Bis zum Ende des Ersten Weltkrieges setzte auch die deutsche Seite Panzer ein, allerdings vergleichsweise wenige und zum großen Teil erbeutete Wagen. In Deutschland wurde damals der Entwicklung eigener Panzer noch kein großer Wert beigemessen; die Produktionszahlen waren im Vergleich zur Entente marginal. Viele Ideen für die Gestaltung einer modernen Panzertruppe kamen nach 1918 von John Frederick Charles Fuller und Basil Liddell Hart in Großbritannien. In Frankreich orientierte sich Charles de Gaulle an diesen und entwickelte Ideen zum Panzerkrieg mit mechanisierten Divisionen. In den USA war George S. Patton einer der Entwickler dieser neuen Gefechtsführung. Im Deutschen Reich war Heinz Guderian während der verdeckten Ausbildungs- und Rüstungsprogramme der Reichswehr Initiator der Panzerwaffe. Guderian leistete nach dem Ersten Weltkrieg taktische und operative Grundlagenarbeit. Er stellte fest, dass der Panzer am wirksamsten im geschlossenen Verband eingesetzt wird und nicht vereinzelt zur Unterstützung von Fußtruppen. Gliederung, Ausrüstung und Einsatzgrundsätze der neu aufgestellten Panzer-Divisionen war auf den Kampfpanzer als Hauptwaffe ausgerichtet, was eine allgemeine Motorisierung sämtlicher Teile dieser Großverbände erforderlich machte. Im Zuge der vom NS-Regime ab 1933 betriebenen Aufrüstung konnte Guderian seine Ideen zu Organisation und Einsatz der Panzertruppe umsetzen, während in anderen Ländern Offiziere mit ähnlichen Ideen kaum Gehör fanden. Diese Grundlagen trugen zu den Blitzkriegserfolgen der deutschen Wehrmacht zu Beginn des Zweiten Weltkriegs bei und gelten noch heute (siehe z. B. die Vorgehensweise der US Army im Zweiten Golfkrieg).

Die Panzertruppe nach 1945[Bearbeiten]

Herbstmanöver 1958 der Bundeswehr im Westerwald

Bedingt durch die Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg waren auch im Kalten Krieg Kampfpanzer die Hauptwaffe und Panzerverbände die Hauptstoßkraft der Landstreitkräfte. In den Armeen der NATO und des Warschauer Paktes wurde eine weit höhere Anzahl Panzer als in der Gegenwart vorgehalten. So verfügte die deutsche Bundeswehr 1985 über mehr als 4.600 Kampfpanzer[1], die heutige Zahl beträgt weniger als ein Zehntel davon. In den späten 1980er-Jahren besaß die Sowjetarmee etwa 29.000 Kampfpanzer [Belegstelle ?] und mehr als 50 Panzerdivisionen.[2] Dennoch bilden die Panzertruppen auch nach Ende des West-Ost-Konflikts in vielen Armeen den gepanzerten Kern der Landstreitkräfte, wobei jedoch zumindest bei den Truppen der NATO einen Trend zu leichteren und beweglicheren Truppen erkennbar ist.

Die Panzertruppe in der Bundeswehr[Bearbeiten]

Hauptartikel: Panzertruppe (Bundeswehr)

Die Panzertruppe ist eine Truppengattung im Heer der Bundeswehr. Die deutsche Panzertruppe zählt zu den Kampftruppen des Heeres und bildet mit der Panzergrenadiertruppe den Truppengattungsverbund Panzertruppen. Hauptwaffensystem der Panzertruppe ist der Kampfpanzer Leopard 2.

Siehe auch[Bearbeiten]

Als historische Vorläufer:

Literatur[Bearbeiten]

  • Internationalen Instituts für Strategische Studien London (Hrsg.): Streitkräfte 1982/83. In: Military Balance. London, Bernard & Graefe Verlag, München 1982.
  • Ferdinand von Senger und Etterlin: Tanks of the World. Arms and Amor Press, London 1983.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Streitkräfte 1984/85. Die „Military Balance“ des Internationalen Instituts für Strategische Studien, Koblenz 1985, S. 114 ff.
  2. Streitkräfte 1985/86. Die „Military Balance“ des Internationalen Instituts für Strategische Studien, Koblenz 1986, S. 64 ff.