Paolo Guerrero

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Paolo Guerrero

Paolo Guerrero

Spielerinformationen
Voller Name José Paolo Guerrero Gonzales
Geburtstag 1. Januar 1984
Geburtsort LimaPeru
Größe 186 cm
Position Sturm
Vereine in der Jugend
1992–2002 Alianza Lima
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
2002–2006
2004–2006
2006–2012
2012–
FC Bayern München Amateure/II
FC Bayern München
Hamburger SV
SC Corinthians Paulista
70 (45)
27 (10)
134 (37)
54 (18)
Nationalmannschaft2
2004– Peru 54 (17)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: 28. September 2014
2 Stand: 4. September 2014

José Paolo Guerrero Gonzales (* 1. Januar 1984 in Lima) ist ein peruanischer Fußballspieler, der seit Mitte 2012 beim brasilianischen Erstligisten und Copa Libertadores-Sieger SC Corinthians Paulista unter Vertrag steht.

Karriere[Bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten]

FC Bayern München[Bearbeiten]

Nach zehn Jahren in der Jugendabteilung von Alianza Lima und dem Jugendalter entwachsen, zog Guerrero nach Deutschland. Von 2002 bis 2004 spielte er zunächst für die Regionalliga-Mannschaft des FC Bayern München. Sein Debüt gab er am 24. November 2002 (20. Spieltag) im Heimspiel gegen die Sportfreunde Siegen. Am 7. Dezember 2002 (22. Spieltag) beim 4:0-Heimsieg gegen die Amateure von Eintracht Frankfurt gelangen ihm seine ersten beiden Tore. In der Folgesaison gehörte er bereits der Profi-Mannschaft an, spielte aber nach wie vor für die Amateurmannschaft; bis 2006 70 Mal und erzielte 45 Tore.

Am 23. Oktober 2004 (9. Spieltag) debütierte er in der Bundesliga beim 2:0-Sieg im Auswärtsspiel gegen Hansa Rostock, als er in der 55. Minute für Vahid Hashemian eingewechselt wurde. Sein erster Treffer in der höchsten Spielklasse war das Tor zum 3:0-Endstand am 6. November 2004 (12. Spieltag) im Heimspiel gegen Hannover 96.

In seiner ersten Saison erzielte er in 13 Spielen, in denen er als Einwechselspieler zumeist nur Kurzzeiteinsätze hatte, sechs Treffer. Dabei gelang ihm in der Hinrunde der Saison 2004/05 eine Torquote als „Joker“ mit fünf Toren in sechs Einsätzen. Des Weiteren erzielte er oft spielentscheidende Treffer im DFB-Pokal und in der Champions League.

Guerrero im Jahr 2008

Hamburger SV[Bearbeiten]

Zur Saison 2006/07 wechselte Guerrero zum Hamburger SV; die Ablösesumme betrug 2,8 Millionen Euro. Im achten Spiel seit Saisonbeginn, am 22. Oktober 2006, erzielte er im Spiel gegen Bayer 04 Leverkusen nach 0:1-Rückstand zwei Tore zum ersten Saisonsieg der Hamburger.

Im Achtelfinal-Rückspiel des UEFA-Pokals am 19. März 2009 trug er nach einem 0:2-Rückstand gegen Galatasaray Istanbul mit seinen beiden Treffern in der 57. und 60. Minute maßgeblich zum Erreichen des Viertelfinales bei.

In der Saison 2007/08 entwickelte sich Guerrero unter Trainer Huub Stevens zum Stammspieler und erzielte neun Tore. Unter den Nachfolgetrainern, Martin Jol und Bruno Labbadia, konnte er sich im Wesentlichen durchsetzen.

Eine in einem Länderspiel erlittene Verletzung zwang ihn in der Saison 2009/10 über Monate zu pausieren. Im Januar 2010 machte er durch Flugangst auf sich aufmerksam, wegen der er nicht pünktlich aus Peru anreisen konnte.[1] Unmittelbar nach dem Bundesliga-Heimspiel am 29. Spieltag gegen Hannover 96 am 4. April 2010 geriet er bundesweit in die Schlagzeilen, als er aus dem Innenraum des Stadions einem Zuschauer auf der Tribüne eine etwa 0,7 Liter fassende, gefüllte Plastik-Trinkflasche an den Kopf geworfen hatte. Der Zuschauer, ein Anhänger der eigenen Mannschaft, soll ihn für seine mangelnde Leistung beschimpft haben.[2] Dieses Spiel war Guerreros erster Einsatz im eigenen Stadion nach seiner siebenmonatigen Verletzungspause. Die noch am selben Tag verhängte vereinsinterne Geldstrafe, nach eigener Darstellung in Höhe zwischen 50.000 und 100.000 Euro, gilt als die höchste Geldstrafe in der Vereinsgeschichte. Die vom DFB und der Staatsanwaltschaft Hamburg am 6. April 2010 eingeleiteten Ermittlungen führten am 8. April 2010 - mit Verkündung durch das DFB-Sportgericht in Frankfurt - zur Sperre für die restlichen fünf Bundesligaspiele der Saison und einer darüber hinaus verhängten Geldstrafe in Höhe von 20.000 Euro.[3] Am 25. Mai 2010 verlängerte Paolo Guerrero seinen auslaufenden Vertrag um vier Jahre.[4]

Im Bundesligaheimspiel gegen den VfB Stuttgart am 3. März 2012 erhielt Guerrero wegen einer Tätlichkeit an Sven Ulreich die Rote Karte. Am 6. März 2012 wurde er dafür vom DFB-Sportgericht für sieben Wochen gesperrt,[5] was de facto eine Sperre für acht Spiele bedeutete.[6]

SC Corinthians Paulista[Bearbeiten]

Noch vor Beginn der Bundesliga-Saison 2012/13 wechselte Guerrero für eine Ablösesumme von ca. drei Millionen Euro (7,5 Millionen BRL) zum brasilianischen und in São Paulo beheimateten Erstligisten SC Corinthians Paulista, der Anfang Juli 2012 erstmals die Copa Libertadores, die südamerikanische Champions League, gewonnen hatte. Mit einem bis 2015 gültigen Vertrag ausgestattet[7] debütierte er am 26. Juli 2012 (12. Spieltag) beim 2:0-Sieg im Heimspiel gegen Cruzeiro Belo Horizonte, als er in der 87. Minue für Emerson eingewechselt wurde.[8]

Sein Kopfballtor zum 1:0-Siegtreffer gegen al Ahly Kairo im Halbfinalspiel[9] der FIFA-Klub-Weltmeisterschaft 2012 in Japan ermöglichte die Teilnahme am Finale gegen den FC Chelsea. In diesem avancierte Guerrero ebenfalls zum „Matchwinner“, der seinem Verein, mit seinem Kopfballtor zum 1:0-Siegtreffer in der 69. Minute, zum zweiten Mal nach 2000 den Titel „Vereinsweltmeister“ einbrachte.[10]

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Für die A-Nationalmannschaft seines Landes debütierte er am 9. Oktober 2004 bei der 0:1-Niederlage in Bolivien im Rahmen der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Sein erster Treffer war das zwischenzeitliche 2:0 beim 2:1-Sieg am 18. November 2004 über Chile.

Im Juli 2009 sorgte Guerrero mehrfach für negative Schlagzeilen. Im Länderspiel gegen Ecuador forderte er wutentbrannt einen Fan zu einer Schlägerei auf, nachdem dieser ihn als homosexuell betitelt hatte. Zehn Tage später beim Spiel gegen Uruguay wurde Guerrero wegen Foulspiels des Feldes verwiesen. Daraufhin beleidigte er den Schiedsrichter schwer. Die FIFA verhängte eine Sperre von sechs Spielen. Guerrero legte dagegen Einspruch ein, dieser wurde jedoch abgewiesen. [11]

Während des Länderspiels gegen Venezuela am 9. September 2009 zog sich Guerrero einen (hinteren) Kreuzbandriss im linken Kniegelenk zu, wobei das vordere Kreuzband in Mitleidenschaft geriet. Nach überstandenener Operation verlängerte sich die Genesungszeit, da Guerrero unter Flugangst litt [12][13] und somit seinem Verein unfreiwillig länger nicht zur Verfügung stand.

2007 erreichte er mit der Mannschaft bei der Copa América das Viertelfinale, das gegen Argentinien mit 0:4 verloren wurde. 2011 gewann er mit der Mannschaft mit einem 4:1-Sieg über Venezuela das Spiel um Platz 3. Mit seinen Treffern zum 2:0, 3:1 und 4:1 gelangen ihm insgesamt fünf Turnier-Tore, womit er Torschützenkönig des Turniers wurde.

Erfolge[Bearbeiten]

FC Bayern München Amateure
FC Bayern München
Hamburger SV
SC Corinthians Paulista
Nationalmannschaft

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Paolo Guerrero – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cousin soll Guerrero begleiten in: Kicker vom 28. Januar 2010
  2. Fan-Attacke: Guerrero wirft mit Trinkflasche. In: sport1.de. Sport1 Online GmbH. 4. April 2010. Abgerufen am 7. April 2010.
  3. Fünf Spiele Sperre für Guerrero. In: ftd.de. G+J Wirtschaftsmedien GmbH & Co. KG. 8. April 2010. Archiviert vom Original am 10. April 2010. Abgerufen am 8. April 2010.
  4. Guerrero bleibt an der Alster In: Kicker-Sportmagazin, 25. Mai 2010 (abgerufen am 7. März 2011)
  5. Sieben Wochen Sperre für Paolo Guerrero. DFB, 6. März 2012, abgerufen am 7. März 2012.
  6. HSV akzeptiert Sperre für Guerrero. In: Berliner Zeitung. 6. März 2012, abgerufen am 7. März 2012.
  7. Adiós kleiner Krieger - Guerrero in Sao Paolo vorgestellt
  8. Profil auf der Homepage des Vereins
  9. Guerrero köpft Corinthians ins Finale
  10. Corinthians setzt sich die Krone auf
  11. In Peru schrie er den Schiri an. In: bild.de. BILD digital GmbH & Co. KG. 6. April 2010. Abgerufen am 6. April 2010.
  12. Felix Haas: Flugangst bei HSV-Star Guerrero: Zum Abheben reicht's wieder nicht. In: stern.de. stern.de GmbH. 27. Januar 2010. Abgerufen am 7. April 2010.
  13. Cousin soll Guerrero begleiten. In: kicker.de. Olympia-Verlag GmbH. 28. Februar 2010. Abgerufen am 7. April 2010.