Papa Wemba

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Papa Wemba, eigentlich Jules Shungu Wembadio Pene Kikumba (* 1949 in Lubefu, Kasai, Belgisch-Kongo), ist Sänger und einer der populärsten Musiker Afrikas.

Leben und musikalischer Werdegang[Bearbeiten]

Papa Wemba war neben Nyoka Longo Jossart, Manuaku Pepe Felly, Evoloko Lay Lay, Teddy Sukami, Zamuangana Enock, Mavuela Simeon und anderen einer der ersten Musiker, die der einflussreichen Soukous-Band Zaiko Langa Langa beitraten, als sie am 24. Dezember 1969 in Kinshasa (Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo) gegründet wurde.

Im Dezember 1974, auf dem Höhepunkt ihrer Popularität und nur einen Monat nach dem Rumble in the Jungle zwischen Muhammad Ali and George Foreman in Kinshasa, verließen Shungu Wembadio (Papa Wemba), Evoloko Lay Lay, Mavuela Somo und Bozi Boziana, welcher sich Zaiko Langa Langa ein Jahr früher angeschlossen hatte, Zaiko Langa Langa, um ihre eigene Musikgruppe Isifi Lokole aufzubauen. ISIFI ist die Abkürzung für Institut de Savoir Ideologique pour la Formation des Idoles.

Im Juli 1975 nahm Shungu Wembadio offiziell seinen Künstlernamen Papa Wemba an. Dabei sollte der Zusatz „Papa“ eine Anspielung auf seine familiären Pflichten als erstgeborener Sohn sein, seine Eltern waren bereits in den 1960er Jahren verstorben.

Die Formation Isifi Lokole bestand nur ein Jahr. Ihr größter kommerzieller Erfolg war die Single Amazone (Papa Wemba). Im November 1975 trennten sich Papa Wemba, Mavuela Somo und Bozi Boziana von Evoloko Lay Lay und Isifi Lokole, um die Gruppe Yoka Lokole, auch bekannt als The Kinshasha All-Stars, zusammen mit Mbuta Mashakado zu gründen. Yoka Lokole hatte etwas weniger Erfolg als die original Isifi Lokole – trotzdem konnten sie sich mit Hits wie Matembele Bangui, Lisuma ya Zazu (Papa Wemba), Mavuela Sala Keba und Bana Kin (Mavuela Somo) an der Spitze der afrikanischen Popmusik halten.

Wie auch Isifi Lokole hielt die Formation Yoka Lokole (The Kinshasha All-Stars) nicht lange. Nach einem Jahr bescheidenen Erfolges veranlassten Streitigkeiten innerhalb der Band Yoka Lokole um Geld und Ansehen (wobei Wembas Inhaftierung im Zentralgefängnis von Kinshasa im Dezember 1976 für das „Verbrechen“, im Verdacht gestanden zu haben, Intimitäten mit einer Tochter eines Generals der Armee ausgetauscht zu haben, die Lage auch nicht einfacher machte) veranlassten Papa Wemba, seine eigene Musikgruppe Viva la Musica im Februar 1977 zu gründen.

In seinem Haus im Matonge-Viertel in Kinshasa gründete Papa Wemba Viva la Musica. So arbeitete er mit jungen talentierten Musikern wie den Sängern Kisangani Esperant, Jadot le Cambodgien, Pepe Bipoli und Petit Aziza und den Gitarristen Rigo Star, Syriana and Bongo Wende. Die Gruppe hatte mit Hits wie Mère Superieure, Mabele Mokonzi, Bokulaka, Princesse ya Sinza und anderen fast sofortigen Erfolg.

Auf dem Höhepunkt seines Erfolges 1977 war das Haus von Papa Wembas Familie ein beliebter Treffpunkt für die Jugend in Matonge. Es wurde Village Molokai genannt, und Wemba nahm den gehobenen Spitznamen Chef Coutûmier des Village Molokai an. In dieser Zeit sprach man von Papa Wemba als den chief from the heartland (village), um ihn von den in Kinshasa geborenen großen Musikern Mavuela Somo und Mashakado zu unterscheiden. Jahre später wird Mavuela sagen, dass ihre Streitigkeiten sich nur aus Trivialitäten wie Torheit durch Geld, Streben und Ruhm zwischen sehr jungen Menschen ergaben (die sie zu dieser Zeit waren).

Seit 1977 unterliegt Viva la Musica einem ständigen Musikerwechsel. Junge Talente wie King Kester Emeneya (1977-1982), Koffi Olomide (1978-1979), Djuna Djanana (1978-1981), Dindo Yogo (1979-1981), Maray-Maray (1980-1984), Lidjo Kwempa (1982-2001), Reddy Amissi (1982-2001), Stino Mubi (1983-2001) sind unter den zurzeit bekannteren kongolesischen Musikern, die eine Zeit lang bei Viva la Musica mitspielten.

Eine alte Anekdote aus Kinshasa erzählt von einem Studenten namens Antoine Agbepa Koffi, der ein so begnadeter Liedermacher (Songwriter) war, dass 1977 eines Tages Papa Wemba ausrief: Ooh! l'homme idée (Oh! Der Ideenmann!), was ihm auf der Stelle den Spitznamen Olomide einbrachte.

Nach der Welle der afrikanischen Einwanderung in Europa in den 1990er Jahren unterhielt Wemba eine Band in Kinshasa (damals Nouvelle Ecriture und Nouvel Ecrita genannt; heute wieder Viva la Musica) und eine weitere in Paris (Nouvelle Generation, La Cour des Grands, heute: Viva Tendance). Auch in der Weltmusik machte er sich mit großen Hits wie L'Esclave (1986), Le Voyageur, Maria Valencia (1992), Foridoles, Dixième Commandement (1994), Emotion (1995), Pole Position (1996), Fula Ngenge (1999), Bakala dia Kuba (2001) und Somo Trop (2003) einen dauerhaften Namen.

Vielerorts sieht man Wemba (ähnlich wie auch Franco Luambo, Tabu Ley Rochereau und Miriam Makeba) als lebende Legende der afrikanischen Musik.

Papa Wemba ist ebenfalls bekannt als Schauspieler. 1987 spielte er die männliche Hauptrolle des erfolgreichen zairischen (kongolesischen) Filmes La Vie est Belle des belgischen Regisseurs Benoit Lami und des Kongolesischen produzierenden Regisseurs Ngangura Mweze.

Kulturübergreifender Einfluss[Bearbeiten]

  • Priyan Weerappuli, der musikalische Kopf der Gruppe Pahan Silu aus Sri Lanka, bezeichnete Papa Wemba als einen seiner größten musikalischen Einflüsse.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Diskografie[Bearbeiten]

  • Pauline (1970, Zaiko Langa Langa)
  • L'Amoureux Decu (1972, Zaiko Langa Langa)
  • Mete la Verite, Chouchouna (1973, Zaiko Langa Langa)
  • Liwa ya Somo (1973-1974, Zaiko Langa Langa)
  • Ainsi Va La Vie, Amazone (1975, Isifi Lokole)
  • Matembele Bangi, Lisuma ya Zazu (1976, Yoka Lokole)
  • Mere Superieure, Bokulaka, Mabele Mokonzi, Muana Molokai (1977)
  • Princesse ya Senza, Fleur Betoko, Zonga-Zonga (1978)
  • Anibo, Ata Nkale (1979)
  • Levre Rose (1979, with Rochereau & Afrisa)
  • Telegramme (1979, with Simaro Massiya & OK. Jazz)
  • Analengo (1980), Amena (1980, duo with Pepe Kalle)
  • Santa, Matebu (1980, first full album in Paris)
  • Melina La Parisienne, Ufukutano (1981)
  • Evenement, Rendre A Caesar (1982)
  • Eliana, Bukavu Dawa (1983)
  • Proclamation (1984, in Paris with Ngashie Niarchos)
  • Destin ya Moto (1985)
  • L'esclave, Papa Wemba – Au Japon (live) (1986)
  • Papa Wemba Ekumani (1987)
  • M'fono Yami (1989)
  • Biloko ya Moto-Adidas Kiesse (1991)
  • Le Voyageur (1992)
  • Foridoles (1994)
  • Emotion (1995)
  • Pôle Position (1996)
  • Wake-Up (1996, duo with Koffi Olomide)
  • Nouvelle Ecriture (1997)
  • Molokaï (1998)
  • Nouvelle Ecriture dans L (1998)
  • Fula Ngenge (1999)
  • Muana Matebu(1999)
  • A La Une (2000)
  • Zea (2001)
  • Bakala Dia Kuba (2001)
  • Somo Trop (2003)
  • Muana Molokaï (2004)
  • Ba Zonkion (2005)
  • Bravo l'Artiste (2006)
  • Kaka yo (2008)
  • Somo trop (2008)
  • Im Back(2010)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. List of the 1996 Kora event winners, abgerufen am 16. Februar 2010