Papierindustrie

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Die Papierindustrie ist ein Wirtschaftszweig, der zur Grundstoffindustrie gehört und sich mit der Herstellung von Papier, Karton und Pappe befasst. Viele Papier erzeugende Unternehmen sind heute international verflochten.

Die Papierindustrie unterscheidet folgende vier Großgruppen von Papiersorten:

  • Grafische Papiere
  • Papier, Karton und Pappe für Verpackungszwecke
  • Hygiene-Papiere Tissue-Papiere
  • Papiere und Pappe für spezielle technische Verwendungszwecke

Papierindustrie weltweit[Bearbeiten]

Weltweit werden jährlich knapp 400 Millionen Tonnen (2011) Papier, Karton und Pappe produziert.[1][2] Die größten Produzenten (2011) sind China (99,3 Mio. t), die USA (75 Mio. t), Japan (26,6 Mio. t) und Deutschland (22,7 Mio. t). Viele Unternehmen sind international verflochten. Es wird geschätzt, dass die 20 größten Papierhersteller derzeit einen Anteil von fast 40 % an der weltweiten Papier- und Pappeproduktion haben. Die zehn größten Papierhersteller (nach Produktion 2010) weltweit sind:

  1. International Paper,
  2. Stora Enso,
  3. UPM,
  4. SCA,
  5. Smurfit Kappa Group,
  6. Nippon Paper,
  7. Nine Dragons Paper Holdings,
  8. Sappi,
  9. Oji Paper,
  10. Smurfit-Stone Container.

Papierindustrie in Europa[Bearbeiten]

Knapp ein Drittel der Kapazitäten für die Papierproduktion weltweit entfällt mit rund 108 Mio. t auf die europäische Papierindustrie. Europa ist führend bei der Herstellung von Druck- und Schreibpapier, gefolgt von Asien und Nordamerika, und hat einen Anteil von 27 % an der gesamten Papier- und Pappeproduktion. Durch die Konsolidierung der europäischen Papierindustrie im letzten Jahrzehnt ist die Zahl der Unternehmen, Papierfabriken und Papiermaschinen in Europa gesunken, die Produktionskapazität jedoch gleichzeitig gestiegen. Der Umsatz der europäischen Papierindustrie betrug 2011 rund 81 Mrd. EUR. 221.000 Menschen arbeiten in der europäischen Zellstoff- und Papierindustrie.

Papierindustrie in Deutschland[Bearbeiten]

Die deutsche Papierindustrie, deren Interessen durch den Verband Deutscher Papierfabriken (VDP) vertreten werden, war 2013 mit einem Produktionsvolumen von 22,4 Mio. t Papier, Karton und Pappe die Nummer eins in Europa und steht weltweit hinter China, den USA und Japan an vierter Stelle. Die Produktion gliedert sich in vier Hauptsortengruppen. Verpackungspapiere und -karton haben einen Anteil von 48,6 Prozent. 38,8 Prozent des Produktionsvolumens entfallen auf grafische Papiere. Die restlichen 12,9 Prozent entfallen fast zu gleichen Teilen auf Hygienepapiere (6,5%) sowie auf das breite Spektrum der technischen- und Spezialpapiere (6,1%). Die rund 40.000 Mitarbeiter der deutschen Zellstoff- und Papierindustrie erwirtschaften 2013 in 167 Werken einen Umsatz von 14,3 Mrd. Euro (2013), ein Minus von 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Deutschland ist auch einer der größten Absatzmärkte weltweit. Unter anderem benötigt die exportorientierte deutsche Industrie Packstoffe aus Papier, Karton und Pappe und sorgt dafür, dass Deutschland beim Verbrauch mit rund 20 Mio. Tonnen Papier in Europa an der Spitze steht. Die strategische Bedeutung des deutschen Marktes hat dazu geführt, dass – gemessen am Umsatz – inzwischen etwa 60 Prozent der deutschen Papierindustrie in ausländischer Hand sind. Neben großen internationalen Konzernen gibt es viele mittelständische Unternehmen, die in ihren Produktsegmenten nicht selten Weltmarktführer sind. Die 10 größten Papierhersteller in Deutschland sind:

  1. SCA,
  2. UPM,
  3. Smurfit Kappa,
  4. Papierfabrik Palm,
  5. Stora Enso,
  6. Wepa,
  7. Sappi,
  8. Leipa,
  9. Felix Schoeller,
  10. August Köhler.

Deutschland exportiert ungefähr die Hälfte seiner Produktion. 2012 entwickelten sich Binnenmarkt und Exportmärkte auseinander: Während der Auslandsabsatz der deutschen Papierindustrie um 1,6 Prozent zulegte, ging der Inlandsabsatz um 2,2 Prozent zurück. Der Exportanteil in den EU-Raum liegt bei 76 Prozent. Umgekehrt deckt Deutschland rund die Hälfte seines Papierverbrauchs durch Importe. Deutschland blieb 2012 vor den USA das größte Importland der Welt für Papier, Karton und Pappe. Die größten Lieferanten sind Schweden und Finnland mit einem Anteil von 23 und 19 Prozent. Der Anteil der Einfuhren aus den Überseeländern liegt lediglich bei 3 Prozent.

Aktuelle Lage der deutschen Papierindustrie[Bearbeiten]

Die deutsche Papierindustrie hat 2013 ihre Produktion mit 22,4 Mio. Tonnen insgesamt weitgehend stabil gehalten (-0,7%). Einer anhaltenden Rückgang bei den grafischen Papieren steht ein Wachstum der anderen Sorten, vor allem der Verpackungspapiere gegenüber. Neben allgemeinen konjunkturellen Einflüssen führt ein verändertes Mediennutzungsverhalten zu dem spürbaren Nachfragerückgang bei den grafischen Papieren (-5,4% gegenüber 2012).

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  1. http://www.dbu.de/123artikel33148_341.html
  2. http://www.wwf.de/themen-projekte/waelder/papierverbrauch/zahlen-und-fakten/
  • Dispan, Jürgen (2013): Papierindustrie in Deutschland. Branchenreport 2013. Stuttgart (= IMU-Informationsdienst Nr. 2-2013). Link zur Branchenstudie
  • Dispan, Jürgen (2013): Papiererzeugung in Deutschland. Branchenanalyse. In: Vassiliadis, Michael (Hrsg.): Industriepolitik für den Fortschritt – Herausforderungen und Perspektiven am Beispiel zentraler Branchen der IG BCE. Hannover.

Weblinks[Bearbeiten]