Pappelflaum

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Samen mit Samenhaaren (Pappelwolle oder Pappel-Baumwolle)

Pappelflaum ist ein aus dem Tierreich entlehnter Fantasiename für die Samenfasern und Fruchtwandfasern der Pappelfrüchte, für welche die Begriffe Pappel-Baumwolle, Pappelwolle und heimische Baumwolle üblich sind sowie ferner Beschreibungen wie Pappelschnee und Sommerschnee.

Die Fasern umhüllen die Samen und haben in der Natur die Aufgabe, die Fruchtkapseln durch Aufquellen dann zu öffnen, wenn gute Keimbedingungen herrschen (insbesondere bei ausreichender Bodenfeuchtigkeit). Sie nehmen dafür aus der Luft die Feuchtigkeit auf und trocknen dann sehr schnell, um die Samen über weite Strecken durch die Luft zu tragen. Wenn die Samen der Pappeln im Frühsommer gereift sind, kann es zu starkem Pappel-Samenfaserflug kommen. So fällt zum Beispiel jedes Jahr in Moskau von den Samen der gepflanzten Alleebäume sogenannter "Sommerschnee".

Die Samenfasern der Pappeln sind reine Zellulosefasern und besitzen keine Stickstoffatome, enthalten somit keine Proteine. Sie sind daher hypoallergen und werden von der Testzeitschrift Ökotest für Allergiker empfohlen.

Die Pappel-Samenfasern sind Pflanzenfasern, die aus extrem feinen Hohlfasern bestehen. Als die weltweit feinsten hohlen Textilfasern weisen sie eine hohe Wärmeisolation und eine sehr gute Fähigkeit zur Wasserdampfaufnahme und -abgabe auf. Diese Eigenschaften müssen sie besitzen, um die oben beschriebene spezielle Funktion als Fruchtöffner und Flugfaser in der Natur zu erfüllen.

Von der Firma PAP(P)ILLON GmbH (Eigentümerin der geschützten Marke Pappelflaum) werden diese Fasern direkt von den Bäumen geerntet und als Füllware von Bettdecken (später auch Winterjacken) verwendet.

Ferner fand Pappel-Baumwolle früher in der Edelpapier-Herstellung Verwendung. Von Vögeln wird Pappelflaum gerne für den Nestbau benutzt.

Literatur[Bearbeiten]

  • M. Steinfath (2002): Pappelflaum als Bettenfüllung – warm, weich, leicht und gutes Feuchteverhalten. Allgemeine Forstzeitschrift/Der Wald 57 (2002) 101–102.
  • Lorenz Hübner: Geschichte verschiedener hierländischer Baumwollarten und ihres ökonomischen Nutzens. Salzburg: Waisenhausbuchhandlung, 1788.
  • J. G. Krünitz: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft. 1773 bis 1858. Eintrag Pappelbaumwolle. Eintrag Pappelbaumwolle

Weblinks[Bearbeiten]

  • [1] (PDF; 475 kB) Infoblätter der PAP(P)ILLON GmbH